Maja Winter Die Säulen der Macht

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Inhaltsangabe zu „Die Säulen der Macht“ von Maja Winter

Er ist ein Held – doch niemand wird es je erfahren Prinz Tahan ist zum ewigen Kampf im Heer des Königreichs verdammt. All seine Hoffnung richtet sich auf den Brennenden Baum, eine der uralten Säulen der Macht. Doch seinem von Neid zerfressenen Vetter Dasnaree gelingt es, den Fluch für seine eigenen Zwecke zu nutzen und die Macht des Brennenden Baums an sich zu binden. Tahans letzte Chance im Kampf gegen die gläserne Armee seines verräterischen Vetters ist das Bauernmädchen Jalimey. Doch das verfolgt seine eigenen Ziele … Ein großes Epos von Intrigen, Eifersucht und einem finsteren Fluch.

Schade um so viel verschenktes Potential. 95% der Handlung spielen sich auf den letzten 50 Seiten ab, dazu kommt ein unausstehlicher Held.

— Elwe
Elwe

Logikfehler, holpriger Plot mit redundanten Nebencharakteren machen diese Geschichte trotz starker Ideen unausgereift und unbefriedigend.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Der Stoff aus dem Helden sind?

    Die Säulen der Macht
    Marapaya

    Marapaya

    05. August 2015 um 00:28

    Woraus besteht ein guter Fantasy-Roman? Die Grundzutaten sind recht simpel: Der Romanheld und oder wahlweise auch immer öfter eine Heldin wird unvorhergesehen in ein Abenteuer hineingezogen, in dem es um die Rettung des Königreiches, der Heimat, der Familie, des Glaubens oder ähnliches geht, manchmal auch alles auf einmal und zusammen. Der Held ist natürlich noch kein richtiger Held, er oder sie muss erst einer werden im Verlauf der Geschichte. Freunde und Feinde sind dafür wichtig und die wahre Liebe. Zu Fantasy wird es dann, wenn die Handlung bevölkert wird von Fabelwesen, Magie, Urgewalten, sprechenden Tieren, Elfen, Elben, Zwergen, Orks, Trollen und so weiter und so fort. Auch diese Aufzählung kann sowohl in geballter Form zusammen auftreten oder auch nur ein Teil davon. Hauptsache die Handlung ist nicht mit unserer Realität verwechselbar. Das ist wohl die wichtigste Zutat eines Fantasy-Romanes. Der Leser soll seine eigene Welt vergessen und in ein fremdes Abenteuer in einer dem Mittelalter ähnlichen Umgebung eintauchen, in dem ihm nichts an seinen eigenen Alltag erinnert. In Maja Winters Roman, die sich traut ihre Geschichte tatsächlich nach 572 ohne Nachfolgeband enden zu lassen und ihr schon allein dafür meine Dank gebührt, spielen Mischtierwesen aus Glas eine nicht ganz unwichtige Rolle. Wichtiger noch sind ein Baum, ein König, ein Turm und eine Quelle. Sie bildeten einst die vier Säulen des Reiches, doch der Baum ist verdorrt, die Quelle versiegt. Das Königreich wird von einem Usurpatorengeschlecht regiert, des Königs Beiname ist Tyrann und Macht wie Wohlstand ist dem Reich abhanden gekommen. Kriege bedrohen das Land, die Ernten werden immer schlechter, da die Männer auf dem Schlachtfeld fallen, statt den Acker zu bestellen. Es ist an der Zeit, den Baum zu erwecken und nun fließt das Blut des alten ursprünglichen Königsgeschlechts ausgerechnet im ungezähmtesten, respektlosesten und verschwenderischen Sohn des Tyrannen. Prinz Tahan ist ein arroganter Lebemann mit unverschämten Erfolg bei den Frauen und einem unglaublichen Gespür für Musik. Er ist zugleich jähzornig und aufbrausend, niemand ist ihm wirklich wichtig außer er sich selbst und seine königliche Stellung. Gewohnt, dass sich alle auf den Boden werfen, sobald er in Erscheinung tritt, zieht er sich den Zorn der Bruderschaft der Vier zu, die zwar nur mit ihm den Baum wecken können, aber nicht ihn auf dem Thron haben wollen. Ein Fluch beraubt ihm seines Ansehens und seiner Stellung, schenkt ihm gleichzeitig einen fragwürdigen Heldenstatus, der ihm doch aber nicht persönlich zugute kommt. So zieht er als Söldner durchs Land und alle warten auf seine Läuterung zum wahren Helden. Doch Tahan weigert sich meine Erwartung sowie die der Figuren im Buch zu erfüllen. Er macht kleine Fortschritte, schenkt uns immer wieder zwischendurch die Hoffnung auf ein Happy End und enttäuscht uns doch ebenso regelmäßig. Dafür gebührt der Autorin mein zweites Lob. Sie schafft mir eine fremde Welt, in der ich mich verlieren kann und gleichzeitig wirft sie mich als Leser auf mein Selbst als Mensch zurück. Ihre Figur ist durch und durch ambivalent, unausstehlich, lässt sich von niemanden beirren und begeht unablässig Fehler, teilweise in dem bewussten Wissen darum. Tahan ist die entfesselte Urgewalt und bildet einen herrlichen Kontrast zu dem typisierten Helden, der immer edel und gut handelt zum Wohl des Ganzen. Dennoch ist es eine klassische Entwicklungsgeschichte in der am Ende der Held seine wahre Natur entdeckt und zu ihr steht. Ob es ein Happy End für Tahan gibt, muss selbst heraus gefunden werden. Ich persönlich hatte ein äußerst kurzweiliges Lesevergnügen, was mich dennoch zum Nachdenken anregte, und Nachdenken über mich und die Welt ist in der Regel keine Grundzutat eines Fantasy-Romanes.

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  • Bücher gegen Rezensionen: Plündert das LovelyBooks Bücherregal!

    After passion
    TinaLiest

    TinaLiest

    Wir räumen unser Bücherregal! Ihr kennt das doch sicher: Das Regal quillt über, aber irgendwie möchten trotzdem immer mehr neue Bücher zwischen die Regalbretter gesteckt werden. Auch bei uns im Büro steht ein Bücherregal, das nur so überquillt vor tollem Lesestoff, der viel zu schade dafür ist, nicht gelesen zu werden. Deshalb haben wir unser Bücherregal ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die wir dort gefunden haben, glücklich machen! So funktioniert's: Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, schreibt uns im passenden Unterthema einen Beitrag mit dem Titel/den Titeln aus dem entsprechenden Genre und seid automatisch bei der Verlosung dabei. Ihr könnt euch selbstverständlich für mehrere Bücher in mehreren Genres bewerben - bitte schreibt dafür aber für jedes Genre einen extra Beitrag, in dem ihr dann auch mehrere Titel aus einem Genre auflisten dürft! Am Donnerstag, dem 18. Juni, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier in den jeweiligen Unterthemen mit. Solltet ihr gewinnen, verpflichtet ihr euch, bis zum 2. August 2015 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion! Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"! Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und uns unsere Bücher abnehmt & wünschen euch viel Spaß beim Stöbern! ;)

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    • 4789
  • Arroganter Held

    Die Säulen der Macht
    Elwen

    Elwen

    19. March 2014 um 18:53

    Für die Bad Guys hatte ich noch nie viel übrig, vermutlich hab ich mich deshalb auch etwas schwer mit dem selbstsüchtigen arroganten Helden getan. Die Entscheidung einen solchen Charakter als Hauptperson zu wählen ist mutig und funktioniert trotz fehlender Sympathien doch erstaunlich gut. Was gut an den interessanten neuen Kreaturen, dem spannenden Magiehintergrund und der - wie immer - wunderbaren Schreibweise von Maja Winter* liegen mag. Sich der Geschichte zu entziehen war jedenfalls schwer, an jeder Ecke lauerten neue Entdeckungen und Abenteuer und der Weg zum spannenden Finale verging wie im Flug. Einzig die Gefährten fand ich etwas lieblos (Hier speziell die weibliche, die quasi charakterlos war und eine etwas eigentümlich Romanze eingebracht hat), aber im grossen epischen Ganzen kann man das wohl verschmerzen :) Noch ein Tipp: Lest nicht den Klappentext, der verrät Geschehnisse, die erst recht weit im Verlauf der Geschichte passieren! *Maja Winter = Lena Klassen (die die wunderbare Magyria-Reihe geschrieben hat)

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  • Gelungene Fantasyunterhaltung

    Die Säulen der Macht
    horrorbiene

    horrorbiene

    02. January 2014 um 15:46

    Ich musste mir beim Lesen dieses Buches aufgrund vieler anderer Termine leider viel Zeit lassen, was meinem Empfinden nach meinen Eindruck dieses Buches etwas verfälscht hat. Bevor ich zu lesen begann, habe ich festgestellt, dass Maja Winter lediglich ein Pseudonym ist und das auch von einer Autorin, von der ich bereits Bücher gelesen habe, nämlich Lena Klassen. Zwar hat mir ihr Schreibstil in Magyria gefallen und beim Lesen hatte ich auch Freude an den Büchern, dennoch sind sie mir nicht so sehr in Erinnerung geblieben, so dass ich den dritten Magyriaband nun nicht unbedingt lesen musste. So war ich etwas skeptisch, was dieses Buch betraf. Hier geht es jedoch nicht um Vampire oder dergleichen, sondern um einen Hauptcharakter names Tahan, der dem Leser zu Beginn des Buches durch zwei Mönche alles andere als sympathisch vorgestellt wird. Dann jedoch wechselt die Perspektive zu ihm und man stellt schnell fest, dass er zwar eigenartige Prioritäten hat und unheimlich arrogant ist, doch schon bald ereilt ihn ein Fluch ebenjener Mönche, der ihn im Laufe des Buches zu einem anderen Menschen macht. Vielleicht lernt der Leser ihn auch einfach nur besser kennen? Wer weiß. Der Anfang des Buches ist jedenfalls geprägt von Tahans Dasein als Krieger an der Front und kommt erst so richtig in Fahrt, als er mit seinem Vorgesetzten desertiert und die beiden die Leibeigene Jalimey kennenlernt. Wird Tahan es schaffen den Fluch von sich zu lösen und seiner Bestimmung zu folgen eine der Säulen der Macht zu werden? Anders als ich es erwartet habe, nach der Erkenntnis wer hinter diesem Pseudonym steckt, war ich wirklich überrascht von dem Buch. Sicher gibt es viele Dinge, die vorhersehbar waren, jedoch waren es ganz viele auch nicht und so war mir nicht klar, wie Tahan sich nun wieder aus der Sache hinauswinden kann. Zwar ist die Erzählung recht unstet, weil die Handlung keinen festen Ort hat, da die Protagonisten ständig auf Reisen sind, dennoch wurde es mir nie langweilig und das Lesen hat mir Freude bereitet. Die Charakere haben mir auch sehr gut gefallen: Der absolute Unsympath Tahan wurde mir immer sympathischer und Jalimey konnte ich durch ihre Vielzahl an kleinen Verraten verabscheuen lernen. Dies hat die Geschichte für mich sehr unterhaltsam gemacht. Auch das Ende hat mir in diesem Zusammenhang sehr gut gefallen, bildet es doch einen schönen Höhepunkt von Tahans Entwicklung. Wirklich gelungen fand ich die Konstruktion auch im Hinblick darauf, dass dieses Buch in sich abgeschlossen ist. Es passiert wirklich eine Menge und die Protagonisten reisen sehr viel. Manch anderer Autor hätte daraus vielleicht eine umfangreiche Trilogie gemacht, doch Winter/Klassen hat es geschafft sich auf Wesentliches zu besinnen und diesen Stoff unter einem Buchdeckel unterzubringen ohne das es zu hektisch wird. Fazit: Die Säulen der Macht ist ein Buch, das in sich abgeschlossen ist und dadurch sehr gut wirkt. Dadurch das die Protagonisten so viel reisen wirkt die Erzählung zwar etwas unstet, aber besser so, als die Handlung aus diesem Buch auf eine Trilogie aufzublähen. Mir hat das Lesen sehr viel Freude bereitet, wobei diese Empfindung vielleicht anders gewesen wäre, hätte ich mir wie üblich mit der Lektüre nicht so viel Zeit gelassen.

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  • Fantasy-Epos mit interessantem Weltentwurf, aber dramaturgischen Schwächen

    Die Säulen der Macht
    Elwe

    Elwe

    01. January 2014 um 14:29

    'Die Säulen der Macht' ist reinrassige Fantasy, angesiedelt in einer durchaus spannenden, eigenständigen Welt. Tahan ist der arrogante und vergnügungssüchtige jüngere Sohn des Königs, ein begnadeter Harfenspieler, der nichts im Kopf hat außer Drogen, Parties und Mädchen. Ausgerechnet er erweist sich als der seit Jahrhunderten gesuchte Erbe, der eine besondere Magie im Blut trägt, welche das von Kriegen zerrüttete Reich zu neuer Blüte führen kann. Dafür müsste er sich mit einem heiligen Baum verbinden, der seit langer Zeit verdorrt ist - doch die geheime Mönchsbruderschaft, die über den Baum und die alten Legenden wacht, hält Tahan für charakterlich ungeeignet. Als Tahan dem Meister der Bruderschaft gegenüber respektlos auftritt, belegt dieser ihn mit einem Fluch: Als 'brennendes Schwert' soll er zum größten Kriegshelden werden, den die Welt je gesehen hat, doch niemand wird je davon erfahren. Der Fluch zwingt ihn, sich als Söldner dem edelmütigen jungen Truppenkommandeur Noan unterzuordnen und seine Identität als Prinz geheim zu halten. Für lange Jahre wird niemand erfahren, dass er es ist, der sich Tag um Tag in der Schlacht in den legendären Helden verwandelt, der die Truppen siegreich gegen ihre Feinde führt... Vorab: Der Klappentext verrät leider ein ganz wichtiges Handlungselement, das erst im letzten Drittel des Buches aufgedeckt wird. Glücklicherweise hatte ich das Buch nach dem Kauf eine Weile im SUB herumliegen und erst gelesen, als ich die Kurzbeschreibung schon wieder verdrängt habe; deshalb hat es mir die Überraschung nicht verdorben.  Ein Großteil des Buches widmet sich Prinz Tahans Anstrengungen, erst mit dem Fluch zu leben und dann, ihn loszuwerden. Der Mönch, der ihn damit belegte, forderte ihn auf, sich dafür zur Stadt Rajalan zu begeben, wo der heilige Baum wächst. Doch das erweist sich als schier unlösbare Aufgabe, da sich immer wieder Hindernisse und fremde Interessen zwischen Tahan und diesen Ort stellen und ihn zuerst auf gänzlich andere Missionen zwingen. Das Buch ist angenehm geschrieben und lässt sich gut lesen, vor allem weckt es emotionale Bindungen zu den Figuren, auch wenn diese - für mich - bestenfalls zwiespältig sind. Vieles dreht sich um die Charakterentwicklung von Tahan, der zu Beginn des Buches ein grenzenlos egoistischer Protagonist ohne jede Verantwortung, Loyalität oder Vertrauenswürdigkeit ist - und der auf diesen fünfhundert Seiten eine mehrere Jahre andauernde Entwicklung durchläuft, aus der er gehärtet und gewandelt hervorgehen soll. Auf seiner Reise begleiten ihn der edelmütige Fürst Noan, ein wahrhaft selbstloser Freund, der Tahan noch die schlimmsten Vertrauensbrüche verzeiht. Und Jalimey, eine geflohene Leibeigene auf der Suche nach ihrer Schwester und deren Sohn, die von Feindestruppen in eine weit entfernte Stadt verschleppt worden sind. Sowohl Tahan als auch Noan begehren Jalimey, die jedoch ganz eigene Pläne hat und sich als die Figur mit dem größten Überraschungspotential innerhalb des Buches entpuppt. Eine große Stärke des Romans sind denn auch die überraschenden Wendungen, die sich so oft nicht hervorsagen lassen und die wirklich gut gemacht sind, weil sie im Nachhinein Motivationen und die Bedeutung von Taten oft in ganz neuem Licht erscheinen lassen. Trotzdem hat 'Die Säulen der Macht' auch ein paar sehr ärgerliche Schwächen, die die positiven Eindrücke trüben: Tahan ist als Antiheld ein echter Unsympath - was kein Problem wäre, wenn es ihm gelänge, im Verlauf der Handlung so etwas wie Charisma zu entwickeln, oder wenigstens einen Funken von etwas, das man gut an ihm finden könnte. Man erwartet, dass er im Verlauf seiner Abenteuer wächst, dass er nach der fünften oder sechsten selbstlosen Aktion seines Freundes Noan wenigstens ein klein wenig Loyalität für ihn entwickelt. Aber das tut er nicht. Seine Motive bleiben bis fast zum Ende kleinlich, selbstsüchtig, manchmal geradezu niederträchtig und ohne größere Vision. Das hätte so nicht sein müssen - es gibt Beispiele für grandiose Fantasy-Antihelden wie z.B. Prinz Jorg von Ancrath (Prinz der Dunkelheit), bei denen Amoralität und Verstoß gegen gängige ethische Konventionen jedoch durch ein starkes Charisma ausgeglichen werden (der Held schafft es, mit seiner Rücksichtslosigkeit wahrhaft etwas zu bewirken) und es in der Dunkelheit immer auch einen Schimmer Licht gibt. Bei Tahan fehlt mir beides. Zum einen hat seine Rücksichtslosigkeit kaum Konsequenzen (weder gute noch schlechte), zum anderen mangelt es ihm leider eklatant an Größe. Groß ist nur sein Talent, die Gutherzigkeit seiner Freunde auszunutzen. Das zweite große Problem ist für mich die Art und Weise, wie die Handlung strukturiert ist. Achtzig Prozent der echten Handlung spielen sich leider in den letzten fünfzig Seiten des Buches ab - während sich die ersten 450 Seiten teilweise ärgerlich lang ziehen, da im Vergleich wenig Aufregendes passiert. Kurz vor Ende dagegen gibt die Autorin noch mal richtig Gas und entfaltet eine Story, die man gut und gern in ein zweites Buch hätte packen können. Da der Platz jedoch nicht reicht, wird die viel zu kurz und knapp erzählt. Geschehnisse von epischer Tragweite passieren im Zwei-Seiten-Takt und werden jeweils mit ein paar Sätzen abgehandelt, während zuvor jeder winzigen Rast auf dem Wege zehn Seiten gewidmet wurden. Das gibt dem Buch ein Ungleichgewicht. Zum Ende hin ist es dadurch zwar deutlich spannender, aber man möchte sich die Haare raufen ob des verschenkten Potentials, während die Erzählzeit zuvor mit Nichtigkeiten verplempert wurde. Zusammengefasst ist 'Die Säulen der Macht' durchaus unterhaltsame Fantasy, jedoch mit ein paar Scharten, die den Gesamteindruck trüben und einen das Buch am Ende zumindest mit einem leicht bitteren Geschmack im Mund zuklappen lassen. An die 'Großen' des Genres kommt es nicht heran, ist aber als Lektüre zwischendurch besser als vieles andere aus der Fantasy-Einheitskost-Ecke, die seit ein paar Jahren serviert wird. Zumindest kommen hier zur Abwechslung mal keine Orks und Elfen vor, was ich persönlich als sehr wohltuend empfinde. Der durchaus gut erdachten Fantasy-Welt zolle ich Respekt - allein, ich werde nicht warm mit den Figuren. Dass sie ganz zum Ende versuchen, sich doch irgendwie loyal und heldenmütig zu benehmen, rettet es leider auch nicht - im Gegenteil, es wirkt nur inkonsistent.

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  • Durchwachsen

    Die Säulen der Macht
    Rhiannon83

    Rhiannon83

    14. November 2013 um 08:27

    Meine Einschätzung: Endlich mal wieder ein Fantasy Einzelroman (zumindest fühlt sich das Ende so an) im Meer von Reihen, Trilogien oder Serien! Ich gebe zu, dass ich ein Buch auch mit dem Auge auswähle - klar, der Inhalt muss auch passen, aber wenn das Cover dann auch noch schön ist, muss das Buch einfach mit. Und hier traf beides meinen GEschmack auf den Punkt. Cover und Klappentext waren richtig gut! Der Schreibstil der Autorin war leicht und flüssig zu lesen.  Nach ersten Startschwierigkeiten konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen, ich musste einfach wissen, was es mit diesem Fluch auf sich hat. Doch ich gestehe, dass ich auch einmal leicht verwirrt war wegen des Zeitsprungs - plötzlich waren fünf Jahre vergangen, einfach so!Und viele Handlungsstränge oder Ereignisse wurden zack! zack! abgehandelt - manchmal recht lieblos. Und ich gebe auch zu, dass ich zunächst einige Probleme mit dem Einstieg ins Buch hatte, da es meines Erachtens recht lange dauert bis es richtig los ging. Bis man diesen Punkt erreicht schleppt sich die Handlung von einem Punkt zum anderen, doch danach geht es erst richtig los. Wobei es selbst danach auch weiterhin langatmigere Passagen gibt ... Was die Charaktere betrifft: Ich liebe Tahan, ein wunderbarer Antiheld, der zum Helden wider Willen wird. Seine ganze Art machte ihn mir sofort sympathisch. Auch sonst sind die Charaktere ziemlich sympathisch und sind nicht immer das, was sie zu sein scheinen oder wer ... Wobei Tahan wirklich der Einzige ist, der etwas farbiger ist als die anderen. Die Handlung schafft es, dank der Autorin, mich mehr als einmal zu überraschen - besonders in Hinblick auf Ereignisse und Wendungen. Mit manchem hatte ich nicht gerechten. Und die Idee der Handlung war spannend und interessant. Die Beschreibungen waren detailliert ohne übertrieben zu sein. Man sah sich förmlich im Jakont Tal stehen. Alles in Allem ein netter Fantasyroman, der aber nicht zu vergleichen ist mit den Großen der Fantasywelt. Mein Fazit:  3 Sterne - für einen schleppenden Einstieg und einer doch recht durchwachsenen Story.

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