Majella Lenzen Fürchte dich nicht!

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Inhaltsangabe zu „Fürchte dich nicht!“ von Majella Lenzen

40 Jahre war Majella Lenzen im Dienst der katholischen Kirche tätig. Als Schwester Maria Lauda baute sie in Tansania ein Krankenhaus auf. Sie wurde Provinzoberin in Simbabwe und versuchte, die Ordensregeln zu erneuern. Deshalb wurde sie in eine von HIV stark betroffene Krisenregion zwangsversetzt. Als sie 1992 Kondome ins Rotlichtviertel von Morogoro transportierte, war dies eine Provokation zu viel für ihren Orden.
›Fürchte dich nicht!‹ erzählt vom langen Weg einer tiefgläubigen Frau zu sich selbst, von Demütigungen und menschenverachtenden Strukturen innerhalb der Kirche und vom Ringen um Selbstachtung und Selbstbestimmung. Dabei offenbart Majella Lenzen auch, wie schwierig, ja nahezu unmöglich es für Nonnen ist, dem Orden den Rücken zu kehren.

»Majella Lenzens Buch ist wichtig, weil die Problematik nach wie vor geleugnet wird. Ihrem persönlichen Zeugnis kann niemand widersprechen.« Eugen Drewermann

»Ein Buch über einen sehr aufregenden Lebensweg.« Hans Küng

Hat mich nach einem sehr interessanten ersten Teil sehr mit Langeweile enttäuscht

— MellieS

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  • Rezension zu "Fürchte dich nicht!" von Majella Lenzen

    Fürchte dich nicht!

    Clari

    17. October 2012 um 11:36

    Katholische Kirche kontra Armut und Not. Majella Lenzen kehrte 1997 zwei Jahre nach ihrem Austritt aus einem deutschen Kloster nach Afrika zurück. Sie hatte bis 1995 vierzig Jahre als Nonne für die katholische Kirche in Afrika missioniert. Auseinandersetzungen mit dem Orden über die Arbeit in der Aidshilfe hatten sie mehr oder weniger unfreiwillig aus dem Kloster ausscheiden lassen. Jetzt beginnt sie ihre Arbeit für eine weltliche Organisation in dem unterentwickelten Land Tansania. Mit Sensibilität und ständigem Hinterfragen ihrer Arbeit unter den strengen Regeln des Ordens hatte sie zunächst vorsichtig doch dann immer standfester erkannt, dass die katholische Kirche mit ihrem allgemeingültigen Anspruch auf die richtige Moral und Lebensführung dem alltäglichen Leben in Afrika nicht gerecht zu werden versteht. Aids ist eine Krankheit, die eng mit sexuellen Verhaltensweisen in Zusammenhang gesehen wird. Sie ist in Afrika weit verbreitet. Einzige Hilfe ist Vorsicht. Kondome als probates Mittel zur Verhütung von Schwangerschaft und dem Schutz vor dieser Krankheit werden von der Kirche abgelehnt. Majella Lenzens Handeln orientierte sich jedoch an der täglich erlebten Realität und nicht an abstrakten Dogmen. Sie schildert ausführlich die Zustände in den Slums von Tansania oder Simbabwe, wo sie zeitweilig gearbeitet hat. Die Widersprüche in der moralischen Haltung der katholischen Kirche gegenüber den Armen und Kranken dieser jenseits jeder zivilisatorischer und hygienischer Standards existierenden Länder waren für die ehemalige Nonne nicht auszuhalten. In einem langen, inneren Kampf beschließt sie ihren Weg zurück in die bürgerliche Gesellschaft. Wie schwer dieser Weg war, erzählt sie mit bemerkenswerter Offenheit und Klugheit. Ihre Geschichte ist ein Lehrstück über Doppelmoral, Intrige, Gruppenzwang und Selbstfindung. Man staunt darüber, wie weltfremd die katholische Kirche in der dritten Welt agiert und mit ihren dogmatischen Vorstellungen an der Realität vorbei geht. Doch Majellas Austritt aus dem Kloster lässt ahnen, wie schwer ein solcher Schritt ist, da er ihr auch die soziale Absicherung nimmt. Sie kämpft später für die Rechte „Ehemaliger“, tut sich mit Gleichgesinnten zusammen und rechtfertigt anhand von Beispielen ihren Austritt aus dem Orden immer von Neuem. Mit ihrem eigenen Schicksal zeigt uns Majella Lenzen, wo es der Kirche an Einsicht und Toleranz im gesamten hierarchischen System mangelt. Aufschlussreich und wichtig ist Majella Lenzens Beitrag, in dem zahlreiche Themenkomplexe wie Armut oder die Mentalitätsunterschiede zwischen schwarz und weiß und arm und reich aufgezeigt werden. Die Krankheit Aids ist ihr Thema ebenso wie die ungute Machtstellung der katholischen Kirche mit ihrem machohaften Gebaren gegenüber Andersdenkenden und Abtrünnigen. Majella Lenzen hat offensichtlich mit diesen Aufzeichnungen ihrem Herzen Luft gemacht, um endlich ihr Selbstwertgefühl zu dokumentieren und ihren Frieden zu finden.

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  • Rezension zu "Fürchte dich nicht!" von Majella Lenzen

    Fürchte dich nicht!

    Monika58097

    14. October 2012 um 17:42

    Majella Lenzen war 40 Jahre lang als Ordensschwester für die katholische Kirche tätig. Als sie zuletzt in der Aids-Hilfe in Morogoro in Tansania tätig war und dort in einem Rotlichtviertel Kondome transportierte, hat ihre Kirche sie ihrer Ämter enthoben. Die katholische Kirche mit ihren verkrusteten Ansichten hat Schwester Lauda - wie Majella Lenzen im Orden hieß - der Kirche verwiesen. Majella Lenzen musste aus ihrem Orden austreten. Dabei hat sie doch nur Kondome transportiert. Kondome, die lebenswichtig sind für die dortigen Bewohner, damit sich die schreckliche Seuche nicht noch weiter ausbreiten kann. Majella Lenzen musste nach dem Austritt aus dem Orden (oder sollte man besser sagen nach ihrem Rausschmiss?) erst einmal bei ihrer Mutter wohnen, denn die nun ehemalige Nonne, nun plötzlich auf sich allein gestellt, steht finanziell vor dem Nichts. Die katholische Kirche sieht einen Austritt von Nonnen nicht vor. Beim Lesen merkt man sehr schnell, dass Majella Lenzen auch nach inzwischen vielen Jahren als ziviler Mensch noch immer nicht ganz mit ihrer Vergangenheit abgeschlossen hat. Sie stammt aus einem tiefgläubigen Elternhaus. Für sie war es tätsächlich Berufung, in ein Kloster einzutreten. Sie hat lange gebraucht, um wieder zu einer gewissen Selbstachtung zu finden und ein Leben außerhalb der Klostermauern zu meistern. Zu sehr war sie ins klösterliche Regelwerk mit eingebunden. Ein selbstbestimmtes Leben war da nicht gegeben. Der Leser erfährt viel von den starren Strukturen innerhalb der Klostermauern, von Mobbing und Bestrafungen. Ist eine Nonne, wie Schwester Lauda sie nun mal war, auf einmal sehr erfolgreich mit ihrer Arbeit, wird sie einfach zwangsversetzt. Sie muss wieder Demut preisen. Sie erzählt aber auch von ihrer Arbeit in Afrika und wie sie erstmals als Majella Lenzen zurück in das von ihr so sehr geliebte Land kommt. Sie erzählt von anderen Nonnen, die dasselbe Schicksal wie sie erlitten haben und die auch alle schwierige Zeiten hinter sich haben, um in ein ziviles Leben zurückzufinden. Majella Lenzen setzt sich mit diesem Buch sehr für alle ehemaligen Nonnen ein. Ein Buch, das aufmerksam macht und wachrütteln soll, sich endlich für diese Frauen einzusetzen, für Frauen, die noch immer innerhalb der katholischen Kirche von Männern beherrscht werden.

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