Majgull Axelsson

 3.9 Sterne bei 154 Bewertungen
Autorin von Die Aprilhexe, Ich heiße nicht Miriam und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Majgull Axelsson

Preisgekrönte Schriftstellerin – zeigt Sensibilität für soziale Themen: Die 1947 in Südschweden geborene Majgull Axelsson gehört derzeit zu den erfolgreichsten Autorinnen ihres Landes. Sie arbeitete zunächst als Journalistin und setzte sich dabei für Menschen am Rande der Gesellschaft ein. So galt ihr Interesse immer wieder den Lebensbedingungen arbeitsloser und einkommensschwacher Menschen. Ihr Hauptaugenmerk ist aber der Bericht über und der Kampf gegen Kinderarbeit und der Kinderprostitution. Sie dokumentierte besonders grausame Lebensbedingungen von Kindern auch außerhalb Schwedens, beispielsweise auf den Philippinen und in Lateinamerika. Majgull Axelsson engagierte sich in Gewerkschaften und arbeitete unter anderem in der Öffentlichkeitsarbeit des Außenministeriums. Ihre Sensibilität für soziale Themen spielt auch in ihrem literarischen Schaffen eine große Rolle. 1997 wurde sie mit der Veröffentlichung von „Aprilhäxan“ schlagartig in einer breiten schwedischen Öffentlichkeit bekannt. Für den Roman über ein leidgeprüftes schwerstbehindertes Kind erhielt Majgull Axelsson im gleichen Jahr den wichtigsten schwedischen Literaturpreis, den August- Preis. Seitdem der Roman unter dem Titel „Die Aprilhexe“ im Jahr 2000 in deutscher Übersetzung erschien, darf sich Majgull Axelsson auch über eine interessierte Leserschaft in Deutschland freuen. Majgull Axelsson lebt derzeit in Stockholm, sie ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Alle Bücher von Majgull Axelsson

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Buchformat:
Cover des Buches Die Aprilhexe (ISBN: 9783548613215)

Die Aprilhexe

 (74)
Erschienen am 10.03.2017
Cover des Buches Ich heiße nicht Miriam (ISBN: 9783548613406)

Ich heiße nicht Miriam

 (29)
Erschienen am 10.03.2017
Cover des Buches Augustas Haus (ISBN: 9783442731305)

Augustas Haus

 (16)
Erschienen am 01.12.2003
Cover des Buches Eis und Wasser, Wasser und Eis (ISBN: 9783570100417)

Eis und Wasser, Wasser und Eis

 (9)
Erschienen am 01.10.2010
Cover des Buches Die ich nie war (ISBN: 9783442739950)

Die ich nie war

 (10)
Erschienen am 02.11.2009
Cover des Buches Der gleiche Himmel (ISBN: 9783442734085)

Der gleiche Himmel

 (8)
Erschienen am 17.10.2005
Cover des Buches Rosarios Geschichte (ISBN: 9783442727476)

Rosarios Geschichte

 (5)
Erschienen am 01.07.2002
Cover des Buches Dein Leben und meins (ISBN: 9783471351727)

Dein Leben und meins

 (3)
Erschienen am 10.08.2018

Neue Rezensionen zu Majgull Axelsson

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Rezension zu "Die Aprilhexe" von Majgull Axelsson

Vier Schwestern, vier Leben
katzenminzevor 7 Tagen

Desirée ist wütend! Wütend auf ihre drei Schwestern, die bei Tante Ellen genau das schöne Leben gelebt haben, das ihr zugestanden hätte. Doch von Desirées Existenz wissen die drei noch nicht einmal. Mit schwersten Behinderungen wurde sie wie so viele andere Kinder in den 50er Jahren gleich nach der Geburt in ein Heim gegeben. Dass sie das überlebt hat, Abitur machen konnte und zwischenzeitlich sogar eine eigene Wohnung hatte grenzt an ein Wunder. Doch nun ist sie wegen immer häufiger auftretender Epilepsieanfälle wieder dauerhaft im Krankenhaus und die alte Wut über die Ungerechtigkeit kommt wieder hoch. So beschließt sie, ihren Schwestern anonyme Briefe zukommen zu lassen, die sie zwingen, sich wieder mit der Vergangenheit zu beschäftigen. Aber dort ist für Margareta, Christina und Brigitta noch mehr verborgen als „nur“ eine unbekannte Schwester.

Majgull Axelsson schildert hier gekonnt vier Leben, die ähnlich starten aber doch ganz unterschiedlich verlaufen. Durch Rückblenden in Kindheit und Jugend der Frauen erfahren wir von Schmerz und Schuld, von Hoffnungslosigkeit und Lichtblicken und verstehen mehr und mehr warum die Schwestern sind wie sie sind.

Margareta ist freundlich und empathisch, doch der Verlust Ellens und ihrer gewohnten, beständigen und liebevollen Umgebung hat sie nachhaltig aus der Bahn geworfen. So hadert sie mit ihrem schier unendlichen Physikstudium und findet keine beständige Beziehung. Christina wirkt auf den ersten Blick recht hart und hat sich als Ärztin mit vermögendem Mann ein solides Leben aufgebaut. Doch unter der Oberfläche lauern immer noch die Traumata und Ängste aus ihrer Kindheit. Ganz anders ist es bei Brigitta: Auch an ihr sind gewisse Erlebnisse nicht spurlos vorbeigegangen. Doch schon damals reagierte sie mit Wut und einem grundlegendem Misstrauen gegen die Welt. Ihre einstige Schönheit hat der Alkohol vernichtet, von dem loszukommen sie schon lange aufgegeben hat.

Besonders diese so verschiedenen und absolut lebendig beschriebenen Charaktere machen den Roman aus. Ihre Beziehungen untereinander sind auf den Punkt beschrieben. Es ist oft hart zu lesen, was den Mädchen alles passiert ist und wie stark Eltern – in diesem Fall ausschließlich Mütter – die Leben ihrer Kinder negativ prägen können. Der Lichtblick ist hier meist Tante Ellen. Doch warum hat diese so positiv mütterliche Frau Desirée im Stich gelassen? Und wie ist es zu ihrem Unfall gekommen? Hat eine der Schwestern Schuld?

Auch positiv erwähnen muss ich Axelssons Schilderung des schwedischen Sozial- und Gesundheitssystems, speziell wenn es um Menschen mit Behinderung geht. Es ist unfassbar was noch vor ein paar Jahren gang und gäbe war. Wie ein einzelner Makel Menschen zu Außenseitern ohne Perspektive machte, die konsequent von ihrer Familie getrennt und schlimmer behandelt wurden als Gefängnisinsassen. Wer sich speziell für dieses Thema interessiert, dem sei Axelssons aktuellster Roman „Dein Leben und meins“ empfohlen!

Die einzigen Kritikpunkte sind ein paar Längen, die ich bei dem über 500 Seiten zählenden Roman aber verzeihen kann. Und das übernatürliche Element, das Axelsson hier einbaut hat mich erst stutzen lassen, weil es auf den ersten Blick so gar nicht zu dem sonst so realistischen Text passen will. Letztlich passt es sich aber gut ein und sorgt für einen Hauch schwedisch-folkloristische Mystik. 

Insgesamt hat mich „Die Aprilhexe“ sehr begeistert. Wahnsinnig tolle Charaktere mit denen man durch schwere Zeiten geht. Trauer, Verlust, Trauma und Hoffnung aus vier Perspektiven. Nicht ganz einfach aber besonders wegen des literarisch nicht alltäglichen Themas absolut lohnenswert. Das wird definitiv nicht mein letzter Roman dieser Autorin werden!

4,5*

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Rezension zu "Ich heiße nicht Miriam" von Majgull Axelsson

Wer bin ich?
jackdeckvor 8 Monaten

Das junge Roma-Mädchen Malika wird im 2. Weltkrieg ihrer Familie entrissen und nach Auschwitz gebracht.
Dort überlebt sie und nimmt auf dem Weg nach Ravensbrück die Identität der Jüdin Miriam Goldberg an.
Nach dem Ende des Krieges wird sie befreit und findet in Schweden ihre neue Heimat, die jedoch für Roma wenig übrig haben. Sie kann also niemals wieder Malika werden, sondern bleibt bis zu ihrem 85. Geburtstag Miriam. Sehr oft hat man Gänsehaut beim Lesen, sehr oft kamen Tränen und man möchte sich entschuldigen für seine Vorfahren, die vielleicht in irgendeiner Weise beteiligt waren. Die Autorin schafft es einen Bogen zu spannen von der Vergangenheit in die Gegenwart, dabei wird nicht nur darauf eingegangen was in jener Zeit passiert ist, sondern auch wie schwierig es für Überlebende war und immer noch ist, über diese grauenvollen Ereignisse zu sprechen. Das hört sich jetzt sehr schwer zu Lesen an, ist es aber durch den guten Schreibstil überhaupt nicht. Ich habe dieses Buch gerne gelesen. Mir gefielen der Schreibstil und die Geschichte. Sie gibt einen Einblick in eine Zeit und ein Thema in Schweden, über die ich noch nie vorher gehört habe.

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Rezension zu "Dein Leben und meins" von Majgull Axelsson

Leseempfehlung!
katzenminzevor 2 Jahren

Das ist mal eine Entdeckung, die mich richtig glücklich gemacht hat! Mjagull Alexsson war mir bisher kein Begriff aber der Klappentext zu diesem Roman hat mich gleich angesprochen. Und noch bevor ich ihren Roman ganz fertig gelesen habe sind drei weitere ihrer Bücher auf meiner Wunschliste gelandet - und vielleicht auch schon einer in meinem Regal...

Axelsson erzählt die Geschichte einer Frau, die auch kurz vor ihrem 70 Geburtstag noch schwer an ihrer Vergangenheit zu tragen hat. Schuldgefühle, Wut und Trauer haben sie lange von ihrem Elternhaus ferngehalten. Doch zum Geburtstag ihres Zwillingsbruders kehrt sie dorthin zurück. Und auf der Reise kommen viele Erinnerungen hoch, an die sie lieber nicht gerührt hätte.

Ich fand diesen Roman sehr spannend. Nach und nach erfahren wir, was Märit lieber vergessen würde. Zum Beispiel was mit ihrem geistig behinderten Bruder passiert ist, der leider zu einer Zeit lebte, als diese Menschen in der Regel abgeschoben und in Irrenhäusern weggesperrt wurden. Warum die ehrgeizige Märit ihr Medizinstudium abgebrochen hat oder warum das Verhältnis zwischen ihr und ihrer damals besten Freundin so angespannt ist. Die Erzählung wechselt gekonnt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei war ein kleines Highlight jeweils die Auseinandersetzung Märits mit „der Anderen“. Einer bitteren, oft gemeinen Stimme in ihrem Kopf, die sie mal neckt, ihr mal auf die Sprünge hilft oder mal geradeheraus sagt, was Märit sich nie trauen würde auszusprechen. So eine „Andere“ hat sicher jeder mal im Kopf. Axelssons Umsetzung und Interpretation dieser Stimmt hat mir besonders gut gefallen.

Der Roman ist generell psychologisch interessant. Er spielt mit der eigenen Schuld. Mit Verdrängung und damit wie man sich seine Vergangenheit zurechtbiegt. Ist man ehrlich zu sich selbst? Zu gnädig oder zu streng? Er zeigt wunderbar wie man mal zum einen und mal zum anderen neigt. Auch die negativen Dynamiken in Märits Familie konnte ich gut nachvollziehen. Es gibt hier kein Schwarz und Weiß. Kein Gut und Böse. Auf den Blickwinkel kommt es an.

„Dein Leben und meins“ ist eine wunderbare Mischung aus Familiengeschichte, Zeitgeschehen und Drama mit einer sympathischen und authentischen Hauptcharakterin und durchweg interessanten Themen. Ich habe das Lesen sehr genossen und freue mich eine großartige Autorin entdeckt zu haben, in deren vorangegangen Werken ich direkt weiter schmökern kann. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

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Zusätzliche Informationen

Majgull Axelsson wurde am 14. Februar 1947 in Landskrona (Schweden) geboren.

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von 3 Lesern aktuell gelesen

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