Majgull Axelsson

 3.9 Sterne bei 145 Bewertungen
Autorin von Die Aprilhexe, Ich heiße nicht Miriam und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Majgull Axelsson

Preisgekrönte Schriftstellerin – zeigt Sensibilität für soziale Themen: Die 1947 in Südschweden geborene Majgull Axelsson gehört derzeit zu den erfolgreichsten Autorinnen ihres Landes. Sie arbeitete zunächst als Journalistin und setzte sich dabei für Menschen am Rande der Gesellschaft ein. So galt ihr Interesse immer wieder den Lebensbedingungen arbeitsloser und einkommensschwacher Menschen. Ihr Hauptaugenmerk ist aber der Bericht über und der Kampf gegen Kinderarbeit und der Kinderprostitution. Sie dokumentierte besonders grausame Lebensbedingungen von Kindern auch außerhalb Schwedens, beispielsweise auf den Philippinen und in Lateinamerika. Majgull Axelsson engagierte sich in Gewerkschaften und arbeitete unter anderem in der Öffentlichkeitsarbeit des Außenministeriums. Ihre Sensibilität für soziale Themen spielt auch in ihrem literarischen Schaffen eine große Rolle. 1997 wurde sie mit der Veröffentlichung von „Aprilhäxan“ schlagartig in einer breiten schwedischen Öffentlichkeit bekannt. Für den Roman über ein leidgeprüftes schwerstbehindertes Kind erhielt Majgull Axelsson im gleichen Jahr den wichtigsten schwedischen Literaturpreis, den August- Preis. Seitdem der Roman unter dem Titel „Die Aprilhexe“ im Jahr 2000 in deutscher Übersetzung erschien, darf sich Majgull Axelsson auch über eine interessierte Leserschaft in Deutschland freuen. Majgull Axelsson lebt derzeit in Stockholm, sie ist verheiratet und hat zwei Söhne.

Alle Bücher von Majgull Axelsson

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Die Aprilhexe

Die Aprilhexe

 (73)
Erschienen am 10.03.2017
Ich heiße nicht Miriam

Ich heiße nicht Miriam

 (25)
Erschienen am 10.03.2017
Augustas Haus

Augustas Haus

 (16)
Erschienen am 01.12.2003
Eis und Wasser, Wasser und Eis

Eis und Wasser, Wasser und Eis

 (9)
Erschienen am 01.10.2010
Die ich nie war

Die ich nie war

 (10)
Erschienen am 02.11.2009
Der gleiche Himmel

Der gleiche Himmel

 (7)
Erschienen am 17.10.2005
Rosarios Geschichte

Rosarios Geschichte

 (4)
Erschienen am 01.07.2002
Dein Leben und meins

Dein Leben und meins

 (1)
Erschienen am 10.08.2018

Neue Rezensionen zu Majgull Axelsson

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katzenminzes avatar

Rezension zu "Dein Leben und meins" von Majgull Axelsson

Leseempfehlung!
katzenminzevor 3 Monaten

Das ist mal eine Entdeckung, die mich richtig glücklich gemacht hat! Mjagull Alexsson war mir bisher kein Begriff aber der Klappentext zu diesem Roman hat mich gleich angesprochen. Und noch bevor ich ihren Roman ganz fertig gelesen habe sind drei weitere ihrer Bücher auf meiner Wunschliste gelandet - und vielleicht auch schon einer in meinem Regal...

Axelsson erzählt die Geschichte einer Frau, die auch kurz vor ihrem 70 Geburtstag noch schwer an ihrer Vergangenheit zu tragen hat. Schuldgefühle, Wut und Trauer haben sie lange von ihrem Elternhaus ferngehalten. Doch zum Geburtstag ihres Zwillingsbruders kehrt sie dorthin zurück. Und auf der Reise kommen viele Erinnerungen hoch, an die sie lieber nicht gerührt hätte.

Ich fand diesen Roman sehr spannend. Nach und nach erfahren wir, was Märit lieber vergessen würde. Zum Beispiel was mit ihrem geistig behinderten Bruder passiert ist, der leider zu einer Zeit lebte, als diese Menschen in der Regel abgeschoben und in Irrenhäusern weggesperrt wurden. Warum die ehrgeizige Märit ihr Medizinstudium abgebrochen hat oder warum das Verhältnis zwischen ihr und ihrer damals besten Freundin so angespannt ist. Die Erzählung wechselt gekonnt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dabei war ein kleines Highlight jeweils die Auseinandersetzung Märits mit „der Anderen“. Einer bitteren, oft gemeinen Stimme in ihrem Kopf, die sie mal neckt, ihr mal auf die Sprünge hilft oder mal geradeheraus sagt, was Märit sich nie trauen würde auszusprechen. So eine „Andere“ hat sicher jeder mal im Kopf. Axelssons Umsetzung und Interpretation dieser Stimmt hat mir besonders gut gefallen.

Der Roman ist generell psychologisch interessant. Er spielt mit der eigenen Schuld. Mit Verdrängung und damit wie man sich seine Vergangenheit zurechtbiegt. Ist man ehrlich zu sich selbst? Zu gnädig oder zu streng? Er zeigt wunderbar wie man mal zum einen und mal zum anderen neigt. Auch die negativen Dynamiken in Märits Familie konnte ich gut nachvollziehen. Es gibt hier kein Schwarz und Weiß. Kein Gut und Böse. Auf den Blickwinkel kommt es an.

„Dein Leben und meins“ ist eine wunderbare Mischung aus Familiengeschichte, Zeitgeschehen und Drama mit einer sympathischen und authentischen Hauptcharakterin und durchweg interessanten Themen. Ich habe das Lesen sehr genossen und freue mich eine großartige Autorin entdeckt zu haben, in deren vorangegangen Werken ich direkt weiter schmökern kann. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung!

Kommentare: 4
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N

Rezension zu "Ich heiße nicht Miriam" von Majgull Axelsson

Sehr lesenswerter Roman über einen eher unbekannten Aspekt der Verfolgungen im Nationalsozialismus
Nadezhdavor 4 Monaten

Die Autorin hat hier ein sprachlich rundum gelungenes, kitschfreies und ergreifendes Buch über das dunkelste Kapitel des Nationalsozialismus vorgelegt. Ihre Darstellungen des Überlebenskampfes in Auschwitz und Ravensbrück, insbesondere die Untaten des sogenannten Arztes Mengele, sind ungewöhnlich detailliert und explizit, was das Buch zu einer oft bedrückenden Lektüre gemacht hat und bei mir immer wieder neu die Frage aufwirft, wie Menschen nur in der Lage sein können, einander solche Grausamkeiten anzutun. Darunter haben die Roma, am untersten Ende der Gefangenenhierarchie, auf besondere Weise gelitten. Anders als bei den Juden war bei ihnen nach Kriegsende die Zeit der offenen Anfeindungen und Verfolgung nicht vorbei, sodass Malika / Miriam ihr trauriges Versteckspiel bis ans Ende ihrer Tage aufrechterhalten muss, um ein halbwegs sicheres und würdevolles Leben führen zu können - so ein Leben mit der Notwendigkeit einer solchen Lüge überhaupt als würdevoll erachtet werden kann.


Es war für mich persönlich das erste Buch, das die Verfolgung der Sinti und Roma unter den Nazis in den Mittelpunkt gestellt hat, und ich bin der Autorin sehr dankbar für ihre genaue, aufrüttelnde und bewegende Darstellung dieses Themas.


Ich kann das Buch also Menschen, die sich mit der Zeit des Nationalsozialismus, aber auch den grundsätzlichen Mechanismen von Ausgrenzung und Unterdrückung beschäftigen, wärmstens empfehlen und vergebe volle Punktzahl.

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meppe76s avatar

Rezension zu "Ich heiße nicht Miriam" von Majgull Axelsson

Ein Buch über die Jüdin Miriam, die einmal Malika hieß
meppe76vor 2 Jahren

Miriam Guldberg wird 85 Jahre alt und erhält von ihrer Familie einen Armreif, in den ihr Name eingraviert ist. Beim Anblick des eingravierten Namens flüstert sie den Satz, der Titel des Romans geworden ist „Ich heiße nicht Miriam“.

Was von ihrer Familie zunächst als Zeichen von Verwirrtheit und einer möglicherweise beginnenden Demenz gewertet wird, führt bei ihrer Enkelin Camilla dazu, Fragen zu stellen und tiefer in die Lebensgeschichte ihrer Großmutter einzutauchen.

 

Und Miriam beginnt zu erzählen: von ihrer Zeit im Kinderheim, von den unvorstellbar grausamen Erlebnissen in den Lagern in Auschwitz und Ravensbrück und von den Umständen, die dazu geführt haben, dass aus dem Roma-Mädchen Malika die Jüdin Miriam Guldberg geworden ist.

 

Als Miriam nach dem Krieg in Schweden landet und ein neues Leben beginnt, könnte eigentlich alles gut werden. Wären da nicht die Erinnerungen, die sie ganz tief in sich begraben hat und mit aller Kraft  zu unterdrücken versucht, und wäre da nicht die ‚Lebenslüge‘ der eigenen Identität.

Sie ist nicht die, für die sie sich ausgibt und die Angst, auch von den Menschen wieder fallengelassen zu werden, die sie als Jüdin liebevoll aufgenommen haben, lässt sie nicht los… bis zu diesem 85. Geburtstag.

Es ist ein bewegender Roman nicht nur über das Leid und den Schrecken der Nazizeit, sondern auch über Vorurteile, Ablehnung von Minderheiten und Fremdenfeindlichkeit, wie sie auch in unserer Zeit wieder an der Tagesordnung sind.


Ein Roman, der zum Nachdenken anregt und mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt hat.

Unbedingt lesenswert!

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Zusätzliche Informationen

Majgull Axelsson wurde am 14. Februar 1947 in Landskrona (Schweden) geboren.

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