Majgull Axelsson Eis und Wasser, Wasser und Eis

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Inhaltsangabe zu „Eis und Wasser, Wasser und Eis“ von Majgull Axelsson

Vielschichtiger Psychokrimi und bewegende Familiensaga mit großem Finale im ewigen Eis Die erfolgreiche Krimiautorin Susanne befindet sich an Bord eines Eisbrechers mitten im Polarmeer und versucht herauszufinden, wer ihre Kajüte verwüstet und mit Lippenstift hasserfüllte Botschaften hinterlässt. Was Susanne nicht weiß: Ihre Vergangenheit holt sie ein. Lange verheilt geglaubte Wunden brechen auf, als ihr klar wird, dass ihr Stiefbruder, der schwedische Teenie-Star, der in den 1960ern für immer verschwand, der Schlüssel zu allem ist. Raffiniert verknüpft Majgull Axelsson die Vergangenheit mit der Gegenwart, das Leben in einer schwedischen Kleinstadt mit der klaustrophobischen Enge auf einem Eisbrecher – und hält uns dabei die ganze Zeit in Atem.

Gutes Buch. Intensiv. Aber keine Ahnung was es ist: Psychokrimi? Familienroman? Ratgeber? Biographie?

— Samuel_Pickwick

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  • Rezension zu "Eis und Wasser, Wasser und Eis" von Majgull Axelsson

    Eis und Wasser, Wasser und Eis

    savanna

    13. December 2010 um 15:31

    Ein eng begrenzter Raum ohne Fluchtmöglichkeiten ist die perfide und doch perfekte Ausgangssituation für einen spannenden Krimi. So hat die schwedische Autorin Majgull Axelsson die Personen ihres neuesten Werkes bewusst auf ein Forschungsschiff mitten ins Polarmeer versetzt. „Eis und Wasser, Wasser und Eis“ erscheint wie eine Mischung aus einem psychologisch feinfühligem Thriller und einer zwischenmenschlich tief bewegendem Familiengeschichte. Im Mittelpunkt der Geschichte, die zwischen der Gegenwart auf dem Eisbrecher und der Vergangenheit in den 1960er Jahren wechselt, steht die Schriftstellerin Susanne. Sie erhofft sich von der Reise zum Nordkap in erster Linie Inspiration für einen neuen Kriminalroman. Dass sie zwischen den auf dem Schiff tätigen Wissenschaftlern und der Besatzung so eine Art Außenseiterposition einnimmt, wird allen Beteiligten rasch deutlich. Susanne glaubt erst an einen derben Scherz, fühlt sich dann jedoch mehr und mehr bedroht, als in ihrer Abwesenheit mehrfach ihre Kajüte aufgebrochen wird. Aber gerade wegen ihres Status als Außenseiterin weiht sie lange keine Person in die Vorfälle ein oder gesteht gar ihre zunehmenden Ängste. Über die zeitlichen Sprünge erfährt der Leser auch nach und nach von Susannes Jugend, die stark von ihrem erfolgreichen Bruder Björn geprägt wird. Dieser erreichte als Sänger einer Teenie-Band einen gewissen Ruhm, bis er nach einem Zwischenfall während einem ihrer Konzerte plötzlich verschwindet. Noch immer gilt er als vermisst und noch immer betrauert ihn die Schwester schmerzlich. Wie die Erzählstränge um Susannes Jugend und Susannes Polarfahrt zusammen gewoben werden, ist eine Glanzleistung Axelssons. Bis zur letzten Seite bleibt eine leicht prickelnde Spannung erhalten, die den Leser immer wieder entführt in das in sich geschlossene System eines kühlen und nüchternen Forschungsschiffes. Vor dieser Kulisse treten alle zwischenmenschlichen Aspekte scheinbar noch deutlicher hervor. Unbedingt erwähnenswert bei dieser Neuerscheinung ist auch die wunderschöne Covergestaltung, die eine verwundbare, kaum bedeckte Frau auf hartem, kaltem Eis zeigt. Perfekter hätte man den Gegensatz zwischen menschlicher Verletzlichkeit und eiskalter Naturgewalt kaum darstellen können!

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  • Rezension zu "Eis und Wasser, Wasser und Eis" von Majgull Axelsson

    Eis und Wasser, Wasser und Eis

    michael_lehmann-pape

    24. October 2010 um 11:48

    Die Rache des Erfolgs In intensiven, ruhigen, gemächlich erzählten Sprachbildern breitet Majgull Axelsson ihre Geschichte aus, beginnt aber zunächst mit einem Paukenschlag. Susanne, eine erfolgreiche Kriminalschriftstellerin, hat sich auf einem Eisbrecher eingeschifft, der zu Forschungszwecken Richtung Nordpol unterwegs ist. Erst später wird klar, dass ihre Tante, die Zwillingsschwester ihrer Mutter, ebenfalls zur See gefahren ist und diese Reise eine Art Reminiszenz der lebenserschöpften Susanne an die Tante, an die eigene Familie ist. Doch von Beginn an muss sie feststellen, dass noch jemand der 67 Personen an Bord einen Schlüssel zu ihrer Kabine besitzt, denn ständig findet sie obszöne Spuren und massive Drohungen in ihrer Kabine vor. Wer aber kann das sein und, vor allem, warum hat er es auf Susanne abgesehen? Was wie ein klassischer, klaustrophobischer Thriller beginnt (das altbekannte Katz und Maus Spiel auf einem begrenzten Raum auf hoher See), ändert dann allerdings nach diesem Thriller Beginn ungewöhnlicher Weise nicht nur den Fokus der Geschichte (um doch immer wieder auf diese Situation an Bord zurück zu kehren), sondern auch Duktus und Fluss der Sprache. In einer parallelen Handlung gewährt Majgull Axellsson einen gründlichen Rückblick auf die Familiengeschichte Susannes. Ihre Großeltern, von denen der Großvater den Freitod wählte, ihre Mutter Inez, die mit ihrer Zwillingsschwester Elise eng verbunden aufwuchs, bis plötzlich ein Bruch zwischen die Geschwister tret. Inez, die die Frucht der ungewollten Schwangerschaft Elises, Björn, mit aller Kraft bei sich haben wollte und, als die die Pflegschaft übernommen hatte, diesen Björn auch nie mehr loszulassen gedachte. Inez, die Birger heiratete, den Mann mit den verschieden großen Füßen, der ständig stolpert, aber den längsten Atem hat und auf seine Art und Weise sanft diktatorisch das Leben der Familie bestimmte. In intensiver Dichte erzählt Majgull Axellsson diese Familiengeschichte voll von merkwürdigen Personen und, vor allem, geprägt von weitreichender, innere Auflösung der einzelnen Personen. Eine zusammenprallende Auflösung, die in dem Augenblick eskaliert, als Björn verschwindet. Gerade hatte er den Part des Sängers einer Pop Band übernommen, war auf dem Weg, eine echte Berühmtheit zu werden und nach einem harten Zusammenstoß mit einem Konkurrenten ist er nun nicht mehr auffindbar. Was aber verbindet beide Geschichten? Worin fallen die Handlungsstränge der dramatischen Kleinstadtereignisse vergangener Tage mit den bedrohlichen Momenten an Bord des Eisbrechers zusammen? Es gibt sie, diese Verbindung, aber um diese Verbindung und ihre Bedeutung ganz erfassen zu können, muss man schon bis zur fast letzten Seite des Buches vordringen. In einem fast gemächlich zu nennenden Tempo, das aber zu keiner Zeit langweilt, dringt Axelsson tief ein in die Personen ihrer Handlung. Erzählt und beschreibt auch scheinbar unwichtigste Kleinigkeiten, Ereignisse, Handlungen im Leben ihrer Protagonisten und legt so ein ungeheuer dichtes Bild der gegenseitigen Verflechtung und eines langsamen Abgleitens der einzelnen Personen in sich und voneinander vor. Sprachlich kompetent und mit großer Bildkraft erzählt sie auf diese Weise eine ganz außergewöhnliche Geschichte eigentlich doch ganz normal wirkender Menschen, in deren Verlauf der eigentliche Kriminalfall fast nebensächlich wird. Empfehlenswert, wenn man sich die nötige äußere und innere Zeit für die ruhige Erzählkunst des Buches zu nehmen versteht.

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