Makiia Lucier

 4.4 Sterne bei 25 Bewertungen
Autorin von Das Fieber, A Death-Struck Year und weiteren Büchern.

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Makiia LucierDas Fieber
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Das Fieber
Das Fieber
 (25)
Erschienen am 24.04.2015
Makiia LucierA Death-Struck Year. Das Fieber, englische Ausgabe
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A Death-Struck Year. Das Fieber, englische Ausgabe
Makiia LucierA Death-Struck Year
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A Death-Struck Year
A Death-Struck Year
 (0)
Erschienen am 05.01.2016

Neue Rezensionen zu Makiia Lucier

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Rezension zu "Das Fieber" von Makiia Lucier

Unterhaltsam, aber zu brav
lex-booksvor 7 Monaten

Das wird eine nicht ganz einfache Rezension. Zunächst vielleicht soviel: Ich habe "Das Fieber" von Makiia Lucier grundsätzlich gerne gelesen und viel darüber nachgedacht. Allerdings nicht unbedingt, weil die Protagonisten so stark gewesen wären, sondern weil die Autorin eine historische Zeitspanne beschreibt, die einen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Als Thema hat sie die heiße Phase der Spanischen Grippe im Jahr 1918 gewählt. In einem Nachwort erfährt der Leser dazu die wichtigsten Fakten. 30-50 Millionen Menschen sind damals weltweit an der Grippe verstorben. Betroffen waren vor allem Kinder und junge Menschen zwischen 20 und 40 Jahren. Mit ihrer Protagonistin Cleo Berry wollte die Autorin all jenen mutigen Helfern ein kleines Denkmal setzen, die die Ärzte und Hilfsorganisationen trotz Ansteckungsgefahr tatkräftigt unterstützt haben, stille Helden sozusagen. Gleichzeitig webt Makiia Lucier einige typische Jugendbuchthemen mit ein, Freundschaft, erste Liebe und die Suche nach der eigenen Identität.


Cleo weiß mit ihren 17 Jahren nicht, was sie mit ihrem Leben anfangen soll. Während viele ihrer Kommilitoninnen schon Studienplätze oder die Ehe in Aussicht haben, überlegt Cleo fieberhaft (um beim Thema zu bleiben), wo ihre Talente liegen. Als die Grippe Portland, Cleos Heimat, erreicht, meldet sie sich aus einem Impuls heraus als freiwillige Helferin beim Roten Kreuz und wird damit beauftragt, in den Vierteln der Stadt hilfsbedürftige Erkrankte aufzuspüren. Über ihre Tätigkeit lernt sie die gleichaltrige Kate und den jungen Medizinstudenten Edmund kennen, für den sie schnell Gefühle entwickelt.


Eigentlich ist das bereits die vollständige Handlung. Die meiste Zeit begleitet der Leser Cleo auf ihren Wegen durch die Stadt oder ins als Krankenstation umfunktionierte Konzerthaus. Es ist eine ruhige, atmosphärische Geschichte. Spannung entsteht vor allem aus der nagenden Frage, ob sich Cleo oder ihr nahestehende Menschen mit der Grippe anstecken werden. Durch die historische Sachlage weiß man von Beginn an, wie rasant sich die Krankheit verbreitete und wie hoch die Opferzahlen waren. Da ich über diesen Teil der Geschichte bisher wenig wusste, war es für mich interessant, nebenbei einige Details zu erfahren - beispielsweise, dass öffentliche Einrichtungen teilweise geschlossen wurden oder es aufgrund der vielen Toten zu Engpässen bei den Beerdigungen kam.


Es ist jedoch eine Sache, schlimme Dinge zu beschreiben und eine andere zu zeigen, was sie mit den Menschen in ihrem Innersten anstellen. Obwohl die Umstände nicht gerade geschönt werden, erschien mir vieles zu brav und kantenlos. Cleo klopft an Haustüren und tut viel Gutes, ihre Ängste und Beweggründe wurden mir aber zu oberflächlich dargestellt. Sie ist von einem gewissen altmodischen Liebreiz umgeben, der es mir schwer machte, an ihre Emotionen heranzukommen. Hauptsächlich ist sie mir als nett in Erinnerung geblieben. Dasselbe bei Edmund: nett, Kate: nett, Cleos Freundinnen Margaret und Grace: nett, Cleos Bruder Jack: nett, seine Frau Lucy: nett. Ja, die ganze Liebesgeschichte: nett. Die einzige Person, die nicht nett ist, ist die Nachbarin Mrs. Pike und über ihre Figur schiebt sich die Geschichte auch auf die nächste Ebene, nämlich die Frage: Wie würde man selbst in ähnlicher Situation handeln? Würde man sich aus Angst vor Ansteckung im Haus verbarrikadieren und warten, bis die Gefahr vorbei ist, oder würde man derer ungeachtet helfen? Hier hätte die Autorin noch mehr in die Grautöne gehen sollen, denn während alle Helfer als sympathisch dargestellt werden, ist Mrs. Pike das genaue Gegenteil. Damit wird ihr Verhalten aber bereits zu stark gewertet und Cleo auf ein zu hohes Podest gehoben. Mehr Raum für eigene Gedankenspiele wäre schön gewesen.


Ein Gefühl für die historischen Zusammenhänge wird eher ansatzweise vermittelt. Die Informationen zur Spanischen Grippe stimmen mit Wikipedia überein. Allerdings bleibt die Darstellung grobmaschig. Vieles habe ich mir später, weil mein Interesse geweckt war, selbst noch angelesen. Da es sich um einen Roman und nicht um ein Sachbuch handelt, muss man anerkennen, dass einem die Thematik auf unterhaltsame Weise näher gebracht wird. Ansonsten hatte ich den Eindruck, dass unbedingt der Erste Weltkrieg und das zu dieser Zeit aufkommende Thema der Geburtenkontrolle mit eingebaut werden sollten. Zumindest Zweiteres fügt sich aber nicht wirklich gut inhaltlich ein, der Aspekt hängt seltsam im leeren Raum. Standesunterschiede wurden gar nicht berücksichtigt. Und auch auf der Kriegsschiene bleibt die Geschichte arg an der Oberfläche. Es gab Andeutungen über Edmunds kurzen Wehrdienst und Kriegsdienstverweigerer. Doch immer, wenn es um die seelische Tragweite des Krieges ging, schoben sich die freundlichen Charaktere und ihre guten Taten schnell wieder davor.


So war diese gut und flüssig geschriebene Geschichte zwar eine willkommene Unterhaltung und ich habe einiges an Wissen über die Spanische Grippe mitgenommen, der letzte Funke wollte aber nicht überspringen. Das lag nicht einmal an der ruhigen Handlung, die sich mit den verheerenden Ausmaßen der Grippe-Pandemie fast schon von selbst trägt, sondern an den Charakteren, denen es an Vielschichtigkeit mangelte, so dass mich Cleos Erlebnisse emotional zu wenig erreichten. Als "leichte" Lektüre mit historischen Bezügen kann ich "Das Fieber" aber durchaus empfehlen. 3,5 Punkte

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Buechernisches avatar

Rezension zu "Das Fieber" von Makiia Lucier

Ein Herzensbuch aus dem Königskinder Verlag - Historischer Geheimtipp!
Buechernischevor einem Jahr

Diesen historischen Jugendroman nach dem Umblättern der letzten Seite zu beschreiben, fällt mir nicht leicht. Es ist eines dieser Bücher, die man nicht vergisst, weil sie etwas Besonderes sind. Als ich Makiia Luciers Jugendbuch in seinem außergewöhnlichen Buchumschlag auf der Leipziger Buchmesse im Regal stehen sah, musste ich einfach danach greifen. Irgendetwas zog mich magisch an. Das Muster? Die Farben? Ich weiß es nicht mehr genau. Schlussendlich war es der Klappentext, der mich aufhorchen ließ und dafür sorgte, dass mir der Roman nicht mehr aus dem Kopf ging. Ich war neugierig und diese Neugier befriedigte ich nun am vergangenen Wochenende, als ich »Das Fieber« in knapp achtundvierzig Stunden durchlas. Wie es mir gefiel, möchte ich euch nun berichten.


Ich denke, ich habe mittlerweile meine Begeisterung für das Gestaltungskonzept des Königskinder Verlags ausreichend zum Ausdruck gebracht. Wer sich einen Überblick über den Verlag machen möchte und warum ich seit kurzem fangirle, verrate ich euch in diesem Beitrag. Kurz gesagt: Mir gefällt das Design sehr gut. »Das Fieber« erschien im zweiten Programm des Carlsen Imprints namens ‚Alles blüht‚ und so farbenfroh sind auch die Cover dieses Frühjahrsprogramms gestaltet. Der sanfte Kontrast zwischen Altrosa und Grau gefällt mir sehr gut und passt hervorragend zum historischen Setting des Buchs.


Ein Herzensbuch


Makiia Lucier hat mit ihrem Erstling mein Herz erobert. »Das Fieber« hat mich mit seinem Anblick auf der Buchmesse magisch angezogen und nicht mehr losgelassen. Ich bin, wie ihr vielleicht mittlerweile wisst, kein Fan des historischen Genres. Doch Ausnahmen bestätigen hier einmal mehr die Regel. Es kommt natürlich auch immer darauf an, welche Story in der von mir gern gelesenen Epoche Anfang bis Ende des 20. Jahrhunderts eingebettet wird. Ich lese gerne Bücher, deren Handlung zwischen 1920 und 1945 angesiedelt wurde, doch der zeitgeschichtliche Hintergrund allein ist kein Garant dafür, dass mir das Buch letztendlich auch zusagt. Hier spielen viele Aspekte eine Rolle.


Die spanische Grippe ist mir bisher außerhalb einiger weniger Sachbücher noch nicht in Romanform begegnet. Wohl wissend, dass diese Pandemie damals weltweit an die 50 Millionen Todesopfer forderte, war ich neugierig, wie die Autorin historische Tatsachen mit einer fiktiven Geschichte verbinden wollte.


Eine ruhige, zu Herzen gehende Geschichte


Makiia Lucier hat mit »Das Fieber« aus meiner Perspektive alles richtig gemacht. Sie schuf mit Cleo eine rundherum authentische, ehrliche und sehr lieb gewonnene Figur, mit der ich mich trotz oder vielleicht gerade auf Grund der Tatsache, dass ich ihre Mutter sein könnte, gut identifizieren konnte. Das Mädchen hat bereits einiges mitgemacht, da sie schon in jungen Jahren ihre Eltern verloren hat und schon früh erwachsen werden musste. Cleo hat gerade ihre Schule beendet und befindet sich noch auf der Suche nach sich selbst, nach ihren Wünschen, Sehnsüchten und einer Zukunftsperspektive. Während viele ihrer Mitschüler bereits genau wissen, wohin die Reise gehen soll, wälzt das junge Mädchen Biografien berühmter amerikanischer Frauen, zweifelt an sich und ihren Fähigkeiten und neigt sogar dazu, sich ein wenig selbst zu bemitleiden.


„Mein jämmerliches, bedauernswertes, unehrgeiziges Ich.““ – Seite 7


Das mag im ersten Moment gar abschreckend klingen, doch lasst euch von diesem ersten Eindruck nicht täuschen. Das ist für dieses Alter absolut normal. Man muss sich selbst finden, erforschen und vielleicht auch erst einmal die Welt entdecken, bevor man sich niederlässt und seine Träume in die Realität umsetzt. Das kann ich als Mutter eines Teenagers absolut bestätigen. Dieser Prozess ist übrigens selbst im Erwachsenenalter nie gänzlich abgeschlossen.


Die junge Dame reift im Laufe der 368 Seiten umfassenden Geschichte von einem orientierungslosen Teenager zu einer empathischen, willensstarken und mutigen jungen Frau heran. Als sie in der örtlichen Tageszeitung eine Anzeige bemerkt, in der Frauen dringend gebeten werden, sich freiwillig für das Rote Kreuz zu melden, fasst sie sich ein Herz und beschließt, trotz der ohne Zweifel bestehenden tödlichen Gefahr für ihr eigenes Leben selbstlos und engagiert zu helfen. Dabei ist der Weg bis zu der Erkenntnis, wie wichtig und wertvoll genau dieses empathische Verhalten in solchen Zeiten ist, auch für Cleo weiß Gott nicht einfach. Natürlich hat sie große Angst, selbst ein Opfer der Grippe zu werden. Wie könnte man es ihr verdenken?


„Sie fragen sich, warum ich bleibe“, sagte ich. „Manchmal frage ich mich das auch. Aber ich kann den Gedanken nicht ertragen, dass irgendwo ein Kind oder sonst irgendjemand liegt, krank und verängstigt, und auf Hilfe wartet, die nicht kommt.“ – Seite 221/222


Ein Hoffnungsschimmer in Zeiten tiefer Verzweiflung



Doch inmitten dieser düsteren, bedrohlichen und oft sehr traurigen Stimmung wird sie sich mehr und mehr bewusst, wie unglaublich wichtig Nächstenliebe, Mut und Hilfsbereitschaft für das Überleben aller sind. Wie soll man dieser furchtbaren Krankheit Herr werden, wenn nicht jemand beherzt eingreift, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten? Die Autorin erschafft mit Cleo eine – gerade auch für unseren aufgewühlten Zeiten – kluge, vorbildliche, in ihrer Verletzlichkeit geradezu perfekt unperfekte Figur, die ich nur allzu gerne des öfteren in den Arm genommen und fest gedrückt hätte. Tapfer klopft sie an Türen, betritt dunkle Hauseingänge und Zimmer, in denen Menschen schon seit Tagen fiebernd zwischen den Laken schwitzen, während andere Menschen selbst ihre eigenen Familienmitglieder aus Angst vor Ansteckung in ihren Häusern zurücklassen und lieber ihre eigene Haut retten.


„Es wäre ziemlich leicht wegzugehen. Aber dann könnte ich nie wieder nach Hause zurückkehren, nicht wahr? Zumindest nicht erhobenen Hauptes.“
Ich dachte darüber nach. „Conscientia mille testes“, sagte ich. Ein Gewissen ist so gut wie tausend Zeugen.“ – Seite 277/278


Als Vorbild stellte Makiia Lucier Hannah an die Seite der jungen Schulabsolventin; eine ehrgeizige Krankenschwester in den Zwanzigern, die ihr ein ums andere Mal den Kopf zurecht rückt und inmitten des bedrückenden, von Tod und Elend überschatteten Alltags wie ein Fels in der tosenden Brandung wirkt. Mehr als einmal musste ich schlucken und das Buch kurz sinken lassen, sei es, um das Gelesene zu verarbeiten oder über die spanische Grippe und ihre Ausbreitung zu recherchieren.


»Das Fieber« ist eine ruhige, ergreifende Geschichte, das Erzähltempo langsam und zeitweise beinahe schleichend – gleichsam wie der Tod, der seine schwarzen Finger unheilvoll über der Welt ausbreitet. Wer Spannungsspitzen sucht, wird hier nicht fündig werden, doch das hat dieser historische Jugendroman meines Erachtens auch nicht nötig. Man wird unwiderstehlich in die Geschichte hinein gesogen, hofft und bangt um Cleo, Hannah, Kate und Edmund, als wären es die eigenen Freunde. Wie schwer es mir jedes Mal fiel, dieses außergewöhnliche Buch wegzulegen, beweist wohl hinreichend, wie sehr es mir gefallen hat. Man mag zwar durchaus erahnen, worauf die Story hinaus läuft, doch das schmälerte keinesfalls mein Lesevergnügen.


Mein Fazit: Ich bin froh, dieses Debüt entdeckt zu haben. Ich hatte das dringende Bedürfnis, meine Begeisterung über »Das Fieber« in die Welt hinaus zu schreiben und so auf dieses Kleinod im historischen Jugendbuchbereich aufmerksam zu machen. Wer sich also für historische Settings zu Beginn des 20. Jahrhunderts interessiert und Lust auf gut recherchierte, junge Literatur mit starken, überzeugenden Charakteren hat, dem sei »Das Fieber« herzlich empfohlen. Ich für meinen Teil werde nun etwas tiefer in die Materie eintauchen und dank Makiia Lucier meine Scheu gegenüber historischen Romanen nun wohl des öfteren beiseite schieben.

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vivreavecdeslivress avatar

Rezension zu "Das Fieber" von Makiia Lucier

Das Fieber | Rezension
vivreavecdeslivresvor 2 Jahren

"In den folgenden Wochen sollte ich mir wünschen, vieles anders gemacht zu haben."


Dieses Buch beschäftigt sich hauptsächlich mit der essenziellen Frage, wann und warum man etwas Gutes tut. Und daraus leitet sich auch schnell die Frage, wer etwas Gutes tut. Und schlussendlich, warum nicht alle Gutes tun. In einem anderen Buch, welches Mara kurz darauf gelesen hat, gibt es ein Zitat, das sie sofort an 'Das Fieber' erinnert hat. Es gibt keine Belohnung. Man tut Gutes, weil es richtig ist, gut eben, ohne Dankbarkeit oder eine Belohnung zu erwarten. [Und in mir der unbesiegbare Sommer von Ruta Sepetys] Wir denken, das ist eines der Themen, bei denen man Schwarz-Weiss denken darf. Gutes soll man tun, und zwar immer, alles, was einem Gut tut, ist erlaubt, solange es niemand anderen verletzt. Schlechtes zu tun hingegen, da müssen wir gar nicht anfangen. Wenn man so darüber nachdenkt, scheint es plötzlich ganz leicht, Gutes zu tun, als wäre es nichts weiter. Vielleicht ist es das auch, meistens. Aber nicht in der Situation, in der Cleo, Hannah, Kate und Edmund sich befinden. Sie setzen ihr eigenes Leben auf Spiel, um Gutes zu tun. Sie stecken ihr Ego weg und beschliessen in dieser Notlage zu helfen. Gäbe es solche Menschen nicht, dann wäre dass für viele der Untergang gewesen. Aber unter anderem diese vier Personen haben sich dazu entschieden, zu helfen, und glaubt mir, ihre Geschichte zu lesen ist mehr als inspirierend. Wir fragen uns, wenn vier Menschen in dieser Situation so handeln, warum können dann nicht viertausend Menschen sich einen Tritt geben und abstimmen gehen, dass das Asylverfahren beschleunigt wird? Wir werden wohl niemals vor einer solchen Entscheidung stehen, ob wir hunderte Menschenleben retten wollen oder noch ein bisschen besser auf unseres aufpassen, aber wir stehen vor vielen kleinen Entscheidungen. Und dann ist es noch nicht mal so, dass wir unus dieser Entscheidung stellen, nein, meistens laufen wir einfach weg.
Abgesehen von diesem emotionalen Geplänkel möchten wir aber noch mehr zu diesem Buch sagen, denn es ist ein kleines grosses Meisterwerk, dass uns zutiefst berührt und vor allem beeindruckt hat. Makiia Luciers scharf gewählte Worte sind alle zusammen sanft und tragend, und wir können uns nicht entscheiden, ob sie sich bis zum Gewissen des Lesers durchschlängeln oder wie ein Pfeil dahin schiessen. Dabei sind wir uns ziemlich sicher, dass die Autorin es gar nicht auf unser Gewissen abgesehen hat, aber jedenfalls trifft das Buch  genau den richtigen Nerv. Es ist zum einen eine packende, rasante, fast schon atemlose Geschichte mit lauter stillen, in sich geschlossenen Momenten, zum anderen liest es sich wie eine Biographie einer starken, jungen Frau, die sich entschlossen hat, etwas aus ihrem Leben zu machen. Genau diese zwei Gegensätze faszinierten mich so, weil sie in keinstem Fall gewollt oder konstruiert wirkten, sondern einfach fliessen und selbstverständlich. Wenn Cleo eine ganze kranke Familie fand, wurde zwar klar, wie ausser sich sie war und in welcher Sekundenschnelle sie gehandelt haben musste, trotzdem fand die Situation in sich Ruhe und wirkte fast schon feierlich-friedlich, so makaber das nun auch klingen mag. Mit wenigen Worten hat die Autorin ganz starke Bilder und Gefühle in mir hinaufbeschwört. Und die spezielle Mischung, einerseits eine fantastische Erzählung, andererseits hat man das Gefühl, Zeuge eines ganzen Lebens zu werden, so dicht sind Cleos Gedanken. Wir lernten sie während des Lesens richtig kennen und fühlte uns ganz stark mit ihr verbunden. Wir wissen, dass wir während dem Lesen endlos viele Dinge wahnsinnig schätzten, und doch ist es nun sehr schwer, diese niederzuschreiben. Eigentlich lohnt es sich, ohne viel Vorwissen in das Buch zu starten, denn es ist ein ganzes Erlebnis, eine Erfahrung, die wir nicht mehr missen möchten. Makiia Lucier hat dieses Buch so elegant geschrieben, als wäre es in einer schwungvollen Handbewegung entstanden. Wobei das auch nicht dem Buch gerecht wird, denn man merkt, wie viele Gedanken, Hinterfragungen und Veränderung darinstecken. Aber alles verläuft so reibungslos ab, dass es eigentlich nur real sein kann.
Das Buch  rein in den Händen zu halten fühlt sich nach etwas ganz Besonderem an.  Das ist es auch. Das schlichte, dennoch  aufwändige Cover zeugt vom zeitlosen Geschmack und Stilverständnis Suse Kopps, welche das Buch gestaltet hat. Wir danken ihr dafür, dass ein solch tolles Buch auch von aussen einen ganz wunderbaren, eigenen Schein hat. Durch das kleine Format gewinnt das gebundene Buch nochmals. Es verleiht ihm etwas Intimes - man kann das Buch immer bei ich tragen, wie ein Geheimnis. Ich schätze, das Buch ist ein bisschen ein Geheimtipp, doch ich wünschte, dass wäre es nicht, denn es ist schlichtweg zu atemberaubend und würde bestimmt das Denken einiger Menschen positiv beeinflussen. Die Endpapiere, ein scheinbar einfacher Grauton, der sich beim Drüberstreichen nach so viel mehr anfühlt. So ist das ganze Buch, egal, von welchem Aspekt aus man es betrachtet. Etwas mehr, hochwertig. Ja, das war natürlich auch auf den Inhalt bezogen. Um noch ein letztes Mal zur Gestaltung zurückzukehren. Die Kapitelüberschriften. Der Bundsatz, der hat es mir vor allem angetan, die vielen Buchstaben auf dieser kleinen Seite, ein Traum. Und wenn man  dann den Schutzumschlag abnimmt, ich rate, das erst nach Beenden des Buches zu tun, kann man seine Augen an etwas Weiden, dass man mit einem ganz eigenen Verständnis ansieht, ein Muster, verknüpft mit der Geschichte und doch so sehr auf ästhetischer Schönheit beruhend. 
Alles an diesem Buch versetzt uns ins Schwärmen und uns gehen die komplimentierenden Worte aus, deswegen bitten wir euch, dieses Buch in die Hände zu nehmen, es aufmerksam zu betrachten und danach etwas miterleben, ganz offen, und Teil werden dieser harten, berührenden, inspirierenden Geschichte, die vielleicht auch bei euch einen Schalter im Kopf umlegt.

http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2016/12/das-fieber-buchbesprechung.html

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