Malachy Tallack

 4.6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Malachy Tallack

Malachy Tallack ist Journalist und freier Schriftsteller. Er schreibt für den ›Guardian‹ und den ›New Statesman‹. Er hat bereits den New Writers' Award des Scottish Book Trust (2014) und die Robert Louis Stevenson Fellowship (2015) gewonnen. Malachy Tallack ist Schotte und lebt in Glasgow.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Malachy Tallack

Cover des Buches Von Inseln, die keiner je fand9783806236750

Von Inseln, die keiner je fand

 (4)
Erschienen am 01.02.2018

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Rezension zu "Von Inseln, die keiner je fand" von Malachy Tallack

Ein Faszinosum - Inseln, die nie einer fand
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Autor Malachy Tallack nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise zu 24 Inseln, die eine Eintragung auf Seekarten geschafft haben, ohne zu existieren. Und nicht nur das! Einige dieser Phantominseln haben sogar Jahrhunderte auf Pergament und Papier und in den Köpfen der Menschen überdauert.

 

Wie es zu solchen Fantasien kommt?

 

Von echten Irrtümern, falsch klassifizierten Wetterphänomenen, falsch abgezeichneten Karteninhalten und Wunschdenken bis hin zu bewussten Falschmeldungen ist hier alles vertreten.

 

Wer hat noch nie von Atlantis oder dem Königreich von Thule gehört? Mythen, Sagen und Vorstellungen vom Paradies mischen sich mit Halbwahrheiten.

 

Der Autor fasst jeweils vier Inseln zu einem Kapitel zusammen, u.a. „Inseln des Lebens und des Todes“, „Versunkene Länder“, „Trügerische Inseln“ oder „Widerrufene Entdeckungen“.

 

Manches, wie der Mythos Atlantis geistert seit mehr als 2.000 Jahre durch die Köpfe der Menschheit. Ganz faszinierend ist, dass man sogar im Zeitalter der Satelliten-Vermessung dem Phantom „Sandy Island“ nachjagte: Dort, wo laut Koordinaten die Inseln sein sollten, fand das Forschungsschiff nur Wasser, allerdings rund 1.400 m tief. „Sandy-Island“ wird 2012 aus den Kartenwerken entfernt.

 

Manchmal sucht eine Schiffsbesatzung nach einem Archipel („Davies Land“) und findet eine andere Insel, die Osterinsel nämlich (1721, Niederländische Westindien-Kompagnie).

 

Auch das wechselhafte Schicksal der „Los Jardines-Inseln“ regt zum Schmunzeln an. Über 400 Jahre waren sie in unterschiedlicher Größe auf den Seekarten verzeichnet. Jedes Mal, wenn sie nicht entdeckt werden konnten, änderten sie ihre Größe, ihre Anzahl und ihre Lage.

 

Dieses Buch ist eines der vielen, die sich mit nicht existenten Inseln oder Ländern beschäftigen. Dennoch ist dieses Werk in seiner Präsentation einzigartig: Es wird mit wunderschönen Zeichnungen von echten Tieren und Pflanzen sowie von Fabelwesen aus der Zeichenfeder von Katie Scott bereichert.

 

Die anspruchsvolle Verarbeitung wird um eine Weltkarte, in der alle genannten Inseln (hoffentlich zum letzten Mal) eingezeichnet sind, ergänzt.

 

Fazit:

 

Das Buch verspricht einen kurzweiligen Lesegenuss und ist ein tolles Geschenk, nicht nur für Kartenliebhaber.

 

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Rezension zu "Von Inseln, die keiner je fand" von Malachy Tallack

Faszinierende Schöpfungen der Fantasie
Sikalvor 2 Jahren

„Seit die Menschen Geschichten erfinden, erfinden sie auch Inseln. Von jeher begegnen wir ihnen in der Literatur wie in der Legende. Für Gesellschaften, die am Meer leben, ist der Traum von anderen Ufern der natürlichste Traum überhaupt. Polynesier, Marsch-Araber, die alten Griechen und die Kelten: Sie alle haben sich Länder jenseits ihres Horizonts vorgestellt. Sie alle erzählten Geschichten von Inseln.“

 

Wer hat noch nie von Atlantis gehört? Wohl jedem ist schon mal Platons Fiktion zu Ohren gekommen, das Außergewöhnliche daran ist, dass mehr als 2000 Jahre danach noch immer eine Faszination von Atlantis ausgeht, der Mythos hochgehalten wird. Doch nicht nur Atlantis und Thule werden in dem Buch vorgestellt, klingende Namen wie z.B. Isle Phelipeaux, Sandy Island, Hawaiki, die Inseln der sieben Städte oder Terra Nova Islands werden porträtiert.

 

Der Autor Malachy Tallack nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise zu nicht existierenden Eilanden – Schöpfungen der Fantasie, der Täuschung oder des Irrtums. Er erzählt von geheimnisvollen Mythen, betrügerischen Entdeckern und überlieferten Seekarten, die oftmals die Jahrhunderte überdauerten.

 

24 Inseln werden vorgestellt, die quer über die Ozeane verstreut sind. Diese werden in Kapiteln zusammengefasst, so findet man z.B.  Inseln des Lebens und des Todes, Versunkene Länder, Trügerische Inseln, Widerrufene Entdeckungen und viele mehr. Spannend fand ich die Geschichte rund um Sandy Island, bei der im Jahr 2012 eine Forschungsschiff unterschiedliche Karten zu Rate zog (unter anderem auch Google Earth) und auf manchen eine Insel aufschien – als sie sich der Stelle vorsichtig näherten, blieb der Meeresboden mehr als einen Kilometer unter ihnen und sie konnten getrost mitten durch Sandy Island hindurch schippern, ohne der Gefahr auf Grund zu laufen.

 

Durch die farbenfrohen Illustrationen von Katie Scott ist dieses Buch ein wahrer Augenschmaus, sehr originelle Ergänzungen zu den unterhaltsamen Geschichten.

 

„Die Geschichte von Sandy Island machte den Menschen Hoffnung. Sie zeigte, dass das Geheimnisvolle nicht gänzlich zerstört war. Es ist immer noch da draußen, man muss nur wissen, wo man zu suchen hat. Es mag keine unbekannten Inseln mehr auf der Welt zu entdecken geben, aber vielleicht gibt es da noch eine weitere intakt gebliebene Ex-Insel, ein Phantom, das darauf wartet, „weg-entdeckt“ zu werden. Und vielleicht sollten wir es dabei belassen.“

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Rezension zu "Von Inseln, die keiner je fand" von Malachy Tallack

Farbenprächtig, phantasievoll – ein Reiseführer der ganz speziellen Art
Igelmanu66vor 2 Jahren

»Die Auroras sind sicher einzigartig unter den nicht existierenden Inseln, wurden sie doch nicht nur mehrfach gesichtet, sondern auch von einer überaus fähigen und qualifizierten Crew untersucht. Es überrascht also kaum, dass sie vom späten 18. Jh. an auf nautischen Karten verzeichnet sind und die meisten Seeleute die Gegend auf dem Weg zum Kap Horn lieber mieden. Solche Gefahren für die Schifffahrt waren sehr ernst zu nehmen.«

 

Nicht existierende Inseln, die nicht nur gesichtet, sondern auch untersucht wurden? Faszinierend! Phänomene dieser Art werden in diesem Buch reichlich vorgestellt, der Leser darf sich auf eine Reise zu mehr als zwanzig Inseln freuen, die kreuz und quer über die Weltmeere verteilt sind. Zu jeder Insel gibt es ausführliche Infos zu ihrer Entdeckung, ihrer Geschichte, zu Flora und Fauna und zu Mythen, die mit ihr verbunden sind. Einige dieser Eiländer waren mir schon bekannt (zum Beispiel Atlantis oder Thule), von den meisten hatte ich aber noch nie zuvor gehört. Dabei waren nicht wenige von ihnen über Jahrhunderte hinweg auf Karten eingezeichnet – das muss man sich mal vorstellen! Über die Nicht-Existenz der Sandy Island wurde man sich sogar erst im Jahr 2012 bewusst, also mitten im Zeitalter der Satellitentechnologie.

Dieser ganz spezielle Reiseführer verspricht kurzweiligen Lesegenuss, der durch die vielen farbenprächtigen und phantasievollen Illustrationen, die sich durch das ganze Buch ziehen, noch verstärkt wird. Sehr schön fand ich auch eine große Übersichtskarte gleich zu Beginn, auf der alle vorgestellten Inseln eingezeichnet sind.

Einige Beschreibungen fesselten mich besonders, zum Beispiel die zu den Los Jardines-Inseln. Über 400 Jahre lang waren sie auf Karten verzeichnet, änderten dabei zeitweise ihre Größe, die Lage und die Anzahl der zur Gruppe gehörenden Inseln.
»Waren sie an einem Ort nicht zu finden, verlagerten sie sich an einen anderen, und waren sie dann immer noch nicht zu sehen, wurden sie kleiner.«

 

Fazit: Farbenprächtig, phantasievoll – ein Reiseführer der ganz speziellen Art. Durch die hochwertige Aufmachung auch sehr gut als Geschenk geeignet.

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