Malcolm Gladwell

 4 Sterne bei 154 Bewertungen
Autor von David und Goliath, Überflieger und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Malcolm Gladwell

Malcolm Gladwell ist ein amerikanischer Autor, Journalist und Unternehmensberater. Er wurde 1963 geboren und lebt derzeit in den USA, wo er in der Redaktion der Zeitschrift New Yorker tätig ist. Bei seiner Arbeit als Journalist und Buchautor verfolgt Gladwell einen interdisziplinären Ansatz, der auch weit auseinander liegende Fach- und Lebensbereiche vereint.

Alle Bücher von Malcolm Gladwell

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Überflieger

Überflieger

 (26)
Erschienen am 01.10.2010
Tipping Point

Tipping Point

 (23)
Erschienen am 17.10.2016
David und Goliath

David und Goliath

 (28)
Erschienen am 01.10.2013
Blink!

Blink!

 (18)
Erschienen am 01.05.2007
Was der Hund sah

Was der Hund sah

 (3)
Erschienen am 01.08.2010

Neue Rezensionen zu Malcolm Gladwell

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Babschas avatar

Rezension zu "Überflieger" von Malcolm Gladwell

Die Symbiose von Zufall und Erfolg
Babschavor 2 Jahren

Was macht einen Menschen zum sogenannten Überflieger, dem nach landläufiger Meinung ohne große Anstrengung alles von selbst "zufliegt", der sich so an die Spitze der Erfolgskette setzt, es zu Macht, Geld und Ansehen bringt? Ist es genetische Prägung, absoluter Leistungswille, hartes Arbeiten, eine geförderte Erziehung, ein wohlhabendes Elternhaus, der kulturelle Hintergrund, die soziale Prägung? Oder von allem etwas? Und warum schafft es der Eine, der Andere jedoch nicht?

Diesen Fragen widmet sich der amerikanische Autor in seinem Buch aus den verschiedensten Blickwinkeln und in teils akribischer Analyse der Familienhintergründe und Werdegänge sowohl weltbekannter wie auch normalsterblicher Persönlichkeiten und kommt dabei zu der überraschenden Erkenntnis, dass neben einem natürlich immer hilfreichen IQ, Geld und einer hohen Sozialkompetenz letztlich aber das Glück im Sinne eines "im richtigen Moment am richtigen Ort/in den richtigen Lebensumständen sein" hier der entscheidende Faktor für den großen Erfolg ist. Damit wird dieser also maßgeblich von außen und weniger durch die Möglichkeiten des Betroffenen selbst beeinflusst. Diese These belegt er in seinem Werk auch glaubhaft und nachvollziehbar anhand der Wege verschiedenster Menschen wie Bill Gates, Robert Oppenheimer, verschiedener amerikanischer Staranwälte und Industrieller, Musikgrößen usw.. Das Ganze präsentiert er - abgesehen von wenigen amerikatypisch extrem durchgestylten Statistiken-  keineswegs trocken und lehrbuchhaft, sondern lebensnah und spannend. Absolutes Highlight ist dabei das Kapitel über bis ins Feinste aufbereitete Analysen von Flugzeugkatastrophen der Vergangenheit, bei denen eine tief verinnerlichte kulturelle Hierarchieprägung fernöstlicher Cockpitbesatzungen zu Missverständnissen und damit absolut vermeidbaren Verkettungen von Fehlern mit tödlichem Ausgang führten.

Ein durchgängig überzeugendes, super interessantes Buch, das einem viele neue Erkenntnisse und Denkansätze mit auf den Weg gibt. Verdiente volle Punktzahl.

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DaniWs avatar

Rezension zu "Blink" von Malcolm Gladwell

Unterhaltsame Lektüre
DaniWvor 3 Jahren

Der Kauf dieses Buchs ist eine typische "blink"-Entscheidung: Entweder fühlt man sich von dem Untertitel "The Power of Thinking without Thinking" sofort angesprochen oder man läßt es einfach im Regal stehen. Malcolm Gladwell beschäftigt sich in diesem Buch mit solchen Entscheidungen, die innerhalb von wenigen Sekunden getroffen werden ('in the blink of an eye'). Er enthüllt, daß diese Entscheidungen sehr viel komplizierter sind, als im Allgemeinen angenommen wird. Gladwell nutzt dazu diverse Fallstudien, die zeigen, daß eine gute oder schlechte Entscheidung nichts mit schnell zur Verfügung stehenden Informationen zu tun hat,  sondern eher von einigen wenigen Details abhängt. Seine Beispiele sind amüsant geschildert und reichen vom Speed-Dating über Polizeischießereien zu Doppelfehlern bei Tennisspielern und militärischen Großübungen. Gladwells Buch ist keine wissenschaftliche Abhandlung, sondern ein unterhaltsamer Ansatz, unbewußte und schnelle Entscheidungen kurzweilig zu erklären.
Das englische Original ist für Erwachsene mit guten Englischkenntnissen geeignet. Die Verwendung einiger Fachwörter aus der Psychologie und den Neurowissenschaften sind im Zusammenhang gut verständlich und stellen keine sprachliche Hürde dar. Das Buch ist insgesamt in einem sehr leicht verständlichen Stil geschrieben.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "David und Goliath" von Malcolm Gladwell

Wahrnehmungsfehler und andere Ungereimtheiten
R_Mantheyvor 3 Jahren

Malcolm Gladwell gilt als brillanter Geschichtenerzähler. Auch in diesem unterhaltsamen Buch glänz er damit wieder. Geschickt überdeckt seine Erzählkunst jedoch die Tatsache, dass einige seiner Geschichten nicht wirklich bis zum Ende durchdacht sind. In diesem Buch fällt das an mehreren Stellen auf. Spätestens wenn der Leser anfängt zu stutzen und sich fragt, was denn die eine oder andere Story in diesem Buch noch mit dem Titel zu tun hat, wird er sich vielleicht auch an anderen Stellen zu wundern beginnen.

Eigentlich geht es in diesem Buch um falsche Wahrnehmungen, denen man aus den verschiedensten Gründen unterliegt und darum, wie daraus intellektuelle Kopfgeburten entstehen, die der Wirklichkeit nicht standhalten können, weil sie mit ihr eben nichts zu tun haben.

Die Geschichte von David und Goliath wird fast immer so interpretiert, dass ein vermeintlich Schwächerer einen vermeintlich übermächtigen Gegner durch eine verblüffende Taktik schlägt. Wenn David allerdings aus der Zukunft gekommen wäre und eine moderne Schusswaffe benutzt hätte, wäre eine ganz andere Wahrnehmung entstanden und die ganze Geschichte hätte niemals ihre merkwürdige Berühmtheit erlangt. Aber die Steinschleuder, die David benutzte, besitzt eine ähnliche Wirkung wie eine moderne Schusswaffe. Wir können uns das eben nur nicht vorstellen, weil wir diese Technik nicht kennen.

Um solche falschen Wahrnehmungen geht es letztlich bei allen Geschichten in diesem Buch. Das ist die große Klammer, die alles zusammenhält. Allerdings scheint das dem Autor selbst nicht ganz klar zu sein, denn er erwähnt das nirgends deutlich.

Obwohl Gladwell die Geschichte von David und Goliath eigentlich richtig erklärt, reitet er später dennoch auf der üblichen Interpretation herum. Er erzählt zum Beispiel von Menschen mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche, die gerade wegen dieser Schwierigkeit zu großen Erfolgen kamen, weil sie gezwungen waren, sich andere als normale Strategien zum Vorwärtskommen zurechtzulegen.

Das sind alles schön zurechtgebogene Storys. Sie passen allerdings weder in eine der Wirklichkeit nahe kommenden Interpretation der David-und-Goliath-Geschichte, noch sind sie zwingend. Nicht alle Menschen mit dieser Schwäche haben es weit gebracht. Gladwell blendet einfach andere Vorzüge der von ihm präsentierten Erfolgsmenschen aus, weil sie nämlich die vermeintliche Logik seiner Geschichten ins Wanken bringen könnten.

Menschen lieben einfache Antworten auf alle Fragen, die sie haben. Und besonders lieben sie lineare Zusammenhänge, ohne sich dessen allerdings wirklich bewusst zu sein. Gladwell demonstriert diesen Aberglauben an zwei interessanten Beispielen. Dass eine geringe Klassenstärke in Schulen für die Entwicklungen von Kindern gut wäre, ist eine gängige Annahme. Sie stimmt auch, so lange man Klassenstärken von 18-24 Schülern mit Klassenstärken von 30 bis 40 Schülern vergleicht. Fällt die Klassenstärke jedoch wesentlich unter 18, dann kippt der Zusammenhang ins Gegenteil. Gladwell erklärt das überzeugend im Text. Der lineare Zusammenhang (je weniger, desto besser) gilt eben nicht durchgängig.

Noch interessanter wird es, wenn Gladwell die Frage untersucht, ob man tatsächlich immer an den vermeintlich besten Hochschulen studieren sollte. Auch hier entsteht die falsche Wahrnehmung, dass je besser die Universität ist, umso besser auch die persönlichen Erfolgsaussichten seien. Im Buch zeigt der Autor, dass diese Annahme in der Regel häufig nicht stimmt. Die Wirklichkeit ist komplexer, als dass man sie auf einfache Zusammenhänge reduzieren könnte.

Gladwell kommt dann gegen Ende des Buches auf den Nordirland-Konflikt und die Kriminalitätsraten in Kalifornien zu sprechen. Was das nun noch mit David und Goliath zu tun haben soll, hat sich mir nicht erschlossen. Allerdings geht es auch hier in Wirklichkeit um falsche Wahrnehmungen, aus denen man falsche Schlüsse gezogen hat. In Kalifornien wurde unter dem Eindruck eines Gewaltverbrechens ein Gesetz erlassen, dass Wiederholungstäter immer härter bestraft. Inzwischen wurde dieses Gesetz durch einen Volksentscheid wieder zurückgenommen, denn man musste einsehen, dass härte Strafen ab einem gewissen Punkt ihre Wirkung verlieren.

Gladwell spricht dabei gerne vom Gesetz der umgekehrten Parabel. Das soll bedeuten, dass ein Zusammenhang bis zu einem gewissen Punkt so besteht, wie man denkt, sich aber danach ins Gegenteil verkehrt. Wenn man das Buch unter diesem Gesichtspunkt liest, zeigt es einige spannende Beispiele, wie Menschen die komplexe Wirklichkeit für sich in angenehmer Weise interpretieren, weil sie sie nur unter bestimmten Aspekten wahrnehmen oder wahrnehmen wollen und andere Dinge einfach ausblenden. Spätestens wenn man aus der schiefen Wahrnehmung praktische Schlüsse zieht und sie umzusetzen versucht, wird man den Konflikt mit der Realität zu spüren bekommen.

Gewöhnlich kommentiere ich Rechtschreibfehler oder andere Flüchtigkeiten nicht, weil sie mich nicht interessieren. Allerdings nervt mich schlechtes Deutsch. Ich kann mich zum Beispiel nicht an den schwachsinnigen Gebrauch von "die Studierenden" gewöhnen, der nur dazu da ist, sich den politisch korrekten weiblichen Plural von Studenten zu ersparen. Man merkt dem Buch leider an, dass es hastig übersetzt wurde. Um es mit Gladwell zu sagen: Ab einem gewissen Punkt bringt der Wunsch, besonders schnell zu sein, keinen positiven Effekt mehr, sondern ruiniert nur noch das Image.

Das Buch erwies sich als gut geschriebene und unterhaltsame Lektüre. Besonders konsequent durchdacht erschien sie mir allerdings nicht.

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Gespräche aus der Community

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docetens avatar
Ein Blick in die Zeitung kann einen schon verzweifeln lassen: überall gibt es Unterdrückung, persönliche Schicksalsschläge und Ungerechtigkeiten. Leben wir in einer Welt, in der das Recht des Stärkeren gilt und ein Sieg gegen übermächtige Gegner unmöglich scheint?

Dieser Frage geht Autor Malcolm Gladwell in seinem aufrüttelnden und mutmachenden Sachbuch "David und Goliath - Der Triumph des Underdogs" auf den Grund und erzählt einige wahre Geschichten von gewöhnlichen Menschen, die vor übermächtigen Herausforderungen standen und mit diesen umgehen mussten.

Für unsere Leserunde zu "David und Goliath" verlost der Campus Verlag unter allen Bewerbern 30 Testexemplare!

So kannst du mitlesen

Wenn du dich an der Diskussion zum Buch aktiv beteiligen und nach der Lektüre eine ausführliche Rezension verfassen möchtest, beantworte bis zum 6. Oktober folgende Frage:

Welche unüberwindlich scheinende Herausforderung haben du oder eine dir bekannte Person schon gemeistert? Erzähl uns deine "David und Goliath"-Geschichte!

Übrigens: Die Teilnehmer erhalten zusätzlich zu der Printausgabe kostenlos das E-Book für den E-Reader oder Tablet-PC! In dem E-Book ist auch der LovelyBooks Social Reading Stream eingebaut, so dass ihr direkt aus dem E-Book an der Diskussion teilnehmen könnt!



Über das Buch

Wenn David auf Goliath trifft, hat er zwei Möglichkeiten: Spielt er nach dessen Regeln, wird er verlieren. Ist er bereit, die Regeln der Macht zu brechen, zwingt er den Riesen damit in die Knie. Malcolm Gladwell ist davon überzeugt: Underdogs sind Gewinner! In genialen Episoden von listigen Kriegsherren, halbstarken Basketballteams und inspirierten Softwareentwicklern zeigt der Kultautor, dass Triumph keine Frage der Größe, sondern der inneren Haltung ist. Gladwells hintersinniges Plädoyer für das Große im Kleinen ist zugleich ein Appell zum kreativen Ungehorsam. Nach der Lektüre dieses verblüffenden Buchs ist kein Riese mehr vor Ihnen sicher.

Über den Autor

Malcolm Gladwell ist ein amerikanischer Autor, Journalist und Unternehmensberater. Er wurde 1963 geboren und lebt derzeit in den USA, wo er in der Redaktion der Zeitschrift New Yorker arbeitet. Bei seiner Arbeit als Journalist und Buchautor verfolgt Gladwell einen interdisziplinären Ansatz, der auch weit auseinander liegende Fach- und Lebensbereiche vereint.

Malcolm Gladwell über die Idee zum Buch "David und Goliath" (englisch):

###YOUTUBE-ID=nw26Kfx2s1A###

Ich freue mich auf eine Leserunde zu so einem spannenden Thema mit euch!

Marcel
Tiffi20001s avatar
Letzter Beitrag von  Tiffi20001vor 5 Jahren
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