Malcolm J. Bosse Der Elefantenreiter

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Inhaltsangabe zu „Der Elefantenreiter“ von Malcolm J. Bosse

Indien im 8. Jahrhundert. Eine Karawane ist auf dem Weg in die Stadt Kashi, unter den Reisenden sind Arjun und seine stumme Schwester Gauri. Arjun zieht es nicht in die Stadt, weil er dort eine strenge religiöse Ausbildung erfahren soll. Nur zweierlei hält ihn bei Laune: das Abenteuer der Reise und der Stolz, daß sein Vater ihm die Verantwortung für Gauri übertragen hat. Doch genau in diesem Punkt schlägt ihn das Schicksal. Während einer Rast verläßt er die Karawane. Als er zurückkehrt, haben Banditen die Reisenden überfallen. Gauri wird verschleppt. Arjun folgt einem Bauern, der ihm den Ort zeigen möchte, an den seine Schwester entführt wurde. Aber am Morgen wacht er - als Soldat verkauft - in einem Armeelager auf. Der Haarschopf am Hinterkopf, Stolz des Brahmanen, zu dem er erzogen werden sollte, wurde ihm rasiert. Arjun, getrieben von der Vorstellung, mit der Armee der Chalukyer irgendwann doch noch auf Gauris Fährte zu kommen, paßt sich schweigend dem Soldatenleben an. Am Ende gelingt es ihm sogar, ein Elefantenreiter zu werden.§Die Erinnerung an Gauri verblaßt. Umso mehr kümmert sich Arjun um seinen Elefanten Gandiva. Kein anderer Elefantenreiter beherrscht sein Tier so wie er. Im Krieg wird er mit ihm zum Helden. Aber zwei Dinge belasten seinen Erfolg: der Racheschwur eines früheren Vorgesetzten, den er öffentlich demütigte, als er Gandiva vor sinnlosen Schikanen schützte, und ein mißverstandener Satz der chalukyschen Königin, die ihm erklärt, irgendwann werde ihm sein Ruhm helfen, Gauri zu finden. Arjun sieht seine Chance. Und er wird süchtig nach Ruhm. Doch auf der Höhe seines Erfolgs bringt ihn die Rache seines Widersachers zu Fall. Gandiva rast in den Tod und Arjun erwacht als Gefangener der Tamilen. Alles verloren. Aber auch diesmal schickt er sich schuldbeladen in sein Los. Und langsam beginnt sein zweiter Aufstieg, diesmal zum Steinmetz.

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  • Rezension zu "Der Elefantenreiter" von Malcolm J. Bosse

    Der Elefantenreiter

    Neyasha

    03. September 2011 um 09:24

    Indien im 8. Jahrhundert: Bei einem Überfall werden der Brahmane Arjun und seine Schwester Gauri voneinander getrennt. Arjuns einziges Ziel ist es, seine Schwester wiederzufinden, doch er wird selbst gefangen genommen und muss sich in der Armee bewähren. Er schafft es sogar, zu einem berühmten Elefantenreiter zu werden, doch die Gedanken an Gauri bestimmen auch weiterhin sein Leben und stellen es erneut völlig auf den Kopf. Mit diesem Roman hatte ich so meine Probleme. Hätte ich ihn nicht für die Challenge gelesen, hätte ich ihn vielleicht sogar abgebrochen. Denn leider blieb mir Arjun sehr fremd und ich konnte kaum mit ihm mitfiebern. Das liegt zum einen an dem sehr distanzierten Schreibstil von Malcolm Bosse und zum anderen wohl an der Figur des Arjun selbst. Der Junge passt sich jeder Situation an, macht überall das beste daraus, ist stets höflich und "korrekt" in seinem Verhalten, gehorcht stets, behält moralisch fast immer seine strahlendweiße Weste an und stellt sich auf verschiedenen Gebieten als außegewöhnlich talentiert heraus. Er ist einfach zu glatt. Er begehrt nicht auf, er macht eigentlich nie etwas wirklich falsches und wird zudem durch seine extreme Anpassungsfähigkeit als Charakter kaum greifbar. Emotional hat er mich überhaupt nicht berührt. Nicht einmal die angeblich so tiefe Freundschaft zu seinem Elefanten konnte ich spüren. Leider neigt Bosse in dem Roman auch dazu, ausgerechnet jene Szenen in einem Satz abzuhandeln, die einem Arjun vielleicht näher gebracht hätten. So etwa hätte ich gerne miterlebt, wie sich für Arjun der erste Ritt auf einem Elefanten anfühlte. Immerhin wird vorher deutlich gemacht, wie sehr ihn diese Tiere faszinieren, und man kann sich wohl vorstellen, dass es für ihn überwältigend sein musste, zum ersten Mal auf einem Elefanten zu sitzen. Leider wird aber nur im Nachhinein kurz erwähnt, Arjun wäre nun zum ersten Mal auf einen Elefanten aufgestiegen. Und dieses eine Beispiel ist nur ein Stellvertreter für viele ähnliche "Lücken" in dem Roman. Gerade die Szenen, die emotional wirklich interessant sein könnten und die für Arjun auch bedeutend sein müssten, werden oft sehr schnell übergangen. Sehr faszinierend ist hingegen der historische und kulturelle Hintergrund des Romans. Von Indien im 8. Jahrhundert habe ich zugegeben überhaupt keine Ahnung, daher schenke ich Malcolm Bosse hier in dem, was er schreibt und beschreibt, einfach mal Glauben. Gerade, wenn er die Ausbildung der Elefanten mit all ihren (teils auch grausamen) Aspekten schildert, scheint es, als hätte er wirklich sehr sorgfältig recherchiert. Und genau in diesen Momenten versteht es der Roman auch wirklich, die Leser zu fesseln (oder zumindest mich). Das Indien dieser Zeit wird einem mit diesem Buch wirklich nähergebracht - mit all seinen Eigenheiten und Fremdartigkeiten. Genau darin liegen die Stärken des Romans und mein Hauptgrund für die doch noch recht gnädige Bewertung. Auch Arjuns Lebensweg ist durchaus interessant und geht auch in eine sehr philosophische Richtung - konnte mich aber dann letztendlich nicht mehr wirklich berühren, da mir Arjun bis zum Schluss fernblieb. Ein Roman also, der einen in eine sehr interessante Zeit führt und es versteht, diese Zeit und die Umgebung zum Leben zu erwecken. Leider gelingt ihm dies aber nicht mit der Hauptfigur - und auch nicht mit den Nebenfiguren.

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