Malcolm Lowry

 4.5 Sterne bei 38 Bewertungen

Lebenslauf von Malcolm Lowry

Malcolm Lowry wurde 1909 in Merseyde/England geboren und studierte seit 1929 in Cambridge Philosophie. 1940 zog er nach British Columbia, wo er sein bekanntestes Werk "Unter dem Vulkan" (1947) verfasste. 1954 kehrte er, vom Alkohol zerrüttet, nach England zurück, wo er am 29. Juni 1957 starb.

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Rezension zu "Die letzte Adresse und Erzählungen aus dem Nachlaß" von Malcolm Lowry

Material aus dem Nachlass
Duffyvor 3 Jahren

Malcolm Lowry wird oft nur auf sein Hauptwerk "Unter dem Vulkan" reduziert, was diesem großen Erzähler natürlich nicht gerecht wird. Selbstverständlich ist dieses Hauptbuch eines dieser Bücher, die eines der wichtigsten des Jahrhunderts sind, doch Lowry hat eigentlich sein ganzes Leben dem Schreiben gewidmet, nur dass er sich selbst dabei im Weg gestanden hat. Seine Biografie ist an Verzweiflung und Kämpfen mit seinen Süchten kaum noch zu übertreffen und das verhinderte auch, zusammen mit einem Perfektionismus und uneinlösbaren hohem Anspruch an sich selbst, dass noch mehr Werke von ihm vollendet wurden. Der Rowohlt-Verlag hat die Gesamtausgabe herausgebracht und dieser letzte Band enthält nun nicht nur seine wichtige Novelle "Die letzte Adresse", sondern auch die erste kurze Version von "Unter dem Vulkan". Aber eigentlich ist alles, was Lowry geschrieben hat, unvergleichlich und von bestechender Qualität, dass dem Leser, dem die Werkausgabe noch antiquarisch zur Verfügung steht, eintauchen kann in die Welt dieses einzigartigen Schrifstellers, der ein Opfer seiner selbst geworden ist. Biografisch wurde Lowrys Leben am besten von Heribert Hoven aufgearbeitet, in einem schmalen Band mit vielen seltenen Fotos. Er gibt einen guten Überblick von dem Verhältnis zu Lowrys Süchten und  seiner Unfähigkeit, seinen Anspruch an sich selbst so zu regulieren, dass er hätte gesund bleiben können.

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Rezension zu "Unter dem Vulkan" von Malcolm Lowry

Rezension zu "Unter dem Vulkan" von Malcolm Lowry
verbalkindvor 6 Jahren

Was gäbe ich dafür, wenn die Inhaltsangabe hier eine andere wär!
Mir ist es unmöglich, eine Rezension zu verfassen, ich schreibe diese Zeilen nur, um diejenigen unter Euch zu ermutigen, die diese lieblose Inhaltsangabe schlicht kalt lässt (so wie mich zunächst).
In diesem außergewöhnlichen Werk geht es meiner Meinung nach ganz und gar nicht um Selbstvernichtung durch Trinksucht. Habt keine Angst, mit diesem Buch ein Tal der Tränen zu durchschreiten und mit einem – ich sag's mal ganz leger - Opfer konfrontiert zu sein. Ganz im Gegenteil. Der Konsul trinkt, das ist unbestritten, aber er transzendiert sein ganzes Sein damit – eigentlich geht es um Sehnsucht. Und um die Unmöglichkeit, die zu stillen.
Und das hebt dieses Werk über alles, was ich sonst in den letzten 5 Jahren gelesen habe, das nicht einmal die Kraft hatte, überhaupt eine Sehnsucht zu formulieren.
Nicht nur der trinkende Konsul, sondern auch alle anderen Figuren werden angetrieben von unglaublichen und großen Sehnsüchten. Und die Wirkung auf uns als Leser ist enorm belebend (und ich kann sie leider nur psychologisch beschreiben): ich zumindest wurde mir meines tiefsten Menschseins gewahr, weil ich an diese Sehnsüchte nicht nur andocken kann, sondern sie auch bewundere für ihre Intensität und Wahrhaftigkeit. Ganz schnell steht die Frage im Raum: und wie lebe ich? Was treibt mich an? Können sich meine Werte mit denen dieses versoffenen Konsuls, dessen Geschichte fast 80 Jahre alt ist, messen? Nein, können sie nicht, ist die ernüchternde Antwort. Aber warum gestatte ich mir in meinem Leben nicht auch eine solche Intensität? Ein solches Verlangen nach Leben?... Und genau das ist für mich zumindest das Erschütternde/Belebende an diesem Roman: wie kompromisslos die Figuren im Verfolgen ihrer Sehnsüchte sind. Da gibt es kein: aber die Wirklichkeit sieht nun mal so und so aus, kein: du musst dich aber anpassen, kein: du musst dich optimieren, um zu überleben. Nein, diese Figuren sind alle für etwas angetreten, auch politisches, und dass sie ihren Fokus verlieren/verloren haben, beraubt sie ihrer Seele.
Damit will ich Vorrednern widersprechen, die sagten, dass die Lektüre den Leser deprimiert. Mir ging's wirklich genau andersrum: ich fand die Kompromisslosigkeit der Figuren erhebend, auch wenn alles keinen glücklichen Ausgang nimmt.
Lowry ist beim Erzählen alles andere als effektiv. Gedanken mäandern, Assoziationen blühen, Leichtigkeit wird greifbar und Schönheit allgegenwärtig. Nicht immer leicht zu lesen, aber stets leicht zu fühlen.
Das Leben pulsiert in diesem Buch der Sterbenden und es ist eine Freude, an dieser Fülle teilzuhaben.
Ich schreib das hier auch, um Lovelybooks für das zu feiern, was es im besten Falle ist: Leute lernen einander kennen und empfehlen einander Bücher, die einem eine ganze Welt schenken – danke, Boris!

Kommentare: 2
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Rezension zu "Oktoberfähre nach Gabriola" von Malcolm Lowry

Rezension zu "Oktoberfähre nach Gabriola" von Malcolm Lowry
Borisvor 9 Jahren

Das Ende einer langen Reise. Das Ehepaar Lewelyn hat ein neues, ein letztes Ziel. Die Insel Gabriola, bei Toronto.Das Haus der Eltern von Ethan in der Nähe der Niagarafälle ist abgebrannt. Die Hütte am Strand von Eridanus mußte geräumt werden, weil die Stadt Toronto dort eventuell einen Park anlegen will. Eine Wohnung in Toronto kommt nicht in Frage, in Toronto werden schöne, alte Häuser abgerissen und durch Zweckbauten ersetzt.
Ein Bus bringt das Ehepaar Lewelyn nach Nanaimo. Dort geht die Fähre nach Gabriola ab.
Lowry macht es dem Leser nicht leicht, das Buch ist auch nicht abgeschlossen. Selbstmord beendete den Schreibprozess. Aber alleine die Kapitel am Ende des Buches, die Fahrt mit dem Bus nach Namaimo hinein, das Warten in der Kneipe auf die Abfahrt der Fähre, da zeigt sich was Lowry mit diesem Buch vorhatte. Wohin es gehen sollte. Die Sprache wird trunken in dem Maße in dem die Lewelyns trunken werden.
Am Ende doch die Hoffnung auf einen neuen Anfang? Auf Gabriola. Mit Alkohol? Ohne Alkohol? Ein Leben "im Einklang mit der Natur"? Möglich? Oder doch wieder zum Scheitern verurteilt.....
"Unter dem Vulkan" ist das Meisterwerk von Malcolm Lowry, dies hätte eine weiteres werden können.

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