Malcolm Lowry Unter dem Vulkan

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Inhaltsangabe zu „Unter dem Vulkan“ von Malcolm Lowry

'Lieber Gott, wenn unsere Zivilisation zwei Tage nüchtern wäre, würde sie am dritten an Gewissensbissen sterben.'
Der fortschreitende Alkoholismus und Verfall von Geoffrey Firmin, ein ehemaliger britischer Konsul, spiegelt seiner Meinung nach den Zustand der Welt. Seine geschiedene Frau, die Schauspielerin Yvonne, kehrt schließlich zurück und setzt noch einmal alles daran, den Mann zu retten, den sie nach wie vor liebt. Gemeinsam mit Hugh, Geoffreys unstetem, ziellosem Halbbruder, kämpft sie um sein Leben.

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  • Rezension zu "Unter dem Vulkan" von Malcolm Lowry

    Unter dem Vulkan

    verbalkind

    Was gäbe ich dafür, wenn die Inhaltsangabe hier eine andere wär! Mir ist es unmöglich, eine Rezension zu verfassen, ich schreibe diese Zeilen nur, um diejenigen unter Euch zu ermutigen, die diese lieblose Inhaltsangabe schlicht kalt lässt (so wie mich zunächst). In diesem außergewöhnlichen Werk geht es meiner Meinung nach ganz und gar nicht um Selbstvernichtung durch Trinksucht. Habt keine Angst, mit diesem Buch ein Tal der Tränen zu durchschreiten und mit einem – ich sag's mal ganz leger - Opfer konfrontiert zu sein. Ganz im Gegenteil. Der Konsul trinkt, das ist unbestritten, aber er transzendiert sein ganzes Sein damit – eigentlich geht es um Sehnsucht. Und um die Unmöglichkeit, die zu stillen. Und das hebt dieses Werk über alles, was ich sonst in den letzten 5 Jahren gelesen habe, das nicht einmal die Kraft hatte, überhaupt eine Sehnsucht zu formulieren. Nicht nur der trinkende Konsul, sondern auch alle anderen Figuren werden angetrieben von unglaublichen und großen Sehnsüchten. Und die Wirkung auf uns als Leser ist enorm belebend (und ich kann sie leider nur psychologisch beschreiben): ich zumindest wurde mir meines tiefsten Menschseins gewahr, weil ich an diese Sehnsüchte nicht nur andocken kann, sondern sie auch bewundere für ihre Intensität und Wahrhaftigkeit. Ganz schnell steht die Frage im Raum: und wie lebe ich? Was treibt mich an? Können sich meine Werte mit denen dieses versoffenen Konsuls, dessen Geschichte fast 80 Jahre alt ist, messen? Nein, können sie nicht, ist die ernüchternde Antwort. Aber warum gestatte ich mir in meinem Leben nicht auch eine solche Intensität? Ein solches Verlangen nach Leben?... Und genau das ist für mich zumindest das Erschütternde/Belebende an diesem Roman: wie kompromisslos die Figuren im Verfolgen ihrer Sehnsüchte sind. Da gibt es kein: aber die Wirklichkeit sieht nun mal so und so aus, kein: du musst dich aber anpassen, kein: du musst dich optimieren, um zu überleben. Nein, diese Figuren sind alle für etwas angetreten, auch politisches, und dass sie ihren Fokus verlieren/verloren haben, beraubt sie ihrer Seele. Damit will ich Vorrednern widersprechen, die sagten, dass die Lektüre den Leser deprimiert. Mir ging's wirklich genau andersrum: ich fand die Kompromisslosigkeit der Figuren erhebend, auch wenn alles keinen glücklichen Ausgang nimmt. Lowry ist beim Erzählen alles andere als effektiv. Gedanken mäandern, Assoziationen blühen, Leichtigkeit wird greifbar und Schönheit allgegenwärtig. Nicht immer leicht zu lesen, aber stets leicht zu fühlen. Das Leben pulsiert in diesem Buch der Sterbenden und es ist eine Freude, an dieser Fülle teilzuhaben. Ich schreib das hier auch, um Lovelybooks für das zu feiern, was es im besten Falle ist: Leute lernen einander kennen und empfehlen einander Bücher, die einem eine ganze Welt schenken – danke, Boris!

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    • 3

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    12. August 2012 um 01:15
  • Rezension zu "Unter dem Vulkan" von Malcolm Lowry

    Unter dem Vulkan

    Dilbertine

    13. December 2009 um 13:28

    „Ich glaube, ich weiß sehr viel über körperliches Leiden. Aber dies ist das Schlimmste zu fühlen, wie die Seele stirbt.“ ********************* Mexiko, November 1938, am Fuße der Vulkane Popocatepetl und Ixtaccihuatl. Der Leser begleitet Geoffrey Firmin, einen ehemaligen britischen Konsul, Alkoholiker im Endstadium während der letzten zwölf, symbolhaften Stunden seines Lebens. Die Zeit die er mit dem Protagonisten verbringt, ist durch innere Zwiesprache, Erinnerungen an ein Leben und eine Liebe gekennzeichnet. Geoffrey Firmin strauchelt durch die „Metamorphose sterbender und wiedergeborener Halluzinationen“. Er meint, seine Alkoholkrankheit im Griff zu haben und ist bereits stolz, wenn er nur wenige Minuten ohne einen Schluck seines Verhängnisses auskommt. ********************* „Schon gut trink nur einen Schluck, nur den notwendigen therapeutischen Schluck, vielleicht auch zwei. Dann kannst du sagen, es zählt nicht.“ ********************* „Unter dem Vulkan“ ist mehr als eine Studie über einen notorischen Säufer. Es ist die Geschichte eines Untergangs, einer gescheiterten Liebe, einer Heimatlosigkeit und symbolhaften Selbstzerstörung die von Einsamkeit, Hoffnungslosigkeit und Identitätsverlust getragen wird. Der Autor Malcolm Lowry, dessen Leben bis zu seinem Tode vom maßlosen und abhängigen Alkoholkonsum bestimmt war, schreibt im Vorwort über das Thema seines Romans: „Sein Thema ist auch der Sturz des Menschen, seine Gewissensqual, sein unaufhörlicher Kampf für das Licht unter dem Gewicht des Vergangenen, sein Verhängnis. Die Allegorie ist die des Garten Eden, jenes Gartens, der die Welt darstellt, aus der wir heute mehr Gefahr laufen, vertrieben zu werden, als zu der Zeit, da ich das Buch schrieb. Auf einer Ebene des Buches soll die Trunkenheit des Konsuls die allumfassende Trunkenheit der Welt symbolisieren, während des Krieges, während der Zeit, die ihm vorausging, zu allen Zeiten. Das Schicksal meines Helden kann im Verlauf der zwölf Kapitel immer in Beziehung gesehen werden zum dem Schicksal der Menschheit.“ „Unter dem Vulkan“ ist Weltliteratur, für die sich der Leser viel Zeit nehmen muss, um in ihre Tiefen zu gelangen. Tipp von mir unter der Kategorie: „Bloß nicht!“. Nicht zwischendurch lesen – bitte viel Zeit (ich habe weit mehr als 12 Stunden den Stoff genossen) nehmen und Schachtelsätze langsam inhalieren. Bitte nicht in einer eigenen traurigen Grundstimmung lesen, der Abwärtssog dieses Romans ist enorm. Das Durcheinander der Gedanken des Protagonisten und die darin verankerten Zeitsprünge haben mir das Lesen ein wenig erschwert, schwierig fand ich auch die fremdsprachlichen Einschübe in die Sätze. Entschädigt dafür haben, die außergewöhnlich bedrückende, lange nachhallende Atmosphäre dieses Buches und die poetischen Bilder, die der Autor gezeichnet hat. Hoffe, dass ich bald auch in den Genuss der Verfilmung kommen werde, die dem Buch in nichts nachstehen soll.

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  • Rezension zu "Unter dem Vulkan" von Malcolm Lowry

    Unter dem Vulkan

    Duffy

    15. August 2009 um 07:32

    Mit diesem Buch verhält es sich ähnlich wie mit Hesses "Steppenwolf". Liest man es in verschiedenen Phasen seines Lebens immer mal wieder, wird es durchlässiger, mit zunehmendem Alter noch eindringlicher und sein philosophischer Wert dem einzelnen Individuum (möglicherweise) angegpasster. Lowrys autobiografische Fiktion, die sich um das Ende eines Alkoholikers dreht, ist eine so intensiv empfundene, wie es nur Betroffene niederschreiben können. Lowrys eigene Geschichte blitzt kaskadenhaft durch das gesamte Buch, dessen Spannung im Nichtvorhandensein einer Handlung besteht. Voll mit Zweifeln und Versuchen, seine Welt (und sich) ertragen zu können, wird das kurz vor dem Einsturz stehende Gebäude einer verlorenen Existenz beschrieben. Lowry war ein großartiger Schreiber, der es schafft, durch gewaltiges Sprachvermögen den Leser in seinen Bann zu ziehen. Zu Recht hat dieses Buch seinen Platz in der Weltliteratur gefunden.

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