Malcolm McNeill

 3.5 Sterne bei 30 Bewertungen

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Der Wald der träumenden Geschichten

Der Wald der träumenden Geschichten

 (30)
Erschienen am 21.08.2014

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laser_biers avatar

Rezension zu "Der Wald der träumenden Geschichten" von Malcolm McNeill

Wer sind wir? Woher kommen wir?
laser_biervor 3 Jahren

Wer wir sind, wo wir herkommen, was der Sinn des Lebens ist. Mit diesen Fragen haben sich im Laufe der Jahrzehnte schon viele Philosophen beschäftigt. 
In dieser Geschichte begleitet man den ungewöhnlichen Max bei seiner Suche nach seinen Eltern. Man steigt direkt in die Geschichte ein, wundert sich und fragt sich was das alles eigentlich soll. Aber genau das soll diese Geschichte bezwecken - Nachdenken über sich und die Welt die einen umgibt. 
Anfangs mit teilweise etwas langweiligen Stellen, nimmt das Buch ab der Mitte richtig an Fahrt auf. 
Allen, die einen Hang zur Philosophie haben, kann ich dieses Buch nur empfehlen. 
Eine etwas andere Sicht auf die Dinge in dieser Welt!

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Spandauer-Jugendliteraturjurys avatar

Rezension zu "Der Wald der träumenden Geschichten" von Malcolm McNeill

Düster und geheimnisvoll mit einem Hauch von Humor
Spandauer-Jugendliteraturjuryvor 3 Jahren

“Zuerst hatte ich den Roman in die Hand genommen, weil es nach einem schönen Schmöker aussah, es hatte mein Interesse gefesselt mit der Aussicht auf eine wunderbare Fantasiewelt und es hat mich in seinem Bann gezogen mit einem unvergleichlichen Schreibstil.”

Inhalt

„Vor nicht allzu langer Zeit verbreitete sich ein seltsames Phänomen auf der Erde, das jeder Erklärung trotzte und die Wissenschaftler vor Rätsel stellte.“

Dieses Phänomen nennt sich ‘Das Verschwinden’. Immer wieder verschwinden Menschen urplötzlich und lassen nichts als ihre Kleider zurück und es scheint als blieben nur Kinder von diesem Unheil verschont.
‘Das Verschwinden’ schien zu beginnen, als ein kleiner Junge namens Max erschien – ja erschien, nicht geboren wurde – denn das tat er und niemand wusste, woher er kam oder wer seine Eltern sein könnten.
Aber seine ‘immerwährenden’ Eltern – wie er sie selbst nannte – ließen den jungen Max nie los und eines Tages machte er sich auf den Weg sie zu suchen und sich selbst und dem Verschwinden auf die Spur zu kommen.

Meinung

Mit über 500 Seiten sieht der Roman von Malcolm McNeill für manche Menschen wohl aus wie ein dickes Ungeheuer, aber wer sich erst einmal darauf einlässt, den entführt Malcolm McNeill in ein Abenteuer.
Mit seinem spritzigen und flüssigen Schreibstil macht er es einem einfach dem Ungeheuer den Kampf anzusagen und lässt einen schmunzeln, wenn man ab und an über eine ungewöhnliche Formulierung stolpert.
Die Charaktere sind alle liebevoll ausgearbeitet und haben ihre ganz eigenen besonderen Eigenschaften, die sie bunt und nicht leblos wirken lassen.
Nur mit dem Hauptcharakter konnte ich nicht ganz warm werden, welcher als ziemlicher Egoist und Träumer präsentiert wird.
Zur Spannung kann man sagen, dass sie nur zeitweise auftaucht, der Leser wird am Ball gehalten, indem man ihm einen Haufen Fragezeichen vor die Füße wirft und darauf hofft, dass er sie aufhebt, um sie zu entschlüsseln.
Zum Ende hin stellt sich der Roman nicht nur als nette Lektüre dar, sondern auch als gesellschaftskritisch und der junge Max bekommt eine philosophische Erleuchtung, welche ihn nicht unbedingt sympathischer macht, ihn aber dazu bringt sich für sein Verhalten in der Vergangenheit zu schämen.
Im Übrigen: Ich verstehe nicht, wie das Buch als Kinderbuch eingeordnet werden kann!
Stellenweise ist es sehr brutal und düster, ich meine: Erwachsene verschwinden und lassen ihre Kinder allein. Gewalt wird geschildert. Und die allgemeine Stimmung wird von Sorgen und Ängsten beherrscht.
Doch trotz alledem sollte man sich nicht abschrecken lassen und es wagen diese außergewöhnliche neue Welt zu erkunden.

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leselurchs avatar

Rezension zu "Der Wald der träumenden Geschichten" von Malcolm McNeill

Wenn die Geschichte ihren eigenen roten Faden im träumenden Wald verliert...
leselurchvor 4 Jahren

*Worum geht's?*
Max weiß nicht, wo er herkommt. Wer seine echten Eltern sind. Wer er selbst ist. Max weiß nur eines: Er liebt Geschichten. Als die Welt von einem mysteriösen Verschwinden der Menschen heimgesucht wird, ist Max mehr als erschüttert, dass die Schuld daran ausgerechnet der Fantasie in die Schuhe geschoben wird. Ihm wird das Lesen verboten, seine Bücher werden verbrannt. Nie hat Max seine Adoptiveltern mehr gehasst! Er wäre sicherlich nicht traurig, wenn sie ebenfalls vom Verschwinden betroffen wären. Doch dann passiert genau das: Max‘ Adoptiveltern verschwinden und zwei mysteriöse Gestalten offenbaren dem Jungen, dass sein Leben und das Verschwinden stark miteinander verbunden sind. Um herauszufinden, wer er wirklich ist, macht sich Max auf die Reise in den „Wald des Anfangs“, einer phantastischen Welt voller geheimnisvoller Wesen und Gefahren.

*Meine Meinung:*
Merkwürdig, absonderlich, schräg: Hätte ich nur drei Wörter, um „Der Wald der träumenden Geschichten“ von Malcolm McNeill zu beschreiben, wären es genau diese drei. Drei Worte, die mich als absoluten Fan skurriler Geschichten immer aufmerksam aufhorchen lassen, sich meist sogar so fest in mein Gedächtnis brennen, dass das Buch tatsächlich früher oder später seinen Weg in mein Bücherregal findet. „Der Wald der träumenden Geschichten“ hatte also die besten Voraussetzungen, um zu einem wahren Lesegenuss für mich zu werden!

„Der Wald der träumenden Geschichten“ fängt vielversprechend an. Die Geschichte, die in drei große Abschnitte unterteilt ist, beginnt mit vielen Perspektivwechseln und stellt dem Leser das bedeutende Problem der Geschichte vor: das Verschwinden! Überall auf der Welt verschwinden urplötzlich Menschen und niemand kann sich das seltsame Phänomen erklären. Man lernt Boris kennen, einen jungen Wissenschaftler, die seltsame Mrs Jeffers, die empfindlich auf Licht reagiert (und nein, sie ist kein Vampir!), Forbes und Alice, die ihr Leben ändern wollen, und ihren Adoptivsohn Max, den wahren Protagonisten der Geschichte. Der Einstieg in die Geschichte ist definitiv schwierig und verworren, aber auch sehr interessant, und gibt einem als Leser das Gefühl, eine große und epische Geschichte in seinen Händen zu halten.

Malcolm McNeill hat einen großartigen Schreibstil, der mir ab der ersten Seite wirklich mehr als gut gefallen hat. Seine Worte sind eindringlich und faszinierend, seine Satzbauten komplex und geschickt konstruiert. So manches Mal hat der Autor es sogar geschafft, eine vermeintlich ruhige Szene mit seinen Worten so mitreißend und spannend zu gestalten, dass ich nicht mehr mit dem Lesen aufhören wollte. McNeill bändigt seine Worte nicht und lässt sie gelegentlich sogar über die Seiten tanzen, sodass neben seinem tollen Stil auch lustige Wortbilder entstehen. Aber so gut mir dieser Stil auch gefallen hat, brachte er mich zu meinem ersten Kritikpunkt: Schreibt Malcolm McNeill hier tatsächlich für Kinder ab 10 Jahren?

Kindern, die gerne und viel lesen, kann man durchaus den einen oder anderen dicken Schmöker zutrauen. Auch komplexere Schreibstile sind für waschechten Leseratten-Nachwuchs wohl seltener ein Problem als man glaubt. Im Falle von „Der Wald der träumenden Geschichten“ ist es jedoch nicht nur der Schreibstil an sich, der den 500-Seiten-Wälzer in meinen Augen für eine junge Leserschaft eher schwierig macht. Malcolm McNeill schreibt nicht nur vielschichtig und verschlungen, so konzipiert er auch die Handlung seines Romans. „Der Wald der träumenden Geschichten“ bietet keine einfache Geschichte, sondern eine, die sowohl ihren Charakteren als auch ihren Lesern viel Mit- und Nachdenken fordert. Wer hier den roten Faden verliert, ist schneller aufgeschmissen, als es ihm lieb ist!

Genau das ist mir nach dem starken Anfang des Romans auch schnell passiert. „Der Wald der träumenden Geschichte“ hat eine komplizierte, wenn auch einzigartige und innovative Welt inne, die voller unterschiedlicher Geschichten steckt. Malcolm McNeill greift viele Handlungsstränge auf, die sich schnell in einander verstricken, ohne dass man gleich Sinn und Absicht dahinter versteht. Kaum hat man ungefähr herausgefunden, in welche Richtung sich die Handlung entwickeln will, wird „Der Wald der träumenden Geschichten“ teilweise sogar ein wenig zu langatmig. Durch den Mittelteil, der viele Fragen aufwirft, aber nur wenig Antworten liefert, musste ich mich trotz McNeills tollem Schreibstil leider ein wenig durchbeißen.

Mit dem letzten Abschnitt nimmt das Buch wieder deutlich an Fahrt auf, aber leider kann das den Gesamteindruck kaum noch aufbessern: „Der Wald der träumenden Geschichten“ entwickelt sich sehr abstrus und skurril weiter, scheint manchmal aber selbst nicht ganz genau zu wissen, was es überhaupt will. Es gibt einige sehr schwierige, teils brutale Szenen, die einen selbst als erwachsenen Leser noch zum Erschauern bringen. Daran sind besonders einige Entscheidungen der Figuren schuld, die einen als längst aus der Altersempfehlung herausgewachsenen Leser immer wieder die Frage in Erinnerung rufen, ob man dieses Buch wirklich einem zehnjährigen Kind in die Hand drücken würde.

Toller Schreibstil, zwiespältige Story – da müssen die Charaktere doch noch etwas herausholen können! Leider sind Malcolm McNeills Figuren in „Der Wald der träumenden Geschichten“ mein größtes Problem in seinem Roman gewesen. Ja, sie alle sind auf den ersten Blick wahnsinnig interessant, aber dabei bleibt es leider auch. Besonders die Nebencharaktere treten zwar oft auf, verschwinden aber ebenso schnell wieder, sodass man nicht viel über sie in Erfahrung bringen kann. Sie bleiben bis zur letzten Seite die mysteriösen, fast geisterhaften Erscheinungen, als die man sie kennenlernt. Und Max, der seltsame Protagonist, wächst einem im Verlauf der Geschichte zwar manchmal für kurze Momente ans Herz, stellt diese Bindung allerdings mit nicht nachvollziehbaren Entscheidungen und unglaublichen Handlungsentschlüssen schnell wieder auf die Probe.

*Fazit:*
„Der Wald der träumenden Geschichten“ von Malcolm McNeill ist ein schwieriges Buch, das ebenso schwer zu lesen wie zu bewerten ist. McNeills phantasievolle und einzigartige Geschichte hat mich fasziniert, in ihrer Umsetzung aber oft auch enttäuscht und mit langatmigen Szenen kämpfen lassen. Der Schreibstil des Autors ist großartig und hat mich immer wieder zum Weiterlesen animiert, während ich zu seinen Charakteren und ihren Handlungen kaum einen Zugang gefunden habe. „Der Wald der träumenden Geschichten“ ist merkwürdig, absonderlich und schräg, hat mich allerdings nicht annähernd so sehr begeistert wie erhofft. Das Buch hat mich sehr oft unzufrieden gestimmt, aber es gab doch so einige Momente, in denen ich mich von den einzigartigen und großartigen Ideen des Romans habe verzaubern lassen. Eine wahrlich zwiespältige Geschichte, zu der sich jeder lieber selbst ein eigenes Bild machen sollte. Von mir gibt es für „Der Wald der träumenden Geschichten“ leider sehr schwache 3 Lurche.

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