Malin Persson Giolito

 4.4 Sterne bei 46 Bewertungen

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Im Traum kannst du nicht lügen

Im Traum kannst du nicht lügen

 (46)
Erschienen am 26.10.2017

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Rezension zu "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson Giolito

Lesenswert, aber nicht perfekt!
Ashimausvor 8 Monaten

Der Schreibstil ist etwas speziell, dadurch braucht man etwas um sich reinzufinden. Das liegt daran, dass die Geschichte von der achtzehnjährigen Maja erzählt wird. Einer intelligenten Gymnasialschülerin aus gutsituiertem Hause, welche sich derzeit in Haft befindet. Wir begleiten Maja in ihrer 3-wöchige Verhandlung, im Gefängnis, in ihren Gedanken und Erinnerungen. Sie erzählt uns, was in den Monaten vor dem Amoklauf passiert ist.

Maja wirkt anfangs wie ein leicht gesellschaftsunfähiger Teenager. Jedoch merkt man schnell, dass Maja eigentlich sehr intelligent ist und nur mit gewissen Aspekten ihrer Gesellschaft nichts anfangen kann. Dadurch wurde mir Maja sehr sympathisch, jedoch hatte ich auch immer noch einen Funken Misstrauen ihr gegenüber.

Mich in sie hineinzuversetzen gelang mir leider nicht gänzlich. Speziell beziehe ich mich auf ihren Umgang mit der Haft und der Verhandlung. Mir war es suspekt, wie schnell sie sich aufgegeben und mit ihrem Schicksal abgefunden hat. In ihrer Situation hätte ich mich definitiv nicht so leicht abgeschrieben und immer positiv gedacht!

Doch dafür war mir ihre Unsicherheit im Gerichtssaal absolut verständlich. Man soll nicht in Tränen ausbrechen, da man sonst schnell schuldig wirkt… man soll nicht Nervös wirken (da man das ja so gut beeinflussen kann), da man sonst auch schuldig wirkt etc etc pp… Diese ganzen Verhaltensregeln für einen Angeklagten sind wirklich zum Haare raufen! Egal was man macht, man wirkt auf die Geschworenen schuldig! Wie soll man da bitte ein sicheres (aber natürlich nicht zu sicheres, denn sonst wirkt man schuldig!) Auftreten hinbekommen?!

Generell ist die Anspannung von Maja gut beschrieben worden. Denn wie sollte man auch nicht angespannt sein, wenn fremde Menschen über dein weiteres Leben entscheiden?

Die Vorgeschichte des Amoklaufs, ist interessant und realitätsgetreu! Sie birgt aber auch ein paar kleinere Längen und Wiederholungen. Man sollte sich natürlich immer bewusst sein, dass es sich hier um ein Teenagerleben handelt. Die erste große Liebe (realistisch, nicht märchenhaft!), Freundschaften, Gefühlschaos, Partys, Drogen, Alkohol usw.

Die Autorin macht mit ihrem Buch auch auf ein ganz wichtiges Thema aufmerksam – Die Medien! Die Medien stellen jeden so dar, wie sie es haben möchten. Die Medien manipulieren uns! Gerade in der Frage um Schuld und Unschuld! Wenn die Medien jemanden für schuldig erklären, ist er für die Mehrheit der Leser auch schuldig. Wir bilden uns leider kaum mehr eine eigene Meinung. Dies hat natürlich fatale Auswirkungen für andere und das sollten wir uns immer wieder ins Gedächtnis rufen!

Auch eine große Rolle spielt hier die Frage „Wo hört Unschuld auf und wo fängt Schuld an?“. Eine durchaus interessante Frage! Natürlich gibt es hierfür keine richtige Antwort, denn sowas muss jeder für sich selbst entscheiden. Jedoch hat die Autorin das hier wirklich toll vermittelt!

Das Ende hat mir sehr gut gefallen. Es ist schlüssig und war aufgrund der Fakten/Indizien so zu erwarten. Man merkt speziell in den Verhandlungspassagen, dass die Autorin früher Juristin gewesen ist. Die Verhandlungstage wirken dadurch lebendiger und nicht so zäh, wie man sich es oft vorstellt.

Neben den Längen und gefühlten 50 Wiederholungen, hat mir leider das gewisse „Etwas“ gefehlt Trotzdem ist es für mich ein lesenswertes Buch! Daher gibt es von mir 3/5 Sterne!

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Rezension zu "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson Giolito

Hätte man das Blutbad verhindern können?
buecherwurm1310vor 8 Monaten

Die achtzehnjährige Maria Norberg, genannt Maja, steht vor Gericht, weil sie an einem Gymnasium geschossen und Menschen getötet haben soll. Unter den Opfern sind ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und der Lehrer Christer. Maja war beliebt an ihrer Schule. Was hat sie dazu getrieben, dieses Blutbad zu verursachen? Ist sie überhaupt die Mörderin?

Es geht gleich heftig los und man erfährt, was in der Schule passiert ist.

Der Schreibstil ist einfach und gut zu lesen. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Maja erzählt. Man erfährt, wie der Prozess abläuft und wie ihr Leben im Gefängnis ist. Alles ist sehr emotionslos und nicht chronologisch beschrieben. Obwohl eigentlich von Anfang an alles klar ist, gibt es doch immer wieder Überraschungen und man zweifelt, ob es wirklich alles so klar ist. Vieles aber war auch für mich nicht nachvollziehbar.

Maja kommt aus einer wohlhabenden Familie. Sie ist eine gute Schülerin und war beliebt bei allen. Was ist geschehen, dass dieses Mädchen zu der am meisten gehassten Person Schwedens wurde? Für mich ist Maja nicht zu durchschauen. Ihre emotionslose Art hat mich nicht dazu gebracht, mit ihr zu fühlen. Immer mehr Puzzleteile werden aufgedeckt und man erfährt, warum es schieflief. Aber ist das, was vorher geschehen ist, eine Entschuldigung? Hätte man die Tat verhindern können?

Auch die anderen Charaktere sind mit all ihren Facetten gut dargestellt.

Obschon die Erzählweise ungewöhnlich war, konnte mich die Geschichte nicht wirklich fesseln.

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Rezension zu "Im Traum kannst du nicht lügen" von Malin Persson Giolito

Dramatischer Thriller, der nachdenklich stimmt
Athenevor einem Jahr


INHALT:
Stockholm: Nach einem Blutbad an ihrer Schule sitzt die 18 jährige Maja im Gerichtssaal und lässt ihre Anklage über sich ergehen. Sie hat geschossen. Doch was musste passieren, dass das einst so beliebte Mädchen zur Waffe griff? Was machte Maja zur Mörderin? Die Öffentlichkeit ist entsetzt und macht Jagd auf sie.

FAZIT:
Ich bin auf dieses Buch durch einen Newsletter aufmerksam geworden. Momentan sind Thriller zwar nicht mein Lieblingsgenre, aber der Klappentext sprach mich an.

Das Buch ist vom Schreibstil einfach zu lesen. Jedoch ist die Stimmung des Buches erdrückend, so dass man es nicht einfach an einem locker fröhlichen Leseabend herunterlesen kann. Ich musste ab und an pausieren. Dies ist vermutlich von der Autorin auch so gewollt, denn der Leser ist der erdrückenden Stimmung und der Hilflosigkeit genauso ausgeliefert, wie Maja.

Der Leser erfährt gleich zu Beginn, wie die Bluttat abgelaufen ist. Nach und nach gibt es Rückblicke in das Leben davor und Hinweise, warum alles aus dem Ruder lief. Während der Gerichtsverhandlung werden diese "losen Fäden" aufgenommen und zusammengefügt.

Kann die Verkettung an Ereignissen die Tat entschuldigen? Veranstaltet die Presse eine Hetzjagd? Was ist wahr und was ist erfunden? Wie viel Schuld tragen die anderen? Hätte man die Tat vermeiden können?

Nicht unwichtige Fragen, die gestellt werden müssen, aber auf keinen Fall hier verraten werden. Das Buch stimmt den Leser nachdenklich und hat meiner Meinung nach die Honorierung (Bester Kriminalroman Schwedens 2016) zu Recht verdient.

Die Autorin schafft es, ihr Wissen als Juristin plausibel und anschaulich mit der tiefgehenden Handlung zu verknüpfen. Volle Punktzahl für diesen besonderen Thriller, der auch in die Kategorie Drama passen würde.

https://kleeblatts-buecherblog.blogspot.de/2017/12/rezension-malin-persson-giolito-im.html

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