Malte Buhse Ökonomen retten die Welt

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Inhaltsangabe zu „Ökonomen retten die Welt“ von Malte Buhse

Die Welt könnte mal wieder ein paar Helden gebrauchen. Sie haben die Finanzkrise nicht kommen sehen, mit ihren Prognosen liegen sie ständig daneben und dann glauben sie auch noch an so etwas Verrücktes wie den Homo oeconomicus. Ökonomen haben einen verheerenden Ruf, im Beliebtheitsranking reihen sie sich zwischen zwielichtigen Managern und gierigen Bankern ein. Wofür braucht man die Zahlendreher und selbst ernannten Wirtschaftsexperten mit ihren realitätsfernen Modellen eigentlich noch? Um die Welt zu retten! Denn der Schein der verstaubten VWL-Professorenstuben trügt: Unter dunklen Jacketts und hinter schweren Brillen verstecken sich die Kräfte von Superhelden. Jeden Tag ziehen Ökonomen los, um Menschenleben zu retten, den Klimawandel aufzuhalten und Verbrechen aufzuklären. Dieses Buch führt Sie auf eine faszinierende Helden-Odyssee rund um den Globus. Malte Buhse zeigt, wie Ökonomen im brasilianischen Regenwald den Klimawandel bekämpfen, den Armen in Indien eine neue Existenz verschaffen, in den USA für Patienten mit unheilbaren Nierenkrankheiten ein Spenderorgan organisieren und in Uganda Wahlfälscher überführen. Aufregende Forschungsergebnisse demonstrieren, dass wir Ökonomen mehr denn je brauchen.

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    Ökonomen retten die Welt
    sabisteb

    sabisteb

    24. January 2014 um 11:51

    Dieses Buch ist so naiv, blauäugig und apologetisch, dass ziemlich viel fremdschämen angesagt ist, wenn man ein wenig auf dem Laufenden ist, was die aktuelle Situation in Europa angeht, daher werde ich hier mal im Einzelnen (fast) jedes Kapitel des Buches auseinandernehmen.   1.       Einleitung: „Besonders hart traf es Europa, wo die Wirtschaftskrise bald eine Staatsschuldenkrise auslöse…“ (S. 13) – Falsch! Wir haben eine Euro- bzw. Währungskrise. Das ist alle 70 Jahre „normal“ und basiert auf der Umverteilung von Geld von Fleißig nach Reich, rein durch den Zinseszinseffekt. Diese Erkenntnis ist mittlerweile auch in Teilen bei den Mainstreammedien angekommen, aber der Mechanismus von Zins und Zinseszins ist ihnen noch nicht wirklich klar.   2.       Eine kleine Geschichte der Ökonomik In diesem Kapitel zitiert der Autor diverse antike Ökonomen, aber statt immer den Originaltitel der Arbeit zu nennen, wie es wissenschaftlich korrekt wäre, zitiert er teils Übersetzungen wie bei Xenophon, der sicherlich NICHT auf lateinisch publiziert hat sondern auf Altgriechisch. Somit hätte der altgriechische Titel genannt werden müssen und zum besseren Verständnis die Übersetzung in Klammern (S. 18). Das Betrifft auch Adam Smith, der publizierte auch Englisch und nicht auf Deutsch, da hätte der englische Originaltitel genannt werden müssen, genau wie bei Keynes. In dem Kapitel fehlt dann auch der Quellenanhang, wie diese Bücher gelistet werden (mit einer public domain Quelle zum Original). „Grundsätzlich wird jedes Unternehmen mehr Arbeitskräfte einstellen, wenn die Löhne sinken (S. 28) – NEIN, das hat die Realität doch mittlerweile mehr als widerlegt. Es kommt maximal zu einem Stellesplitting, aber nicht zu mehr Arbeitsvolumen. Ich empfehle einen Blick in die aktuellen deutschen Statistiken.   3.       Die Waffenkammern der Helden-Ökonomen: Zum Thema Homo oeconomicus empfehle ich Frank Schirrmacher Buch „Ego. Hier haben die Ökonomen ein perfides Spiel gespielt. Will sich der Mensch nicht wie unser Modellmensch verhalten, dann formen wir die Gesellschaft nach unserem Spieletheoretischen Modell um. Die Folgen kann man überall um einen herum beobachten. Das unterschlägt der Autor wohlweislich. „Die Ökonomen um Michael Kremer fanden übrigens heraus, dass kostenlose Schulbücher erstaunlich wenig bringen. Die Schüler, denen sie Bücher geschenkt hatten, hatten nicht viel mehr gelernt, als die Schüler aus der Kontrollgruppe.“ (S.40) – Es gab also einen kleinen Effekt, der war aber zu klein, damit man (deutschen) Kindern kostenlose Schulbücher gibt. Der Effekt der Mikrokredite ist genauso klein bzw. mittlerweile widerlegt, aber da verteilt man weiter. Ja, Schulbücher kosten und Mikrokredite bringen Rendite für die Banken, das ist der große Unterschied.   4.       Ökonomen auf Verbrecherjagt: Eines der wenigen guten Kapitel des Buches. Anhand von Aktienkursen werden Firmen identifiziert, die Waffen schmuggeln. Diese Kursänderungen basieren aber auf illegalem Insiderwissen und sind eigentlich somit auch etwas, was man strafrechtlich verfolgen müsste, denn Insiderhandel ist verboten. Der Vergleich von Zollstatistiken, um Schmuggeln zu entdecken ist eine gute Idee, dazu braucht man aber keine Ökonomen, das können auch Mathematiker. Nebenbei ergeben sich leider Probleme, die dadurch bedingt sind, dass nicht jede Handelsware tatsächlich eine passende Nummer hat, damit sind teile der Statistik ohnehin obsolet. Jeder der mal versucht hat die Nummern für Ägyptische Mumien (wurde letztendlich als Trockenfisch deklariert) oder Arabidopsis thaliana zu finden, weiß, man stößt auch beim ehrlichen deklarieren auf unlösbare Probleme. Des Weiteren spricht er von der „Schwarmintelligenz“ der Börsenhändler (S: 54), die auch mittlerweile widerlegt ist. Es handelt sich hier um einen Herdentrieb, der nichts mehr mit Logik zu tun hat und schon gar nicht mit den tatsächlichen Märten in Zusammenhang steht. Man versucht nur noch vorauszuahnen, was der Nachbar wohl tun wird, um es vor ihm zu tun. Intelligenz ist was anderes. Immerhin, die Idee, die Straßen so zu kontrollieren, dass Drogenschmuggel unrentabel ist, ist wirklich genial. Der Lichtblich dieses Kapitels.   5.       Ökonomen bekämpfen die Korruption Ausschreibungen, ein leidiges Thema. Leider glaubt der Autor immer noch an das Märchen, dass es billiger wird, wenn man den billigsten Anbieter nimmt. Laut seiner Theorie unterbieten sich die Anbieter (S. 65). Ja, aber leider nur auf dem Angebotspapier und Papier ist geduldig. In der Realität kommen letztendlich so viele Nachforderungen, dass es meist deutlich teurer wird, als wenn man gleich ein realistisches Angebot gewählt hätte. Deflation kann ja wohl auch nicht das Ziel sein. „Korruption ist unfair, ineffizient und hochgefährlich für Mensch und Umwelt.“ – Ja warum nimmt der Autor bitte keine Beispiele aus Bayern und ganz Allgemein Deutschland? Da gibt es doch zuhauf Beispiele wie Naturschutzgebiete auf Befehl der Landesregierungen abgeholzt werden und direkt an Sägewerke unter Preis geliefert werden. Es klingt ja sooooooo schön, wenn man die Korruption in der dritten Welt bekämpfen will, wenn er hier die aktuellen Beispiele aus Deutschland genannt hätte, wäre das wohl nicht politisch korrekt. Hier kaufen sich Konzerne gleich mal die Regierung, ja das ist „ist unfair, ineffizient und hochgefährlich für Mensch und Umwelt“ aber der Autor ist zu feige, das zu benennen und mit deutschen Namen und Fakten zu hinterlegen, die es zuhauf gibt.   6.       Ökonomen enttarnen Wahlfälscher „Die Welt erlebt gerade einen beeindruckenden Siegeszug der Demokratie.“ (S. 81) – Echt? Wo? Schon mal die Nachrichten aus Europa angeschaut? Weit muss man da ja nicht suchen. In welcher rosaroten Welt lebt der Autor eigentlich? OK, ganz naiv ist er ja nicht „Doch bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass längst nicht überall, wo gewählt wird, wirklich das Volk regiert.“ Was bringt er als Beispiel? Nein, nicht die verräterische SPD, die die vom Volk gewählte Mehrheit links von der Mitte  in einer Koalition mit Grün und Links zum Willen des Volkes macht oder die zweite Wahl von GW Bush, nein, er redet von Russland, Nigeria und Uganda! Dabei schreibt er doch selber „Denn eine Demokratie, die von den Herrschenden so gelenkt wird, dass sie bei den Wahlen immer gewinnen, ist keine Demokratie, sondern eine Diktatur S. 83). Entgangen ist ihm dabei leider die perfide Manipulation durch kostenlose Bildzeitungen vor der aktuellen Wahl in Deutschland und wie die Medien in Deutschland derzeitig agieren, um unbequeme Meinungen gegen den neoliberalen Kapitalismus zu unterdrücken. Lanz ist ein Symptom. Mittlerweile verweigern Banken Mitglieder kommunistischer Parteien sogar wieder Konten…  ist das wirklich noch Demokratie oder eine Diktatur der Konzerne und Banken. Kehr vor der eigenen Haustür, lieber Autor.   7.       Ökonomen retten Menschenleben Hier prangert er an, dass die Armen nicht genug für die Private Altersvorsorge tun. Davon abgesehen, dass diese private Altersvorsoge mittlerweile als Geldvernichtungsmaschine aufgeflogen ist, und es somit klug war, die Finger davon zu lassen, können die Armen auch in Deutschland nicht vorsorgen. Wie denn, wenn das Geld nicht mal für Strom reicht. Wo und wie soll da gespart werden? Ja, es stimmt „Menschen beachten die Folgen ihrer Handlungen immer weniger, je weiter entfernt sie in der Zukunft liegen.“ (S. 109), daher denken Politiker ja nur in 4 Jahres Zyklen. Die muss er anprangern, nicht die kleinen, die kaum über die Runden kommen.   8.       Ökonomen bremsen den Klimawandel Ein wirklich allerliebstes Kapitel. Es geht um Pigou Steuern, also Steuern, die ein Unternehmen zahlen sollte, damit die Umweltschäden die es anrichtet, davon beglichen werden. Er ergeht sich darin, wie man mit Emissionen handeln kann, damit die Firmen weniger CO2 produzieren, um dann doch eingestehen zu müssen, dass das leider in der Praxis nicht funktioniert hat. Dabei geht er nicht weit genug. Eigentlich müssten die Besitzer von Kernkraftwerken und Kohlekraftwerken mit einer Pigou Steuer zur Kasse gebeten werden, damit wären diese Industrien, die wie eine Religion behandelt werden, ganz schnell am Ende. Aber was wählt er für Beispiele?! Textilindustrie in Indien, wieder politische Feigheit par excellence. Ein komplettes Kapitel zum fremdschämen. Besonders der Satz „Vor allem in Deutschland ist die Wirtschaft in den vergangen zwei Jahren sogar wieder kräftig gewachsen.“ (S. 136) ist so unglaublich falsch und von den Daten des Statistischen Bundesamtes mehr als widerlegt. Mit gutem Willen kann man es als Stagnation bezeichnen, wenn nicht sogar als leichte Rezession. Als Ökonom sollte man doch mal echte Daten ansehen und nicht die Propaganda der Regierungsmedien wiederkäuen. Ich empfehle dem Autor die tägliche Lektüre von Flassbeck-economics.de „Politiker haben einen entscheidenden Einfluss auf die Abholzung des Regenwaldes.“ (S. 144) – Warum schon wieder Regenwald? Warum nicht „Braunkohle und Landschaftszerstörung“ oder „“Im Nationalpark Eifel wurden im September 2013 per Kahlschlag Fichten gefällt. - Land erteilte sich Ausnahmegenehmigung“.   9.       Ökonomen beschützen bedrohte Tierarten Veblem-Effekt, ist ein weiterer Lichtblich des Buches (der zweite). Insgesamt ein gutes Kapitel, wie Handelsembargos mit geschützten Tieren nach hinten losgehen können.   10.   Ökonomen bekämpfen den Hunger Erinnert sich noch einer an die Millenniumsziele? Eines war den Hunger in der Welt zu bekämpfen, ach ja, und die Zahl der Armen sollte mehr als halbiert werden. Statt dass der Autor mal einen Blick vor die Haustür wirft, so nach Griechenland, Irland, Spanien oder Deutschland, geht es mal wieder nach… Indien! „Obwohl die Wirtschaft wächst, müssen weiterhin viele Menschen hungern.“ (S. 168) – Ach, wirklich? Das BIP in Deutschland wächst auch und immer mehr Deutsche hungern, vor allem Kinder. Dieses „Asiatische Rätsel“ gibt es auch in Deutschland, den Deutschland geht es gut und die Deutschen werden immer reicher. Des Pudels Kern ist der Unterschied zwischen Durchschnittseinkommen und Median. Dazu die Berechnung des BIP. Solange wenige immer stinkreicher werden und der Rest verarmt, steigt das BIP trotzdem weiter. Das ist ganz einfache Mathematik. Statt dessen geht es wieder gegen das Rauchen, dass Zigaretten statt Essen gekauft werden (war ja auch nicht ganz falsch ist). Letztendlich geht es in diesem Kapitel darum, dass man Hunger nur bekämpfen kann, indem Frauen gleichberechtigt werden und so viel Verdienen wie die Männer und genauso gut ausgebildet werden.  Dann soll man damit mal in Deutschland anfangen…   11.   Ökonomen helfen den Armen „Theoretisch hätte Jeder Mensch auf der Erde also rund 10000 Dollar pro Jahr zur Verfügung … Eigentlich gibt es keinen Reichtum auf der Welt, niemand muss arm sein. Armut ist aus dieser Perspektive vor allem ein Verteilungsproblem.“ – STIMMT. Oxfam-Studie zu Reichtum 85 Menschen besitzen so viel wie die halbe Welt. Die Linken verlangen schon lange eine Umfairteilung! Aber worüber redet der Autor wieder? Die dritte Welt. Denn wenn er Beispiele aus Europa nennen würde, würde man ihn mit den folgenden Zitaten in die linke Schmuddelecke stellen: „Wenn ein Arbeiter seinen Lohn nicht behalten darf, hat er keinen Grund, sich bei der Arbeit besonders  anzustrengen.“ (S. 181f) „Mit Hilfe dieser Institutionen bereichert sich eine kleine Elite an der Arbeit der großen Masse.“ (S. 182) – Hat Marx auch schon gesagt, nur so nebenbei. „Die Elite kann dadurch sehr reich werden, doch für die Wirtschaft als Ganzes sind Extraktive Institutionen sehr schädlich.“ S(. 182) – Ja, sehe ich auch so. Warum haben die Regierungen aber die Banken trotzdem gerettet und tun es weiterhin?   Er sieht Patentrecht als etwas positives, das gut für die Wirtschaft ist und übersieht dabei, dass die Geschichte mehrfach das genaue Gegenteil bewiesen hat: James Watt hatte die Dampfmaschine dermaßen abpatentiert, dass die Pläne für die Eisenbahn in den Schubladen der Erfinder verstaubte, bis das Patent ausgelaufen war. Patente bremsen den Fortschirtt und schaden der Innovation und der Wirtschaft. Ein weiteres Beispiel: Roche hielt jahrelang das Patent auf PCR und PCR taugliche Enzyme. Jahrelang tat sich auf dem Gebiet nichts, aber an dem Tag, als das Patent endlich ablief, tauchten neue, innovative Enzyme und Methoden auf und dieser Forschungszweig hat sich in kürzester Zeit massiv weiterentwickelt. Erfolgreich waren nicht die Nationen, die Patente achten, erfolgreich waren jene, die sie ignorierten wie China und Japan.   „Noch vor 200 Jahren hatten Politiker, Philosophen und Wissenschaftler oft wenig Mitleid mit den Armen. […] Den Arme waren vor allem billige Arbeitskräfte, und das sollten sie aus sich von Mandeville auch bleiben.“ (S. 184 f) – Ich sage nur Schröder und Agenda 2012. Wir bauen den größten Niedriglohsektor Europas in Deutschland. Kehr vor der eigenen Haustür! Hartz IV, Sanktionen, Lächelseminare und Bürgerarbeit. Man braucht nicht 200 Jahre zurückblicken. „Die Idee, die Armut zu bekämpfen, ist noch gar nicht so alt. Inzwischen hat sie sich aber zum Glück überall durchgesetzt.“ – Bitte, lieber Autor, zieh die rosa Brille ab und werde Erwachsen. Schau dich um, was in Deutschland und Europa passiert.   „Wer die Armut an der Wurzel bekämpfen und nicht nur ihre Symptome lindern will, sollte also dafür sorgen, dass das Einkommen der Armen steigt.“ (S. 187) – JA!!! Mindestlon von 10 EUR und zwar am besten schon gestern!   Wenn sich ein Politiker alle vier Jahre einer freien Wahl stellen muss, wird er versuchen, die Interessen seiner Wähler zu berücksichtigen (S. 181) – *Hüstel*. Schon mal die deutschen Wahlen betrachtet. Welcher deutsche Politiker hat sich je darum gekümmert, was das Wahlvolk will? Die letzte Wahl ist doch der beste Beleg.   12.   Eine neue Ökonomik entsteht Mikrokredite werden mit Zähnen und Klauen verteidigt, obwohl er eingesteht, dass sei nicht wirklich viel bringen. Er sieht es aber als positiv an, dass „durch die Kredite wurden sie [die Kleinunternehmer] unabhängiger von Familienmitgliedern und Freunden, sie ihnen vorher eventuell Geld geliehen und dafür einen Job im Familienbetrieb eingefordert haben.“ (S. 191). Die Haben sie mit den Mikrokrediten „gesundgeschrumpft“. Das sieht der Autor als positiv. Der ist dermaßen neoliberal indoktriniert, dass es weh tut.   Er beklagt, dass de Armen in den Drittweltländern keine Zinsen auf ihr Erspartes bekommen (S. 196) und übersieht, dass das in Europa schon lange der Fall ist, weil die Zinsen unter der Inflation liegen, und ja auch wir Zahlen Kontoführungsgebühren, die letztendlich das Sparen zum Geldvernichten machen, nicht nur die Afrikaner.     Fazit: Politisch korrekt werden Beispiele aus fernen Ländern verwendet, statt mal vor der deutschen und europäischen Tür zu kehren. Dann würde der Autor aber mit seinen Thesen gleich der Linken beitreten können. Kann er „Wer die Armut an der Wurzel bekämpfen und nicht nur ihre Symptome lindern will, sollte also dafür sorgen, dass das Einkommen der Armen steigt.“ Auch für Deutschland vertreten?  Würde er das Buch noch immer so vertreten, wenn er für alle seine Thesen aktuelle Europäische Beispiele genommen hätte? Dann würde er die neoliberale Agenda, die in Europa derzeitig gefahren wird, als komplett falsch und destruktiv entlarven, aber dazu ist er zu feige.   Wenn man sich aber mal anschaut, für welche neoliberalen Regierungszeitungen des Massenmanipulation der Autor arbeitet (Zeit und SPON) ist diese verdrehte Weltsicht (leider) nicht mehr verwunderlich)

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