Malte Herwig Die Frau, die Nein sagt: Rebellin, Muse, Malerin - Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso

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Inhaltsangabe zu „Die Frau, die Nein sagt: Rebellin, Muse, Malerin - Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso“ von Malte Herwig

Für Pablo Picasso blieb sie ein Rätsel, und sie war die einzige Frau, die ihn verließ. Françoise Gilot ist Malerin, Wahrheitssuchende, eine Künstlerin des Lebens. Für manche ist sie eine lebende Legende, eine Frau, die zu den klügsten unserer Zeit gehört. Mit »Leben mit Picasso« schrieb Gilot in den 1960er-Jahren einen internationalen Bestseller - obwohl Pablo Picasso alles unternahm, um die Veröffentlichung des Werks zu verhindern. Für dieses Ankerherz-Buch öffnete Françoise Gilot, Mutter von Paloma Picasso, dem renommierten Biografen Malte Herwig die Türen ihrer Ateliers in New York City und Paris. Gemeinsam nähern sie sich zentralen Fragen des Lebens: Worauf kommt es wirklich an? Was bedeutet Glück und was spendet Zufriedenheit? Es ist ein Buch über die Kunst. Und über die Kunst eines erfüllten Lebens. »Wenn du etwas riskierst, erlebst du auch schlimme Dinge, aber du lebst und verstehst immer mehr. Vor allem wirst du nicht langweilig. Das ist das Allerschlimmste: langweilig werden.« FRANÇOISE GILOT
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    Die Frau, die Nein sagt: Rebellin, Muse, Malerin - Françoise Gilot über ihr Leben mit und ohne Picasso

    michael_lehmann-pape

    11. April 2015 um 11:51

    Innenansichten einer dynamischen Beziehung „Non, je ne regrette rien“. Das berühmteste Lied der Edith Piaf ist zugleich das Lebensmotto von Francoise Gilot. Starke Frau. Ebenbürtige Persönlichkeit. Muse. Künstlerin. Und, nicht zu letzt, aber auch nicht vor allem, zu Zeiten ihres Lebens Geliebte, Begleiterin, Pendant Pablo Picassos. Ein Mann, der als Person kantig, klar, egoman, cholerisch, laut, fordernd lebte. Und so wundert es nicht, dass der erste Satz des Buches nur aus zwei Worten besteht: „Picasso tobte“. Gerade da im Übrigen, was auch mal vorkam, zu Recht. Denn „Sie“ hatte ihn gerade mit den Kindern verlassen. „Keine Frau verlässt einen Mann wie mich!“. „Die Frau im Wagen blickte nicht zurück“. Auch das ein Indiz für eine der großen Stärken Gilots. Nach vorne blicken. Immer. Den eigenen Weg suchen und gehen. Auch in den 10 Jahren zuvor war sie, jung, genauso gerade an der Seite des alternden und alten Picasso ihren Weg gegangen. Zeiten, von denen diese Erinnerungen im Buch, illustriert durch eine Vielzahl privater Fotografien, kündet. „Sie liebte Pablo immer noch, aber die Kinder liebte sie mehr“. Und bei aller Verfallenheit auch an die zärtliche, an die inspirierende Seite des großen Künstlers, schwerer wiegt die „fürchterliche Seite“, von der das Buch ebenso offen erzählt, wie von den sensiblen Momenten. Legt offen, wie wichtig sie selbst als „ruhender Gegenpol“ für das überbordende Ego Picassos war. Und das trotz des „Frauenverschleißes“ des Mannes, der strategisch geplant, geschickt Frauen an sich band und meist einfach nahm, was ihm gefiel. Und doch, wie erwähnt, in diesen Erinnerungen geht es nicht nur um „Ihn“. „Sein Schatten würde immer auf ihr liegen. Dachte er“. Und dachte falsch damit, denn durchaus eigene Kräfte, auch eigene künstlerisch gestaltende Kräfte im Rahmen der Malerei trug Gilot in sich und entfaltete diese. Interessante Werke, klare Gedanken, ein spannungsreiches und inspirierendes Leben ist es, das im Lauf der Seiten sich vor den Augen des Lesers entblättert und in klarer Erzählweise von Malte Herwig nachvollzogen wird. Aktiv und rührig bis heute. „Ich habe gesagt, dass mir das Leben zum Hals raushängt, nicht die Malerei“, das ist so ein typischer Satz der kantigen Persönlichkeit, die lieber ihre Vernunft in den Dienst der Verrücktheit stellt als umgekehrt (was ihre Kunst angeht) und dies in mehr als 5000 Zeichnungen und über 1600 Gemälden auf Leinwand bannt. Beides stellt Malte Herwig im Buch somit heraus. Immer wieder kommen die Gespräche und Themen, natürlich, auf Picasso und sein Werk zurück (bis hin zu den „zwei Musen“ am Ende der Geschichte der Beziehung zu Picasso) und ebenso wendet sich Herwig ausführlich Person und Werk Gilots selbst zu („Eine Zeichnung ist ein konzentrierter Ausdruck von Wirklichkeit“). Ein inspirierendes Buch über die Kraft des Lebens und der Kunst, über die starken Schattenseiten Picassos neben seinem Genie („Immer wollte er, dass ich schwanger bin, damit ich weniger Ich selbst bin“) und über eine starke Frau und Künstlerin, die sich ihren Lebensweg weder hat vorzeichnen noch vorschreiben lassen.

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