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amena25

vor 4 Monaten

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Einsam ist er wirklich! Der Witwer Bernhard lebt in seinem abgelegenen Häuschen einsam und griesgrämig vor sich hin. Sein trister Alltag wird lediglich durch die seltenen Besuche seines Sohnes unterbrochen, doch sind diese Treffen für beide Seiten anstrengend und unangenehm. Besonders gestört fühlt sich Bernhard durch seinen rasenmähenden Nachbarn Dagobert, der trotz seines fortgeschrittenen Alters regelmäßig Damenbesuch erhält, und zwar immer wieder von anderen Damen! Nach einem Wutanfall wegen seines Nachbarn erwacht Bernhard im Krankenhaus, und ausgerechnet der verhasste Dagobert kümmert sich freundlich um ihn! Doch als Bernhard sich später bei ihm bedanken will, ist dieser spurlos verschwunden.

Dieses plötzliche und geheimnisvolle Verschwinden Dagoberts reißt den Witwer Bernhard aus seiner verbitterten Routine. Seine Neugier ist geweckt und er macht sich auf Suche. Dabei kommt es zu spannenden und gefährlichen, aber auch lustigen und interessanten Begegnungen. So trifft Bernhard z.B. auf Lola, eine alte Freundin Dagoberts, deren etwas schrullige, aber offene und zupackende Art Bernhard zunehmend aus der Reserve lockt. Die zwei älteren Semester begeben sich gemeinsam auf die Suche und stoßen dabei auf merkwürdige Zusammenhänge. Offenbar war der charmante Dagobert in Alt- und Neonazi-Kreisen kein Unbekannter!

Dank seines kriminalistischen Spürsinns und Lolas Hilfe wandelt sich Bernhard zu einem unternehmenslustigen Abenteurer, der sogar bis nach Argentinien fliegt, um Gewissheit über Dagobert zu bekommen. Diese Wandlung vollzieht sich zwar recht schnell und kann deswegen auch nicht ganz überzeugen. Doch der Krimi liest sich unterhaltsam und flüssig.

Und am Ende freut man sich, dass aus dem verbiesterten Witwer des 1. Kapitels ein sympathischer Mensch geworden ist, der noch etwas aus seinem Leben machen will.



Autor: Malte Klingenhäger
Buch: Nachbar Einsam
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