Malte Korff

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Autor von Johannes Brahms, Tschaikowsky und weiteren Büchern.

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Wörterbuch der Musik

Neu erschienen am 09.11.2018 als Taschenbuch bei Reclam, Philipp.

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Johannes Brahms

Johannes Brahms

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Erschienen am 01.02.2008
Wolfgang Amadeus Mozart

Wolfgang Amadeus Mozart

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Erschienen am 03.10.2005
Ludwig van Beethoven

Ludwig van Beethoven

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Erschienen am 24.05.2010
Tschaikowsky

Tschaikowsky

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Erschienen am 01.12.2014
Johann Sebastian Bach

Johann Sebastian Bach

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Erschienen am 01.04.2000
Franz Schubert

Franz Schubert

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Erschienen am 01.08.2003
Kleines Wörterbuch der Musik

Kleines Wörterbuch der Musik

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Erschienen am 01.06.2010
Wörterbuch der Musik

Wörterbuch der Musik

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Erschienen am 09.11.2018

Neue Rezensionen zu Malte Korff

Neu

Rezension zu "Tschaikowsky" von Malte Korff

Tschaikowsky - ein verkanntes Genie?
Bellis-Perennisvor einem Monat

Der Leipziger Musikwissenschaftler Malte Korff erzählt uns die tragische Lebengeschichte des russischen Komponisten Peter Iljitsch Tschaikowsky (1840-1893). Ursprünglich hat Tschaikowksy Jura studiert und arbeitet einige Zeit als Beamter. Erst 1862 beginnt er das Musikstudium.
Doch anders als seine Zeitgenossen wird Tschaikowsky weder zu Lebzeiten, noch nach seinem Tode in den musikalischen Himmel gehoben. Ob es daran liegt, dass er selbst sich und seine Werke geringschätzt? Korff beschreibt den Komponisten als depressiven, von Stimmungsschwankungen beeinflussten Menschen. Selbst die vielen Erfolge scheinen nicht als solche in dieser Biografie auf.

Zu Tschaikowksys Tod 1893 gibt Korff noch unterschiedliche Gerüchte zum Besten: Starb der Komponist wirklich nach dem Genuss eines Glases nicht abgekochten Wassers an der Cholera oder wurde er vergiftet?

Meine Meinung:

Der platonischen Beziehung zu Nadeschda von Meck wird großer Raum geboten. Es scheint, als ob hier das Mäzenatentum der reichen Witwe ein wenig angezweifelt würde. Einen hohen Stellenwert hat auch die unglückliche Ehe mit Antonina, die er vermutlich nur deswegen geschlossen hat, um von seiner Homosexualität abzulenken. Was bei vielen ähnlich gelagerten Fällen zu einem konstruktives Arrangement geführt hat, scheint hier ziemlich misslungen zu sein.

Aufgefallen ist mir, dass Korff zwar viele Zitate verwendet, die aber nicht hinreichend belegt. Was mir zu wenig herauskommt, ist der historische Kontext. Kaum ein Wort über die politische Situation im Zarenreich, dafür ein gravierender Fehler: 1893 regiert Alexander III. und nicht Nikolaus III. – die Dynastie der Romanows ist mit Nikolaus II. 1917 Geschichte (S. 231). Und Giacomo Meyerbeer ist Deutscher und nicht Franzose wie auf S. 135 behauptet. Meyerbeer ist als Jakob Liebmann Meyer Beer in der Mark Brandenburg geboren. Solche Fehler sollten weder einem Autor passieren noch vom Lektorat übersehen werden.

Fazit:

Der musikhistorischen Bedeutung Tschaikowskys wird diese Biografie nicht gerecht. Daher kann ich hier nur 3 Sterne vergeben.

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Rezension zu "Johannes Brahms" von Malte Korff

Rezension zu "Johannes Brahms" von Malte Korff
HeikeGvor 10 Jahren

Das Lamm mit der Löwenmähne oder Klassische Strenge und romantische Freiheit

"Lieben Sie Brahms, Madame?"
So sang einst der Grandseigneur der leichten Muse Roger Whittaker seinen Hit und spielte damit auf die Vorliebe seiner musikalisch Angebeteten für klassische Musik an.
Alles andere als trivial kommt die Biografie von Malte Korff über den von Whittaker besungen Komponisten an. Er porträtiert das dritte große B, neben Bach und Beethoven - Johannes Brahms.

Bereits seine dritte Biografie, nach einem Porträt über Johann Sebastian Bach und Franz Schubert, bringt der 1950 in Leipzig geborene Musikwissenschaftler beim Verlag dtv heraus. Und wie schon in seinen vorangegangen Büchern resümiert er erneut das Leben und Wirken eines Musikgenies und zeichnet ein äußerst lebendiges und von hohem Informationsgehalt geprägtes Bild.

Johannes Brahms (1833-1897) wurde als zweites von drei Kindern des Kontrabassisten Johann Jakob Brahms und seiner Frau Johanna am 7. Mai 1833 in Hamburg geboren. Er entwickelte sich zu einem pianistischen Wunderkind, das bereits mit zehn Jahren öffentlich auftrat. Sein erstes eigenes Konzert gab er im Jahr 1847. Neben seinem Bestreben, in seiner Heimatstadt als exzellenter Pianist anerkannt zu werden, begann er zu komponieren.

Während seiner ersten großen Konzertreise im Jahr 1852 lernte er den berühmten Geiger Joseph Joachim (1831-1907) kennen. Ein Empfehlungsschreiben Joachims, der ein treuer Freund Brahms' werden sollte, führte ihn zu Franz Liszt und im Jahr 1853 zu Robert und Clara Schumann, um sich von diesen eine Beurteilung seiner Fähigkeiten als Komponist einzuholen. Hieraus sollte sich eine lebenslange tiefe Freundschaft - ja Liebe - zu der begnadeten Pianistin entwickeln. Robert Schumann, der Brahms' Talent sofort erkannte ("Da ist jemand gekommen, von dem werden wir alle Wunderdinge erleben."), trug entscheidend zu dessen künstlerischer Förderung bei, indem er einen begeisterten Artikel in einer Fachzeitschrift veröffentlichte und einen Verleger für Brahms' Werke fand.

Mit Ausnahme der Oper hat Johannes Brahms alle Arten der Instrumental- und Vokalmusik gepflegt, wobei er sich vornehmlich künstlerisch mit den Werken Beethovens und Bachs auseinandersetzte. Seine Hinterlassenschaft besteht in einer Fülle meisterlicher Kompositionen voll Innigkeit, Phantasie, Kraft und großen Formen.
"In seinem Werk bewahrt Brahms einerseits das klassische Erbe, und andererseits weist er weit in die Zukunft.", so Korff. "Im Gegensatz zu den 'Neudeutschen' [Wagner, Liszt, Berlioz], die nach dem Modernen streben, bemüht er sich um eine Musik, die gleichsam 'dauerhaft', dem historischen Wandel entzogen ist."

Chronologisch rollt der Autor den Aufstieg dieses sicherlich nicht immer ganz einfach zu handhabenden Charakters - Brahms selbst hält sich für gegensätzlich und spricht von zwei Seiten in seinem Wesen - vor dem Leser aus: vom begnadeten Wunderkind, den anfänglich nicht ganz einfachen Jahren in seiner Heimatstadt Hamburg und seinem Drang nach Etablierung, dem Wirken als Dirigent und Pianist, dem Privatleben, dem Verhältnis zu anderen bedeutenden Komponisten der Zeit bis zu seiner Etablierung und dem Zenit seines Ruhmes in Wien; vom Bewohner des armseligen Hamburger "Gängeviertels" zur Elite der großbürgerlichen Welt Wiens.
Am Ende seines Lebens gehörte Brahms zu den berühmtesten Komponisten seiner Zeit.

Doch nicht nur den Lebensweg dieses großen Komponisten und Klaviervirtuosen zeichnet Korff detailgenau nach, sondern er bietet einen, für den musikwissenschaftlich nicht vorgebildeten Leser vielleicht überfordernden, Einblick in Brahms' Schaffen und eine Einführung in seine musikalischen Werke, die relativ tiefgehend musikhistorisch und -wissenschaftlich analysiert und teilweise Satz für Satz besprochen werden.
Doch interessant ist es allemal zu erfahren, wie langwierig zum Beispiel die Entstehungsgeschichte der 1. Sinfonie war. Detailgenau nimmt Korff den Leser mit auf diesem schwierigen Weg bis zur "Geburt".

Trotzdem ist diese Biografie über einen Mann, der u. a. Werke wie "Ein Deutsche Requiem, op. 45", vier großartige Sinfonien (op. 68, 73, 90 und 98), aber auch wunderschöne, fast volksliedhaft anmutende Lieder hinterlassen hat, problemlos lesbar und regt an, sich noch tiefgehender mit diesem "Lamm mit der Löwenmähne" zu beschäftigen. Auf jeden Fall animiert es, dessen wunderbare Musik zu hören, zu genießen und vielleicht auch zu verstehen.

Fazit:
Nach dieser Lektüre hört man Brahms Musik mit anderen Ohren, ja allen Sinnen. Genau so kann und soll die Darstellung von Musikhistorie auf populär verständlichem Niveau funktionieren.

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