Klassische Fantasy mit Drachenreitern, mysteriösen Magiern, Verschwörungen, Rebellen und ein paar Geheimnissen. Insgesamt ein gutes Buch, das sich aber etwas Zeit lässt.
Schreibstil:
Der Text liest sich flüssig. Es gab ein paar Kleinigkeiten, die mir aufgefallen sind, aber nichts, was den Lesefluss wirklich beeinträchtigen würde. Was ich mir noch gewünscht hätte, wären ein paar interessante Metaphern und Bilder. Ansonsten auch noch positiv und bei Selfpublishing-Büchern alles andere als selbstverständlich: Keinerlei Tippfehler oder Ähnliches im Text.
4 Sterne
Charaktere:
Die Figuren sind überzeugend. Sie sind noch jung, deswegen fehlt es vielleicht manchmal an einer gewissen einprägsamen Kontur. Aber glaubhaft und individuell sind sie durchaus, sodass man ihnen gut durch die Handlung folgen kann. Ich kann mir vorstellen, dass man im Folgeband, wenn die Figuren sich mehr von ihrem bisherigen Leben emanzipieren und auch älter werden, noch einiges an Charakterentwicklung zu sehen bekommen wird. Gut dargestellt fand ich die Beziehungen zwischen den Figuren, die auch ohne Klischees ablaufen.
4,5 Sterne
Handlung und Struktur:
Der Einstieg ist mir ein wenig schwergefallen. Für mein Empfinden hat sich der Roman Zeit gelassen, die interessanten Fragen zu stellen. Nach ca. 100 Seiten kamen sie dann durchaus noch, von da an wurde das Buch für mich spannender. Ich hätte also nichts dagegen gehabt, wenn der Einstieg deutlich kürzer ausgefallen wäre. Ich würde also sagen, Leser*innen brauchen ein wenig Geduld. Generell ist die Handlung vielleicht etwas langsam erzählt, weil es erst einmal um das Schicksal der drei Figuren geht und nicht um einen übergeordneten Konflikt. Das muss aber grundsätzlich nichts Schlechtes sein, es gibt viele Bücher, die so funktionieren. Gegen Ende hin gab es dann doch noch Tempo, sodass man Lust auf mehr bekommt.
3,5 Sterne
Tiefgang:
Wie die verschiedenen Charaktere erst einmal in ihrem vorgegebenen Leben und den damit verbundenen Zwängen festhängen, ist gut beschrieben. In gewisser Weise sind die Figuren rebellisch, aber ohne dass dabei die üblichen Rebellen-Klischees bedient werden. Denn es ist eben nicht so einfach, immer zu kämpfen oder alles hinter sich zu lassen, gerade wenn man noch jung ist.
4,5 Sterne
Worldbuilding:
Das Setting ist mitteleuropäisch, ansonsten aber schwer einzuordnen. Es gibt mittelalterliche Elemente wie Bader und Gilden, aber gleichzeitig auch schon ein stehendes Heer, Ballveranstaltungen, ein Luftschiff und Kolonialwaren wie Schokolade, Zucker und Kaffee. Hinzu kommen einige in der Fantasy sehr konventionelle Elemente wie Drachenreiter, Magier und Soldaten, die für die Handlung zentral sind. Das sind natürlich bekannte Motive, aber sie wirken hier nicht abgedroschen. Für mich hat es funktioniert, es hätte aber gerne auch ungewöhnlicher sein dürfen.
4 Sterne
Das Buch war gut. Die Stärke liegt sicherlich in den Figuren. Wer sich gerne mit Menschen beschäftigt, wird hier fündig. Wer einen rasanten Pageturner sucht, eher nicht. Insgesamt würde ich sagen, es ist ein klassisches High-Fantasy-Buch: Es gibt hier Magier, Drachen, Kämpfer, Bauernjungen, Adelige, Rebellen und mehr. Dieser erste Band wirkt dabei wie ein Auftakt für die größere Handlung: erst am Ende verbinden sich die einzelnen Fäden und einige Fragen bleiben offen. Es bleibt also genug Spannendes für die Fortsetzung.
Gesamtwertung: 4,1 Sterne, macht gerundet 4 Sterne











