Malte Welding Sekundenschaf

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Inhaltsangabe zu „Sekundenschaf“ von Malte Welding

"Es müsste Handschuhe für Füße geben", sagte sich Malte Welding neulich. Wenig später wurde dem Autor klar, dass das keine intellektuelle Sternstunde war. Jeder kennt das: Für einen Sekundenbruchteil denkt man völligen Quatsch. Und das Gehirn? Würde am liebsten so tun, als sei nichts geschehen. Vielleicht hat dieses weit verbreitete Phänomen der synaptischen Fehlschaltung deshalb bisher keinen Namen. Dabei liegt er auf der Hand. So ein Gedankenaussetzer ist ein Sekundenschaf.

Hab es mir witziger vorgestellt, aber ein paar sehr lustige Schafe sind schon dabei.

— Arachn0phobiA
Arachn0phobiA

Nette Idee - mehr aber leider nicht!

— ClaudiasWortwelten
ClaudiasWortwelten

Lustig für viele Augenblicke!

— derMichi
derMichi

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  • Malte Welding - Sekundenschaf

    Sekundenschaf
    ClaudiasWortwelten

    ClaudiasWortwelten

    04. March 2016 um 10:30

    Wer kennt sie nicht, diese kleinen gedanklichen Aussetzer, bei denen unser Gehirn nicht auf Hochtouren läuft und wir für einen kurzen Moment etwas tun, denken oder sagen, das überhaupt keinen Sinn macht? Auch ich habe schon nach dem Einkauf das Duschgel in den Kühlschrank geräumt, beim Klingeln des Telefons nach der Fernbedienung des Fernsehers statt nach dem Telefonhörer gegriffen oder verzweifelt nach meiner Brille gesucht, obwohl diese auf meiner Nase saß. Schon im nächsten Augenblick tippt man sich an die Stirn und realisiert im Idealfall sofort, wie doof man jetzt doch war. Malte Welding, Autor, Blogger und Kolumnist der Berliner Zeitung, nennt diese kurzen Gedankenaussetzer „Sekundenschaf“, hat sie auf Facebook, bei radioeins und auf einer eigens eingerichteten Website gesammelt und die besten in seinem Buch Sekundenschaf. Dumm für einen Augenblick veröffentlicht. Meine persönliche Meinung: Eigentlich hatte ich mich auf das Buch gefreut, denn zum einen wurde es mir wärmstens empfohlen und zum anderen finde ich die geistigen Tiefpunkte meiner Mitmenschen zuweilen zum Schreien komisch und hatte mir ein paar Lacher versprochen. Der Begriff „Sekundenschaf“, mit dem der Autor das Phänomen kurzfristiger gedanklicher Irritationen bezeichnet, ist noch recht originell, da er bereits mit dem Lesemechanismus einer gewohnten Wortstruktur spielt. Doch die Erklärung, die Welding im Vorwort des Buches für seine Wortneuschöpfung liefert, konnte mich dann nicht wirklich überzeugen. Er verweist dabei auf den aktuellen Forschungsstand und den niedrigen Enzephalisationsquotienten (EQ) des Schafes, mit dem er auch die Tatsache erklärt, dass Katzen aufgrund ihres höheren EQ im Haus gehalten werden, während die vermeintlich dummen Schafe auf der Weide ihr Dasein fristen müssen. Würde man dieser Logik konsequent folgen, ließe es sich nur schwerlich erklären, warum weitaus mehr Meerschweinchen als Delfine im Haus gehalten werden. Aber das Buch erhebt ja auch keinen Anspruch auf wissenschaftliche Erkenntnis, liefert auch nicht ansatzweise eine Erklärung für das Phänomen des Sekundenschafs, sondern will einfach unterhalten, bzw. zum Lachen bringen. Leider hat die bloße, wenn auch systematische Aneinanderreihung von gelegentlichen Fehlleistungen menschlicher Gehirne mein Komikzentrum nicht getroffen. Die gesammelten Sekundenschafe waren größtenteils zu banal, gewöhnlich und langweilig, mögen in dem Moment, in dem sie sich ereigneten, vielleicht den ein oder anderen Lacher verursacht haben, aber beim Lesen konnten sie mich leider meistens nicht einmal zu Schmunzeln bringen. Auch ich bin ja nicht frei von diesen Fehlzündungen meines Gehirns, aber auch das beruhigende Gefühl, nicht allein bisweilen so blöd zu sein, wollte sich bei mir nicht einstellen. Schade, denn die Idee ansich klang recht vielversprechend und komisch.

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  • weil niemand perfekt ist

    Sekundenschaf
    derMichi

    derMichi

    22. October 2015 um 12:01

    Wir sind modern und schlau und aufgeklärt. Trotzdem verstehen nicht einmal Hirnforscher den menschlichen Denkapparat in vollem Umfang. Kein Wunder, dass das "beste Stück" eines jeden Menschen hin und wieder auf Autopilot schaltet und Sachen fabriziert, auf die man normalerweise nie gekommen wäre. Malte Welding versammelt einige dieser Stilblüten in seinem neuen Buch und nennt sie Sekundenschafe - Gedanken, die so seltsam bis peinlich rüberkommen, dass man sich fragt, wie sowas eigentlich zustande kommt. Eine Erklärung gibt es in diesem Buch zwar nicht, aber immerhin fühlt man sich endlich mal verstanden. Denn diese Sekundenschafe sind angeblich alle echt. Per Radiosendung und einer eigenen Website (sekundenschaf.de) wurden die Ergüsse aus vielen Hirnen zusammengetragen. Daraus bezieht dieses Büchlein einen großen Teil seiner Fasziniation. Keine Redaktion bestimmt was lustig ist, sondern echte Menschen tragen ohne Ende das Material zusammen und schämen sich (vermutlich aufgrund der bewusst fehlenden Namensangaben) noch nicht einmal dauerhaft dafür. Eine schöne Ermutigung, dass man auch mal über sich und seine Fehlerchen lachen kann. Die Einteilung in verschiedene Kategorien ist sinnvoll, so dass man je nach Lebenslage individuell nachschlagen kann, welche Sekundenschafe das Leben bereithält. Einige wenige Episoden wirken derart kurios, dass man nicht umhin kommt, dahinter eher einen guten Geschichtenerzähler, als ein "echtes" Sekundenschaf zu vermuten. Sollte es so sein, dann sind diese aber zumindest gut ausgedacht. Und wer weiß, vielleicht gibt es wirklich Leute, denen so etwas passiert. Auch ich habe schon verzweifelt meine Brille gesucht, obwohl sie bereits da war wo sie hingehört - auf meiner Nase. Eine vergnügliche und ästhetisch ansprechend gestaltete Lektüre, die vor allem ein altes Sprichwort bestätigt: Nobody is perfect. Seitenzahl: 224 Format:  12,3 x 19 cm Verlag: rowohlt

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