Manfred Allié

 4 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Kalt erwischt.

Lebenslauf von Manfred Allié

Manfred Allié, geboren 1955 in Marburg, übersetzt seit über dreißig Jahren Literatur. 2006 wurde er mit dem Helmut-M.-Braem-Preis ausgezeichnet. Neben Werken von Jane Austen, Joseph Conrad und Patrick Leigh Fermor übertrug er unter anderem Romane von Yann Martel, Richard Powers, Joseph O'Connor, Reif Larsen und Patricia Highsmith ins Deutsche. Er lebt in der Eifel.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Erstaunen (ISBN: 9783103971095)

Erstaunen

 (3)
Neu erschienen am 29.09.2021 als Hardcover bei S. FISCHER.

Alle Bücher von Manfred Allié

Cover des Buches Stolz und Vorurteil (ISBN: 9783596907205)

Stolz und Vorurteil

 (4.081)
Erschienen am 24.07.2019
Cover des Buches Schiffbruch mit Tiger (ISBN: 9783596196982)

Schiffbruch mit Tiger

 (1.014)
Erschienen am 12.11.2012
Cover des Buches Gefühl und Vernunft (ISBN: 9783596522774)

Gefühl und Vernunft

 (785)
Erschienen am 29.01.2020
Cover des Buches Superhero (ISBN: 9783257237337)

Superhero

 (279)
Erschienen am 22.04.2008
Cover des Buches Die Karte meiner Träume (ISBN: 9783596184446)

Die Karte meiner Träume

 (281)
Erschienen am 01.11.2010
Cover des Buches Blade Runner (ISBN: 9783596522736)

Blade Runner

 (249)
Erschienen am 23.09.2020
Cover des Buches Der Klang der Zeit (ISBN: 9783104031675)

Der Klang der Zeit

 (196)
Erschienen am 10.02.2014
Cover des Buches Hand aufs Herz (ISBN: 9783257240580)

Hand aufs Herz

 (112)
Erschienen am 19.04.2011

Neue Rezensionen zu Manfred Allié

Cover des Buches Erstaunen (ISBN: 9783103971095)miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Erstaunen" von Richard Powers

Richard Powers – Erstaunen
miss_mesmerizedvor 10 Tagen

Robin war immer schon anders als andere Kinder, was seine Eltern Theo und Alyssa jedoch nicht gestört hat. Doch seitdem die Mutter bei einem Unfall tödlich verunglückte, nehmen Robins Konflikte mit den Mitschülern zu, werden gewalttätiger und die Schulleitung setzt Theo unter Druck: er soll dem Jungen endlich Psychopharmaka verabreichen und ihn ruhigstellen. Doch der Astrobiologe traut den Diagnosen nicht: Autismus, Depression, ADHS - die Ärzte sind sich ja auch nicht einig. Er erinnert sich an ein Neurostimulanzverfahren, an dem er und Alyssa einst als Probanden teilgenommen hatten, vielleicht kann das dem Jungen ja helfen, besser mit anderen Menschen umzugehen. Denn eigentlich ist er ein aufgeweckter kleiner Mensch, der die Natur mit allen Sinnen aufsaugt und eins wird mit der Pflanzen- und Tierwelt und verstanden hat, dass der Mensch gerade dabei ist, all die Schönheit um uns herum zu zerstören.

 

Richard Powers Roman steht auf der Shortlist für den Booker Prize 2021 und auf der Longlist für den National Book Award, was man schon nach nur wenigen Seiten gut nachvollziehen kann. „Erstaunen“ lädt den Leser ein, die Welt mit neuen Augen zu sehen, sich zu wundern über das, was die Natur geschaffen hat, was um uns herum geschieht und diesen Schatz zu erkennen, den wir im Alltag allzu leicht übersehen. Es ist eine Hommage an die Schöpfung, nichts Geringeres und eine Anklage an die Menschheit, wie sie mit ihr umgeht. Selten wurde dieses Thema literarisch so überzeugend umgesetzt.

 

Den Hintergrund der Geschichte liefert das außergewöhnliche Vater-Sohn-Duo. Theo weiß um die Besonderheit und die Probleme seines Jungen, aber er und seine Frau habe gelernt damit umzugehen, wissen, wie sie ihn ansprechen und beruhigen können. Leicht ist es nicht, aber Robins Blick auf die Welt, sein unstillbarer Wissensdurst, wenn es um die Lebewesen geht, entschädigt für all die Sorgen. Beide haben den Verlust der Partnerin und Mutter nicht verkraftet, doch die Beobachtung der Natur, die Alyssa so am Herzen lag und für die sie unermüdlich gekämpft hat, bringen sie ihr und ihrer Überzeugung ein Stück näher.

 

Es ist kein leichter Schritt, in die Gehirnfunktion eines Kindes einzugreifen, doch scheinbar gibt das Verfahren den Entwicklern recht. Robin lernt, sich und seine Emotionen besser zu kontrollieren, sein Gehirn und seine Gedanken zu steuern und eine neutralere Haltung gegenüber den Menschen, die ihn vorher in Rage versetzt haben, einzunehmen. Doch die Wissenschaft will immer weitergehen und ein Vorschlag des Untersuchungsteams bringt noch eine ganz neue Facette ins Spiel, die jedoch Theos Grenzen herausfordert.

 

Auch wenn man nur mäßiges Interesse für Vögel oder das Universum mitbringt, kann der Autor mit seinen Beschreibungen und Erklärungen faszinieren. Er transferiert das, was den jungen Robin beeindruckt, sein Entdecken dieses wundersamen Planeten und des Weltalls, in außergewöhnlicher Weise in eine Geschichte, die eigentlich vor allem um bedingungslose Liebe geht. Bedingungslos zwischen Vater und Sohn, bedingungslos zwischen Robin und der nichtmenschlichen Welt, der er sich zunehmend näher fühlt als seiner eigenen Spezies. Ein in jeder Hinsicht herausragender Roman, der auch nachdenklich stimmt und einem nicht sofort loslässt.

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Cover des Buches Erstaunen (ISBN: 9783103971095)yellowdogs avatar

Rezension zu "Erstaunen" von Richard Powers

Vater-Sohn-Beziehung
yellowdogvor 20 Tagen

Erstaunen ist ein Roman von hoher Qualität, der eine besondere Vater-Sohn-Beziehung zeigt. Theo ist Astrobiologe, der seine Frau bei einem Autounfall verloren hat. Sein 9jähriger Sohn Robin zeigt Züge von Asberger.

Beide sind natürlich schwer in Trauer.

Aber Robin hat auch Angst um die Welt, insbesondere um die gefährdeten Tiere und will am Beispiel von Greta Thunberg mit einem warnenden Plakat vor dem Kapitol protestieren.

Aber es sind die Trump-Jahre und wissenschaftliche Erkenntnisse und Umweltschutz sind für die Gesellschaft und Regierung bedeutungslos.


Der Roman wird durchgängig aus der Sicht des Vaters erzählt, der sich um seinen Sohn sorgt und versucht, ihn in jeder Art zu fördern. Robin ist ein Junge, der fähig ist, genau in die Natur zu sehen und sie in all ihrer Schönheit zu erkennen.

Ihre enge Beziehung hat Richard Powers liebevoll geschildert.

Umso kritischer sieht er die amerikanische Gesellschaft, die so egoistisch und gleichgültig ist.


Richard Powers ist ein bedeutender US-Amerikanische Schriftsteller, der gesellschaftliche Zustände zeigen kann und der zu Recht Pulitzer-Preisträger ist. Erstaunen steht dieses Jahr auf der Shortlist des renommierten Booker-Prize und ich wünsche dem Buch viel Erfolg.

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Cover des Buches American War (ISBN: 9783596299447)Orishas avatar

Rezension zu "American War" von Omar El Akkad

Der Zweite Amerikanische Bürgerkrieg
Orishavor 25 Tagen

Wir schreiben das Jahr 2075. Die Welt hat sich verändert: der Klimawandel hat Florida untergehen lassen und die Grenzen verschoben. Eine Seuche hat das Gebiet von South Carolina unbewohnbar gemacht und Mexico hat südliche Teile der USA annektiert. Gleichzeitig kämpft mal wieder der Süden gegen den Norden: der Zweite Amerikanische Bürgerkrieg ist im vollem Gange. In diesem Szenario lernen wir die junge Sara Chestnut, auch Sarat genannt, und ihre Familie kennen. Schon früh verlieren sie ihren Vater und müssen in ein Flüchtlingscamp umziehen. Als dort bei einem Anschlag viele Flüchtlinge umkommen, beginnt Sarat sich zu radikalisieren und für die Sache des Südens zu kämpfen.

Omar El Akkad Szenario hat einen interessanten und spannenden Hintergrund und klingt nach einem Epos sondergleichen. Zwar fiktiv, doch mit vielen aktuellen Themen, schien El Akkad ein Buch zu schreiben, das ich schon länger lesen wollte. Schließlich scheint er viele relevante Themen anzusprechen: Die Folgen eines sich verändernden Klimas, die Zerrissenheit vieler Länder, der arabische Frühling (der hier zu einem Zusammenschluss aller Länder Nordafrikas führt - ein durchaus spannender Aspekt), Pandemie-bedingte Sperrzonen und und und.

Doch leider enttäuscht das Buch auf mehreren Ebenen. Die spannenden politischen Umwälzungen bleiben eine Randnotiz und man erhält außer der Sichtweise Sarats einfach keinen Einblick in das Geschehen.  Und damit greift das Buch nicht richtig. Es bleibt seltsam abstrakt und auf eine Mikroebene fixiert, die nur das Leben von Sarat und ihrer Familie ins Visier nimmt. Das kann man machen, wenn man einen guten Charakter strickt - man denke an Katniss Everdeen oder Atwoods "Snowman" - die ebenfalls als Hauptfiguren fungieren und wo das super funktioniert. Sarat bleibt abstrakt, man bekommt keinen Einblick in ihre Gedankenwelt, folgt ihr immer von außen, ohne das man ihre Motivation oder Denkweise besser greifen könnte. Gleichzeitig ist da ihre Familie: Bruder Simon, Schwester Dana und ihre Mutter - die als Randfiguren fungieren und noch abstrakter bleiben als Sarat. Und damit  kam ich einfach nicht in die Geschichte. Da halfen auch die eingebauten Zwischenpassagen nicht, die einzelne Aspekte des Konflikts beleuchteten. Zu dröge, zu oberflächlich - die interessanten Aspekte nicht ausgeführt und mit einer Hauptfigur, die das Buch nicht trägt.  El Akkads Buch hätte ein Epos werden können, aber nicht in dieser Art der Ausführung.

Kurzum: Ein spannendes Szenario schlecht umgesetzt. Buch abgebrochen: 290 von 442 Seiten gelesen. 

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