Manfred Böckl Der Bayerische Hiasl

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Inhaltsangabe zu „Der Bayerische Hiasl“ von Manfred Böckl

Kissing bei Augsburg, 1761: Der junge Knecht Matthäus Klostermayr wird von den Werbern des bayerischen Kurfürsten zur Armee gepresst. In letzter Minute gelingt ihm die Flucht, doch von nun an wird er gejagt und muss sich als Wilderer durchschlagen. Gefasst und zu Kerkerhaft verurteilt, schwört er Rache. Rasch erwirbt er sich als Hauptmann der Wildschützen einen Ruf wie Donnerhall. Klostermayr und seine Gefährten schießen das Wild, das die Felder der Bauern verwüstet, und bieten dem Adel und seinen Soldaten die Stirn. Gedeckt und verehrt von der Landbevölkerung, wird der Bayerische Hiasl zum Schrecken der Obrigkeit zwischen Augsburg und Ulm, dem Donautal und den Allgäuer Bergen. Dass er 1768 für vogelfrei erklärt wird, spornt den Wildererhauptmann nur an. In offener Schlacht tritt er den Häschern entgegen und wird zum Symbol der wachsenden Wut auf die Herrschaft der adligen Prasser und Müßiggänger. Mit seiner bekannten Sprachgewalt setzt der Altmeister des bayerischen Historienromans, Manfred Böckl, gestützt auf penible Recherche und mit großem Gespür für die Lebensumstände der Epoche einem echten Volkshelden ein mitreißendes literarisches Denkmal.

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  • Das Leben des Matthäus Klostermayr

    Der Bayerische Hiasl
    Girdie

    Girdie

    23. May 2014 um 11:00

    Der historische Roman „Der Bayerische Hiasl“ von Manfred Böckl ist als Taschenbuch im Sutton Verlag erschienen und umfasst 347 Seiten inklusive Prolog, 25 Kapiteln, Epilog und Glossar. Der Autor erzählt entsprechend dem Untertitel „Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr“, kurz Hiasl oder auch nach seinem Elternhaus „Brentan-Hiasl“ genannt. So teilt sich der Roman einerseits in die Beschreibung des Kindes und Jugendlichen als Sohn eines Gemeindehirten und andererseits in die Erzählung wie Hiasl zum Wildschützen und Vogelfreien wurde. Auf dem Cover ist der Protagonisten mit seinem Hund abgebildet, basierend auf einem zeitgenössischen Kupferstich. Im Glossar findet sich eine ganze Anzahl Erklärungen zu speziell im bayrischen benutzten sowie altertümlichen Bezeichnungen. Das Verzeichnis hätte aber noch ausführlicher sein können. Matthäus Klostermayr, der „Hiasl“ wurde 1736 in Kissing (Bayern) geboren. Sein Vater war Gemeindehirte und half im Herbst und Winter einem befreundeten Herrschaftsjäger, der in Diensten der Jesuiten der Hofmark Kissing stand, bei der Jagd. Bereits als Kind erfuhr der Hiasl so, dass die Jagd sehr nützlich sein kann, denn auch der Jäger erhält in der Regel ein Stück der Beute für sich. Für seine Hilfe im Elternhaus erlaubt ihm der Vater ihn und seinen Freund zu begleiten. Er hat Talent und wird schnell durch seine präzisen Schüsse und seine Jagdmethoden bekannt, so dass er aufgrund der Fürsprache des Herrschaftsjägers mit 16 Jahren zum Klosterjäger und Gutsknecht vom Schlossgut Mergenthau wird. Dort wird er aber aufgrund eines groben Scherzes, den er sich mit einem Pater erlaubt nach zweieinhalb Jahren entlassen und die Jagd wird ihm untersagt. Er findet eine Anstellung als Knecht bei einem Großbauern mit dem er aber in Streit gerät nachdem er mit dessen einziger Tochter und Gutserbin ein Verhältnis begonnen und sie schließlich geschwängert hat. Von Werbern des bayrischen Kurfürsten wird er durch einen Trick zur Armee verpflichtet, kann jedoch nach kurzer Zeit bereits fliehen. So beginnt das Leben als Vogelfreier und die Verfolgung des Matthäus Klostermayr. Immer wieder entzieht sich Hiasl seinen Häschern, oft sogar sehr knapp. In einer Wildererbande, der er sich zunächst anschließt, kommt es zum Streit mit dem Anführer. Doch nach einiger Zeit, die er alleine jagend verbringt, beschließt er eine eigene Bande aufzubauen, der sich immer mehr Wilderer anschließen. Doch es bleibt nicht bei der Wilderei, sondern die Bande verfolgt auch jede Verleumdung gegen eines der Mitglieder, bis dass es schließlich zum Mord kommt. Da es sich um die Darstellung einer historisch verbürgten Person handelt, ist das Ende unabänderlich. Manfred Böckl hat mit dieser Geschichte einen historischen Hintergrund mit seiner Fantasie sehr schön ausgeschmückt. Die ans Moderne angepasste, manchmal deftige Sprache liest sich flüssig. Den Hiasl als Kind stellt der Autor aufgeschlossen, aber als richtigen Lausbub dar. Obwohl er im Laufe der Zeit sich einiger Vergehen schuldig macht, wird er ausschließlich als Opfer der Obrigkeit dargestellt. Adel und Staatsverwalter, vor allem aber den Klerus dagegen stellt der Autor nahezu ohne Ausnahme im negativen Licht dar. Dies ist der dichterischen Freiheit geschuldet. Dadurch bleibt der Protagonist dem Leser auch stets sympathisch. Tatsächlich war der Hiasl auch zu seiner Zeit beliebt, vor allem bei den Bauern, denen er auf Wunsch dabei half, Wildtiere wie zum Beispiel Wildschweine, die die Felder verwüsteten, zu jagen, die die Obrigkeiten gern als schmackhaften Braten auf ihrem Teller sahen. Insgesamt lässt der Autor ein buntes Bild der damaligen Zeit unter Schilderung der Lebensumstände der einfachen Bevölkerung entstehen.

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  • Rezension zu "Der Bayerische Hiasl" von Manfred Böckl

    Der Bayerische Hiasl
    tasmanischer-teufel

    tasmanischer-teufel

    12. February 2013 um 17:22

    Die Rezension ist unter
    http://pudelmuetzes-buecherwelten.de
    zu lesen. Ich bin der tasmanische Teufel

  • Rezension zu "Der Bayerische Hiasl" von Manfred Böckl

    Der Bayerische Hiasl
    LeseMaus

    LeseMaus

    17. October 2012 um 22:03

    Das Äußere: Das Cover des Romans zeigt ein historisch anmutendes Bild unter Verwendung einer Vorlage der Staats- und Stadtbibliothek Augsburg. Ich vermute, dass dies den Helden dieses Romans selbst zeigt, den Bayerischen Hiasl. Ich muss zugeben, dass mir das Bild erst im Nachgang der Lektüre - nachdem ich den Bayerischen Hiasl näher kennengelernt habe - auch tatsächlich gefällt. Im Laden hätte es mich allerdings nicht direkt dazu veranlasst, das Buch in die Hand zu nehmen. Das Innere: Der "Bayerische Hiasl" ist der Name, den die Bayern ihrem Volkshelden gegeben haben - und dies ist auch der Titel des Romans. Es geht um den Jungen Matthäus Klostermayr, der als Sohn eines Gemeindehirten in armen Verhältnissen groß wird. Sein großes Steckenpferd wird die Jagd, und so setzt der Junge alles daran, zu einem sog. "Herrschaftsjäger" zu werden, um seine Leidenschaft auch als Beruf ausüben zu können. Doch durch unglückselige Umstände verkehrt sich die Situation für den jungen Mann ins Gegenteil, und so wird Matthäus auf einmal selbst zum Gejagten auf der Flucht vor der Obrigkeit. Doch dies ist erst der Beginn einer abenteuerlichen Reise... Das Wesentliche: Der erste Teil des Romans schildert die Kindheit und Jugendzeit des kleinen Matthäus. Tagein, tagaus ist sein Vater auf den Feldern unterwegs, und sobald Matthäus groß genug ist, muss er seinem Vater zur Hand gehen. Da das Einkommen als Gemeindehirte jedoch kaum ausreicht, Matthäus und seine Geschwister durchzubringen, entdeckt Matthäus seine Liebe zur Jagd - denn ein Jäger durfte zur damaligen Zeit einen Teil der Jagdbeute für sich selbst verwenden. Matthäus erste Schritte in die Selbständigkeit sind faszinierend beschrieben: hier wird nicht ständig reflektiert und überlegt, Matthäus folgt einfach seiner Überzeugung. Ich mochte diese eher pragmatische Erzählweise des Romans, die nicht zu viel ausschmückt und gerade deswegen sehr authentisch wirkt. Im zweiten Teil des Buches erlebt der Leser Hiasls erste und auch einzige Liebe mit. Hier ist aber auch der Ausgangspunkt für Hiasls endgültige Wandlung zum Wilderer und Freibeuter, denn er wird vom Vater seiner Geliebten ans Militär verraten. Danach ist für den jungen Mann nichts mehr so wie es mal war. Schon immer hat er die Autorität der Obrigkeit angezweifelt - und nun sieht er keinen Sinn mehr darin, denen zu gehorchen, die ihn selbst nicht respektvoll behandeln. Auch in seinen ärgsten Zeiten vergisst Hiasl seine Eltern nicht - es zieht ihn immer wieder in die Heimat, wo Hiasl immer einen Teil seines nicht immer rechtmäßig erworbenen Einkommens abgibt. Diese Verbundenheit mit seinen Angehörigen vermittelt zusätzlich den Eindruck, dass es sich bei Hiasl um einen Mann handelt, der sein Herz trotz aller Umstände immer noch auf dem rechten Fleck trägt. Mir hat gut gefallen, dass Manfred Böckl in seinem Roman zwar zeitgenössische Ausdrücke verwendet, dieser jedoch nicht in Bayerischer Mundart geschrieben ist. Daher lässt sich das Buch durchgängig flüssig lesen - und im Zweifelsfall kann man in den hinteren Teil des Buches blättern, wo ein kleines Glossar für die notwendige Erläuterung unbekannter Begriffe sorgt. Manfred Böckl hat für seinen Roman sehr intensiv recherchiert, denn er zeigt die genauen Wege, die der bayerische Freibeuter auf der Flucht vor der Obrigkeit - gemeinsam mit der sich zwischenzeitlich um ihn sammelnden Bande - verfolgt. Fasziniert hat mich dabei besonders, dass der Protagonist tatsächlich so etwas wie ein Volksheld gewesen sein muss - die Bevölkerung setzt auf ihn als erfahrenen Jäger, der sie von die Felder plündernden "Schwarzkitteln", den Wildschweinen befreit. Ich hatte übrigens während der Lektüre das deutliche Gefühl, dass der Autor selbst eine recht starke Sympathie gegenüber seinem Protagonisten hegt, denn die Schilderungen des gefährlichen, rücksichtslosen Hiasl, der unzweifelhaft ebenso existiert hat, kommen im Buch deutlich weniger vor als Schilderungen seiner menschlichen, jedes Unrecht rächenden Handlungen. Manfred Böckl ist in meinen Augen jedenfalls ein ungewöhnlicher Schriftsteller. Er haucht einer historischen Gestalt derart Leben ein, dass es eine wahre Lust ist, den Weg des Protagonisten durch sein bewegtes Leben zu verfolgen. Das Fazit: Ein historischer Roman, der aufgrund seiner Authentizität lange in Erinnerung bleibt. Für alle, die sich in ein Stück der deutschen Geschichte versetzen lassen möchten, ohne mit unnötigen Fiktionen konfrontiert zu werden. Beeindruckend. Die Bewertung: Vier von fünf Sternen

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  • Rezension zu "Der Bayerische Hiasl" von Manfred Böckl

    Der Bayerische Hiasl
    Girdie

    Girdie

    25. September 2012 um 11:43

    Der historische Roman „Der Bayerische Hiasl“ von Manfred Böckl ist als Taschenbuch im Sutton Verlag erschienen und umfasst 347 Seiten inklusive Prolog, 25 Kapiteln, Epilog und Glossar. Der Autor erzählt entsprechend dem Untertitel „Das abenteuerliche Leben des Matthäus Klostermayr“, kurz Hiasl oder auch nach seinem Elternhaus „Brentan-Hiasl“ genannt. So teilt sich der Roman einerseits in die Beschreibung des Kindes und Jugendlichen als Sohn eines Gemeindehirten und andererseits in die Erzählung wie Hiasl zum Wildschützen und Vogelfreien wurde. Auf dem Cover ist der Protagonisten mit seinem Hund abgebildet, basierend auf einem zeitgenössischen Kupferstich. Im Glossar findet sich eine ganze Anzahl Erklärungen zu speziell im bayrischen benutzten sowie altertümlichen Bezeichnungen. Das Verzeichnis hätte aber noch ausführlicher sein können. Matthäus Klostermayr, der „Hiasl“ wurde 1736 in Kissing (Bayern) geboren. Sein Vater war Gemeindehirte und half im Herbst und Winter einem befreundeten Herrschaftsjäger, der in Diensten der Jesuiten der Hofmark Kissing stand, bei der Jagd. Bereits als Kind erfuhr der Hiasl so, dass die Jagd sehr nützlich sein kann, denn auch der Jäger erhält in der Regel ein Stück der Beute für sich. Für seine Hilfe im Elternhaus erlaubt ihm der Vater ihn und seinen Freund zu begleiten. Er hat Talent und wird schnell durch seine präzisen Schüsse und seine Jagdmethoden bekannt, so dass er aufgrund der Fürsprache des Herrschaftsjägers mit 16 Jahren zum Klosterjäger und Gutsknecht vom Schlossgut Mergenthau wird. Dort wird er aber aufgrund eines groben Scherzes, den er sich mit einem Pater erlaubt nach zweieinhalb Jahren entlassen und die Jagd wird ihm untersagt. Er findet eine Anstellung als Knecht bei einem Großbauern mit dem er aber in Streit gerät nachdem er mit dessen einziger Tochter und Gutserbin ein Verhältnis begonnen und sie schließlich geschwängert hat. Von Werbern des bayrischen Kurfürsten wird er durch einen Trick zur Armee verpflichtet, kann jedoch nach kurzer Zeit bereits fliehen. So beginnt das Leben als Vogelfreier und die Verfolgung des Matthäus Klostermayr. Immer wieder entzieht sich Hiasl seinen Häschern, oft sogar sehr knapp. In einer Wildererbande, der er sich zunächst anschließt, kommt es zum Streit mit dem Anführer. Doch nach einiger Zeit, die er alleine jagend verbringt, beschließt er eine eigene Bande aufzubauen, der sich immer mehr Wilderer anschließen. Doch es bleibt nicht bei der Wilderei, sondern die Bande verfolgt auch jede Verleumdung gegen eines der Mitglieder, bis dass es schließlich zum Mord kommt. Da es sich um die Darstellung einer historisch verbürgten Person handelt, ist das Ende unabänderlich. Manfred Böckl hat mit dieser Geschichte einen historischen Hintergrund mit seiner Fantasie sehr schön ausgeschmückt. Die ans Moderne angepasste, manchmal deftige Sprache liest sich flüssig. Den Hiasl als Kind stellt der Autor aufgeschlossen, aber als richtigen Lausbub dar. Obwohl er im Laufe der Zeit sich einiger Vergehen schuldig macht, wird er ausschließlich als Opfer der Obrigkeit dargestellt. Adel und Staatsverwalter, vor allem aber den Klerus dagegen stellt der Autor nahezu ohne Ausnahme im negativen Licht dar. Dies ist der dichterischen Freiheit geschuldet. Dadurch bleibt der Protagonist dem Leser auch stets sympathisch. Tatsächlich war der Hiasl auch zu seiner Zeit beliebt, vor allem bei den Bauern, denen er auf Wunsch dabei half, Wildtiere wie zum Beispiel Wildschweine, die die Felder verwüsteten, zu jagen, die die Obrigkeiten gern als schmackhaften Braten auf ihrem Teller sahen. Insgesamt lässt der Autor ein buntes Bild der damaligen Zeit unter Schilderung der Lebensumstände der einfachen Bevölkerung entstehen.

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