Manfred Entrich

 3.3 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Taxi to Heaven, Gott an der Tankstelle und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Manfred Entrich

Taxi to Heaven

Taxi to Heaven

 (4)
Erschienen am 10.09.2010
Gott an der Tankstelle

Gott an der Tankstelle

 (2)
Erschienen am 01.03.2013
Was mich täglich atmen lässt

Was mich täglich atmen lässt

 (0)
Erschienen am 01.09.2014
Überzeugend predigen

Überzeugend predigen

 (0)
Erschienen am 01.07.2005

Neue Rezensionen zu Manfred Entrich

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M

Rezension zu "Gott an der Tankstelle" von Manfred Entrich

Fortsetzung an anderem Orte
michael_lehmann-papevor 6 Jahren


 

Waren es im Vorgängerbuch die Sitzbänke von Taxis (und hier und da Sitze in dem ein oder anderen Zug), so weitet Manfred Entrich in seinem neune Buch über „himmlische Begegnungen im Alltag“ nun die Örtlichkeiten doch breit aus.

 

Überall,  scheint es, folgt er seiner „inneren“ Mission als Dominikaner, Prediger und Seelsorger und seinem grundsätzlichen Verständnis, dass der „Himmel“ (nicht nur, aber sehr) in den kleinen Begegnungen auch zu finden ist. Im Treffen auf „Unterwegs-Menschen“ an Orten, wo Reisende sich treffen, aufhalten, einander mehr oder minder zufällig begegnen.

 

Im Zug, Flugzeug, in Buchhandlungen bei Zwischenaufenthalten, im Café, auch an den Tankstellen, natürlich, die schon längst mehr sind als reine „Benzinzapfsäulen“.

 

Die Frage mag natürlich gestattet sein, ob Entrich bewusst jene Begegnungen auswählt, an denen es etwas „abzulesen“ gibt, oder ob ihm die Gabe der tief reichenden Kommunikation einfach ganz grundlegend mit auf seinen Lebensweg gegeben wurde. So viele Menschen, Zufallsbekanntschaften, die nach kürzester Zeit das „Innere ein stückweit nach außen kehren“, die bereit sind, sich auf religiöse Gespräche und Mitteilungen über den Glauben einzulassen, das ist ein Erleben, dass selbst gestandene Priester und Gemeindepfarrer in ihrem beruflichen Umfeld kaum erleben. Aber sei es drum, Entrich lässt in seinen „Alltagsbegegnungen“ ja auch von Beginn an keinen Zweifel daran, was ihn in welcher Form interessiert. Gott und Glauben (katholisch geprägt, natürlich), sind ihm selbstverständliche Fragen und Themen.

 

Dass da das ein oder andere Krankenhaus sich fast schon anbietet für existentielle Gespräche, wie auch im Buch verarbeitet, leuchtet durchaus ein. Aber ein Trappist an der Tankstelle? Das muss man dann schon selbst sich anlesen, welche eher unwahrscheinlichen Begegnungen sich im Alltag eines Reisenden, wie Entrich einer ist, häufig ergeben. Oder auch Frau Noel im Pflegeheim in Emmaus, jenem Ort, der schon seit biblischen Zeiten für eine Gotteserkenntnis ganz anderer Art bekannt wurde. Eine Erkenntnis über das „Innere“ des Menschen angesichts der stets schweigenden Frau Noel, die Entrich durchaus nachdenklich werden lassen und die zeigt, dass nicht immer geredet werden muss, um dem Wesen der Dinge nahe zu kommen.

 

Wie im Übrigen jene Momente, in denen eher geschwiegen wird (und bei denen Entrich nicht nur auf ihm gänzlich Unbekannte trifft) durchaus nachhaltiger  beim Leser wirken, als die teils erbaulichen, teils eher alltäglichen kleinen Gespräche, die Entrich im Buch abbildet. Der Bekannte, der beim Arzt war, der seine Ergebnisse erst Tage später erhalten will, in diese Unruhe kann sich jeder Leser hineinversetzen mitsamt der Freude über den Beistand des Freundes, der es sich nicht nehmen lässt, zum gesetzten Termin mit zum Arzt zu gehen.

 

Einander Beistand leisten, das ist wichtig und das dringt durch viele der Geschichten im Buch hindurch. Und dass da, wo Beistand wirklich spürbar wird, wo echtes Interesse in den Raum tritt, Menschen bereit sind, sich einander ein stückweit zu öffnen.

 

Eine Lektüre, die darauf aufmerksam macht, dass man nicht weit in die Ferne schweifen muss und nicht in abstrakten Gedankengebäuden zu wandern hat, um „Gott im Alltag“ zu finden.

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Rezension zu "Taxi to Heaven" von Manfred Entrich

Rezension zu "Taxi to Heaven" von Manfred Entrich
Shikuvor 8 Jahren

Manfred Entrich reist viel, ob mit dem Auto, dem Flugzeug oder dem Taxi. Dabei trifft er immer wieder Leute, hat interessante Begegnungen, die ihn zum Nachdenken animieren, die ihn mal herausfordern und ihn begleiten. In diesem Buch erzählt er uns von einigen davon, gibt sie uns mit auf den Weg, damit auch wir darüber nachdenken können – wenn wir wollen.

Ich möchte gleich vorwarnen, dass dies eine ziemlich ich-bezogene Rezension wird – einfach weil das Buch mehr als andere die eigenen Gedanken anspricht. Und deswegen möcht ich auch gleich sagen: Ich bin Atheist. Ich glaube weder an Gott noch an Göttin noch an Götter oder Wunder oder was weiß ich. Meine Instanzen heißen höchstens Natur und Zufall. Ich glaube, dass nicht alles, was wir noch nicht erklären können, gleich übernatürlich sein muss. Dementsprechend bin ich eher beschränkt geeignet, auch wenn ich mich als durchaus tolerant einschätze – katholisches Gymnasium und eine Woche Urlaub bei Nonnen sind ja schließlich nicht ohne.
Außerdem dachte ich mir, dass die Inhalte nichts zwangsläufig alle rein kirchlich sein müssen, es geht ja auch ums Menschliche, und damit kann doch jeder etwas anfangen? Ich dachte mir, wenn er immer wieder Taxifahrer trifft, dann ist es eher menschlich, immerhin sind nicht alle Taxifahrer christlich. Außerdem reizte mich diese Idee – immer wieder diese kurzen Begegnungen zu haben, von denen klar ist, dass sie ein einzigartiges Erlebnis bleiben. Diese kurzen Gespräche auf der Fahrt – ja, das fand ich interessant, darüber wollte ich gerne lesen.
Leider kam es so ziemlich anders.
Manfred Entrich erzählt hier keineswegs nur von Taxigesprächen – was ich aufgrund der Beschreibung vermutet hatte – sondern von noch vielen anderen: Im Flugzeug, am Bahnhof, bei Freunden, in der Kirche … Dabei ist er auch nicht immer unterwegs, zumindest nicht im eigentlich physischen Sinne. Allein das hat mich ein wenig enttäuscht, denn so wurde dem Buch sein anfänglicher Reiz genommen. Genau genommen sind die Taxigespräche nicht einmal in der Überzahl – und ob das nun für den einen oder anderen Leser relevant ist oder nicht, es ist eine nichterfüllte, und damit enttäuschte Erwartung.
Umso weniger konnte ich es verschmerzen, dass ein roter Faden fehlte. Es gab nicht – kein Motiv, kein Ort, auch nichts – das immer wieder auftrat, abgesehen davon dass Herr Entrich sich seine Gedanken macht. Gut, er reist auch meistens, aber selbst das wirkt so zusammengewürfelt, dass ich es kaum als wiederkehrender Aspekt anerkennen möchte. Die kurzen Episoden sind größtenteils vollkommen zusammenhangslos aneinandergereiht, selten wird Bezug zum vorherigen Text aufgebaut. Das ist nett, wenn die Geschichten immer mal zwischendurch gelesen werden sollen, aber wer gerne ein Buch am Stück und zusammenhängend liest, wird damit keinen Spaß haben.
Auch inhaltlich konnte mir dieses Buch nur wenig geben. Natürlich sind einige Gedanken interessant und regen an – dagegen kann ich absolut nichts sagen. Aber es sind doch die wenigsten, viele davon habe ich selbst auch schon gehabt, was zwar nicht die Schuld des Buches ist, aber: Hier werden sie meist nur genannt, sie klingen ein wenig nach, sind aber nie so eindringlich, dass sie wirklich Änderung bewirken könnten. Dabei sind es zwei Dinge, über etwas nachzudenken und eventuell für richtig zu befinden, oder aber sich das Ganze zu Herzen zu nehmen und danach zu leben. So weit schafft es das Buch leider nicht zu gehen – womöglich wäre hier ein roter Faden gerade nützlich gewesen, so sind es zu viele allgemeine „Weisheiten“, die gerade mal an der Oberfläche kratzen wollen.
Allerdings muss ich zugeben, dass dieser Eindruck durchaus davon beeinflusst worden sein kann, dass ich einiges für mich schlichtweg nicht annehmen konnte. Der Glauben kommt logischerweise auch mal durch, steht im Zentrum des Gedankens und auch des Gedankenganges. Das es mir als Konfessionslose da schwerer fällt, mich reinzudenken, ist genauso wenig ein Fehler des Buches.
Trotzdem habe ich mich stellenweise richtig geärgert. Dass ein gläubiger Mensch von seinem Glauben überzeugt ist – davon kann man in der Regel ausgehen. Dennoch hatte ich erwartet, dass mehr reflektiert wird, was Gott angeht. Stattdessen wird höchstens mal kurz angesetzt, dass der Mensch ja nicht perfekt sei, aber das war es dann auch schon. Gott ist gnädig, Gott ist toll, Ende.
An anderen – glücklicherweise aber nur an wenigen – Stellen erschien mir Herr Entrich regelrecht unsensibel zu sein. Wenn mir zum Beispiel jemand im Flugzeug, während es Turbulenzen gibt, sagt, dass egal wie tief ich falle, ich ja in Gottes Hand falle, wäre ich herzlich wenig begeistert. Ich sterbe ja trotzdem – was nützen da mir und Angehörigen Gott? Ich hoffe nur, der Sitznachbar war einer der Kollegen, so genau wird dies nicht erwähnt. Wenn nicht – nun, dann gnade ihm Gott.

Ich kann das Buch durchaus empfehlen – vorausgesetzt man ist dem Glauben sehr viel näher als ich, stellt sich auf unzusammenhängende kurze Episoden statt einer Geschichte ein und mag diese Art von Buch, nach dem man auch mal nachdenken kann und soll. Ansonsten ist es eher begrenzt geeignet; wer weiß, vielleicht hab ich es auch alles nur nicht verstanden, weil mir der Gottesglaube fehlt. Dennoch – von mir gibt es leider keine allzu überschwängliche Bewertung.

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catbookss avatar

Rezension zu "Taxi to Heaven" von Manfred Entrich

Rezension zu "Taxi to Heaven" von Manfred Entrich
catbooksvor 8 Jahren

Manfred Entrich ist Pfarrer, Dominikanermönch und ist aufgrund seiner Berufung jemand der viel unterwegs und auf Reisen ist. Auch merkt man ihm schnell an, was seine Berufung ist, schließlich unterhält er sich gerne über Gott und die Welt, begegnet seinen Mitmenschen ohne Vorurteile und fungiert auch gerne mal als eine Art Seelsorger.
Herr Entrich scheint wirklich ein sehr sympathischer und interessanter Mann zu sein, der mit seiner Erfahrung anderen auch gut helfen kann.
Die Gespräche werden wie der Titel es schon verrät nicht nur im Taxi, sondern auch in der Bahn oder auch im Flugzeug geführt. Doch ist es schon eine Berufskrankheit alle Themen schnell in eine katholische Sicht einzufärben.
Es ist sehr interessant zu sehen, wie ein Pfarrer über viele moderne Themen denkt und auch wirklich toll war, dass er keinem Thema ausgewichen ist, sondern mit allen offen und ehrlich da drüber geredet hat, doch empfand ich die Kapitel als zu kurz. Ich hätte mich gefreut, wenn er mehr ausgeholt hätte und noch mehr über sein Leben und Erlebnisse als Pfarrer erzählt hätte.

Hinzu kommt noch, dass ich habe mir von dieser Road-Story doch etwas mehr versprochen. Ich habe mich zwar darauf eingestellt, dass es ein relativ kurzes Vergnügen werden wird mir einigen kurzen Anekdoten aus dem Leben eines Pfarrers, doch von dieser Art und Weise, wie das Buch aufgezogen wurde, bin ich doch mächtig enttäuscht.
Nachdem mir „Und im Zweifel für sich selbst“ schon nicht 100%ig zugesagt hatte, dachte ich, dass ich es nochmal mit einer Road-Story probiere, schließlich sind ja nicht alle gleich. Doch leider muss ich zugeben, dass diese Art von Geschichten wohl einfach nicht mein Fall sind.

Fazit:

Dieses Buch bietet die Möglichkeit in den Kopf eines modernen Pfarrers hineinzuschauen, der vor der Beantwortung der verschiedensten Fragen – auch Fragen über Sex – keine Angst hat, wie man es sonst von geistlichen erwartet.
Es ist ein sehr kurzes und interessantes Buch, dass ich jedoch nur denen weiterempfehlen würde, die kein Problem mit Road-Stories haben!

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