Manfred Entrich Taxi to Heaven

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Inhaltsangabe zu „Taxi to Heaven“ von Manfred Entrich

Über Sex, Geld und Gott spricht man nicht! »Das ist Quatsch«, meint Manfred Entrich, ein Bonner Seelsorger, wortmächtiger Dominikanerpater und passionierter Taxifahrgast. »Im Auto führe ich die interessantesten Gespräche. Nirgendwo kommt man mit wildfremden Leuten leichter ins Gespräch.« Jeder Taxifahrer erkennt den Geistlichen am Kragen und will mit ihm über die wirklich wichtigen Dinge des Lebens reden: über seine Wünsche und Erwartungen an das kurze Leben hier und was danach kommt. Das Buch erzählt von solchen Begegnungen im Taxi to Heaven: ein schnelles, kurzweiliges Roadmovie, das zum Nachdenken und zur eigenen Standortbestimmung einlädt.

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  • Rezension zu "Taxi to Heaven" von Manfred Entrich

    Taxi to Heaven
    Shiku

    Shiku

    28. January 2011 um 15:16

    Manfred Entrich reist viel, ob mit dem Auto, dem Flugzeug oder dem Taxi. Dabei trifft er immer wieder Leute, hat interessante Begegnungen, die ihn zum Nachdenken animieren, die ihn mal herausfordern und ihn begleiten. In diesem Buch erzählt er uns von einigen davon, gibt sie uns mit auf den Weg, damit auch wir darüber nachdenken können – wenn wir wollen. Ich möchte gleich vorwarnen, dass dies eine ziemlich ich-bezogene Rezension wird – einfach weil das Buch mehr als andere die eigenen Gedanken anspricht. Und deswegen möcht ich auch gleich sagen: Ich bin Atheist. Ich glaube weder an Gott noch an Göttin noch an Götter oder Wunder oder was weiß ich. Meine Instanzen heißen höchstens Natur und Zufall. Ich glaube, dass nicht alles, was wir noch nicht erklären können, gleich übernatürlich sein muss. Dementsprechend bin ich eher beschränkt geeignet, auch wenn ich mich als durchaus tolerant einschätze – katholisches Gymnasium und eine Woche Urlaub bei Nonnen sind ja schließlich nicht ohne. Außerdem dachte ich mir, dass die Inhalte nichts zwangsläufig alle rein kirchlich sein müssen, es geht ja auch ums Menschliche, und damit kann doch jeder etwas anfangen? Ich dachte mir, wenn er immer wieder Taxifahrer trifft, dann ist es eher menschlich, immerhin sind nicht alle Taxifahrer christlich. Außerdem reizte mich diese Idee – immer wieder diese kurzen Begegnungen zu haben, von denen klar ist, dass sie ein einzigartiges Erlebnis bleiben. Diese kurzen Gespräche auf der Fahrt – ja, das fand ich interessant, darüber wollte ich gerne lesen. Leider kam es so ziemlich anders. Manfred Entrich erzählt hier keineswegs nur von Taxigesprächen – was ich aufgrund der Beschreibung vermutet hatte – sondern von noch vielen anderen: Im Flugzeug, am Bahnhof, bei Freunden, in der Kirche … Dabei ist er auch nicht immer unterwegs, zumindest nicht im eigentlich physischen Sinne. Allein das hat mich ein wenig enttäuscht, denn so wurde dem Buch sein anfänglicher Reiz genommen. Genau genommen sind die Taxigespräche nicht einmal in der Überzahl – und ob das nun für den einen oder anderen Leser relevant ist oder nicht, es ist eine nichterfüllte, und damit enttäuschte Erwartung. Umso weniger konnte ich es verschmerzen, dass ein roter Faden fehlte. Es gab nicht – kein Motiv, kein Ort, auch nichts – das immer wieder auftrat, abgesehen davon dass Herr Entrich sich seine Gedanken macht. Gut, er reist auch meistens, aber selbst das wirkt so zusammengewürfelt, dass ich es kaum als wiederkehrender Aspekt anerkennen möchte. Die kurzen Episoden sind größtenteils vollkommen zusammenhangslos aneinandergereiht, selten wird Bezug zum vorherigen Text aufgebaut. Das ist nett, wenn die Geschichten immer mal zwischendurch gelesen werden sollen, aber wer gerne ein Buch am Stück und zusammenhängend liest, wird damit keinen Spaß haben. Auch inhaltlich konnte mir dieses Buch nur wenig geben. Natürlich sind einige Gedanken interessant und regen an – dagegen kann ich absolut nichts sagen. Aber es sind doch die wenigsten, viele davon habe ich selbst auch schon gehabt, was zwar nicht die Schuld des Buches ist, aber: Hier werden sie meist nur genannt, sie klingen ein wenig nach, sind aber nie so eindringlich, dass sie wirklich Änderung bewirken könnten. Dabei sind es zwei Dinge, über etwas nachzudenken und eventuell für richtig zu befinden, oder aber sich das Ganze zu Herzen zu nehmen und danach zu leben. So weit schafft es das Buch leider nicht zu gehen – womöglich wäre hier ein roter Faden gerade nützlich gewesen, so sind es zu viele allgemeine „Weisheiten“, die gerade mal an der Oberfläche kratzen wollen. Allerdings muss ich zugeben, dass dieser Eindruck durchaus davon beeinflusst worden sein kann, dass ich einiges für mich schlichtweg nicht annehmen konnte. Der Glauben kommt logischerweise auch mal durch, steht im Zentrum des Gedankens und auch des Gedankenganges. Das es mir als Konfessionslose da schwerer fällt, mich reinzudenken, ist genauso wenig ein Fehler des Buches. Trotzdem habe ich mich stellenweise richtig geärgert. Dass ein gläubiger Mensch von seinem Glauben überzeugt ist – davon kann man in der Regel ausgehen. Dennoch hatte ich erwartet, dass mehr reflektiert wird, was Gott angeht. Stattdessen wird höchstens mal kurz angesetzt, dass der Mensch ja nicht perfekt sei, aber das war es dann auch schon. Gott ist gnädig, Gott ist toll, Ende. An anderen – glücklicherweise aber nur an wenigen – Stellen erschien mir Herr Entrich regelrecht unsensibel zu sein. Wenn mir zum Beispiel jemand im Flugzeug, während es Turbulenzen gibt, sagt, dass egal wie tief ich falle, ich ja in Gottes Hand falle, wäre ich herzlich wenig begeistert. Ich sterbe ja trotzdem – was nützen da mir und Angehörigen Gott? Ich hoffe nur, der Sitznachbar war einer der Kollegen, so genau wird dies nicht erwähnt. Wenn nicht – nun, dann gnade ihm Gott. Ich kann das Buch durchaus empfehlen – vorausgesetzt man ist dem Glauben sehr viel näher als ich, stellt sich auf unzusammenhängende kurze Episoden statt einer Geschichte ein und mag diese Art von Buch, nach dem man auch mal nachdenken kann und soll. Ansonsten ist es eher begrenzt geeignet; wer weiß, vielleicht hab ich es auch alles nur nicht verstanden, weil mir der Gottesglaube fehlt. Dennoch – von mir gibt es leider keine allzu überschwängliche Bewertung.

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  • Rezension zu "Taxi to Heaven" von Manfred Entrich

    Taxi to Heaven
    catbooks

    catbooks

    24. November 2010 um 18:11

    Manfred Entrich ist Pfarrer, Dominikanermönch und ist aufgrund seiner Berufung jemand der viel unterwegs und auf Reisen ist. Auch merkt man ihm schnell an, was seine Berufung ist, schließlich unterhält er sich gerne über Gott und die Welt, begegnet seinen Mitmenschen ohne Vorurteile und fungiert auch gerne mal als eine Art Seelsorger. Herr Entrich scheint wirklich ein sehr sympathischer und interessanter Mann zu sein, der mit seiner Erfahrung anderen auch gut helfen kann. Die Gespräche werden wie der Titel es schon verrät nicht nur im Taxi, sondern auch in der Bahn oder auch im Flugzeug geführt. Doch ist es schon eine Berufskrankheit alle Themen schnell in eine katholische Sicht einzufärben. Es ist sehr interessant zu sehen, wie ein Pfarrer über viele moderne Themen denkt und auch wirklich toll war, dass er keinem Thema ausgewichen ist, sondern mit allen offen und ehrlich da drüber geredet hat, doch empfand ich die Kapitel als zu kurz. Ich hätte mich gefreut, wenn er mehr ausgeholt hätte und noch mehr über sein Leben und Erlebnisse als Pfarrer erzählt hätte. Hinzu kommt noch, dass ich habe mir von dieser Road-Story doch etwas mehr versprochen. Ich habe mich zwar darauf eingestellt, dass es ein relativ kurzes Vergnügen werden wird mir einigen kurzen Anekdoten aus dem Leben eines Pfarrers, doch von dieser Art und Weise, wie das Buch aufgezogen wurde, bin ich doch mächtig enttäuscht. Nachdem mir „Und im Zweifel für sich selbst“ schon nicht 100%ig zugesagt hatte, dachte ich, dass ich es nochmal mit einer Road-Story probiere, schließlich sind ja nicht alle gleich. Doch leider muss ich zugeben, dass diese Art von Geschichten wohl einfach nicht mein Fall sind. Fazit: Dieses Buch bietet die Möglichkeit in den Kopf eines modernen Pfarrers hineinzuschauen, der vor der Beantwortung der verschiedensten Fragen – auch Fragen über Sex – keine Angst hat, wie man es sonst von geistlichen erwartet. Es ist ein sehr kurzes und interessantes Buch, dass ich jedoch nur denen weiterempfehlen würde, die kein Problem mit Road-Stories haben!

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  • Rezension zu "Taxi to Heaven" von Manfred Entrich

    Taxi to Heaven
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    10. October 2010 um 13:17

    Gesellschaftsroman und Finanzmauscheleien „Wenn die Kapitalentwicklung eines Landes das Nebenprodukt eines Spielkasinos wird, wird sie wahrscheinlich wenig günstig verlaufen“. Sagt nicht irgendwer, sagt Maynard Keynes (und der musste es ja eigentlich wissen). Genau dies aber ist eingetreten (unzweifelhaft) und setzt das innere Thema des neuen Buches von Justin Cartwright. Gemächlich erzählt Cartwright dabei seine Geschichte und dieses bedächtige Tempo rührt nicht zuletzt aus der jeweiligen Breite seiner Darstellungen. Eine Breite vor allem ind er Darstellung seiner Figuren, die dem Leser so, wenn auch nicht unbedingt emotional nahe rücken, so doch gut bekannt werden. Bis in das Muster des Sakkos hinein setzt Cartwright so unter anderem die distinguierten Kleidungsgewohnheiten des Patriarchen der englischen Privatbank, Sir Harry Trevelya-Tubal, in den Raum. Ein Geschmack an teurer und distinguierter Kleidung, die so ziemlich das Letzte ist, dessen Sir Harry sich erfreuen kann. Nach einem Schlaganfall und den damit einhergehenden Beschränkungen in Beweglichkeit und Sprache fristet Sir Harry seine Leben in einem der Häuser der Familie in Südfrankreich. Besuch von den Söhnen, der eigenen Frau? Weitestgehend Fehlanzeige. Nur Estelle, seine Sekretärin, seit Urzeiten unsterblich in ihn verliebt, sorgt um ihn, übersetzt seine gutturalen Laute, schreibt (sinnlose) Briefe in Sir Harrys Auftrag an seine geliebte Bank. Seine Bank, in der sein Sohn Justin das Ruder übernommen hat. In schwierigen Zeiten, denn was die Öffentlichkeit und, vor allem, die Investoren der Bank nicht ahnen, ist, dass die Bank auf einer ganzen Reihe fauler Hypothekenspekulationen sitzt. Toxische Papiere. Auch der Trick Julians, die familieneigene Stiftung hinter dem Rücken seines Vaters zu beleihen und 250 Millionen Euro den austrocknenden Geldläufen der Bank zukommen zu lassen (natürlich gut verborgen), wird das Problem nicht grundlegend lösen. Nur der Verkauf der Bank zu Zeiten wird auch die Familie und das Familienvermögen einigermaßen sicherstellen. So laviert Julian per Familienjet und auf dem Rücksitz von Edelkarossen durch die wichtigen Orte der europäischer Finanzwirtschaft, eher um zu verbergen, denn um zu retten. Selbst die von Sir Harry geliebte Segelyacht steht zum Verkauf. Und das alles muss verborgen werden vor dem kranken und alternden Familienpatriarchen, der nicht ablassen will von seiner alten Geschäftsethik des „seidenen Bandes zwischen Bank und Kunden“ Ein Bild im Übrigen, gut gewählt, um die aktuelle Situation der Finanzwirtschaft zu beschreiben, die alles dafür anscheinend tun muss, um den wahren Zustand und die wahren Vorgänge „hinter dem Rücken“ all derer zu halten, die mit der „alten Welt“ einer gesunden Volkswirtschaft noch sich verbunden fühlen. Einer „alten Welt“, die gegenüber der digitalen Transaktionsgesellschaft nur mehr stammelnd und, vor allem, ungehört, sich versucht, einzubringen. So steht Sir Harry nicht nur für die alte Upper Class, sondern auch für jeden modernen „normalen“ Bürger, hilflos und uninformiert am Rande der Trickserien herum. Glücklicherweise (für Julian) deutet sich eine Lösung an. Eine amerikanische Bank will kaufen. Aber natürlich nur, wenn das Unternehmen als gesund dar steht und das geht nur, wenn die Bilanzen entsprechend aufgehübscht werden. Viele Probleme also, die nicht geringer werden, als Insiderinformationen aus der Bank an eine Zeitung durchsickern. Wie und ob das gelöst wird, mit welchen Tricks die Hochfinanz ihre Zahlen schönt und sich ins rechte Licht rückt, das ist der eine Teil der Geschichte, die Justin Cartwright ruhig, bedächtig und mit Breite samt einem jeweils gründlichen Blick auf die beteiligten Personen und die ganzen Täuschungen der Branche erzählt. Eine Ruhe, die leider hier und da auf Kosten des Tempos geht. Spannung taucht kaum auf im Buch, auch Erstaunen über die kleinen und größeren Tricks des Geschäftslebens hält sich in Grenzen und zeigt nichts auf, was man nicht schon wüsste oder zumindest ahnt. So verbleibt ein durchaus flüssig und sprachlich reif erzählter Roman aus der verschwindenden, alten Upper Class Englands, über den Niedergang einer Familie, der auch innerlich voranschreitet und ein breiter, aber letztlich zu bedächtiger Blick in die vielfachen Tricks und Täuschungsmanöver der Finanzbranche mit dem ernüchternden Ergebnis, das heutzutage durch Geld wohl alle Probleme „aufgekauft“ werden können. Angenehm zu lesen, aber ohne wirklich mitreißend gestaltete Höhepunkte erzählt.

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