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Manfred HübnerZwischen Alkohol und Abstinenz. Trinksitten und Alkoholfrage im deutschen Proletariat bis 1914
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Manfred HübnerUmwelterziehung im Rahmen der ökonomischen Bildung in allgemeinbildenden Schulen
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Manfred HübnerFreiberger Dom mit Schloss- und Domviertel
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Freiberger Dom mit Schloss- und Domviertel
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Erschienen am 28.03.2013

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Rezension zu "Zwischen Alkohol und Abstinenz. Trinksitten und Alkoholfrage im deutschen Proletariat bis 1914" von Manfred Hübner

Alkoholkonsum aus der Sicht sozialistischer Geschichtswissenschaft
Sokratesvor 4 Jahren

Es gibt wenig Literatur über die Anti-Alkoholbewegung in Deutschland; die Mehrzahl der Literatur beschäftigt sich mit der amerikanischen Bewegung, die seit dem Amerikanischen Bürgerkrieg und der beginnenden Frauenbewegung um sich griff. Die Ideale und Motivationen der amerikanischen Bewegung fanden jedoch auch in Deutschland Gehör, insbesondere in den Reihen der erstarkenden Frauenbewegung, spätestens ab dem 1. Weltkrieg. So gründeten sich ab 1915 verstärkt in vielen deutschen Großstädten Frauenvereine, die die Abstinenz forderten. Welche gesellschaften Ursachen dem gesteigerten Alkoholkonsum und schließlich der massiven gesellschaftlichen Kritik zugrunde lagen, war eigentlich meine Hauptinteresse, als ich mich auf die Suche nach passender Literatur begab. Gefunden habe ich dieses Buch, das Ende der 1980er Jahre im Berliner Dietz Verlag erschien und sich mit dem Alkoholkonsum der Arbeiterschaft an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert beschäftigt. Unverkennbar ist jedoch der sozialistische Einfluss: Lesart und Interpretation offenbaren ein der Untersuchung zugrunde gelegtes sozialistischen Gesellschaft- und Interpretationsmodell, was mir - außer man möchte Wissenschaftsgeschichte betreiben - eindeutig zu ideologielastig und kapitalismuskritisch erscheint. Mag auch das Wirtschafts- und Arbeitsleben um die Jahrhundertwende an vielen Probleme ursächlich sein, so bleibt eine Interpretation gesellschaftlicher Ereignisse einseitig, wenn sie unter weltanschaulicher Verengung stattfinden. Von daher kann ich dieses Buch nur sehr bedingt empfehlen. Und gleichzeitig einen Aufruf starten, dass die deutsche Geschichtsforschung sich mehr diesem Thema annehmen sollte.

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