Wie rezensiert man ein Buch, in dem nur Kleinanzeigen abgedruckt sind? Schwer, sehr schwer.
Wer liest sie nicht mal flüchtig beim Sitznachbarn in der Bahn, in der liegengelassenen Zeitung in der Kantine – diverse Kleinanzeigen? Natürlich jeder ohne jeglichen Hintergedanken oder sogar der Hoffnung, selbst in einer dieser kleinen Aufrufe erwähnt zu werden. Zumindest geben dies die Wenigsten offen zu.
Täglich werden tausende dieser Annoncen abgedruckt mit dem Glauben, der Angesprochene wird diese lesen und reagiert entsprechend.
Manfred Kerler hat versucht, Kleinanzeigen in verschiedenen Kategorien zu präsentieren, sodaß sich manchmal richtige Kleine Geschichten und Gespräche ergeben.
Jedes Kapitel hat vom Autor eine kleine Einführung und einen passenden Spruch erhalten, wie z.B. der Absatz “Fabelwesen”
Wie Bären und Fische zusammenpassen,
oder über verliebte Engel, Esel und Murmeln.
Tierische Liebe in Kleinanzeigen
ist wie ein Besuch der anderen Art im Zoo.
Was Mausi wohl dazu meint?
Dort kann man staunen über den Einfallsreichtum der Menschen, wenn es um Kosenamen in der deutschen Sprache geht.
Warum Kleinanzeigen zur Kommunikation genutzt werden? Auch das Buch kann darauf keine Antwort geben. Doch jeder Leser wird beim stöbern so seine ganz eigenen Gedanken, Erfahrungen und Sehnsüchte erkennen.
Allerdings sollte der Leser keine spannende Lektüre erwarten, sondern eher ein Buch, das kurzweilige Müßigzeiten überbrücken kann. Kein Werk, das man hintereinander liest, ohne es aus der Hand legen zu wollen.
Mir erging es im Gegenteil so, daß mir die Anzeigen schnell zu viel wurden und ich immer wieder Pausen einlegte.


