Am Ende seines lesenswerten und trotz gelegentlicher Überzeichnungen alarmierenden Buches zieht der Sozialwissenschaftler Manfred Kleine-Hertlage für die Zukunft der europäischen, einst christlich geprägten Gesellschaften und ihrem einstigen Idealzustand ein sehr pessimistisches Fazit:
„Sie werden sich in dem Maße von ihm entfernen, wie die Islamisierung voranschreitet. Die europäischen Werte der Toleranz, des Ethos der Selbstkritik, der Ächtung von Gewalt, der Heiligung des menschlichen Lebens, des intellektuellen Zweifels, des reflexiven Rechts, der Gleichheit der Menschen - und nicht zuletzt die Fähigkeit zum selbstironischen Humor - werden mitsamt den Völkern, die das alles hervorgebracht haben, zuerst an den Rand gedrängt und dann erstickt werden.“
Es sei die islamische Idee des Dschihad, dessen System er über das ganze Buch erklärt und analysiert. Er richte „sich nicht nur einfach gegen andere Religionen, sondern auch gegen ihre Anhänger: gegen ihr Eigentum, ihre Rechte, ihre Selbstachtung, ihr Leben. Nicht nur gegen ihre Anhänger, sondern gegen die Strukturen, die zwischen ihnen Solidarität stiften und sie zu kollektivem Handeln befähigen: gegen ihre Mythen und Ideologien, gegen Staaten und Kirchen, gegen Nationen und Glaubensgemeinschaften.“
Die Auseinandersetzungen über diese Frage, das Durchbrechen des politisch korrekten Status Quo der Debatte, ist mittlerweile aus den Rändern bis in die Höhe Politik gelangt. Der Fraktionsvorsitzende der hessischen CDU hat mit der ausdrücklichen Unterstützung des hessischen Ministerpräsidenten und stellvertretenden CDU-Vorsitzenden Volker Bouffier dem politischen Islam das Streben nach der Weltherrschaft unterstellt und zu absoluter Vorsicht aufgerufen.
Das Appeasement weiter Teile des deutschen Kulturbetriebs gegenüber den religiösen Bedürfnissen des Islam bei gleichzeitiger Verachtung und Verhöhnung christlicher Symbole und Inhalte hat der ehemalige evangelische Bischof des Brandenburgischen Kirche und Ratspräsident der EKD Prof. Wolfgang Huber in der ZEIT vom 25.11.2010 zu Recht beklagt. Was den Christen heilig sei, werde in zeitgenössischen Operninszenierungen regelmäßig verhöhnt, Nur dem Islam zolle man noch Respekt, der bis zur Absetzungen von Stücken gehe, erinnert Huber an den Streit um Mozarts Oper „Idomeneo“ in der Inszenierung von Hans Neuenfels in Berlin 2006.
„So lange es nicht um den Islam geht, scheint das Heilige Regisseuren wie Publikum inzwischen egal zu sein. Doch solche Gleichgültigkeit ändert nichts daran: Heilig ist das Gegenteil von egal. Die Christen hierzulande sollten deshalb ihre eigenen religiösen Überzeugungen und Gefühle wieder ernst nehmen. Dann würden religiöse Tabubrüche auch bemerkt, wenn es nicht um den Islam geht. Der Islam kann schließlich nicht zur einzigen Religion werden, mit der man in Deutschland respektvoll umgeht – und das auch noch aus Angst.“








