Manfred Koch Kaltfront

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Inhaltsangabe zu „Kaltfront“ von Manfred Koch

Eine junge Frau liegt nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Tiefschlaf. Ihr Mann, ein erfolgloser Maler, glaubt den Grund für diese Verzweiflungstat zu kennen: eine viele Jahre zurückliegende Vergewaltigung. Jetzt bedrängt er seinen Bruder, ihm zu helfen, den unbekannten Täter zu finden, um sich an ihm zu rächen. Es ist nicht die erste Verschwörungstheorie, in der er sich verheddert. Doch der Bruder weigert sich. Er hat genug andere Probleme am Hals: In der Ehe mit seiner Frau läuft einiges ebenso schief wie in der Kunstgalerie, die er mit ihr gemeinsam (und vom Geld ihres Vaters) betreibt. Eine frühere, totgeglaubte Freundin taucht auf rätselhafte Weise wieder auf, ein seltsamer Mann mischt sich in sein Leben ein. Doch sein Bruder lässt nicht locker, allmählich verflechten sich die dramatischen Handlungen und ein Plan wird sichtbar. Aber wer ist der Mastermind? Ein Drama um Liebe, Obsessionen, Gier, Schuld, Hass, Vergeltung, Intrigen, Lügen und Tod, das vor der Kulisse einer österreichischen Stadt mit ihrer sogenannten besseren Gesellschaft, der Kunst- und Festspielschickeria spielt und direkt in die eiskalten Abgründe der menschlichen Seele führt.

Phychologisch anspruchsvoll!

— Sumsi1990

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  • Ein bösartiger Zwerg und die Macht rothaariger Frauen

    Kaltfront

    AnnaChi

    19. July 2016 um 12:17

    Schade, dass dieser Thriller so überkonstruiert ist und die Beziehungen zwischen den handelnden Personen so unwahrscheinlich sind. Trotzdem ist die Geschichte spannend und es gibt vieles, was mir ausgesprochen gut gefallen hat und mich auf andere Bücher dieses Autoren hoffen lässt. Da ist die Hauptfigur, die sich für einen Gutmenschen hält, aber alle anderen instrumentalisiert und auch über Leichen geht um ihre Ziele zu erreichen. Da ist die nicht nur ein bisserl bösartige Karikatur der Wiener "Kunst"-Szene und -Schickeria ( so ein Wort wie "Hirschhornknopfadel" muss man doch einfach lieben!). Der Autor schaut genau hin, seziert und schreibt doch in einem locker-beschwingten Stil, der einfach Spaß macht. Trotz lediglich drei Sternen Leseempfehlung für Freunde der gehobenen Krimiunterhaltung!

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  • Die Abgründe des Menschen!

    Kaltfront

    Sumsi1990

    03. May 2016 um 13:39

    Ich bin seit dem Buch Hexenspiel ein Fan von Manfred Kochs Thriller, weil sie eben anders sind und tief in die psychischen Abgründe eines Menschen abdriften.Dies war auch in diesem Buch der Fall. Jedoch muss ich ehrlich sagen, dass es mir hier manchmal ein bisschen zu crazy wurde. Das Buch war durchaus gut und dafür auch 3 Sterne, aber es war eben schon fast zu viel des Guten.Wenn man nicht auf etwas "kranke" Bücher mit nicht immer sympathischen Charakteren, deren Entscheidungen man nicht immer nachvollziehen kann, steht ist es jedenfalls nicht zu empfehlen. Mag man sowas jedoch schon, wird man voll auf seine Kosten kommen!

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  • Leserunde zu "Totgelacht" von Manfred Koch

    Totgelacht

    Verlagsgruppe_Styria

    Liebe Leserinnen und Leser! Dieses Mal haben wir uns eine besondere Aktion für euch überlegt. Ihr habt die einmalige Chance, die satirische und durchaus schwarzhumorige Kurzkrimi-Sammlung "Totgelacht" von Manfred Koch, die in Deutschland am 15. Juni erscheint, vorab zu lesen! Über den Inhalt: Wer pointierten Witz und absurden, abgrundtiefschwarzen Humor mag, wird Manfred Kochs neues Buch lieben. In 20 Kurz-Krimis spielt er mit Versatzstücken und Motiven der klassischen und neueren Krimi-Literatur und nimmt den überbordenden Krimi-Hype auf die satirisch-literarische Totengräber-Schippe. Kriminell schräge Geschichten für hartnäckige Krimifans, Krimi-Overkill-Geschädigte und Immer-schon-Krimi-Verächter. Ein mordsmäßiges Lesevergnügen, böser, satirischer, schwärzer, witziger, frecher und intelligenter, als es die Kriminalpolizei erlaubt. Prädikat: Einfach zum Totlachen! Zur Leseprobe eines "Kürzestkrimis" geht's hier. Über den Autor: Manfred Koch wurde 1950 in Graz geboren und lebt seit 1971 in Salzburg. Er war Werbetexter, Dramaturg und Regieassistent und ist seit 1980 freier Schriftsteller. Bekannt wurde er u. a. mit seiner satirischen Kolumne „Eingekocht“ in den „Salzburger Nachrichten“ und als Mitbegründer und Textautor des Salzburger Affronttheaters (ARD/ORF/SRG-Kabarettpreis „Salzburger Stier“ 1995). Neben Arbeiten für TV, Hörfunk und Theater schrieb Manfred Koch mehrere Bücher. Bei Styriabooks: 2011 „Hexenspiel“ (Psychokrimi), 2013 „Kaltfront“ (Psychothriller) – nominiert für den „Friedrich-Glauser-Preis 2014“ (Kategorie: Bester Kriminalroman). Wie kommt ihr nun an ein exklusives Vorabexemplar? Bewerbt euch bis einschließlich 25.5. hier und schreibt uns, warum ihr euch für Totgelacht interessiert und was euch an der Leseprobe gefallen hat! Zu gewinnen gibt es Printexemplare oder ebooks (epub oder mobi-Format). Bitte gebt bei eurer Bewerbung an, was ihr lieber hättet. Nach Ende der Bewerbungsfrist werden die Gewinner hier veröffentlicht und erhalten außerdem eine private Gewinnverständigung! Im Gewinnfall erwarten wir von euch: - aktive und zeitnahe Teilnahme an der Leserunde - eine Rezension in mindestens einem der gängigen Kanäle (amazon, lovelybooks, wasliestdu etc.) Viel Erfolg wünscht euch euer Styriabooks Team

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    Verlagsgruppe_Styria

    20. July 2015 um 10:21
  • Totgelacht

    Totgelacht

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    In "Totgelacht" sind 20 Kurzkrimis enthalten, die einfach nur klasse sind. Die Geschichten sind alle unterschiedlich, vom Inhalt, von der Länge, man kann schmunzeln, nachdenken, vergleichen und sich natürlich totlachen. Teilweise ehrlich, zynisch, makaber, böse, frech, intelligent und lustig erzählt, hat man beim Lesen viel Abwechslung in den angenehm kurz gehaltenen Geschichten, und kann genüsslich eine Geschichte nach der anderen weglesen. Mir hat nicht nur die Auswahl der einzelnen Krimis gefallen, die Vielseitigkeit und Abwechslung, da keine Geschichte der anderen ähnelte, sondern auch der Schreibstil und der sprachliche Ausdruck des Autors. Manfred Koch hat mit "Totgelacht" wunderbare, spannende und lustige Kurzkrimis erzählt, die mir bei dem tollem Schreibstil und der Auswahl an unterschiedlichen Geschichten unheimlich viel Lesefreue bereitet haben. Ich würde mich sehr über weitere Krimi's von Manfred Koch freuen und kann nur jedem Krimiliebhaber dieses Buch empfehlen.

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  • "Kaltfront" am besten an heißen Tagen zu lesen

    Kaltfront

    Buecherspiegel

    12. July 2014 um 19:21

    Ein zwanghafter Kleinwüchsiger, dazu ein nicht „Nein“ sagen könnender großer Bruder, Schicksalsschläge in der Familie, mehr braucht der österreichische Autor,  Manfred Koch, nicht, um ein bauchgrummeln verursachenden Krimi zu schreiben. Es bereitet dem Leser mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zumindest ein Stirnrunzeln, wenn nicht gar ein schmerzhaftes ziehen in der Bauchgegend, diesem sich immer wieder wiederholenden kleinen Bruder „Thomas“, dem der Große „Markus“  zuhören muss, zu folgen. Die Eltern sind bei einem Unfall ums Leben gekommen, aber so einfach kann, so einfach darf es nicht gewesen sein, da müssen andere im Spiel gewesen sein, die, die Thomas fortwährend das Leben schwer machen, ihm im Wege sind. Diese anderen gilt es zu verfolgen und auszumerzen und der Bruder muss helfen. Und anstatt einmal Thomas aufzuklären, erfindet Markus Geschichten, die wahr sein können oder auch nicht. Diese Unfähigkeit, seinem Bruder einmal Genaueres zu sagen, so wie es ist, auch das immer wieder zu lesen, ist schwer zu ertragen. Ständig möchte man rufen, nun trau dich doch endlich, mach dem ein Ende, aber so, wie Markus sich dadurch immer wieder in Schwierigkeiten bringt, so nutzt er doch letztendlich den an Verschwörung Glaubenden schamlos aus. Die Kälte in „Kaltfront“ lässt einen schütteln, zu einer Decke greifen, einen heißen Tee auf dem Couchtisch stellen. Nur einmal ist der Autor sofort zu durchschauen, wenn Markus seiner Frau den Kleinwüchsigen jüngeren Bruder vorstellt. Schade eigentlich. Koch versteht es, immer mehr Häppchen dem Leser zu servieren, so wie Markus sich Rotwein saufend von falschen Freunden und Frauen zu trennen versucht, die immer  dann in sein Leben eintraten, „wenn er gerade nichts besseres vorhatte“. Die vielen Erzählebenen, Zeiten, Haupt- und Nebenfiguren und ebenso vielen  Begebenheiten überraschen ständig aufs Neue, man will nicht aufhören zu lesen. Nie erwischt worden bei irgendwelchen Verbrechen, wird Markus am Ende …

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  • Kaltfront

    Kaltfront

    Thrillertante

    04. April 2014 um 07:38

    Mit großer Vorfreude, aufgrund des spannenden Klappentextes, bin ich an dieses Buch herangegangen. Die Frau eines recht erfolglosen Malers begeht einen Selbsmordversuch und liegt anschließend im Koma. Der Ehemann meint den Grund für die Tat zu kennen und erhofft sich Hilfe von seinem Bruder. Allerdings hat dieser wenig Interesse seine Hilfe anzubieten, denn er hat genügend Probleme sowohl in der Ehe mit seiner Frau, als auch in der Kunstgalerie die das Ehepaar miteinander betreibt. Der Maler gibt sich allerdings nicht geschlagen und bedrängt seinen Bruder weiterhin. Ich muss sagen, dass ich ganz große Probleme mit diesem Buch hatte. Für mich hat "Kaltfront" wenig mit Psychothriller zu tun. Anfangs war ich noch recht angetan, allerdings wollte sich bei mir einfach keine Spannung einstellen. Das Buch handelt in erster Linie von der schwierigen Kindheit und Jugendzeit der beiden Brüder und dem Leben als Erwachsene. Der eine Bruder - Thomas - bekommt sein Leben nicht wirklich mit seiner Malerei auf die Reihe und der andere - Markus - setzt sich mehr oder weniger ins gemachte Nest, biegt sich die Dinge so zurecht, dass sie einfach passen und ist in Wahrheit alles andere als glücklich in seiner Ehe mit einer ziemlich überkandidelten Frau, die allerdings auch nur ein Luxus-Leben führen kann, weil ihr Vater das finanziert. Dann erkrankt Markus an Krebs und plötzlich bekommt er ein schlechtes Gewissen und schreibt sein Leben in der Klinik an einem Laptop nieder. Erst im Krankenhaus wird das wahre Innenleben von Markus mit Hilfe einer Psychologin, die allerdings selbst Probleme hat und ihren Vater sucht, ans Licht gebracht. Was mir gar nicht gefallen hat ist, dass der Autor sich in so vielen Worten ergeht, dass es mir wirklich schwer fiel "Kaltfront" zu folgen. Ständig wartete ich darauf, dass doch jetzt bitte endlich mal was passiert. Nach ca. zwei Dritteln des Buches nimmt das Buch dann doch etwas Fahrt auf, was mich allerdings auch nicht wirklich überzeugt hat. Ich würde das Buch eher in der Sparte Drama sehen. Für mich persönlich zu wenig Psychothriller und viel zu viel Schickeria mit teils ausufernden Schilderungen.

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  • Zwei Brüder und Roswitha

    Kaltfront

    Katzenpersonal_Kleeblatt

    21. February 2014 um 13:21

    Alles fängt an dem Tag an, als Markus' Bruder ihn mitten in der Nacht anruft und ihm mitteilt, dass seine Frau Claudia auf der Intensivstation liegt, nachdem sie versucht hat, Selbstmord zu begehen. Markus fühlte sich schon seit dem Tode der Eltern verantwortlich für seinen jüngeren Bruder Thomas. Die Eltern starben, als Markus gerade volljährig war. Er war mit der Erziehung des Bruders überfordert, konnte aber vieles mit Geld kompensieren, da ihre Eltern nicht mittellos waren. Thomas, der kleinwüchsig ist, hat den Tod der Eltern nie verwunden, der auch seine Psyche stark prägt. Als Markus Roswitha kennenlernte, lebten beide Brüder auf. Sie zog für die letzten 3 Jahre ihres Studiums bei ihnen ein. Markus und sie führten eine sehr intensive Beziehung und auch Thomas verliebte sich heimlich in Roswitha. Aber von einem Tag auf den anderen verließ Roswitha sie und hinterließ nur einen Zettel auf dem Küchentisch. Von diesem Schlag sollten sich beide Brüder nie wieder erholen. Als jetzt Thomas Frau Claudia im Krankenhaus im Koma liegt, dreht dieser völlig durch, glaubt er doch zu wissen, dass sie vor Jahren vergewaltigt wurde und sie das niemals wirklich verarbeitet hat. Markus, der momentan seine eigenen Probleme hat, nimmt das alles nicht ernst. Er ist damit beschäftigt, die Kunstgalerie, die er und seine Frau auf Kosten des Schwiegervaters betreiben, am Leben zu erhalten und auch seine Ehe zu retten. Wer hat da schon Zeit für den Bruder, der eh nur ein Spinner ist? ... Ich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich in den Roman hineinkam.  Es ist eine seltsame Konstellation, die Beziehung der Brüder zueinander. Markus, der sich immer für seinen Bruder Thomas verantwortlich fühlte, muss diesen über Jahre hinweg belügen, um dessen Psyche und Fiktion auf Roswitha nicht weiter zu belasten. Aber auch er kann das Thema Roswitha nicht ad acta legen, wenn auch aus anderen Gründen als Thomas. Das ganze Maß von Markus Schuld kommt zum Ende zur Sprache. In dem Buch geht es um die Beziehung der Brüder zueinander und dem gestörten Verhältnis zu Roswitha. Jeder der beiden verarbeitet das Verschwinden anders, aber ihr Lebensweg ist davon geprägt. Ich weiß nicht wirklich, ob ich dieses Buch als Psychothriller bezeichnen würde, denn lange Zeit passiert nichts, was dieses Genre ausmacht. Erst nach der Hälfte findet man Elemente, die diese Bezeichnung verdienen. Die Geschichte plätschert anfangs ein wenig vor sich hin, ohne dass man als Leser eine Idee hat, wohin diese führen wird. Die Protagonisten haben mich alle nicht überzeugt und ich möchte im realen Leben auch keinem von ihnen begegnen. So ganz nebenbei gibt es noch eine kleine Nebenhandlung, in der eine Psychologin ihren Vater sucht und durch Markus hofft, diesen zu finden. Die Geschichte hat mich nicht völlig überzeugt zurückgelassen und ich habe mich mit der Bewertung in diesem Fall sehr schwer getan. Die Bewertung würde ich zwischen 3 und 4 Sterne ansetzen, aber da wir keine halben Sterne vergeben, geht die Bewertung zugunsten des Angeklagten :-).

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  • Liebe, Schuld und Tod

    Kaltfront

    michael_lehmann-pape

    16. September 2013 um 13:35

      Es wird eine ganze Weile dauern, bis der Leser in den vielfachen und wortreichen „Ausflüssen“ des Markus S. (aus dessen Perspektive Koch diesen Roman erzählt) eine erkennbare Struktur entdeckt. Was sicherlich auch damit zu tun hat, dass jener Markus hier und da dazu neigt, sich die Welt ein wenig zurecht zu biegen. Eigene Versäumnis, Schuld, eigenes, auch schweres Vergehen, erst einmal an den Rand zu schieben und, vor allem, dem Leser ein wenig schön zu reden.   Aber ganz so einfach hat es dieser Markus auch nicht, vor allem nicht mit seinem Bruder. Nach dem plötzlichen Tod der Eltern war er als großer Bruder verantwortlich für den kleinwüchsigen, instabilen Thomas. Der so auf sich bezogen, so innerlich unberechenbar und schwankend in der Welt steht (und stand), dass Markus mehr angewidert als mit Sympathien diesem gegenüber steht. Zum Glück war ja genug Geld als Erbe da, das er sich in früheren Jahren nicht wirklich kümmern musste. Um einen, der sogar Roswitha, die erste Liebe des Markus, emotional mit in Beschlag nahm. Roswitha, die plötzlich nicht mehr da war, was Thomas auf längere Sicht hin wesentlich schlechter verkraftet als Markus. Mit Grund übrigens, wie sich im Lauf der Geschichte bei dem zeigen wird, was zwischen Markus und Roswitha wirklich geschehen ist.   „Keine Ahnung, was mich davon abhielt, Thomas zu erklären, er solle mich mit seinen Problemen in Ruhe lassen“. (Vor allem mitten in der Nacht).   In der Gegenwart der beiden nun erwachsenen, aber nur oberflächlich gestandenen scheinden Brüder hat Tanja, Thomas Frau, einen Selbstmordversuch unternommen. Und das nicht einfach so. War es aber wirklich eine Vergewaltigung, die sie zu diesem Schritt trieb, wie Thomas es fest annimmt? Tanja liegt im Koma und kann keinen Aufschluss geben, Thomas aber hatte ja schon immer eine rege und vorschnelle Fantasie. Er geht in Spur. Den wird er finden. Und Markus hat zu helfen. Dafür ist er doch da.   Aber jener Markus hat eine ganz eigene Geschichte, hat Tiefen, die zu Beginn des Buches kaum zu ahnen sind und die erst (Zeitsprung) Jahre später durch eine Psychologin angegangen werden. Zu einem Zeitpunkt, an dem der Leser längst den ganzen Untiefen und gegenseitigen verdeckten Verhältnissen durchaus gebannt folgt. Mit einem leichten Gefühl des Angewidert seins, denn wirkliche Sympathieträger sind weder Markus noch Thomas. Ganz im Gegenteil, wie beide sich ihre Welt zurecht legen, wie sie ohne Rücksicht auf andere „Ihr Ding“ machen, das geht schon auch unter die Haut und ist ein symbolischer Hinweis darauf, dass es „in der Welt kalt wird“. Eine „innere Kaltfront“, die fast mythischer Weise ganz am Ende des Buches sich noch vollends Bahn brechen wird und damit aufzeigt, wie es um Markus S. innerlich wirklich bestellt ist.   Nicht immer temporeich und spannend allerdings geht es voran. Ins einem Bemühen, den Leser in die tiefsten Tiefen der Persönlichkeit gerade des Markus zu führen, bietet Koch viele Worte, einen ganzen Fluss von Worten, Betrachtungen, Selbstmitteilungen und Darstellungen, wie er die Welt sieht, bei jenem Markus auf. Nicht alle dieser Sequenzen und Nuancen wären zum Verständnis des Geschehens nun unabdingbar nötig gewesen, Längen, auch hier und da leichte Verwirrungen stellen sich manches Mal ein, neben den meist gelungenen Passagen der psychologischen „Entfaltung“ und den treffend gezeichneten und wichtigen Frauengestalten um Markus herum.   Alles in allem ein hier und da leicht ausufernden, durchaus aber emotionsreicher und faszinierender Blick in die Abgründe von Menschen, in spannungsreiche Beziehungen, die auch die Entwicklung einer zunehmenden inneren Kälte gut ins Bild rückt.

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  • ganz gut gemacht.....

    Kaltfront

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    16. September 2013 um 06:53

    Kurzbeschreibung Eine junge Frau liegt nach einem Selbstmordversuch im künstlichen Tiefschlaf. Ihr Mann, ein erfolgloser Maler, glaubt den Grund für diese Verzweiflungstat zu kennen: eine viele Jahre zurückliegende Vergewaltigung. Jetzt bedrängt er seinen Bruder, ihm zu helfen, den unbekannten Täter zu finden, um sich an ihm zu rächen. Es ist nicht die erste Verschwörungstheorie, in der er sich verheddert ... Doch der Bruder weigert sich. Er hat genug andere Probleme am Hals: In der Ehe mit seiner Frau läuft einiges ebenso schief wie in der Kunstgalerie, die er mit ihr gemeinsam (und vom Geld ihres Vaters) betreibt. Eine frühere, totgeglaubte Freundin taucht auf rätselhafte Weise wieder auf, ein seltsamer Mann mischt sich in sein Leben ein. Doch sein Bruder lässt nicht locker, allmählich verflechten sich die dramatischen Handlungen und ein Plan wird sichtbar. Aber wer ist der Mastermind? Meinung Ersten Mal muß ich sagen, das „Kaltfront“ für mich kein typscher Psychothriller ist, sondern eher ein Drama, denn es geht darum, das zwei Brüder viele Schicksalsschläge hinnehmen und verarbeiten müssen. Dies gelingt einem mehr, dem anderen weniger. Das ganze Buch erzählt von Liebe, Hass, Intrigen, Lügen und dem Tod. Ich bin etwas zwiegespalten. Auf der einen Seite hat mir „Kaltfront“ gut gefallen, aber auf der anderen Seite war er mir zu lasch, teilweise unverständlich und eine wirklichen Spannungsaufbau gab es nicht. Vielleicht konnte ich mich ja nicht genug in die Personen hineinversetzen, die der Autor jedoch sehr authentisch und real dargestellt hat. Mir war auch das Schicki-Micki-Gehabe viel zu anstrengend und zu überschwänglich. Alle sind neidisch und wollen immer mehr. Als der ältere Bruder Markus dann nach Jahren Krebs bekommt, steigen seine Zweifel an seinem früheren Leben enorm an. Er bekommt Gewissensbisse, lüftet Geheimnisse und schreibt alles auf seinem Laptop bis ins kleinste Detail auf. Zeitgleich im Krankenhaus erhält er eine Psychologin, welche mit der Zeit durch die Erzählungen von Markus herausfindet, das sie eigentlich in diesem Fall mit involviert ist. Sie legt ihre Psychologiekenntnisse ab, entwickelt Hassgefühle und schmiedet Pläne, Markus zu vernichten. Diese Einschübe, meistens am Ende eines Kapitels wurden in einer anderen Schrift gehalten, damit man nicht durcheinanderkommt. Mich haben diese Sprünge auch wirklich nicht verwirrt und ich konnte mir alles gut vorstellen. Der Schreibstil hat nichts spannendes, ist aber flüssig und leicht. Manko für mich war leider zu kleine Schrift. Dadurch zogen sich manche Seite einfach in die Länge. Am Schluß wird alles aufgedeckt und manchmal siegt halt die Gerechtigkeit Gottes doch. Cover Das Cover wurde ziemlich ganz in weiß gehalten. In der rechten unteren Ecke liegt ein toter Vogel im Schnee, welcher im Buch auch vorkommt. Kein besonderes Cover, das ich mir wahrscheinlich nicht selbst gekauft hätte. Fazit „Kaltfront“ war für mich ein Drama, mit wenig Spannung und es fehlte einfach das gewisse Extra, um als Psychothriller durchzugehen. Trotzdem hat mir dieses Buch einige gute Lesestunden bereitet und ich vergebe ihm 3 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung.

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