Manfred Lukaschewski

 4,8 Sterne bei 10 Bewertungen
Autor von Morden für Anfänger, Morden für Fortgeschrittene und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Manfred Lukaschewski

Nach dem Abitur 1970 Physikstudium und anschließend Tätigkeit bei der Kripo. 1979 bis 1983 nochmaliges Studium an der Humboldt-Universität und Abschluss als Diplomkriminalist. 1984 Promotion. Nach der Wende hauptsächlich in der Jugendarbeit tätig. Dann einige Jahre auf einem Großflughafen im Bereich Luftsicherheit. Autor von: "Kompendium der Kriminalistik" 2012, "Kompendium der Kriminalistik - Band II" 2013 und einiger eBooks. Verheiratet und vier erwachsene Kinder.

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Morden für Fortgeschrittene (ISBN: 9783947220564)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Morden für Fortgeschrittene" von Manfred Lukaschewski

Band 2 besser als Band 1
Gwhynwhyfarvor einem Jahr

»Versuсhen wir zunächst, etwas Ordnung іn diеses Chаos zu bringеn und ѕtellеn uns die Frage, ob man die Todeѕursachеn grob in beѕtimmte Klassеn еіntеilеn kann: Man kаnn! – Tod durch Schussverletzungen – Tod durch ѕtumрfe Gеwalt – Tоd durсh hаlbscharfе Gewаlt – Tod durсh ѕcharfе Gеwalt – Tоd durсh Strangulation – Tod durch Temperаtureіnwirkung – Tod im flüssigen Medium – Tod durch Gіft – Tоd durch Elektrizität …«


»Morden für Anfänger« war für mich eine interessante Lektüre, die Polizeiarbeit von der realen Seite darstellte. Manch ein Krimileser oder gar Krimiautor glaubt bis heute, der sonntägliche Tatort oder eine SOKO aus den TV wären das Abbild der Realität. Teil 1 war amüsant geschrieben und gab einen groben Überblick der realen Arbeit. Aber eben nur einen Überblick. Der versierte Leser und Krimiautor bekam zwar ein gutes Buch in die Hand, aber an vielen Stellen sagte man sich: Hier hätte ich gern mehr gewusst. Auf den Wunsch vieler Leser hat Manfred Lukaschewski den zweiten Band hinterhergeschoben: Tiefgehenderes. Und dieser Band gefällt mir persönlich wesentlich besser! Der unterhaltsame Plauderton ist fast verschwunden, hier wird mit Fakten argumentiert, mit Fachjargon. Wer kann Opfer einer Straftat werden? Jeder – letztendlich kann ja auch jeder zum Täter werden. Und bei ¨Tötungsdelikten ist die Statistik sehr eindeutig: Zum größten Teil gibt es eine Beziehung zwischen Täter und Opfer, selten ist das Opfer zur falschen Zeit am falschen Ort. Die üblichen Verdächtigen heißen Habgier, Eifersucht, Wut, gekränkte Seele.


»Entscheidend ist, dass bei einem Giftmordverdacht eine möglichst zeitnahe Obduktion (aus betriebswirtschaftlichen Gründen ist die Zahl der Obduktionen, auch der dringend gebotenen, in Deutschland stark rückläufig; ein an sich unakzeptabler Zustand) mit umfassender Asservierung wichtiger Körpermaterialien stattfindet, an denen der Toхikologe mögliche Giftspuren nachweisen kann.«


Der Autor erklärt zunächst die verschiedenen Tötungsarten, die klassifiziert werden. Was ist ersichtlich, was kann vermutet werden und warum? Welche Spuren deuten worauf hin und welche Spuren werden gesichert. Der ausgebildete Kriminalist (den es derzeit als Studium leider nicht mehr gibt) schaut mit Adleraugen auf die kleinste Möglichkeit, Spuren zu finden. Und wenn die Polizei ihre Arbeit gut gemacht hat, wird es einem Mörder heute schwerfallen, zu entwischen. Zu gut sind die technischen Möglichkeiten, Spuren nachzuweisen. Dazu muss es allerdings zunächst einen Anfangsverdacht geben. Zu wenig Personal, zu wenig Obduktionen, zu viel Druck auf die Bordkasse – zu wenig Institute. Jede einzelne Untersuchung muss per Formular in Auftrag gegeben werden, von der Staatsanwaltschaft abgesegnet sein – der Rechtsmediziner untersucht nicht wie wild drauf los, sendet Proben an Institute. Und die Ergebnisse kommen auch nicht, wie im TV, am nächsten Tag auf den Tisch geflattert. 


Fein auseinanderdividiert erklärt der Kriminalist die Unterschiede zwischen stumpfer, halbscharfer und scharfer Gewalt, welche Dinge darauf hinweisen, dass ein Tötungsdelikt vorliegen kann. Blut spielt eine große Rolle, denn die Spuren geben wichtige Rückschlüsse. Die Menge von TV-Blut ist immer beachtlich, nicht sehr wirklichkeitsnah. Wie unterscheidet man einen Selbstmord von einem Tötungsdelikt z.B. bei Strangulation oder bei Tod im flüssigen Medium? Schmauchspuren, ist der Schuss aus der Nähe erfolgt oder war der Täter ein paar Meter entfernt? Viele kleine Puzzleteile ergeben das große Ganze. 


»Unter Daktуloѕkоpiе verѕteht mаn daѕ krіmіnаlіѕtіsche Verfahren, einen Menschen anhand der Papillаrlinienbіlder an sеinen Handіnnenfläсhen und Fußsohlen аlѕ eіne bestіmmte Perѕоn zu identіfіzіeren.«


Wie tauglich sind Fingerabdrücke und wo werden sie hinterlassen? DNA-Analyse, wie und wo hinterlässt der Täter DNA. Todeszeitermittlung, eine Berechnung mit vielen Variablen. Die Befragung nach dem Alibi, ein wichtiges Werkzeug des Ermittlers: Warst du am Tatort oder anderswo (lat: alibi). Juristisch gesehen kann erst von einem Tötungsdelikt ausgegangen werden, soweit eine Leiche vorhanden ist. So kommt manch schlauer Täter auf die Idee, eben jene verschwinden zu lassen. Nur wie? Bleibt nicht immer irgendwie ein zu identifizierender Rest? Manfred Lukaschewski erklärt eine Menge Dinge zur Polizeiarbeit, wie sie wirklich abläuft, wenn ein Tötungsdelikt vermutet wird. Wissenswertes für Krimifans und Krimischreiber. Anschaulich, verständlich stellt der Autor dar, welche Anzahl von verschiedenen Aspekten berücksichtigt werden müssen, in Kombination gegeneinander gestellt werden müssen. Präzise und genau greift ein Rad in das andere. Eine Mordermittlung ist Detailarbeit – selten ist ein Fall in ein paar Stunden gelöst.


Dipl.-Physiker und Dipl.-Kriminalist Dr. Manfred Lukaschewski, Jahrgang 1951, hat nach dem Studium der Physik (Astrophysik) in Rostock seine Berufstätigkeit bei der Kriminalpolizei Berlin mit dem Schwerpunkt Ballistik begonnen. Ein Zweitstudium ‚Kriminalistik‘ von 1979 bis 1983 an der Humboldt-Universität mit dem Abschluss Diplom-Kriminalist, mit anschließender Promotion zum Dr. jur. 1984 Übernahm er die Leitung einer Morduntersuchungskommission. 2018 ist der erste Teil zu diesem Sachbuch »Morden für Anfänger – Ratgeber für Krimischreiber und Krimileser« erschienen.

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Cover des Buches Morden für Fortgeschrittene (ISBN: 9783947220564)BrittaBanowskis avatar

Rezension zu "Morden für Fortgeschrittene" von Manfred Lukaschewski

Auch Mörder sollten Humor haben, wenn sie ihre Tat planen und umsetzen
BrittaBanowskivor einem Jahr

ich habe schon das erste Buch des Autors gelesen und war von seinem Humor bei diesem nicht so lustigen Thema überrascht aber dieser Ratgeber sucht seinesgleichen, denn er schafft es wie kein anderer sich in den Mörder hineinzuversetzen.

Nur fehlte mir bei diesem Teil der Spritzer Humor doch deutlich.

Was daran liegen könnte, dass es eben eine Fortsetzung des "Morden für Anfänger" ist.

ich vergebe 4 von 5 möglichen Punkten und danke für das Rezensionsexemplar


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Cover des Buches Morden für Anfänger (ISBN: 9783947220380)Friniss avatar

Rezension zu "Morden für Anfänger" von Manfred Lukaschewski

Fachlich solides Übersichtswerk mit erhobenen Zeigefinger
Frinisvor 2 Jahren

Ich habe das Buch auf der Leipziger Buchmesse erworben und nach der Lektüre lässt es mich mit gemischten Gefühlen zurück.

Wenn man eine Übersicht über die Fallstricke beim Morden erlangen will, macht dieses Werk sehr viel Sinn. Jedoch kommt man im Einzelfall nicht um eine detaillierte Recherche herum, zumal der Autor kein weiteres kompliziertes Fachbuch liefern wollte. Zugleich zeigt sich die Fachkompetenz auf jeder einzelnen Seite.

Was mich beim Lesen etwas gestört hat, war der dauernde Hinweis auf polizeiliche Fehler in Kriminalromanen und Filmen.

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