Manfred Metzner

Lebenslauf von Manfred Metzner

Manfred Metzner lebt als Verleger in Heidelberg. Von 2000 bis 2010 war er Vorsitzender der Kurt-Wolff-Stiftung zur Förderung einer vielfältigen Literatur-und Verlagsszene (Leipzig). Er ist Herausgeber und Nachlassverwalter des Werks von Ré Soupault.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Manfred Metzner

Cover des Buches Nur das Geistige zählt (ISBN: 9783884235881)

Nur das Geistige zählt

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Erschienen am 31.03.2018
Cover des Buches Ré Soupault (ISBN: 9783884233634)

Ré Soupault

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Erschienen am 10.02.2011
Cover des Buches Ré Soupault - Norwegen 1936 (ISBN: 9783884236086)

Ré Soupault - Norwegen 1936

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Erschienen am 01.01.2022

Neue Rezensionen zu Manfred Metzner

Cover des Buches Nur das Geistige zählt (ISBN: 9783884235881)YukBooks avatar

Rezension zu "Nur das Geistige zählt" von Ré Soupault

Vom Bauhaus in die Welt
YukBookvor 4 Jahren

Bei der Lektüre dieser Biografie wurde mir regelrecht schwindlig. Wenn es im Titel heißt "Vom Bauhaus in die Welt“, dann ist das wörtlich zu verstehen. Ré Soupault, um die es hier geht, hat ihren Wohnort so oft gewechselt, dass ihr Leben einer Weltreise gleicht – allerdings keiner freiwilligen.

Geboren als Erna Niemeyer in Pommern ging sie 1921 nach Weimar, um am Bauhaus zu studieren. Diese Lebensphase war für mich die interessanteste. Sie berichtet von Johannes Ittens prägenden Einflüssen, von Paul Klees befremdlichen Lehrmethoden, von lebhaften Diskussionen zwischen Studenten aus Polen, Ungarn, Russland oder Österreich, die aus ganz unterschiedlichen Gründen ans Bauhaus kamen, und der großen Aufbruchstimmung.

Ré Soupault selbst kann sich noch auf keinen Kunstzweig festlegen. So geht sie nach Berlin, um mit Viking Eggeling an einem Avantgarde-Film zu arbeiten, fertigt Modezeichnungen für den Berliner Scherl Verlag an, erfindet später ein Transformationskleid für arbeitende Frauen und schafft ihre eigene Modelinie. Ich hatte den Eindruck, dass sie weniger aus innerem Antrieb als vielmehr durch äußere Umstände und aus existenzieller Not zu diesen vielfältigen Beschäftigungen kommt. Ihr Wunsch bleibt stets der gleiche: ein finanziell sorgloses und freies Leben führen zu können.

Als sie 1933 den Journalisten und Surrealisten Philippe Soupault kennenlernt und heiratet, beginnt eine neue Lebensphase für sie. Sie begleitet ihn auf Reportagereisen und entdeckt eine neue Leidenschaft: die Fotografie. Die Zeit in Tunis scheint eine der glücklichsten für sie zu sein. Doch als ihr Mann verhaftet wird, wendet sich wieder das Blatt. Es beginnt eine mühsame Odyssee, von Algier über New York nach Mexico, Guatemala, Buenos Aires, Basel, Paris …

Man hat das Gefühl, dass sie nur noch von Ort zu Ort hastet, in ihren Tagebüchern flüchtig die Lebensbedingungen und Klimaverhältnisse festhält, aber weite Teile ihrer Gedanken ausspart. Mich hätte interessiert, wie es ihr bei der künstlerischen Arbeit erging, doch zu groß waren die existenziellen Nöte als idealistischen Vorstellungen nachzuhängen. So wirft diese Sammlung ihrer biografischen Texte, Briefe und Tagebücher Schlaglichter auf das kulturelle Leben der europäischen Avantgarde im 20. Jahrhundert sowie auf ein entbehrungsreiches und zugleich produktives Leben.

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