Manfred Rebhandl

 3,4 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Der König der Schweine, Erster Mai und weiteren Büchern.
Autorenbild von Manfred Rebhandl (©The 5house Factory)

Lebenslauf von Manfred Rebhandl

Geboren in der frischen Bergluft Oberösterreichs, aufgewachsen mit der Liebe der Eltern und der strengen Hand des Dorfpfarrers, absolvierte ich mit kleineren Schwierigkeiten Volks- und Hauptschule, bevor ich mit größeren Schwierigkeiten in einer Handelakademie maturierte. Dort war mir so langweilig, dass ich anfing zu lesen.

Neue Bücher

Cover des Buches In der Hölle ist für alle Platz (ISBN: 9783709979518)

In der Hölle ist für alle Platz

Neu erschienen am 01.02.2023 als Taschenbuch bei Haymon Verlag.
Cover des Buches Töpfern auf Kreta (ISBN: 9783709979525)

Töpfern auf Kreta

Neu erschienen am 01.02.2023 als Taschenbuch bei Haymon Verlag.

Alle Bücher von Manfred Rebhandl

Cover des Buches Der König der Schweine (ISBN: 9783709978603)

Der König der Schweine

 (24)
Erschienen am 06.10.2016
Cover des Buches Erster Mai (ISBN: 9783709979464)

Erster Mai

 (2)
Erschienen am 11.04.2022
Cover des Buches Lebensabende und Blutbäder (ISBN: 9783709938829)

Lebensabende und Blutbäder

 (1)
Erschienen am 27.02.2019
Cover des Buches Löcher, noch und nöcher (ISBN: 9783707602067)

Löcher, noch und nöcher

 (1)
Erschienen am 28.09.2006
Cover des Buches Scheiß dich nicht an – lebe! (ISBN: 9783709938843)

Scheiß dich nicht an – lebe!

 (1)
Erschienen am 27.02.2019
Cover des Buches Das Schwert des Ostens (ISBN: 9783709979495)

Das Schwert des Ostens

 (0)
Erschienen am 06.10.2022
Cover des Buches Dürre Beweise (ISBN: 9783707604269)

Dürre Beweise

 (0)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Dürre Beweise (ISBN: 9783709979501)

Dürre Beweise

 (0)
Erschienen am 06.10.2022

Neue Rezensionen zu Manfred Rebhandl

Cover des Buches Erster Mai (ISBN: 9783709979464)
M

Rezension zu "Erster Mai" von Manfred Rebhandl

Cozy Crime zum lachen
Mareike_Pfenningvor 8 Monaten

„Aber hör zu, hast du nicht vielleicht was zu trinken?“ - „Wasser?“ - „Doch nicht Wasser!“ - „Dann habe ich was.“ (Seite 10)

„Erster Mai“ von Manfred Rebhandl, erschienen im Mai 2022 im Haymon-Verlag , 180 Seiten, Taschenbuch


Wien. Erster Mai. Rock Rockenschaub, Privatdetektiv mit der Lösung auf alle Fälle für alle Fälle, der ermittelnde Humter S. Thompson Österreichs, wacht nach einer durchzechten Walpurgisnacht, ohne große Erinnerungen an den Abend zuvor, im Bett der schönen Taxifahrerin auf und wird telefonisch zu einem Tatort gerufen. Schnell eilt Rock zum Ort des Geschehens um noch vor Beginn der Festivitäten zum ersten Mai zwei Mordfälle aufzuklären…


„Ich holte einen Duft aus meinem Herrenhanetäschchen und dämpfte damit die natürlichen Gerüche meiner Achseln.“ (Seite 26)


Ein Cozy Crime zum Lachen. Eine Persiflage. Triefend mit Überspitzungen und politisch inkorrekter Sprache, übt dieses Buch unter anderem Kritik an Billigstlöhnen, Klüngelei und Gentrifizierung. Gepaart mit dem typisch Wiener Schmäh (manche Worte musste ich erst nochmal googeln). Was Herr Rebhandl da erschaffen hat, ist Kunst. Absolute Leseempfehlung


7,5🌴/5

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Cover des Buches Erster Mai (ISBN: 9783709979464)
awogflis avatar

Rezension zu "Erster Mai" von Manfred Rebhandl

Spiel mir das Lied vom Gemeindebau
awogflivor 8 Monaten

Wenn ich das sensationelle Setting der Geschichte international, literarisch und bildlich ausdrücken möchte, dann wahrscheinlich mit folgendem Vergleich: Thomas Pynchon trifft Charles Bukowski und Manfred Deix auf wienerisch zum Klassenkampf.

Macho und Superschnüffler Rock Rockenschaub und sein fetter Polizeifreund Guttmann ermitteln in einer geförderten Wiener Wohnhausanlage, errichtet von der Stadt, ergo Gemeindebau, in der es auf Grund der sozialdemokratischen Führung der Stadt seit dem Ende des zweiten Weltkriegs nur so von Proleten wimmelt.

Rock entspricht prinzipiell den Pynchon Ermittlern: männlicher als alle anderen, sehr schräg, unangepasst, ein bisschen verlottert und mit ungewöhnlichem Modegeschmack gehandicapt. Der Bukowski-Deix-mäßige Einschlag aller Anwohner in der Location Gemeindebau manifestiert sich eben sehr tief mit Unterschichtsslang beziehungsweise -schieflage und auch im Setting von sehr ungepflegten, hässlichen = schirchen Figuren. Es werden ordentlich Säcke, Schwänze und Lümmel gelutscht, Pornos geschaut, es wird geflucht, in der Früh schon gesoffen, Trainingsanzüge und verschmutzte Unterwäsche runden das Tagesoutfit ab, das Karl Lagerfeld im Grab rotieren ließe, viele Wohnungen und der Innenhof sind verdreckt, Pöbel at its best.

Mit extrem spitzer Feder, sprachlich schillernd und großartig werden alle Figuren gezeichnet:


Typ enttäuschter Sozialdemokrat, der sich jetzt für Querdenken interessierte. Sein Unterhemd hatte den Vorteil, dass er es nicht mehr anpissen konnte, weil er es nicht über die Wampe kriegte. Es bändigte kaum seine mächtigen Tittchen, mit denen er ganze Armeen stillen könnte. […]
Irgendwo musste ein Schweizer Messer stecken, das er unzweifelhaft besaß und mit dem er sich zur Not die Zehennägel schneiden könnte. Die Not schien ihm aber noch nicht groß genug zu sein, während ich die Not deutlich sehen konnte. Himmel, was waren das für gelbe Krallen.


Die schrägen, sehr indirekten Pynchon Anspielungen kommen in diesem Roman im Gegensatz zum amerikanischen Autor so gut wie nie aus Popkultur, Film und Fernsehen, sondern werden schreiend komisch aus österreichischer Politik und Gesellschaft genährt. Wiener Schmäh Oida/Oide!!! (man sollte ja auch gendern) Ganz am Anfang habe ich noch ob des derben, ruppigen Tons ein bisschen die Nase gerümpft, aber mich in der Folge köstlichst amüsiert, weil alles derart überzeichnet dargestellt ist, dass es nur noch zum Zerkugeln war.

Auch die feine Politik und Gesellschaft wird sehr subtil abmontiert. Der österreichische Kanzler in der Story hat im Gegensatz zu unserem realen jungen Ex-Kanzler eine zu große Nase. Der mit den großen Ohren ist sein Freund und Immobilienmakler (kennen wir ja auch in der Realität). Beide feiern im Club „La Famliglia“ (kicher) ab, in dessen Keller sich ein Dark Room befindet, in dem sich die feine Gesellschaft mit jungen Knaben vergnügt. Erinnert frappant an welches reale Lokal … Na? Ich sags lieber nicht, sonst werde ich verklagt. Auch Rock Rockenschaub ist zu dieser Sause zufällig eingeladen worden, hatte aber infolge seines exzessiven Schnapskonsums einen Filmriss und am nächsten Tag das abgebissene, blutige große Ohr des Kanzlerfreundes in seiner kanariengelben Jogginghose.

Bereits in den frühesten Morgenstunden des ersten Mai, an dem der gelernte Österreicher, nicht nur der Sozialdemokrat, ausgiebig dem Brauchtum frönt, indem er um zehn Uhr bei der Maifeier mit dem Trinken beginnt, muss Rock seinem Bullenkumpel Guttmann bei einer Ermittlung helfen. Verkatert und unausgeschlafen begibt er sich nach der überstandenen Partynacht im Club zur Aufklärung von zwei Morden in einen riesigen Gemeindebau mit vielen Stiegen. Zudem findet Rock seinen Freund Herschel neben den Leichen im Innenhof des Gemeindebaus auch noch angekettet, ausgeraubt und schwer desavouiert. Natürlich hat keiner im Block irgendetwas gesehen, und so machen sich die beiden Ermittler in der Anlage auf, Zeugen zu finden und in den Wohnungen anzuklingeln. Daraus entwickelt Autor Rebhandel das schon oben angesprochene Panoptikum aus Achetypen, deren Hintergrundgeschichten und deren Wohnungen, die tatsächlich aus einem Comic von Manfred Deix entsprungen sein könnten.

Superschnüffler Rock und der fette Guttmann, hetzen also japsend treppauf und treppab durch die große Wohnhausanlage und ermitteln in einem famos konstruierten Kriminalfall, der sich den Namen auch tatsächlich verdient hat. Dazwischen ist alles sehr vergnüglich und teilweise sogar überraschend. Manche Verbrechen sind erfunden, weil jemandem langweilig war, zudem gibt es aber zwei echte Leichen inklusive Täter, eine aufgedeckte Betrugsmasche, ausufernde politische Korruption und die Körperverletzung am Kanzlerfreund, die wahrscheinlich von Rock begangen wurde. Während der Auflösung der Fälle wird sehr viel lamentiert, dass man bei so viel Arbeit die Maifeier verpassen wird, dann wird noch gesoffen und einige Verbrüderungen finden auch spontan statt.

Fazit: Grandios! Ich habe mich wirklich köstlich amüsiert. Perfekter Wiener Schmäh. Der Krimi ist wie ein Autounfall. Man muss sensationsgeil alles sehen und wissen. Eine ordentliche Triggerwarnung muss ich auch noch aussprechen, denn für Zartbesaitete ist das wirklich nix: grausliche Deix Figuren, Messies, Scheiße, Müll, ordinäre Dialoge, das perfekte Unterschichtsmilieu. Es wird in den Tiefen des Gemeindebaus gegraben und alles aus der Kinette hervorbefördert. Ein Fest für jene LeserInnen, für die die Fernseh-Serie Kaisermühlenblues Kinderkacke (wienerisch korrekt a Lercherlschas) ist. Die österreichische Politik muss man nicht unbedingt kennen, um sich zu amüsieren, aber die Anspielungen machen eben doppelt soviel Spaß, wenn man sie mit realen Personen verknüpfen kann. Ein bisschen Affinität zu Österreich, zur österreichischen Sprache und der Sozialdemokratie empfehle ich der Zielgruppe für diesen Krimi auch. Ansonsten los geht’s. Unbedingt lesen!

Kleines Glossar zur Rezension

  • Schmäh … Scherz
  • grauslich … widerlich, ungustiös
  • schirch … hässlich, ungustiös
  • Kinettn … Künette, Baugrube, Graben
  • Oida/Oide!! … Alter, Kumpel als Anspache gibts auch in der weiblichen Form. Die praktische Verwendung geht jedoch weit über die tatsächliche Bedeutung hinaus. Je nach Betonung und Gesichtsausdruck wird der Ausspruch auch als Ausdruck der Überraschung, Bestätigung oder Missbilligung … verwendet. 
  • a Lercherlschas …wortwörtlich der Darmwind eines Vogels so unspektakulär, dass es Kinderkacke oder Kinderkram ist
  • Pöbel … früher Volk, heute ungebildete, unkultivierte Menschen aus der gesellschaftlichen Unterschicht. Wurde in geleakten Chats der Österreichischen Volkspartei ÖVP für alle Menschen, die nicht der Partei (La Famliglia, Die Familie) angehören, verwendet.
  • Prolet … eigentlich Arbeiter aber heute auch ungebildet, unkultiviert und aus der Unterschicht

Kommentare: 6
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Cover des Buches Der König der Schweine (ISBN: 9783709978603)
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Rezension zu "Der König der Schweine" von Manfred Rebhandl

Der König der Schweine
Blausternvor 6 Jahren

Drei junge Schwarze, die aus einer Flüchtlingsunterkunft stammen, werden tot aufgefunden. Was hat es damit auf sich, und welche Bedeutung hat das rosane Schweinchen. Kitty Muhr, eine sehr ungewöhnliche Frau, nimmt die Ermittlungen auf und bekommt einen Kurden, Ali Khan Kurtalan, als Partner zur Seite gestellt. Die beiden sind so unterschiedlich wie Tag und Nacht und sollen diesen Fall gemeinsam lösen? Kitty ist ungehobelt und nimmt kein Blatt vor dem Mund, stabil und hat es auf starke Männer abgesehen, besonders beim Sex, worum ihre Gedanken ständig kreisen, selbst im Kommissariat. Ali ist klein und freundlich und bekommt mehr als einmal Dämpfer von ihr. So gesehen sind die Dialoge zwischen ihnen immer wieder spannend. Natürlich ist alles etwas überspitzt. Von der Flüchtlingspolitik bis hin zum Sex und Kittys Leben. Dabei wird der Krimiteil etwas vergessen und steht so nur an zweiter Stelle, was ziemlich schade ist. Den Schreibstil kann man aber gut lesen.

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Gespräche aus der Community

Liebe Krimifans!

Leserunden sind ja mitunter eine dreckige Angelegenheit. Man lernt abgehalfterte Ermittler, schmierige Ganoven und üble Gegenden kennen, in die man niemals einen Fuß setzen würde. Irgendwo in einer übelriechenden Spelunke sitzt da meistens ein Bulle, hält sich an einem Glas fest und schaut ins Leere bis er pinkeln muss. Man kennt das ja.

In dieser Leserunde ist aber alles anders: Ihr sitzt in der Bingobongobar und prostet Kitty Muhr zu, einer Ermittlerin, wie ihr sie bestimmt noch nicht gesehen habt. Sie wiegt ein bisschen mehr als ein durchschnittliches Magermodel, und sie ist auch sonst aus gröberem Holz geschnitzt. Sie raucht und trinkt und flucht, und sie mag Kerle. Richtige Kerle. Solche mit Haaren und keine Sackrasierer.
Mit ihrer Polizeikarriere geht anfangs ebenso wenig weiter wie mit der lange ersehnten großen Liebe. Barkeeper Johnny aus der Bingobongobar, wo sie nahezu ihre gesamte Freizeit verbringt, ist es jedenfalls nicht. Dabei ist er groß, stark behaart und extrem männlich.

Blöd nur, dass Kitty ausgerechnet einen Zwerg als Partner zugewiesen bekommt, als endlich ihre Beförderung durchgeht. Einen zugewanderten Kurden namens Ali Khan Kurtalan, der sein Heil in vollständiger Assimilierung sucht. Die beiden passen zusammen wie Kebab und Veggie-Burger: Sie fährt einen alten Benz, er fährt Rad; sie tritt Türen ein, er hält sie ihr auf.

Als hintereinander die Leichen von drei jungen, gut aussehenden Afrikanern gefunden werden, tauchen Kitty und Ali ein in ein Milieu, das ihnen beiden gar nicht schmeckt ...

Ihr habt es schon durchschaut, am Ende sitzen wieder alle in einer Kneipe, starren ins Leere und halten sich an einem Drink fest, bis sie pinkeln müssen. 
Doch bis dahin stürzen wir in einem turbulenten Abenteuer Kitty hinterher und schauen ihr ein bisschen über die Schulter. 

Der Haymon Verlag verlost 25 Exemplare


Der Verlag lässt dafür auch ordentlich etwas springen: Bewerbt euch bis zum 16. Oktober und gewinnt eines von 25 Freiexemplaren von „Der König der Schweine“ – eurem goldenen Ticket in die Bingobongobar!


Ich freue mich auf eine spannende Leserunde mit euch, wir sehen uns in der Bingobongobar!

Euer Manfred Rebhandl
344 BeiträgeVerlosung beendet
Blausterns avatar
Letzter Beitrag von  Blausternvor 6 Jahren

Zusätzliche Informationen

Manfred Rebhandl wurde am 03. Januar 1966 in Oberösterreich (Österreich) geboren.

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