Manfred Spitzer

 4 Sterne bei 122 Bewertungen
Autor von Digitale Demenz, Lernen und weiteren Büchern.
Manfred Spitzer

Lebenslauf von Manfred Spitzer

Prof. Dr. Dr., studierte Medizin, Psychologie und Philosophie in Freiburg, war Oberarzt an der Psychiatrischen Universitätsklinik in Heidelberg, Gastprofessor an der Harvard-Universität und am Institute for Cognitive and Decision Sciences in Oregon. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Grenzbereich der kognitiven Neurowissenschaft, der Lernforschung und Psychiatrie. Seit 1997 ist er Ordinarius für Psychiatrie in Ulm. Spitzer ist Herausgeber des psychiatrischen Anteils der Zeitschrift »Nervenheilkunde« und leitet das von ihm gegründete »Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen« in Ulm. Er hat mehrere neurowissenschaftliche Bestseller verfasst und moderiert eine wöchentliche Fernsehserie zum Thema Geist und Gehirn.

Neue Bücher

Die Smartphone-Epidemie
 (1)
Neu erschienen am 22.09.2018 als Hardcover bei Klett-Cotta.
Die Neurobibliothek: Wie kleine Kinder lernen
 (1)
Neu erschienen am 01.09.2018 als Hörbuch bei GALILA Verlag.

Alle Bücher von Manfred Spitzer

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Manfred SpitzerDigitale Demenz
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Digitale Demenz
Digitale Demenz
 (40)
Erschienen am 03.08.2012
Manfred SpitzerLernen
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Lernen
Lernen
 (15)
Erschienen am 13.04.2007
Manfred SpitzerVorsicht Bildschirm!
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Vorsicht Bildschirm!
Vorsicht Bildschirm!
 (12)
Erschienen am 01.07.2006
Manfred SpitzerCyberkrank!
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Cyberkrank!
Cyberkrank!
 (5)
Erschienen am 01.08.2017
Manfred SpitzerNervenkitzel
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Nervenkitzel
Nervenkitzel
 (4)
Erschienen am 28.02.2008
Manfred SpitzerEinsamkeit - die unerkannte Krankheit
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Einsamkeit - die unerkannte Krankheit
Einsamkeit - die unerkannte Krankheit
 (4)
Erschienen am 01.03.2018
Manfred SpitzerGeist Im Netz
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Geist Im Netz
Geist Im Netz
 (3)
Erschienen am 09.02.2000
Manfred SpitzerRotkäppchen und der Stress
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Rotkäppchen und der Stress
Rotkäppchen und der Stress
 (3)
Erschienen am 22.01.2014

Neue Rezensionen zu Manfred Spitzer

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Rezension zu "Die Smartphone-Epidemie" von Manfred Spitzer

Das Smartphone - die neue Droge unserer Zeit
seschatvor 11 Tagen

Manfred Spitzers Werke über den negativen Einfluss elektronischer Medien auf den Menschen sind stets streitbar und wissenschaftlich aktuell. Der renommierte Ulmer Psychiater, Hirnforscher und Buchautor beschäftigt sich in seinem neuesten Werk "Die Smartphone-Epidemie" eingehend mit den Auswirkungen massiven Smartphone-Konsums auf Kinder und Jugendliche. Es ist Spitzers nunmehr viertes Buch zum Thema "krankmachende Digitalisierung" (vgl. Spitzers Buchtitel "Cyberkrank" und "Digitale Demenz").


Auf insgesamt 368 Seiten, aufgeteilt in 15 kurze Kapitel, berichtet der Arzt und Wissenschaftler über die gravierenden Folgen des täglichen Smartphone-Gebrauchs auf die Gesundheit, die Intelligenz/Bildung und das soziale Miteinander. 

Vor allem die langfristigen gesundheitlichen Schädigungen sollten aufhorchen lassen. Angefangen von Haltungsschäden und Adipositas über Depressionen und ADHS bis hin zu Kurzsichtigkeit ist alles vertreten. Und damit wird klar, die Social-Media-Sucht der Kinder und Jugendlichen ist keine Lappalie bzw. schnell vorübergehende Phase. Auch die Erwachsenen sind davon alles andere als frei. Nach einer wissenschaftliche Studie seien die US-Amerikaner täglich gar über 9 Stunden online. Auch der Aktionsradius unserer Jüngsten hat sich vehement verkleinert, denn die Welt/Umwelt wird nicht mehr selbst entdeckt, sondern vom Handy aus erlebt und gelebt. 

Was passiert, wenn wir uns nur noch auf unser Handy verlassen und das eigene Denken einstellen? Wir lassen uns berieseln, wobei die eigene Denkleistung nicht gefordert wird. Nachdenklich stimmende Folgen sind dabei die Vernachlässigung bzw. der Verlust der Handschrift, der Kopfrechnenleistung sowie des Wortschatzes. Bei Letzteren seien es vor allem die naturbezogenen Begrifflichkeiten, die von den Kindern und Jugendlichen einfach nicht mehr beherrscht werden, weil keiner mehr groß in die Natur geht. Wirklich ein Armutszeugnis! Blickt man dann noch auf den statistisch erhobenen Rückgang von Lesefähigkeit und IQ, dann sollte besser heute als morgen gehandelt werden. Frankreich hat dies bereits getan und Handys an Schulen verboten. 

Die Auswirkungen auf unser soziales Miteinander in Zeiten von Social Mobbing, Shitstorms und Fake News ist auch nicht zu unterschätzen. In welchem Land leben wir denn, wenn statt dem Unfallopfer zu helfen, von diesem Fotos geschossen und gepostet werden. Auch das ewige Vergleichen mit Influencern etc. macht unsere Jugend krank und einsam. Und nicht nur letztere, auch uns Erwachsene, betrifft die Smartphone-Sucht essenziell, denkt man beispielsweise an skurrile Restaurantbesuche, bei denen sich nicht mehr miteinander unterhalten wird, sondern jeder für sich aufs Handy starrt. 

FAZIT
Spitzers Buch ist wichtig, gerade in der heutigen technikaffinen und digitalisierungsgeilen Zeit. Daher sollte es nicht nur von Schülern gelesen werden, sondern auch auch von Politikern, Lobbyisten wie Technologen. Es bleibt weiterhin zu hoffen, dass Spitzers Mahn- bzw.  Weckruf Gehör finden wird.

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Sikals avatar

Rezension zu "Einsamkeit - die unerkannte Krankheit" von Manfred Spitzer

Einsamkeit – ein Symptom oder eine Krankheit?
Sikalvor 5 Monaten

„Einsamkeit ist nicht das Gleiche wie soziale Isolation, sondern deren psychologischer Aspekt. Mit Einsamkeit wird ein subjektives Erleben bezeichnet – man FÜHLT sich einsam – wohingegen soziale Isolation gemessen werden kann (wie einsam IST man)“

 

Der Trend zum Singledasein, auf keinen Menschen Rücksicht nehmen, keinerlei Verantwortung übernehmen - außer für sich selbst. All dies rächt sich irgendwann mal. Nicht umsonst gibt es die alte Weisheit „Beziehungen gehören gepflegt“  - und das gilt nicht nur für die Partnerschaft, auch Freundschaften oder Nachbarschaften sowie die Familie … Soziale Interaktion ist wichtig und – wenn man Dr. Spitzer glauben darf – ein „Krankheits-Reduzierer“. 

 

„Nichts ist gesünder im Sinne der Verlängerung des eigenen Lebens als die aktive Teilnahme an der Gemeinschaft mit anderen Menschen. Einsamkeit erlebt jeder von uns – der eine mehr und der andere weniger -, und man solle sie nicht leichtfertig als Nebensache abtun. Sie kann jeden befallen, Jung und Alt, Mann und Frau, Arm und Reich. Und langfristig bringt sie uns um!“

 

Das Buch ist gut strukturiert, in zehn Kapiteln werden verschiedene Themen behandelt, wie z.B. soziale Ansteckung, Online (gem)einsam, Einsamkeit als Krankheitsrisiko, „Du machst mich krank“, usw. In den jeweiligen Kapiteln werden nicht nur diverse Thesen aufgestellt und mit Studien belegt, interessante Fakten finden sich hier immer wieder, wie den Zusammenhang Schmerzen – Einsamkeit. Spitzer deutet darauf hin, dass diese zwei unterschiedlichen Zustände den gleichen Bereich in unserem Gehirn aktivieren. Interessant ist aber auch:

 

„Im Hinblick auf das Geschlecht gibt es Wechselwirkungen mit dem Familienstand: Am einsamsten sind unverheiratete Männer, gefolgt von unverheirateten Frauen und, mit einem gewissen Abstand, verheirateten Frauen. Am wenigsten einsam fühlen sich verheiratete Männer.“

 

Spitzer plädiert dafür, dass es ein Umdenken in der Gesellschaft geben muss. Einsamkeit muss den Status einer Krankheit erreichen, um dagegen etwas tun zu können. Prävention wird hier noch nicht groß geschrieben. Es gibt Interventionen gegen Rauchen, für gesundes Essen, Bewegungstherapien und vieles andere mehr – doch es gibt keine „Verordnung“, um das Risiko in die Einsamkeit zu rutschen, abzufangen. Hier darf man nur auf die Zukunft hoffen, dass diese Gefahr minimiert werden kann.

 

Was mir letztendlich ein wenig fehlt, sind praktikable Lösungsvorschläge – hier wird eindeutig nur auf eine Therapie gezielt. Auch der Vorschlag, dass aktives Vereinsleben, gemeinsame Unternehmungen oder Musik zum Entgegensteuern herangezogen werden sollen, klingt wenig brauchbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Menschen sich aus dem Sumpf „Einsamkeit“ herausziehen lassen (oder dies selbst tun), wenn diese nicht von selber wollen. Ob man als „Nicht-Psychologe“ die Kompetenz hat, einen Zugang zu einem einsamen Menschen zu finden, wage ich zu bezweifeln.

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R_Mantheys avatar

Rezension zu "Einsamkeit - die unerkannte Krankheit" von Manfred Spitzer

Einsamkeit ist keine Krankheit: ein hilfloser "Weckruf"
R_Mantheyvor 7 Monaten

Um es vorweg zu nehmen: Es gibt Bücher, die scheinen interessant zu sein, erweisen sich dann aber beim Lesen als eine intellektuelle Qual. Das ist hier ein recht verschreckendes Beispiel. Man findet in diesem Text tatsächlich wenig Neues, vorausgesetzt man hat schon einmal über dieses Thema nachgedacht oder sich etwas belesen. Oder man kennt Einzelfälle aus eigenem Erleben und weiß daher, was Einsamkeit mit Menschen anrichten kann. Einsamkeit schwächt den Organismus, nimmt Lebenssinn und führt auch oft zur Verbitterung, etwa wenn alte Menschen sich daran erinnern, was sie einst ihren Kindern oder Enkeln gegeben haben und nun sehen, dass davon nichts geblieben ist.

Beim Titel dieses Buches mögen sich leichtgläubige Menschen vielleicht erschrecken, weil wichtige Forscher plötzlich auf die bahnbrechende Idee gekommen sind, dass Einsamkeit eine "unerkannte" Krankheit sein soll. Tatsächlich jedoch ist eine solche Behauptung haarsträubender Blödsinn oder Ausdruck eines offenbar gut funktionierenden Geschäftsmodells von Psychologen. Für sie ist das halbe Leben eine einzige unerkannte Krankheit. Und das Einsamkeit auch noch ansteckend sein soll, ist schon irgendwie paradox. Wie sollen einsame Menschen denn diese angebliche Krankheit übertragen? Im Buch wird dazu eine Studie angeführt, die ich auch nach mehrmaligem Lesen nicht kapiert habe. Rauchen oder Fettsucht sind übrigens nach dieser Untersuchung auch ansteckend. Das ist insofern tröstlich, als vermutlich alles andere auch irgendwie ganz fürchterlich ansteckend sein muss. Womit wir bei "alles und nichts" sind, was immer stimmt.

Auf Seite 23 erklärt der Autor, dass "mit Einsamkeit ein subjektives Erleben bezeichnet" wird. Einsamkeit ist also (wie jeder weiß) ein Gefühl. Ein Gefühl ist also eine ansteckende Krankheit. Und Einsamkeit ist auch noch ein Megatrend (S. 13 ff). Noch so ein Blödsinn: Komm lass uns ein wenig einsam sein. Das liegt gerade im Trend.

Wer gedacht hat, er würde in diesem Buch ein wenig Lebenshilfe finden, sollte es besser nicht lesen, es sei denn, er reagiert verschreckt auf die vielen Bedrohungen, die mit sozialer Isolation und/oder Einsamkeit verbunden sind und beschließt dann, aktiv aus dieser Falle zu entrinnen. Der Autor konnte sich offenbar nicht entscheiden, ob er ein Fachbuch oder ein Buch für Betroffene schreiben soll. Entstanden ist ein Zwitter, der mehr zum Fachbuch tendiert, alle Risiken aufzählt und langatmig beschreibt. Diese Risiken liegen auf der Hand: Einsamkeit tut weh. Einsamkeit löst Stress aus. Und Einsamkeit ist deshalb auch ein beträchtliches Krankheitsrisiko. So lauten einige der Kapitelüberschriften. Man glaubt das gerne und ist nicht besonders überrascht, dass man das auch mit statistischen Untersuchungen belegen kann. Beziehungen können helfen, aber auch schaden. Auch das haut einen lebenserfahrenen Menschen nicht vom Hocker.

Dass der Autor zu den Risiken, die zur Einsamkeit führen die modernen Medien anführt, konnte man erwarten. Da hat er ebenso Recht. Aber ändern wird dieses Buch daran nichts. Und damit ist man beim Problem dieser ganzen Geschichte. Nach dem der Autor nun seinen langatmigen "Weckruf" hinter sich gebracht hat und wir alle verschreckt sind: Was sollen wir tun, was soll die Gesellschaft tun? Spitzers Antworten sind ebenso hilflos wie das ganze Buch. Anderswo hat man sogar ein Ministerium für Einsamkeit gegründet. Was soll das denn tun? Die Einsamkeit mit ein paar gut bezahlten Planstellen verwalten? Klingelt es da nicht? Wenn nämlich Einsamkeit ein angeblicher Megatrend ist, dann springen da erwartungsfroh sofort Leute auf, die glauben, dass man davon irgendwie profitieren kann. "Weckrufe" und Aktionismus sind immer ein klares Zeichen für solche Trendfolger.

Und was schlägt der Autor vor? Therapie. Sich einbringen in die Gemeinschaft, Spazieren im Gleichschritt mit anderen, Singen und Tanzen. Sicher kann vieles davon sehr hilfreich sein. Doch das Zitieren von wissenschaftlichen Studien wird Betroffenen nicht helfen. Sie bräuchten eine ganz andere Ansprache, die der Autor nicht leistet oder nicht leisten kann. Einsame oder sozial isolierte Menschen können sich nur selten aus diesem Zustand befreien, weil er die teuflische Eigenschaft der Selbstbestätigung besitzt und deshalb sehr oft zu Lethargie und depressivem Verhalten führt.

Natürlich könnte eine mutige Gesellschaft dagegen ansteuern. Doch die westlichen Gesellschaften tun genau das Gegenteil. Aber das ist eine andere Geschichte, die in diesem Buch nicht vorkommt und deshalb hier auch nicht thematisiert werden soll.

Dieses Buch ist eine Enttäuschung. Es vermittelt Erkenntnisse, die man sich leicht selbst überlegen kann, stellt fragwürdige Behauptungen auf und nimmt Betroffene nicht wirklich mit. Obendrein liest es sich nicht wirklich gut. Ein Trendbuch eben, das allerdings auch die ganze Hilflosigkeit offenbart, mit der man diesem "Trend" gegenübersteht.

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