Manfred Wieninger

 3.9 Sterne bei 28 Bewertungen
Autor von Prinzessin Rauschkind, Kalte Monde und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Manfred Wieninger

Manfred Wieninger, geboren 1963 in St. Pölten, lebt nach einigen Jahren im Wiener Exil ebendort. Studium der Germanistik und Pädagogik, danach Autor und Publizist. Bisher sieben Kriminalromane mit dem schrägen "Harlander Diskontdetektiv" Marek Miert, bei Haymon: "Der Engel der letzten Stunde" (2005), "Kalte Monde" (2006), "Rostige Flügel" (2008) und "Prinzessin Rauschkind" (2010).

Alle Bücher von Manfred Wieninger

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Prinzessin Rauschkind

Prinzessin Rauschkind

 (13)
Erschienen am 17.02.2010
Der Engel der letzten Stunde

Der Engel der letzten Stunde

 (4)
Erschienen am 01.07.2007
Kalte Monde

Kalte Monde

 (4)
Erschienen am 18.02.2008
Rostige Flügel

Rostige Flügel

 (3)
Erschienen am 22.09.2009
Aasplatz

Aasplatz

 (1)
Erschienen am 20.03.2018
223 oder Das Faustpfand

223 oder Das Faustpfand

 (1)
Erschienen am 06.03.2012

Neue Rezensionen zu Manfred Wieninger

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Rezension zu "Aasplatz" von Manfred Wieninger

Eine Unschuldsvermutung?
Sikalvor 7 Monaten

Gleich vorweg – das Buch wurde als Roman geschrieben, obwohl es viele Sachbuchelemente aufweist und durch die hervorragende Recherchearbeit des Autors ein Zeitdokument darstellt. Die Frage „Opfer oder Täter?“ steht hier im Mittelpunkt. Erfuhren nach 1945 die Opfer Gerechtigkeit oder kamen die Täter ungeschoren davon? Menschen, die sich nie ihrer Verantwortung stellen müssen, gibt es zuhauf, doch Menschen, die den Mut aufbringen, genau darauf zu pochen sind äußerst selten.

 

Kapfenberg, Steiermark 1957: Anna Koinegg zeigt im Zuge eines Sorgerechtsstreites den Vater ihres Kindes, einen ehemaligen SS-Mann, als Judenmörder an. Anfang 1945 soll er an der Erschießung von 29 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern beteiligt gewesen sein. Die Anzeige wird „verschlampt“ und verschwindet in den Untiefen der unzähligen Aktenberge (bewusst oder unbewusst, das wird hier nicht erläutert). Mehr oder weniger durch Zufall fällt dieser Akt 1966 dem Kriminal-Bezirksinspektor Hans Landauer in die Hände, der selbst KZ-Insasse in Dachau war und der es nicht fassen kann, was nach 1945 alles verdrängt und verschleiert wurde. Landauer und einige Juristen fahren an den Ort des Geschehens nach Jennersdorf und versuchen Licht ins Dunkel zu bringen. Doch dies ist gar nicht so einfach, denn plötzlich kann sich keiner erinnern …

 

Jennersdorf galt bereits früh als Nazi-Hochburg und blieb dies im Geheimen auch während des Verbotes der NSDAP, auch konnten nach dem Krieg ehemalige Sympathisanten dieser Partei ein gutbürgerliches Leben führen, ohne für ihre Verbrechen belangt zu werden – das war jetzt nicht nur in Jennersdorf so, sondern in sehr, sehr vielen Orten.

 

Der Autor Manfred Wieninger wählte eine sehr ungewöhnliche Darstellungsweise des Geschehens. Er bettet seine historischen Recherchen in einen Roman und verbindet reale Personen mit fiktiven Charakteren während sich langsam die Hintergründe dieses Dramas auftun. Wieninger trifft die österreichischen Gepflogenheiten auf den Punkt, Menschen, die plötzlich an Erinnerungslücken leiden, keiner weiß was, keiner hat diese schrecklichen Dinge wahrgenommen, aber der und der könnte vielleicht … usw.

 

Eine Opferrolle ist einfach zu übernehmen, doch die Mitschuld an einem Verbrechen sich und der Öffentlichkeit einzugestehen, ist natürlich nicht ganz so einfach. Erst heute wissen wir, dass Österreich sich nicht nur unter dem Opfer-Deckmantel verstecken darf.

 

Das Buch liest sich beinahe wie ein Krimi, wenn nicht die grausamen Begebenheiten dermaßen bedrückend wären …

 

Ein wichtiges Buch gegen das Vergessen über die Schrecklichkeiten dieser Zeit, wie selbstverständlich Morden gelebt wurde und wie Antisemitismus und Ausgrenzung von Minderheiten zum guten Ton gehörten. Es gilt die Unschuldsvermutung – aber längst nicht für alle.

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Duffys avatar

Rezension zu "Rostige Flügel" von Manfred Wieninger

Der Ermittler von Harland
Duffyvor 3 Jahren

Marek Miert heißt der Ermittler, ansässig im heruntergekommenen Harland, ein Gegenpol zum schillernden Wien. So lebt er denn auch standesgemäß in einer entmieteten Brache, ist Ex-Polizist, von kräftiger Statur, erfolglos und kaum gefragt, pflegt fragwürdige Kontakte und hat natürlich kein Geld. Allerbeste Klischees, will man meinen und das Buch weglegen, doch etwas an Wieningers Stil hält den Leser zurück und zum Weiterlesen an. Eine charmante Melange aus Bissigkeit, kleinen Wortspielereien und österreichischem schwarzen Humor lässt die Klischees vergessen und schon ist man drin in der Geschichte. Denn es tauchen Klienten auf. Eine Frau, die in Sorge um ihren Mann ist, der den ehemaligen Zwangsarbeitern der Region auf der Spur ist, die bislang verschwiegen wurden. Sie stellt sich dann doch nicht als die Frau des Mannes heraus, den MIert dann unter seine Fittiche nimmt. Außerdem ist da noch ein durchgeknallter Alter aus dem Weinviertel, der den Ermittler in heikle Situationen bringt.
Wieninger lässt seinen Detektiv durch das Buch stolpern, mit teilweise bewundernswerter Laissez-faire Attitüde, gepaart mit ein wenig Polt'scher Gemütlichkeit und Lebensweisheit, stellenweise mit heftigem Lokalkolorit, aber immer mit dem realen Bewusstsein der eigenen Möglichkeiten. So endet es schlüssig in einer Mischung aus behäbiger Resignation und Versöhnlichkeit. Zusammengehalten wird das Ganze irgendwie bekannte Szenarium von Wieningers Stil, der den Leser überzeugend einbinden kann. Wären eigentlich vier Sterne, doch inhaltlich fällt das Buch dann doch zu sehr ins Altbekannte ab.

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Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Prinzessin Rauschkind" von Manfred Wieninger

ohne Lesevergnügen
Gwhynwhyfarvor 3 Jahren


Der übergewichtige Privatdetektiv Marek Miert wird von der Assistentin seines Zahnarztes, Silvia Sladki, engagiert. Er soll ihren Exfreund Laszlo finden, der verschwunden ist. Er erhält ein Foto von Laszlo und durch Zufall erkennt er einen Mann auf dem Bahnhof, der genauso aussieht wie Laszlo. Vor Mareks Augen wird er von weitem erschossen und Marek gerät unter Mordverdacht, da er der einzige ist, der nicht das Weite sucht. (eine Logik, die sich mir nicht erschlossen hat)

Ich persönlich empfand den Roman langweilig, da Marek sich detailliert von Stöckchen auf Hölzchen sich in Nebensträngen auslässt. Die Geschichte beginnt beim Zahnarzt. Hier lässt er sich über seine Angst vorm Zahnarzt aus und beschreibt sein altes Leben. Er beschreibt danach genau sein Wohnviertel, die Leute die dort wohnen. Erst jetzt, bei 16 % des Buchs passiert etwas. Er trifft sich mit der Zahnarzthelferin.

Marek wird schikaniert, von Polizisten zusammengeschlagen, wird verhaftet, landet im Gefängnis, wo man ihm keine ärztliche Behandlung zulässt. Und nun sinniert er endlos über seine Zeit beim Militär, dann über TNT. Weiter geht es mit einem langen Exkurs über den Monat Oktober. Bis hier hin weiss der Leser immer noch nicht, wo die Geschichte hingehen soll.
Endlich landet Marek bei der Vernehmung. Es folgt eine lange Beschreibung des Zimmers und der Person des Kommissars. Mareks Wunde blutet wieder und der Kommissar erklärt, wenn Marek Blut auf das Parkett tropfen lässt, muss er die Reinigung zahlen. Polizei und Gefängnis werden brutal und völlig überzogen dargestellt. Man meint nicht, in Wien zu weilen, sondern sieht sich in einem Juntastaat versetzt.

Die ausufernden Beschreibungen sind dermaßen mit Adjektiven vollgestopft, dass ein Lesevergnügen nicht aufkommen kann: „Hastig hochgezogene, wuchtige Mietskasernen mit winzigen Zimmern und rattenkäfigähnlichen Kleinstwohnungen …“ Ellenlange Schachtelsätze am Fließband machen das Lesen auch nicht besser: „Mittlerweile waren viele Fabriken geschlossen, die zum Großteil aus Ziegeln mit unter den Lehm gemischten, gehäckselten Stroh errichteten Mietskasernen abgenutzt wie Duftsteine, die hundert Jahre in einem Urinal gelegen hatten, oder zusammengebrochen unter der Last des landläufigen Unglücks, und dazwischen hatten die amerikanischen und russischen Bomben des letzten Krieges auch noch Lücken gerissen wie die Karies in ein Gebiss.“

Anstatt sich eine Schmerztablette in der Apotheke zu besorgen, rennt Marek zu einem Kriminellen, um Tabletten dort zu erwerben … „ …fragte er mit einer Stimme, die nach kubanischen Zigaretten, Klo am Gang und Feigheit klang.“ – Marek hatte das Drogenversteck von dem Typen ausfindig gemacht, eine Wintersandkiste, und Marek bedroht ihn nun: „… Also, wenn Sie nicht sofort ein, zwei Schmerztabletten rüberwachsen lassen, zeige ich Sie an. Und wenn du mich noch einmal duzt, zeige ich dich sowieso an.“ –
Obskure Sätze wie „Ich habe ihn nicht mal ungern gemocht, aber in der Situation muss man sich sagen, der Fahrer ist ein Tier.“, haben mich stauend zurückgelassen. Oder Marek sinniert: „Aus dem gleichen Grund, aus dem Gabloner keinen Psychologen braucht, brauche ich keinen Gynäkologen, dachte ich. Der ist nämlich kein Mensch, sondern ein von Cognac angetriebener Teufel.

Es wird viel sinniert und in Nebensträngen berichtet, was die Geschichte an sich nicht vorwärtstreibt. Ich habe mich gelangweilt und viele Sätze des Autors sind unverständlich an mir vorbeigerauscht oder haben mich schmunzeln lassen, allerdings vor Unverständnis. Nach circa 50 % habe ich abgebrochen, weil ich mit dem Buch gar nicht klarkam und jeglicher Spannungsbogen fehlte.

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