Manfred Wieninger

 4 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Prinzessin Rauschkind, Kalte Monde und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Manfred Wieninger

Manfred Wieninger, geboren 1963 in St. Pölten, lebt nach einigen Jahren im Wiener Exil ebendort. Studium der Germanistik und Pädagogik, danach Autor und Publizist. Bisher sieben Kriminalromane mit dem schrägen "Harlander Diskontdetektiv" Marek Miert, bei Haymon: "Der Engel der letzten Stunde" (2005), "Kalte Monde" (2006), "Rostige Flügel" (2008) und "Prinzessin Rauschkind" (2010).

Alle Bücher von Manfred Wieninger

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Cover des Buches Prinzessin Rauschkind (ISBN: 9783852186269)

Prinzessin Rauschkind

 (13)
Erschienen am 17.02.2010
Cover des Buches Kalte Monde (ISBN: 9783293204089)

Kalte Monde

 (5)
Erschienen am 18.02.2008
Cover des Buches Der Engel der letzten Stunde (ISBN: 9783293203938)

Der Engel der letzten Stunde

 (4)
Erschienen am 01.07.2007
Cover des Buches Aasplatz (ISBN: 9783701716920)

Aasplatz

 (3)
Erschienen am 20.03.2018
Cover des Buches Rostige Flügel (ISBN: 9783293204652)

Rostige Flügel

 (3)
Erschienen am 22.09.2009
Cover des Buches 223 oder Das Faustpfand (ISBN: 9783701715800)

223 oder Das Faustpfand

 (1)
Erschienen am 06.03.2012

Neue Rezensionen zu Manfred Wieninger

Neu

Rezension zu "Der dreizehnte Mann" von Manfred Wieninger

Bittere Lacher
Thomas_Lawallvor 7 Monaten

Nun bin ich endlich beim ersten Teil der Marek-Miert-Reihe angekommen. Über zwanzig Jahre hat es gedauert, und schon stellt sich die Frage, ob es sich gelohnt hat. Man weiß es im Prinzip gar nicht so genau, insbesondere wenn man sich den Schluss der Geschichte genauer anschaut ...

Mehr dazu gibt es aber nicht, sonst drückt wieder ein Mitglied der selbsternannten Spoilerpolizei auf den roten Knopf. Ein paar Fakten zum Inhalt sind jedoch sicher noch erlaubt, schließlich gilt es, Menschen, die noch immer nicht wissen, wie alles begann, zu motivieren, sich das kultverdächtige Büchlein endlich zuzulegen, bevor die letzte Verfügbarkeit in den Antiquariaten endgültig versiegt.

Marek Miert, einst aus dem für Recht und Ordnung zuständigen Exekutivorgan des Staates freiwillig ausgeschieden, zeigte vorab seinen Vorgesetzten, Gruppenleiter Gabloner an, der einen brisanten Kriminalfall im Zusammenhang mit der Prostituierten Eva ebenso gründlich wie nachhaltig versemmelte.

Seither verdingt er sich als Privatdetektiv, vergeblich nach Erfolg suchend, und kommt mehr schlecht als recht über die Runden. Mühelos lässt sich dieses Schema auch auf sein gesamtes Privatleben übertragen, denn alles Unrecht dieser Welt scheint ihn magisch anzuziehen, wobei ihn die Wunden, die er sich, wie die sprichwörtliche ums Licht schwirrende Motte, zwangsläufig zufügt und zufügen lassen muss, schon gar nicht mehr groß ins Wanken bringen können.

Gegen alle sich ihm in den Weg stellenden Widerstände weiß er stets, mit spitzer Zunge sowie mit der einen oder anderen haarsträubenden Aktion, im letzten Moment den Kopf aus der Schlinge zu ziehen ... selbst wenn es sich um eine gewisse Zwangslage in einem Teppich handeln sollte ...

Für Gewinne im materiellen Bereich zeigt sich der private Gelegenheitsfahnder ebenfalls wenig anfällig, was sich sowohl bezüglich des Inhalts seines Kühlschrankes ausdrückt, als auch in der Wahl seines Fortbewegungsmittels im allgemeinen Straßenverkehr ...

Ja gut. Was ist passiert? "König Lear" hat ein Problem. Seine Freundin Emma Holzapfel ist von einem Auto überfahren worden. Der Fahrer ist flüchtig und soll nun von Miert gefunden werden. Spuren oder Hinweise auf den Täter gibt es keine ... jedenfalls nicht dort, wo man sie üblicherweise vermutet und findet. Ein zweiter Klient wartet mit einem ungleich schwierigeren Anliegen auf, und jetzt beginnt die Situation, zunächst langsam und doch unaufhörlich, zu eskalieren.

Manfred Wieninger deutet an, wie schwierig es, in nicht wenigen Fällen gar unmöglich, ist, so etwas wie Wahrheit herauszufinden, und nimmt in diesem Roman bereits Sachthemen einer unsäglichen Vergangenheit, denen er sich in späteren Werken ausführlich widmen sollte, vorweg.

Für bittere Lacher sollte man als Leserschaft empfänglich sein, nur so lassen sich Wieningers sauer aufstoßende Ironie, brachiale Charakterisierungen, Breitseiten in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft ganz allgemein, das Zerbrechen von Träumen, urbaner Verfall und die nicht enden wollende Suche seiner gar nicht mal so weit hergeholten Figur des Marek Miert, die letzten Spurenelemente von Gerechtigkeit aufzuspüren, verstehen. Falls es eine solche jemals gegeben haben sollte.

Und wenn einem in "Harlands" düsteren Gassen jemals ein vehement vorbeiziehender Ford Granada begegnen sollte, dann sind es zweifelsfrei der letzte Held dieser Galaxis oder jene, die hinter ihm her sind.

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Rezension zu "Falsches Spiel mit Marek Miert" von Manfred Wieninger

Einsamer Wolf
Thomas_Lawallvor 7 Monaten

Immer wieder passiert es dem Rezensenten, egal ob es sich um Musik oder Literatur handelt, die Vorgänger genialer Werke vergessen oder schlichtweg übersehen zu haben. So auch im Falle seines uneingeschränkten Lieblingsautors im Genre des gesellschaftskritischen Kriminalromans, Manfred Wieninger.

Der zweite Band ist ihm nun in die Finger geraten, und schon ist sie wieder da, die Faszination und Hochachtung und die unerklärliche Gänsehaut, die ihm bleischwere Metaphorik und bitterböse Ironie einmal mehr bescheren. Es geht ja nicht so sehr um die Fälle selbst, auch wenn jene an Skurrilität kaum zu übertreffen sind und ihresgleichen vergeblich suchen, sondern um die erlesene Auswahl an kauzigen Charakteren.

Da wären beispielsweise jener "Hans im Glück", der den ehemaligen Polizisten Marek Miert engagiert, herauszufinden, wer er ist, oder Helmut Tanzschul, seines Zeichens "Vorsitzender des Landesfischereirats", der wissen möchte, wer für unerlaubte Wasserentnahmen aus dem Harlander Mühlbach verantwortlich ist.

Scheinbar sinnlose Aufgaben für den ohnehin stets auf Sinnsuche befindlichen, chronisch erfolglosen Privatdetektiv, für den ein Leben am Existenzminimum Normalität bedeutet. Nicht einmal eine Krankenversicherung kann er sich leisten. Kleinere Operationen am eigenen Leib müssen deshalb in Heimarbeit, mitunter mit einem Korkenzieher, erledigt werden.

Ein Wieninger wäre kein Wieninger, wenn er nicht eine Vielzahl von Stolpersteinen einbauen würde, die bestsellerverseuchte Gemüter in Panik versetzt und zu negativen Kritiken veranlasst. Wenn der Autor eine Landschaft verunglimpft, gar von einer "Agrarsteppe mit Mais- und Weizenkulturen" die Rede ist oder von "Generationen von Landschaftsmördern", dann geht das ja gerade noch, aber wenn die dunklen Regionen des Nationalsozialismus gestreift werden, wird es für viele unangenehm ungemütlich.

Empfehlenswert ist diese kantige Kriminalliteratur also nur für offene und freie Geister, die sich zudem noch einen Sinn für die schrägen Elemente des Lebens bewahrt haben und an (fast) jeder Ecke ihres Daseins den hauchdünnen doppelten Boden, der über dem bodenlosen Nichts gespannt ist, erkennen und trotz allem ihren Weg, wenn auch in Schlangenlinien und über zahlreiche Hindernisse, mit einem Grinsen im Gesicht und einem Tränchen im Auge fortsetzen.

Marek Miert ist und bleibt der einsame Wolf unter den zahllosen Kollegen, er, der einen "Renoir nicht von einem Renault" unterscheiden kann, der Dummheit zu den Menschenrechten zählt, und der sein Gehirn im Dienst nur selten benötigt. Nur wenn, dann richtig, und vermeintlich komplizierte Fälle werden dann in Zeitungsarchiven und auf Friedhöfen gelöst ...

Die durchaus unübliche Buchbesprechung eines unüblichen Buches findet nun bereits ein unübliches Ende. Da alle nachfolgenden Bände längst besprochen sind, freut sich der Rezensent nun auf den, ebenfalls in einem Antiquariat gebraucht erworbenen, ersten Teil ("Der dreizehnte Mann") der Reihe. Sammlerstücke sind das ja sowieso alle.

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Rezension zu "Aasplatz" von Manfred Wieninger

Willkür und Menschenverachtung
Thomas_Lawallvor 2 Jahren

Schön, dass es noch "vernunftbegabte Autoren" gibt, welche sich nicht nur mit dem Abschluss einer "teuren Rechtsschutzversicherung" begnügen, sondern auch ebenso klare wie rechtsverbindliche Formulierungen addieren, zwecks zusätzlicher Absicherung gegen alle denkbaren Eventualitäten, im Zusammenhang mit nur schwer dingfest zu machenden Kapitalverbrechern aus dem Umfeld der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft des vergangenen, "tausendjährigen Reiches". 

Vergangen sind mitunter auch die Erinnerungen an jene Zeit, die sich immer mehr im Nebel einer kollektiven Alzheimer-Erkrankung aufzulösen scheint. Dennoch: Eine "Unschuldsvermutung", bezüglich des angesprochenen Personenkreises, ist selbstverständlich angezeigt und vehement zu unterstreichen. Und überhaupt: "Besser ein paar Unschuldsvermutungen zuviel, als eine zuwenig."

Manfred Wieninger hat sich wieder auf den Weg gemacht, als einsamer Rufer in der Wüste, in unerwünschten Kapiteln der Weltgeschichte herumzustöbern, nicht nur um aufzuklären, sondern auch jenen gottverlassenen Seelen, die das Pech hatten, als Juden auf diese Welt zu kommen und dafür vernichtet wurden, so etwas wie ein posthumes Gehör zu verschaffen. Immerhin und doch wenigstens etwas.

Es ist die Geschichte der Anna Koinegg, geb. Hafner, welche sich am 19. August 1957 entschließt, "im schönen Land Steiermark", genauer gesagt im Gendarmerieposten zu Kapfenberg, "Ungeheuerliches" zum Vortrage zu bringen.
Der Autor wählt, ähnlich wie in "223 oder Das Faustpfand", eine Romanform als verbindendes Element zur umfangreich recherchierten Faktenlage und dies in einer respektvoll Abstand haltenden, fast augenzwinkernden Position. Deshalb darf er sich als Autor auch etwas unkonventionelle Mittel erlauben, indem er seiner Akteurin zwecks Beruhigung erst einmal eine Filterzigarette gönnt.

Was nun folgt, ist natürlich nicht die Geschichte der Koinegg, sondern die eines Irrsinns, welcher sich so und ähnlich nicht nur in Gemeinden wie Jennersdorf, nahe der ungarischen Grenze, zugetragen hat. Immerhin hat sie durch ihre mutige Entscheidung diese Lawine überhaupt ins Rollen gebracht. Die Romanform könnte verstören, aber immer noch besser als ein lebloses Tabellarium an Aktenvermerken, Vernehmungen und Zeugenaussagen. Angesichts der zu behandelnden Thematik ist es sowieso verwunderlich, dass der Autor in der Lage ist, überhaupt noch eine literarische Form zu wahren, ohne, permanent die Fäuste ballend, eine wüste Anklageschrift zu verfassen, oder gleich völlig zu resignieren.

Ja ... es sind nicht nur Juden in großem Stil verschleppt und umgebracht worden, sondern auch in vielen kleinen Gruppen, wo sie ebenfalls Opfer einer schier unglaublichen Willkür und Menschenverachtung geworden sind. Hier waren es 29 Opfer, es können jedoch auch 100 gewesen sein, so genau vermag man sich nicht zu erinnern. Weitere Zeugen belegen Greueltaten gleichen Ausmaßes, die in ihrer Gesamtheit leider eines gemeinsam haben: Vor Gericht würden die Aussagen nach geltendem Recht wenig Anklang finden.

Was zu beweisen war, denn es hat viele Jahre gedauert, bis die entsprechenden Akten ihrer "Schubladisierung" entkommen sind und auf wundersamen Wegen den Opferstaat Österreich verließen und zur Staatsanwaltschaft Mannheim wechselten. Von nun an kommt Bewegung in die Angelegenheit, derer sich in der Hauptsache, neben den deutschen Kollegen, Kriminal-Bezirksinspektor Hans Landauer annimmt. 

Selbst prominente Unterstützung ist angesagt, denn niemand Geringerer als Simon Wiesenthal kommt zu einer Visite nach Jennersdorf, wo es auf dem "Friedhof", der gar keiner ist, zu bewegenden Szenen kommt. Später werden auf dem "Aasplatz", dort wo die Gemeinde seit jeher Tierkadaver entsorgte, tatsächlich Skelette der ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter gefunden. Wild durcheinandergewürfelt, was die Abscheulichkeiten, die dort stattfanden, noch einmal auf schier unerträgliche Weise unterstreicht.

Unterstrichen werden muss aber auch, dass es immerhin und wenigstens möglich ist, solche Bücher zu schreiben, auch wenn es tatsächlich nur eine einzige Person gibt, die eben jenes zu verfassen gedachte. Von den Mühen der Recherche will der Rezensent erst gar nicht anfangen. Und ohne Anna Koinegg hätte es dieses Buch schon gar nicht gegeben. Ja und dann muss es noch einen Verlag geben, der "so etwas" abzudrucken gewillt ist. Es sind also mehrere Hüte zu ziehen!

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