Manfred Wieninger

 3.9 Sterne bei 31 Bewertungen
Autor von Prinzessin Rauschkind, Kalte Monde und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Manfred Wieninger

Manfred Wieninger, geboren 1963 in St. Pölten, lebt nach einigen Jahren im Wiener Exil ebendort. Studium der Germanistik und Pädagogik, danach Autor und Publizist. Bisher sieben Kriminalromane mit dem schrägen "Harlander Diskontdetektiv" Marek Miert, bei Haymon: "Der Engel der letzten Stunde" (2005), "Kalte Monde" (2006), "Rostige Flügel" (2008) und "Prinzessin Rauschkind" (2010).

Alle Bücher von Manfred Wieninger

Sortieren:
Buchformat:
Cover des Buches Prinzessin Rauschkind (ISBN:9783852186269)

Prinzessin Rauschkind

 (13)
Erschienen am 17.02.2010
Cover des Buches Kalte Monde (ISBN:9783293204089)

Kalte Monde

 (5)
Erschienen am 18.02.2008
Cover des Buches Der Engel der letzten Stunde (ISBN:9783293203938)

Der Engel der letzten Stunde

 (4)
Erschienen am 01.07.2007
Cover des Buches Aasplatz (ISBN:9783701716920)

Aasplatz

 (3)
Erschienen am 20.03.2018
Cover des Buches Rostige Flügel (ISBN:9783293204652)

Rostige Flügel

 (3)
Erschienen am 22.09.2009
Cover des Buches 223 oder Das Faustpfand (ISBN:9783701715800)

223 oder Das Faustpfand

 (1)
Erschienen am 06.03.2012
Cover des Buches Der Mann mit dem goldenen Revolver (ISBN:9783709978054)

Der Mann mit dem goldenen Revolver

 (0)
Erschienen am 07.01.2015

Neue Rezensionen zu Manfred Wieninger

Neu

Rezension zu "Aasplatz" von Manfred Wieninger

Willkür und Menschenverachtung
Thomas_Lawallvor 6 Monaten

Schön, dass es noch "vernunftbegabte Autoren" gibt, welche sich nicht nur mit dem Abschluss einer "teuren Rechtsschutzversicherung" begnügen, sondern auch ebenso klare wie rechtsverbindliche Formulierungen addieren, zwecks zusätzlicher Absicherung gegen alle denkbaren Eventualitäten, im Zusammenhang mit nur schwer dingfest zu machenden Kapitalverbrechern aus dem Umfeld der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft des vergangenen, "tausendjährigen Reiches". 

Vergangen sind mitunter auch die Erinnerungen an jene Zeit, die sich immer mehr im Nebel einer kollektiven Alzheimer-Erkrankung aufzulösen scheint. Dennoch: Eine "Unschuldsvermutung", bezüglich des angesprochenen Personenkreises, ist selbstverständlich angezeigt und vehement zu unterstreichen. Und überhaupt: "Besser ein paar Unschuldsvermutungen zuviel, als eine zuwenig."

Manfred Wieninger hat sich wieder auf den Weg gemacht, als einsamer Rufer in der Wüste, in unerwünschten Kapiteln der Weltgeschichte herumzustöbern, nicht nur um aufzuklären, sondern auch jenen gottverlassenen Seelen, die das Pech hatten, als Juden auf diese Welt zu kommen und dafür vernichtet wurden, so etwas wie ein posthumes Gehör zu verschaffen. Immerhin und doch wenigstens etwas.

Es ist die Geschichte der Anna Koinegg, geb. Hafner, welche sich am 19. August 1957 entschließt, "im schönen Land Steiermark", genauer gesagt im Gendarmerieposten zu Kapfenberg, "Ungeheuerliches" zum Vortrage zu bringen.
Der Autor wählt, ähnlich wie in "223 oder Das Faustpfand", eine Romanform als verbindendes Element zur umfangreich recherchierten Faktenlage und dies in einer respektvoll Abstand haltenden, fast augenzwinkernden Position. Deshalb darf er sich als Autor auch etwas unkonventionelle Mittel erlauben, indem er seiner Akteurin zwecks Beruhigung erst einmal eine Filterzigarette gönnt.

Was nun folgt, ist natürlich nicht die Geschichte der Koinegg, sondern die eines Irrsinns, welcher sich so und ähnlich nicht nur in Gemeinden wie Jennersdorf, nahe der ungarischen Grenze, zugetragen hat. Immerhin hat sie durch ihre mutige Entscheidung diese Lawine überhaupt ins Rollen gebracht. Die Romanform könnte verstören, aber immer noch besser als ein lebloses Tabellarium an Aktenvermerken, Vernehmungen und Zeugenaussagen. Angesichts der zu behandelnden Thematik ist es sowieso verwunderlich, dass der Autor in der Lage ist, überhaupt noch eine literarische Form zu wahren, ohne, permanent die Fäuste ballend, eine wüste Anklageschrift zu verfassen, oder gleich völlig zu resignieren.

Ja ... es sind nicht nur Juden in großem Stil verschleppt und umgebracht worden, sondern auch in vielen kleinen Gruppen, wo sie ebenfalls Opfer einer schier unglaublichen Willkür und Menschenverachtung geworden sind. Hier waren es 29 Opfer, es können jedoch auch 100 gewesen sein, so genau vermag man sich nicht zu erinnern. Weitere Zeugen belegen Greueltaten gleichen Ausmaßes, die in ihrer Gesamtheit leider eines gemeinsam haben: Vor Gericht würden die Aussagen nach geltendem Recht wenig Anklang finden.

Was zu beweisen war, denn es hat viele Jahre gedauert, bis die entsprechenden Akten ihrer "Schubladisierung" entkommen sind und auf wundersamen Wegen den Opferstaat Österreich verließen und zur Staatsanwaltschaft Mannheim wechselten. Von nun an kommt Bewegung in die Angelegenheit, derer sich in der Hauptsache, neben den deutschen Kollegen, Kriminal-Bezirksinspektor Hans Landauer annimmt. 

Selbst prominente Unterstützung ist angesagt, denn niemand Geringerer als Simon Wiesenthal kommt zu einer Visite nach Jennersdorf, wo es auf dem "Friedhof", der gar keiner ist, zu bewegenden Szenen kommt. Später werden auf dem "Aasplatz", dort wo die Gemeinde seit jeher Tierkadaver entsorgte, tatsächlich Skelette der ungarisch-jüdischen Zwangsarbeiter gefunden. Wild durcheinandergewürfelt, was die Abscheulichkeiten, die dort stattfanden, noch einmal auf schier unerträgliche Weise unterstreicht.

Unterstrichen werden muss aber auch, dass es immerhin und wenigstens möglich ist, solche Bücher zu schreiben, auch wenn es tatsächlich nur eine einzige Person gibt, die eben jenes zu verfassen gedachte. Von den Mühen der Recherche will der Rezensent erst gar nicht anfangen. Und ohne Anna Koinegg hätte es dieses Buch schon gar nicht gegeben. Ja und dann muss es noch einen Verlag geben, der "so etwas" abzudrucken gewillt ist. Es sind also mehrere Hüte zu ziehen!

Kommentieren0
1
Teilen

Rezension zu "Kalte Monde" von Manfred Wieninger

Schön sarkastisch, aber ...
Lilli33vor 6 Monaten

Taschenbuch: 256 Seiten

Verlag: Unionsverlag (1. Februar 2008)

ISBN-13: 978-3293204089

Preis: 8,90 €

auch als E-Book erhältlich


Schön sarkastisch, aber …

:

Privatdetektiv Marek Miert fand ich als Protagonist und Ich-Erzähler genial. Er ist recht eigen, grantig, aber ehrlich, das Herz am rechten Fleck. So versucht er, in dem Sumpf aus Ausländerhass, Intrigen und Mord zurechtzukommen.


Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Er ist so schön sarkastisch und bissig, auch gespickt mit österreichischen Ausdrücken, was für nicht geneigte Nicht-Österreicher etwas mühsam sein kann. Ich persönlich finde alles Österreichische einfach charmant.


Probleme hatte ich aber mit der Krimihandlung. Sie ist mir zu sprunghaft. Immer wieder werden neue Handlungsfäden begonnen, die dann im Nichts verlaufen. Das ist nicht ganz befriedigend.


★★★☆☆

Kommentieren0
5
Teilen

Rezension zu "Aasplatz" von Manfred Wieninger

"Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar"
Bellis-Perennisvor 7 Monaten

Autor Manfred Wieninger wählt für diese wahre Geschichte die Erzählform eines Romans.

 

Worum geht’s?

 

Im Zuge eines Sorgerechtstreits zeigt Anna Koinnegg den Vater ihres Sohnes 1957 als Mörder an. Der ehemalige SS- Angehörige Amlinger soll Anfang 1945 an der Ermordung von rund 30 ungarisch-jüdischen Zwangsarbeitern, die in der südburgenländischen Gemeinde Jennersdorf zu Schanzarbeiten eingesetzt waren, beteiligt gewesen sein. Die Behörden tun diese Anzeige als Racheakt einer beleidigten Frau ab und so schlummern die entsprechen Dokumente in den sogenannten „Giftschränken“ diverser Dienststellen, bis sie durch einen Zufall 1966 dem Kriminal-Bezirksinspektor Hans Landauer in die Hände fallen. Landauer, selbst ehemals im KZ Dachau inhaftiert, setzt alles daran, die damaligen Täter ausfindig zu machen und begibt sich nach Jennersdorf. Doch, wie häufig, will sich niemand an die Ereignisse von 1945 erinnern…

 

Der vehementen,um nicht zu sagen penetranten Forderung von Landauer, den sogenannten „Aasplatz“ nach den Toten abzusuchen, ist es zu verdanken, dass die sterblichen Überreste der ermordeten Juden geborgen und anschließend ordentlich bestattet werden konnten.

 

Meine Meinung:

 

Dem Autor ist ein aufwühlendes Buch gelungen. Mit der unglaublich sauberen und gründlichen Recherche deckt er die Machenschaften von Personen auf, die heute ein saturiertes Leben an genau jenem Ort führen, an dem dieses Kriegsverbrechen geschehen ist. Die Suche nach den Tätern, nach Zeugen, nach Mitwissern und Wegschauern ist naturgemäß schwierig. Doch Wieninger gräbt in unzähligen diversen Akten und Protokollen, die hier auch zitiert werden.

 

Der Schreibstil ist eindringlich und manchmal ein wenig sarkastisch. Immer wieder wird das Wort die „Unschuldsvermutung“ verwendet, das in Österreich einen besonders ironischen Beigeschmack hat. Oder die Erwähnung des „Giftschrankes“, also jenes (behördlichen) Aktenschranks in dem sich brisantes Material befindet, taucht immer wieder auf. Wieninger lässt uns an den Gedanken des Chefinspektors Landauer teilhaben, der gegen alle Widerstände seine Arbeit erledigt. Doch es kommt, wie es kommen muss: Die Verfahren gegen die Beteiligten an den Morden werden zum Teil gar nicht erst eröffnet oder recht bald eingestellt.

 

Geschickt, vermutlich um juristischen Diskussionen auszuweichen, verquickt der Autor die wahre Geschichte mit ein paar fiktionalen Figuren. Meiner Ansicht nach hätte dies nun nicht unbedingt sein müssen, denn "Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar." © Ingeborg Bachmann)

 

Es ist sehr bedauerlich, dass nur wenige Menschen wie Anna Koinnegg den Mut aufgebracht haben, diese Kriegsverbrechen zur Anzeige zu bringen.

 

Fazit:

 

Dieses Buch ist eine (späte) Hommage an eine mutige Frau und ein Zeichen wider das Vergessen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

 

Kommentare: 1
8
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 58 Bibliotheken

auf 5 Wunschlisten

von 1 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks