Kein schönerer Ort

von Manichi Yoshimura 
4,0 Sterne bei5 Bewertungen
Kein schönerer Ort
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

AnjaScs avatar

Ein kurzer Roman über das düstere Geheimnis der Küstenstadt Umizuka und warum darüber niemand spricht, was dort passiert.

killmonotonys avatar

Puristisch und bedrückend liegt in „Kein schönerer Ort“ eine ungesagte Katastrophe in der Luft — gekonnt inszeniert!

Alle 5 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Kein schönerer Ort"

Das Haus hatte einen kleinen Garten. Mit diesem unscheinbaren Satz beginnt das Buch, eine Erzählung aus der Perspektive eines kleinen Mädchens, einer 11jährigen Grundschülerin. Aber die Unscheinbarkeit verliert sich schnell, der Leser ahnt schon nach wenigen Seiten, dass es um etwas Außergewöhnliches geht. Nicht um den Garten und das Haus, in dem das Mädchen allein mit ihrer strengen, von einem Reinlichkeitswahn besessenen Mutter zusammenlebt, nicht um die Nachbarn, von denen die Mutter sich abschottet, nicht um die Einsamkeit des Mädchens in der Schule. Eine Reihe eher merkwürdiger häuslicher und schulischer Ereignisse, vorgetragen aus der unschuldigen Sichtweise des Mädchens, macht bald klar, dass sich in Umizuka, der Stadt am Meer, in der das Mädchen und seine Mutter leben, etwas Ungeheuerliches ereignet hat und dass die Bewohner alles dafür tun, dieses Ungeheuerliche nicht zur Kenntnis zu nehmen. Man ist eine Gemeinschaft, die Schlimmes überstanden hat und deshalb um so mehr Gemeinschaft sein muss. Niemand darf ausscheren, niemand er selbst sein. Das Gemüse, das man zieht und isst, ist gesund, weil es gesund sein muss. Die Fische, die man aus dem Meer holt, sind nicht nur essbar, sondern schmackhaft. Sie müssen es sein. Die Leute sind alle nett. Sie müssen es sein. Man hat eine Hymne, die Umizuka-Hymne. Man singt sie gemeinsam, man hilft sich, wo man kann, und man bespitzelt sich. In der Schule aber sterben die Kinder, Lehrer verschwinden, Männer in Anzügen tauchen auf. Mit jedem Satz, jedem Kapitel wird klarer, dass die Fassade nur eine Fassade ist. Und zugleich: dass Risse in der Fassade nicht geduldet werden. Sie werden erbarmungslos übertüncht.
Welches Unglück die Bewohner von Umizuka heimgesucht hat, wird nicht ausgesprochen. Man denkt sofort an die Reaktorkatastrophe von Fukushima. Aber das wäre zu kurz gegriffen. Das Buch beschreibt in sehr leisem, aber nach und nach immer eindringlicher werdendem Tonfall, was passiert, wenn man, koste es, was es wolle, die Augen und Ohren vor Dingen verschließt, die nicht sein können, weil sie nicht sein dürfen; es beschreibt, wie aus Not Gemeinschaft ensteht und ein falsch verstandenes Gemeinschaftsgefühl, das zu Bespitzelung, Unterdrückung und schließlich Gleichschaltung führt. In Umizuka. In Japan. Überall.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783944751191
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:176 Seiten
Verlag:Cass
Erscheinungsdatum:13.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne2
  • 4 Sterne2
  • 3 Sterne0
  • 2 Sterne1
  • 1 Stern0
  • Sortieren:
    AnjaScs avatar
    AnjaScvor einem Monat
    Kurzmeinung: Ein kurzer Roman über das düstere Geheimnis der Küstenstadt Umizuka und warum darüber niemand spricht, was dort passiert.
    Umizuka, Umizuka, Umizuka!

    Auf der Rückseite des Buches ist nur ein kleiner Absatz abgebildet:

    „Nicht die Katastrophe ist das Problem. Sondern das Danach.“  Osamu Yoshino

    Und damit möchte ich es auch bei der Inhaltsbeschreibung belassen. Der Klappentext auf der Innenseite ist sehr ausführlich und meiner Meinung verrät er fast zu viel.

    Meine Meinung:

    Das Buch beginnt völlig unspektakulär:

    Das Haus hatte einen kleinen Garten, In dem Garten wuchsen viele mir völlig unbekannte Pflanzen.

    Zitat 1. Seite der Geschichte

    Kyoko, eine zu dem Zeitpunkt 11jährige Schülerin, erzählt uns von den Dingen, die sie in ihrer Heimatstadt Umizuka erlebt hat. Als Leser stolpern wir von einem Erlebnis zum Nächsten und können zuerst gar nicht einordnen was überhaupt vor sich geht.

    Warum malt das Mädchen ein Bild von ihrer Freundin, auf dem diese wie ein Monster aussieht? Warum scheint die Mutter unter einem Reinigungszwang zu leiden? Warum wird nur Fertigessen, bzw. Abgepacktes gegessen,  obwohl doch angeblich alles so gesund ist was in Umizuka angebaut oder aus dem Meer gefischt wird?

    Während wir weiter in der Geschichte voranschreiten erleben wir merkwürdige Dinge. Ein Lehrer verschwindet plötzlich, Kinder sterben scheinbar grundlos oder werden schwer krank, aber niemand hinterfragt diese Dinge...

    Kyoko wird von ihrer Mutter geschlagen, weil sie ein Baby anstarrt - aber warum? Die Frage, die mir sofort kam: Was ist daran so schlimm?

    Keine dieser Fragen wird uns direkt beantwortet, es gibt keine Lösung auf dem Silberteller präsentiert für uns als Leser, sondern wir müssen uns diese erarbeiten.

    Als Leser hat man die ganze Zeit ein merkwürdiges Gefühl beim Lesen, denn es ist absolut klar, dass etwas schlimmes passiert sein muss und jetzt alles totgeschwiegen wird.

    Zwischen den Zeilen zu lesen ist absolut unerlässlich, denn da findet man einen Teil der Wahrheit und kann damit 1 + 1 zusammenzählen. Die Fassade bröckelt und man kann dahinter sehen, auch wenn ich mich gefragt habe, ob ich das überhaupt will bzw. wollte.

    Das Buch ist tatsächlich gleich in verschiedener Hinsicht etwas besonderes und hinterlässt noch nach dem Zuklappen einen faden Beigeschmack. Es geht nicht nur um das Unglück, das in Japan natürlich sofort an Fukushima denken lässt, sondern auch an völlig fehlgeleitetem Idealismus, ein falsches Gemeinschaftsgefühl, Unterdrückung und Schweigen zu Dingen, die nicht sein dürfen.

    Was mich persönlich gestört hat, war die zu gewollte Andersartigkeit von Kyoko, Ihr zum Teil sehr schräges Verhalten, obwohl sie wusste, dass es sowohl für sie als auch ihre Mutter gefährlich ist. Ein Mädchen, das mich stellenweise  doch genervt hat mit ihrer Art.
    Auch wenn eigentlich klar ist was in Umizuka passiert, hätte ich mir an einigen Stellen doch einige Erklärungen gewünscht, allerdings kann bei unter 200 Seiten natürlich auch nicht zu viel erwarten.

    Ein düsterer Roman voller Geheimnisse, die entdeckt und entschlüsselt werden wollen.


    Kommentieren0
    51
    Teilen
    killmonotonys avatar
    killmonotonyvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Puristisch und bedrückend liegt in „Kein schönerer Ort“ eine ungesagte Katastrophe in der Luft — gekonnt inszeniert!
    Rezension: Kein schönerer Ort

    Als ich in der Herbstvorschau des cass Verlags diesen Titel entdeckte, war mir direkt klar: Das muss ich lesen. Der Klappentext deutet auf eine mögliche Atomkatastrophe hin, nach der die Bewohner Umizukas dort leben, aber ausgesprochen wird dies nicht. „Kein schönerer Ort“ von Manichi Yoshimura erzählt aus der Perspektive eines jungen Mädchens, wie sich Ungeheuerliches abspielt, Todesfälle überspielt werden und der Zusammenhalt des Orts irgendwie erzwungen scheint. In den Schulen fehlen nach und nach immer mehr Kinder, sie klappen im Unterricht zusammen und wenige Tage später erfahren wir, dass sie gestorben sind. Der Grund dafür wird uns allerdings nicht genannt. Die unschuldige Sprache Kyoko-chans lässt uns nur langsam die Katastrophe wahrnehmen, die sich in Umizuka abgespielt haben muss. Nach dutzenden Malen, in denen Kyoko die Umizuka-Hymne gezwungenerweise und lustlos mitsingt, weil sie sich von der Gemeinschaft ihrer Klassenkameraden ausgeschlossen fühlt, wächst in ihr das Bewusstsein, dass etwas faul ist. Ihre Mutter kocht nie frisch, lässt Dosen voller Fertiggerichte importieren und achtet penibel auf jedes Staubkorn. Ist womöglich doch etwas geschehen? Aber wieso tun dann alle so, als wäre nichts gewesen?

    Am Ende tut nicht nur Umizuka, sondern das ganze Land so, als wäre nichts gewesen. Vielleicht nimmt gar […] die ganze Welt an dieser Komödie teil.

    Dieser Roman hat mich gut 50 Seiten (ein Drittel!) gekostet, bis ich richtig drin war. Die Sprache und Erzählperspektive schien erst ungelenk, doch danach hat „Kein schönerer Ort“ seine schaurige Magie entfaltet. „Kein schönerer Ort“, das scheint Umizuka nach Meinung der gesamten Stadtbevölkerung tatsächlich zu sein, und obwohl die Kinder dahinsterben, bemühen sich die Älteren um Normalität. Was auch immer geschehen ist, es hat die Bewohner Umizukis zusammengeschweißt, ein übertrieben erscheinendes Gemeinschaftsgefühl hat sich entwickelt. Die Anwohner betonen immer, dass man das Gemüse und das Obst aus der Stadt bedenkenlos essen könnte, und spätestens jetzt fragt man sich als Leser, wieso sie geblieben sind. Oder werden die Bewohner Umizukas gar gezwungen, dort zu verbleiben, um andere Regionen nicht zu kontaminieren? Der Begriff „Atomkatastrophe“ steht wie ein dicker Elefant im Raum, doch niemand, wirklich niemand, spricht in Umizuka darüber — beziehungsweise wird von der Polizei mit den Worten „Alles erstunken und erlogen!“ abgeführt und nie wieder gesehen.

    Mit dem Bewusstsein des Menschen hat es so eine Bewandtnis. Beeinflusst vom Verhalten seiner Umgebung, sieht der Mensch bald nicht mehr, was er sieht. Selbst das Dreieck unmittelbar vor seinen Augen wird, wenn alle anderen behaupten, es sei ein Kreis, zum Kreis. Er fasst es nicht nur als solchen auf. Er sieht wirklich: einen Kreis.

    Die Sprache von „Kein schönerer Ort“ ist für mich typisch „japanische Literatur“. Dieses Schnörkellose, Leise, fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Und trotz der Kürze dieses Romans hat Yoshimura den richtigen Ton getroffen. Der Klappentext verrät uns, dass dieses Buch zum Anlass der Reaktorkatastrophe in Fukushima geschrieben wurde, was den Eindruck der „Kontamination“ nur noch verstärkt. Mehrmals wird zudem erwähnt. dass Umizuki die Heimat ist, „die wir einmal verloren haben“ und die wieder aufgebaut wurde — das ist meiner Meinung nach der letzte Groschen, der fallen musste.

    Fazit: Mit „Kein schönerer Ort“ von Manichi Yoshimura ist wieder mal ein kurzer, eigensinniger, aber auch wunderbarer Titel im cass Verlag erschienen! Die Sprache, die Geschichte, alles fügt sich toll zusammen. Lediglich der Start fiel mir etwas schwer und gegen Ende schlug die Handlung eine Richtung ein, die sich mir nicht ganz erschlossen hat. (Wer es gelesen hat, möge sich bei mir melden!) Yoshimuras Roman möchte ich jedem ans Herz legen, besonders aber allen, die die japanische Literatur bereits kennen, denn dieses Buch fügt sich nahtlos ein, obwohl es kein gleichförmiges Puzzlestück ist.

    Mehr unter: https://killmonotony.de/rezension/manichi-yoshimura-kein-schoenerer-ort

    Kommentieren0
    3
    Teilen
    SaintGermains avatar
    SaintGermainvor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Wem "1984" gefallen hat, der kann sicher auch diesem Buch etwas abgewinnen.
    Orwell lässt grüßen

    Kyoko Oguri ist ein 11-jähriges Mädchen, welches in der Schule geht, dort aber kaum Freunde hat. Ihre alleinerziehende Mutter hat einen Reinlichkeitsfimmel und versucht ja nicht aufzufallen. Kyoko hingegen ist neugierig, auch als Schüler und Lehrer aus ihrer Klasse sterben bzw. verschwinden.

    Das Cover des Buches ist zwar einfach, aber trotzdem auffällig und macht neugierig.

    Der Schreibstil des japanischen Autors ist zunächst ungewöhnlich. Zum einen sind für einen Europäer die Namen natürlich kaum zu merken, zum anderen wirkt das Buch nicht von einer 11-jährigen geschrieben, was aber schließlich aufgeklärt wird.

    Umizuka als Stadt wirkt genauso, wie sie sein soll. Man merkt sofort, dass nicht alles so ist, wie es sein soll bzw. dargestellt wird. 

    Das ganze Buch erinnert sehr an "1984" von George Orwell und ist trotzdem ganz anders geschrieben. Die dystophische Stimmung wird mit jedem Satz eingefangen. 

    Unglaublich eigentlich, dass man sich so sehr alles positiv reden kann, wenn die negativen Auswirkungen einer Katastrophe so spürbar sind. Aber hier wird es nicht nur alles positiv geredet, die Wahrheit wird trotz aller Folgen einfach ignoriert, Andersdenkende haben keinen Platz in dieser Gesellschaft.

    Fazit: Wem "1984" gefallen hat, der kann sicher auch diesem Buch etwas abgewinnen. 5 von 5 Sternen

    Kommentieren0
    134
    Teilen
    Lerchies avatar
    Lerchievor 2 Monaten
    Einfach nicht mein Fall

    Ihre Mutter hatte sie vor der weißen Blume gewarnt….
    Als sie von der Schule wieder nach Hause kam, war die Blume verschwunden…
    Akemi-san ging es nicht gut, aber man brachte sie nicht zur Krankenstation…
    Am nächsten Tag war sie tot…
    Auch Fujimara-sensei kam plötzlich nicht mehr… Man sagte den Kindern, es ginge ihm nicht gut…
    Kyoko-chan wurde von ihrer Mutter verprügelt, weil sie ein Tagebuch schrieb und Zeichnungen darin anfertigte… Die Mutter zerriss das Buch in kleine Fetzen…
    Und immer hieß es, dass in Umizuka alles bestens wäre… Und alle stimmten ein…
    Warum hatte Kyoko-chans Mutter sie vor dieser weißen Blume gewarnt? Und warum hat sie diese vernichtet? Weshalb brachte man Akemi-san nicht zur Krankenstation? Obwohl sie es, lt. Aussage von Kyoko-chan wollte? Auch wenn dies hinterher wieder abgestritten wurde? Was war mit dem Lehrer Fujimara-sensei passiert? Inwiefern ging es ihm nicht gut? Weshalb verprügelte die Mutter Kyoko-chan? Nur wegen des Tagebuchs? Und dann nimmt sie es ihr weg, und zerreißt es? Warum? War in Umizuka wirklich alles in Ordnung? Warum sagte jeder dies, obwohl es ja eigentlich nicht so war? Nicht alle diese Fragen – aber noch viel mehr – werden in diesem Buch beantwortet.

    Meine Meinung
    Das Buch ließ sich für mich nicht leicht lesen. Das fing schon mit den vielen japanischen Namen an, die ich mir einfach nicht merken konnte. Wofür das Buch aber nichts kann. Auch war mir immer mal wieder etwas unklar. Z. B. wieso Kyoko-chan plötzlich umschwenkte. Und wohin ihre Mutter verschwunden war. Im letzten Kapitel lese ich, dass Kyoko über dreißig Jahre ihres Lebens spricht. Da kann doch was nicht stimmen. Sie war drei, als sie evakuiert wurden und das Buch spielt in ihrem elften Lebensjahr. Es ist schlichtweg verwirrend und mich hat leider das ganze Buch immer wieder verwirrt. Es heißt, dass der Anlass dieses Buch zu schreiben, die Reaktorkatastrophe in Fukushima gewesen sei. Und die war 2011. Daher: wieso dreißig Jahre? Kyokos Mutter war vorsichtig, mit allem. Auch mit dem Essen. Ich frage mich allerdings, warum sie überhaupt wieder in diesen Ort gezogen sind, wenn sie doch wussten oder zumindest ahnten, dass bei weitem nicht wieder alles in Ordnung war. Nur Heimatverbundenheit?? Und dann kann ich noch nicht mal mein eigenes Gewächs essen? Ich muss sagen, dass mir das Buch nicht sonderlich gefallen hat. Es kam mir fast vor, wie ein Tatsachenbericht, jedoch ohne das Kind beim Namen zu nennen. Es war einfach nicht mein Fall und daher bekommt es von mir nur zwei von fünf Sternen, bzw. vier von zehn Punkten.

    Kommentare: 2
    4
    Teilen
    EllisElliss avatar
    EllisEllisvor 2 Monaten
    Beeindruckend

    Ich habe dieses Buch innerhalb drei Stunden gelesen und war im Anschluss froh, dass die Sonne von einem fast wolkenfreien Himmel schien. Regenwetter hätte, so glaube ich, meiner Stimmung im Anschluss ans Lesen wohl nicht gut getan. Das ist nicht abwertend gemeint. Im Gegenteil bedeutet das, wie sehr der Autor es geschafft hat, mit seiner Schreibe in seine Gefühlswelt zu ziehen. Und das soll schließlich so. Das Leben acht Jahre nach einer Katastrophe, nennen wir sie Fukushima (obwohl die Katastrophe nie erwähnt wird in diesem Buch), wird geschildert aus der Sichtweise der 11-jährigen Kyoko. Zunächst lebhaft, eigensinnig, naiv und so herrlich typisch Grundschülerhaft, blickt sie auf ihre Umgebung und versucht zu begreifen, was um sie herum geschieht. Mit der Zeit, beziehungsweise mit den Buchseiten, erwacht die Gedankenwelt des Mädchens; sie wird reifer. Hinterfragt und stellt am Ende fest: es ist alles nicht wie es scheint. Die Sorge der Mutter um das Wohlergehen der Tochter wischt diese weg, wie es eben in - oder ab - diesem Alter so typisch ist. Nach und nach erfährt der Leser die Gründe für die Verhaltensweise der Mutter und nicht nur deren. Man beginnt zu verstehen. Was so kindlich vergnügt mit den Worten "Das Haus hatte einen kleinen Garten" beginnt - stilistisch ähnlich gefärbt wie die ersten Worte im "Kleinen Hobbit", mausert sich rasch zu einem drückenden Zerrbild einer illusionären Welt. Doch anders als im Hobbit, gibt es in dieser Geschichte kein "zurück". 

    Empfehlenswert!

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu

    Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks