Manu Joseph Ernste Männer

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Inhaltsangabe zu „Ernste Männer“ von Manu Joseph

Ayyan Mani ist mit seiner Familie in einer trostlosen Hochhaussiedlung von Mumbai gestrandet. Immerhin hat er einen Job am Institut für Forschung und Theorie als Sekretär eines zwar brillanten, aber unerträglichen Astronomieprofessors. Damit sein 10-jähriger Sohn es einmal besser hat, nutzt er seine privilegierte Position im Dunstkreis der Brahmanen und präsentiert Adi als Wunderkind. Mit diebischer Freude trichtert er ihm unsinnige Fragen für den Schulunterricht ein und manipuliert dessen Hörgerät, damit der Junge vor Journalisten die ersten tausend Primzahlen "auswendig" aufsagen kann. Die Professoren am Institut sind derweil zu beschäftigt mit internen Streitereien, um zu merken,wie sie von ihrem Untergebenen vorgeführt werden.

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  • Rezension zu "Ernste Männer" von Manu Joseph

    Ernste Männer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. April 2011 um 14:03

    Inhalt: Ayyan Mani ist mit seiner Familie in einer trostlosen Hochhaussiedlung von Mumbai gestrandet. Immerhin hat er einen Job am Institut für Forschung und Theorie als Sekretär eines zwar brillanten, aber unerträglichen Astronomieprofessors. Damit sein 10-jähriger Sohn es einmal besser hat, nutzt er seine privilegierte Position im Dunstkreis der Brahmanen und präsentiert Adi als Wunderkind. Mit diebischer Freude trichtert er ihm unsinnige Fragen für den Schulunterricht ein und manipuliert dessen Hörgerät, damit der Junge vor Journalisten die ersten tausend Primzahlen »auswendig« aufsagen kann. Die Professoren am Institut sind derweil zu beschäftigt mit internen Streitereien, um zu merken,wie sie von ihrem Untergebenen vorgeführt werden. Rezension: Ayyan ist ein gerissener Sekretär, der moralische Bedenken nur im Kreis seiner Familie kennt. Um sich an den Brahmanen für ihre priviliegierte Stellung zu rächen und um den Wohnverhältnissen der BDD Chawls zu entkommen, beschließt er seinen Sohn Adi zu einem Wunderkind zu machen. Trickreich, mit allen Wassern gewaschen und ohne Skrupel macht er sich ans Werk. Sein Sohn ist ein stilles Kind von zehn Jahren und auf einem Ohr schwerhörig und trägt ein Hörgerät, dass Vater Ayyan für seine Pläne gerade recht kommt. Ayyan ist ein Dali, er gehört zu der Kaste der 'Unberrührbaren'. Er ist Buddhist und duldet keine Ganesha-Statue in seiner Wohnung, obwohl seine Frau regelmäßig versucht, den elefantenköpfigen Hindu-Gott ein Plätzchen einzuräumen. Ayyan arbeitet für den brillanten Physiker Acharya Arvind im Institut für Theorie und Forschung. Acharya will mit Ballonen, die er in eine Höhe von 41 km hochsteigen lassen möchte um in speziellen Behältern Luftproben zu nehmen, außerirdisches Leben beweisen. Doch im Institut werden Intrigen geschmiedet um den ungeliebten Boss aus seinem Chefsessel zu katapultieren, um Gelder für den großen Lauscher und das Abhören des Alls zu erhalten. Angeführt wird die Rebellion von Acharyas Vize und Schulfreund aus Jugendzeiten Nambrodi. Den rebellischen Physikern kommt die attraktive Bioastrologin Oparna zuerst ungewollt zur Hilfe. Der Autor hat es geschafft, ein humorvolles und zugleich intelligentes Buch um die Rangeleien der Wissenschaftler und dem Streben nach etwas mehr Lebensqualität bedachten Ayyan. Sowohl Ayyan als auch sein Chef, werden so gut und einfühlsam beschrieben, dass man mit ihnen zusammen hofft, leidet und zittert. Das Buch lebt von den vielen kleinen Eigenarten und Beschreibungen. So schreibt Ayyan jeden Morgen ein Zitat des Tages an die Pinwand des Instituts um die Brahmanen zu ärgern und die Köchin von Archarya sitzt auf der Spüle um den Abwasch zu machen, weil sie so klein ist. Fazit: Ein großartiger Roman, der mit viel Herzblut und Humor geschrieben wurde, voller Verrat, Intrigen, Liebe und Gefühl. Dieses Buch ist alles - Nur nicht vorhersehbar.

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  • Rezension zu "Ernste Männer" von Manu Joseph

    Ernste Männer

    Gospelsinger

    03. November 2010 um 19:01

    Indien ist ein Staat zwischen Tradition und Moderne. Zwar sind die Kasten offiziell abgeschafft, im täglichen Leben aber sind sie nach wie vor präsent. Ayyan Mani gehört einer niederen Kaste an und bewohnt mit seiner Frau und seinem Sohn Adi daher nur eine winzige Wohnung in einer miesen Wohnsiedlung. Aber Ayyan will mehr. Anders als seine männlichen Nachbarn hängt er nicht täglich besoffen herum, sondern hat einen vergleichsweise guten Job. Er ist der Sekretär des Physikers und potenziellen Nobelpreisträgers Arvind Acharya. Einen höheren Job kann Ayyan aufgrund seiner Kaste allerdings nicht erlangen. Die Wissenschaftler des Instituts stammen „natürlich“ alle aus der Kaste der Brahmanen. Ayyan will sich damit nicht abfinden. Sein Sohn soll es zu etwas bringen können, auch wenn er einer niedrigen Kaste angehört. Ayyan nutzt seine Position aus, um seinen Chef abzuhören und dessen Besucher nach Lust und Laune vorzulassen oder mit kreativen Ausreden abzuwimmeln. Er verändert die Tagessprüche, die er an die Tafel in der Eingangshalle schreiben soll. Plötzlich finden sich dort angebliche Aussprüche berühmter Leute, in denen die Brahmanen sehr schlecht wegkommen. Natürlich bekommt Ayyan auch die heimliche Liebesaffäre Arvind Acharyas mit und kann dadurch seine Position stärken. Schließlich präpariert er das Hörgerät seines Sohnes, damit er ihn als Genie präsentieren kann. Das klappt auch ganz gut. Adi schneidet in den Prüfungen hervorragend ab und gilt nun als Wunderkind. Wird Ayyan es schaffen, seinem Sohn ein Studium zu ermöglichen? Diese glänzende Satire auf den Wissenschaftsbetrieb und auf das indische Kastendenken liest sich ganz hervorragend und ist gnadenlos komisch. Ayyan ist mir trotz seines Intrigantentums ans Herz gewachsen und auch die anderen Charaktere waren mir trotz aller menschlichen Unzulänglichkeiten sympathisch. „Ernste Männer“ bietet einen erhellenden Einblick in die heutige indische Gesellschaft jenseits der Bollywood-Filme.

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  • Rezension zu "Ernste Männer" von Manu Joseph

    Ernste Männer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    05. October 2010 um 21:06

    Ayyan Mani wohnt mit seiner Frau und seinem Sohn Adi in den BDD Chawls, einer reichlich trostlosen Wohnsiedlung mit kleinen Einzimmer-Wohnungen, kränklich gelben Fluren und schiefen und krummen Gehwegplatten zwischen den Häusern. Was ihn von den Mitbewohnern unterscheidet: Ayyan hat einen Job und er betrinkt sich auch nicht. Er ist Sekretär von Arvind Acharya, einem bedeutenden Physiker, der während seiner Laufbahn immer wieder reif für den Nobelpreis schien. Der kreative Ayyan hört seinen Chef ab, steuert den Besucherstrom zu Acharya nach Gutdünken mit erfundenen Wartezeiten und versucht, seinen Sohn mit Hilfe von gefälschten Testergebnissen als Genie zu vermarkten. Die Welt von Manu Joseph ist kontrastreich und bunt - und korrupt und irgendwie lächerlich noch dazu. Alles, was das Leben in Indien ausmacht, wird von ihm auf den Prüfstand gestellt und am Institut für Forschung und Theorie kumuliert die ganze Ironie der Geschichte. Ausgerechnet dort, wo man dank der hehren Wissenschaft die abgeklärtesten Menschen erwartet, geht es zu wie in den Seifenopern, die Ayyans Frau Oja abends am liebsten im Fernsehen schaut. Ellenlange Formeln schützen eben nicht vor den Mechanismen der Gesellschaft. Neben Komik und Tragik der Geschichte an sich spielt Gesellschaftskritik bei Manu eine zentrale Rolle. Acharya verfällt der sehr viel jüngeren Wissenschaftlerin Oparna Goshmaulik, die als einzige Frau im Institut forscht, als Astrobiologin in der Männerdomäne der Akademiker. Zudem birgt die Suche nach außerirdischem Leben für Zündstoff. Die Frage, wie man dazu am besten vorgeht, spaltet das Institut. Acharya lässt dank guter Beziehungen die Muskeln spielen, aber sein Gegner Jana Nambodri ist ihm eng auf den Fersen. Nambodri lässt nichts unversucht, die Methoden zu wechseln und selbst die Institutsleitung zu übernehmen. Die Wissenschaftler stehen sich so unversöhnlich gegenüber wie eine Bande Fünfjähriger, die sich um Straßenkreide streiten und die Eskalation ist unvermeidlich. Manu, selbst Journalist, nimmt gar seinen eigenen Berufsstand aufs Korn: Ayyan kann den Hype um seinen Sohn besonders leicht inszenieren, weil sich ein Journalist für die getürkte Berichterstattung bezahlen lässt und so eine "Freundschaft" entsteht. Die katholische Schulleitung Adis missioniert bei jeder Gelegenheit hartnäckig, weil sie nur einen christlichen Adi finanziell unterstützen kann oder will, und hofft bei jeder Berichterstattung, dass ihre Schule richtig im Zusammenhang genannt wird. Das gesellschaftlich viel größere Problem allerdings ist nicht der Glaube, sondern dass die Manis Dalits sind und damit nicht einmal zu den vier Hauptkasten der indischen Gesellschaft zählen. Diese gibt es offiziell zwar seit 1947 nicht mehr, aber aus den Köpfen ist das System noch lange nicht verschwunden. Ayyan nutzt zum Beispiel seine Aufgabe, täglich einen klugen Spruch an das Schwarze Brett zu schreiben, mindestens einmal wöchentlich dazu aus, mit einem erfundenen Spruch gegen die Brahmanen zu keifen und die brahmanischen Professoren wiederum lassen sich in Stammtischmanier über ihre Dalit-Angestellten aus. Ich habe es sehr genossen, dass Ayyan am Ende in Sachen Intelligenz seinen Arbeitgebern (und ganz besonders Jana Nambodri) eine kleine Überraschung liefern durfte. Der Ausflug ins ferne Mumbai war eine wahrlich lebhafte Abwechslung, in ein fremdes Land, in veränderte Denkweisen und dennoch ist einiges nicht wirklich fremd. Indische Wissenschaftler dürften sich in ihren Machtspielchen kaum von den Kollegen unterscheiden, die tausende Kilometer weiter weg forschen. Und eine schöne junge Frau bringt wohl auch sonst eine Männerdomäne in Aufruhr, egal, wie aufgeklärt sie sich gibt. Sehr schön ist übrigens das Titelbild, das mit der Kindheit Acharyas zu tun hat. Trotzdem, mit dem Ausgang der Geschichte hatte der Mann auf dem Elefanten leider nichts mehr zu tun - obwohl er doch das Cover zieren durfte...

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  • Rezension zu "Ernste Männer" von Manu Joseph

    Ernste Männer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. September 2010 um 15:24

    “Ernste Männer” von Manu Joseph ist ein seltsames Buch. Ich habe es sehr gerne gelesen, doch wenn ich eine längere Pause machte, vermisste ich das Buch nicht. Es ist sehr gut und flüssig geschrieben, man kann der Geschichte leicht folgen, das Erzählte ist interessant – aber nach der Lektüre bleibt nichts zurück. So ein Gefühl überkommt mich eher selten. Denn entweder packt mich ein Buch so richtig oder ich lasse es sein. “Ernste Männer” habe ich zu Ende gelesen, die letzten 50 Seiten sogar verschlungen. Sobald ich aber das Buch zuklappte, konnte ich mühelos und ohne geistige Verschnaufpause in ein anderes eintauchen. Das Institut für Theorie und Forschung in Mumbai (Bombay) ist Schauplatz des Geschehens. Hier wird der Astrologe Arvind Acharyh, ein Angehöriger der Brahmanen-Kaste, gefeiert, weil er außerirdisches Leben entdeckt haben will. Leider stellt sich heraus, dass seine Ex-Geliebte aus Rache möglicherweise die Forschungsergebnisse manipulierte. Acharyhs Sektretär Ayyan Mani, Angehöriger der Dalit-Kaste und damit ein “Unberührbarer”, verfolgt währenddessen seine eigenen Träume und versucht diese auf jede nur erdenkliche Weise zu erfüllen. So bezahlt er Zeitungen, damit diese gefälschte Artikel über seinen 11-jährigen Sohn, das “Wunderkind”, drucken, und genießt dank seiner Manipulationen großes Ansehen. Denn Mani möchte seinem Sohn eine bessere Zukunft ermöglichen und präsentiert ihn der Welt deshalb als Genie. Er erpresst Acharyh und andere Vorgesetzte, um sein Ziel Wirklichkeit werden zu lassen. Und auch wenn er regelmäßig befürchten muss, zu weit gegangen zu sein, versuchter seine Spielchen trotzdem immer wieder aufs Neue. “Unser Leben, mein Freund, ist vorbei. Es geht um unsere Kinder. Ihnen zuliebe müssen wir hier raus.” “Ernste Männer” behandelt eine Reihe universeller Themen der Menschheit: Liebe, Verrat, grausame Rache der Geschmähten. Deswegen fehlen dem Buch auch nicht die Frauen, wie der Titel zunächst vermuten lässt. Auch sie wissen sich zu helfen, selbst wenn es zu Anfang scheint, als wären sie nur von ihren Männern abhängig. Der gebürtige Inder und Journalist Joseph greift in seinem Buch außerdem die sozialen Missstände Indiens auf: die soziale Kluft zwischen dem Leben der Brahmanen und dem der Dalit, den Konflikt der Kasten um Macht. Auf der einen Seite kämpft sich ein Unberührbarer mit allen Mitteln nach oben, verfolgt nur die Interessen seiner eigenen Familie. Auf der anderen Seite forscht ein Nachfahre der geistigen Elite Indiens mit Heißluftballons nach Außerirdischen und wirft dabei sämtliche Ideale seiner Kaste über Bord. Mittendrin kämpfen die Menschen ums Überleben, ringen mit dem Hungertod, werden bei lebendigem Leib verbrannt. Die Frage nach Gerechtigkeit in solch einer Welt versucht Joseph mit seinem Antihelden Mani zu beantworten. Das gelingt ihm mit einer Sprache und Ideen, die einen amüsieren und während des Lesens laut auflachen lassen. “Ernste Männer” ist eine Gesellschaftskritik der indischen Welt, die dank ihrer grotesk überzeichneten Figuren als Satire gelesen werden will.

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