Manuel Menrath

 4.9 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Manuel Menrath

Manuel Menrath, geboren in Luzern, seit 2009 am Historischen Seminar der Universität Luzern. Zuvor war er Lehrer, Kulturmanager, Komponist und spielte Gitarre in verschiedenen Bands. 2016 erhielt er den Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung. In seinem Buch Mission Sitting Bull (Schöningh 2016) setzt er sich mit der Bekehrung der Sioux durch Benediktiner aus Einsiedeln auseinander.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Manuel Menrath

Cover des Buches Unter dem Nordlicht (ISBN: 9783869712161)

Unter dem Nordlicht

 (7)
Erschienen am 20.08.2020

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Rezension zu "Unter dem Nordlicht" von Manuel Menrath

Eindrucksvoll
Lenchivor 2 Monaten

Was für ein wunderbares Buch! Menrath entführt auf seiner Reise nach Kanada. Eindrucksvoll wird die Lebensweise in den verschiedenen Reservaten geschildert. Doch leider kein Buch mit Happy End sondern eindringlich wird auf die Lebenssituation von Zwangassimilation bis hin zu Selbstmord im eigenen Volk. Tief berührt haben mich die einzelnen Interviews. Offen und gnadenlos wird von zerstörten Kulturen und Riten berichtet, die damit auch die Historie der Menschen zerstört. Sprachlich zeigt der Autor keine Schwächen und kann durch Wort und Schrift das Erlebte künstlerisch wiedergeben. Oft hat man den Eindruck, mitten im Interview zu sein anstatt nur die Worte zu lesen. Ein großartiges Buch über ein großes Stück Geschichte eines Landes und einer Population, die es sich zu lesen lohnt!

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Rezension zu "Unter dem Nordlicht" von Manuel Menrath

Aufarbeitung des kanadischen Kolonialismus
Schneeflammevor 2 Monaten

„Unter dem Nordlicht- Indianer aus Kanada erzählen von ihrem Land“ von Manuel Menrath

 erzählt die Geschichte der Indigenen Kanadas und wie sie sich jetzt fühlen, welchen Status sie in ihrem Land haben und wo  noch Diskriminierung herrscht. Es geht um die „leeren“ Stellen in der Geschichte Kanadas. Dies ist interessant für alle Menschen,   die sich für die Schattenseite von Kanada interessieren und auch für Diversität. Für Menschen mit indigenen Hintergrund ist es ein wichtiges Buch für die eigene Identität. Mir kam die Lebensweise der Indigenen etwas zu kurz. Bzw. stand das Vermitteln der Fakten im Vordergrund.  Für dich Buch ist viel recherchiert wurden, was man auch beim Lesen merkt. Ebenso am Glossar, Literatur- und Quellenverzeichnis sowie die Namen von allen Interviewten des Autors. Der Hinweis auf Webseiten zum Thema, Zeitungsartikel und News, sowie Filme  sind ebenfalls vorhanden. Insgesamt sind es  822 Fußnoten, die am Schluss noch einmal ausführlich erläutert werden.  Ein umfangreiches Buch über die Schattenseite Kanadas.

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Rezension zu "Unter dem Nordlicht" von Manuel Menrath

Unsere Schuld wird nie vergehen
lielo99vor 3 Monaten

„Unter dem Nordlicht“ zeigt in eindrücklicher Weise, wie wenig die oft üblichen Vorstellungen vom Leben der Indianer mit der Realität zu tun haben. Der Schweizer Autor Manuel Menrath ist Historiker und er reiste in Gebiete, die weit weg von den Ballungsräumen der Großstädte liegen. Hier leben Cree und Ojibwe in Reservaten, die ihnen von den „Weißen Herrenmenschen“ zugewiesen wurden. Herr Menrath schaffte Vertrauen zu den Menschen und sie berichteten ihm von ihrer Geschichte. Er durfte an Jagden und rituellen Festen teilnehmen und über 100 Indianer interviewen. Aus dieser gewiss auch strapaziösen Recherche konnte er dieses wertvolle Buch schreiben.


Niemals zuvor las ich ein Werk, welches mich so sehr beeindruckte. Ich wusste nicht, was die Ureinwohner Kanadas erdulden mussten und dass es selbst im Jahr 2016 noch über 100 Selbstmordversuche unter Kindern der Reservate gab. Auch als Herr Menrath in ein Cree-Dorf namens Attawapiskat reiste, brachte sich kurz vorher ein blutjunges Mädchen (12 Jahre alt) um. Warum machen die Kinder das? Ein Grund kann sein, dass ihre Eltern und Großeltern in den Residential Schools „unterrichtet“ wurden. Dort erlebten sie unvorstellbare Misshandlungen und wurden bis heute nicht, damit fertig. Vielleicht sehen die jungen Menschen die Hoffnungslosigkeit der Eltern und haben Angst, dass sie die Zukunft nicht meistern können?


Bis heute leiden alle Indigenen unter Behördenwillkür und Rassismus. Sie erhalten kaum Aufmerksamkeit von der Bevölkerung und die Touristen wollen nur das sehen, was sie unter dem Leben mit Indianern verstehen. Schlimm für mich war das, was die Menschen dem Europäer Menrath berichteten. Sie sollten ihrem Glauben abschwören, wurden als „Heiden“ betrachtet und oft auch versklavt. Durften nur noch das jagen, was ihnen die „Weißen“ erlaubten, ganze Siedlungen geflutet und Raubbau an ihrer Natur betrieben. Die Ureinwohner mussten mit auf den Feldern arbeiten und wertvolle Rohstoffe bergen. Den Nutzen hatten sie davon keineswegs.


Im Jahr 1493 erließ Papst Alexander VI eine Bulle, in der er den Herrschaftsanspruch christlicher Nationen auf neu „entdeckten“ und „heidnischen“ Ländern. „Durch unsere apostolische Machtbefugnis, die der allmächtige Gott durch den hl. Petrus auf uns übertragen hat, schenken und gewähren wir dem spanischem Königshaus sowie deren Nachfolger auf alle Zeit sämtliche Inseln und Länder mit ihren Herrschaften, Städten und Dörfern, die gefunden wurden und noch entdeckt werden. Und zwar im Westen vom arktischen bis zum antarktischen Pol.“ (Pos. 1184) Es waren auch Priester und Nonnen, unter denen in den Schulen der Indianer die Kinder am meisten litten.


Herr Menrath wollte ein Buch schreiben, das nicht nur wissenschaftliche Erkenntnisse aufzeigt. Auch seine persönlichen Empfindungen sollten zum Ausdruck kommen und das ist ihm hervorragend gelungen. Die originalen Fotos aus alter und neuer Zeit brachten mir die Betroffenen noch einmal näher.


Nein, mehr schreibe ich nicht. Es wäre noch so viel zu berichten, was mich bewegt. Bitte, lest dieses Buch und erfahrt, welchen Völkermord (Millionen wurden vertrieben oder starben an eingeschleppten Krankheiten) die Europäer nicht nur in Kanada vollzogen. Das Leben mit und von der Natur, welches ein Merkmal der Indianer ist, kann meiner Meinung nach auch heute noch praktiziert werden. Ja, auch in Europa.


Nach dem Nachwort und dem Dank folgen Glossar, Literatur- und Quellenverzeichnis sowie die Namen aller, die er interviewte. Der Hinweis auf Webseiten zum Thema, Zeitungsartikel und News sowie Filme fehlen ebenfalls nicht. Es gibt 822 Fußnoten, die am Schluss noch einmal ausführlich erläutert werden.

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