Schade. Das Buch ist alle. Ich habe es geschüttelt, aber es fielen keine neuen Seiten raus.
Wann kommt der nächste Band? Oder die Netflix-Serie, die sich daran anschließt?
Das ist der Eindruck, den das Buch von Manuel O. Bendrin bei mir hinterlassen hat.
Meine Spoilerfreie Einschätzung:
Was gab es in diesem Buch?
Eine abenteuerliche Reise mit viel Abwechslung, Charaktere, die fabelhaft skuril, realistisch, ausgefeilt und auch doch sie selbst waren.
Einen sehr unerwarteten Plottwist und dann noch einen.
Humor. Ich hab bei einigen Stellen lauter gelacht, als ich vielleicht sollte.
Was gab es nicht?
Langweilige Passagen. Der Autor versteht es, seine Leserschaft auch ohne zwanghafte Kapitel-Cliffhanger bei der Stange zu halten.
Einen zweiten Band. Ich hoffe sehr darauf.
Insgesamt habe ich das Buch mehr verschlungen, als gelesen. Es hat zumindest meinen Nerv getroffen und hat einen sehr flüssigen Erzählstil.
Zwischen den Zeilen gelesen kann "Der Auftrag der Zauberer" aber auch gern als Spiegel unserer Zeit dienen, bei der jede "Seite" glaubt, die moralische Überlegenheit gepachtet zu haben. Einfach köstlich.
Definitiv werde ich mehr von diesem Autoren lesen.
Manuel Otto Bendrin

Lebenslauf
Manuel Otto Bendrin lebt und arbeitet in Aachen.
Geschichten, ob geschrieben oder selbst erdacht, begleiten ihn sein ganzes Leben. 2017 begann er zu schreiben und hat seither diverse Kurzgeschichten veröffentlicht. Der gebürtige Schwabe tobt sich in dem weiten Feld der Phantastik aus, wobei seine Schwerpunkte in der Fantasy und dem phantastischen Horror liegen. 2023 erschien sein Grimdark-Fantasy Debütroman "Legende eines Helden: auf dem Spielbrett der Macht" im Hybrid Verlag. Im selben Jahr gewann der Roman einen Kristallenen Stephan.
Neben dem Schreiben lektoriert er für das Weltenportal e-Magazin.
Alle Bücher von Manuel Otto Bendrin
Legende eines Helden
Der Auftrag der Zauberer
Die Chronik der Zombieflauschapokalypse
Das Schloss im Laacher See
Das träumende Land
Fantastische Elemente
Neue Rezensionen zu Manuel Otto Bendrin
Egilmar, ein Krieger, und Mena, eine Abenteurerin, suchen unabhängig voneinander im Auftrag ihrer jeweiligen Meister ein Artefakt und reisen gemeinsam, nachdem Mena Egilmar in der trockenen Steppe vor dem Verdursten bewahrt hat. Trotz des anfänglichen Misstrauens ergänzen sich die beiden völlig unterschiedlichen Reisenden, ihre Diskussionen lassen sie über den Tellerrand hinausschauen und andere Standpunkte verstehen oder zumindest tolerieren, während sie gemeinsam gefährliche Situationen meistern und Feinde überwinden müssen. Die Erzählperspektive wechselt zwischen den beiden Protagonisten, die ich immer mehr kennenlerne, besonders Mena hat mich fasziniert.
Mich hat die spannende Geschichte um Toleranz und Verständnis einerseits und ausufernde Rivalität und sinnlosen Neid andererseits sehr gut unterhalten, wie auch der lebendige, bildhafte Schreibstil mit seinem Humor mir gut gefallen hat.
Manuel Otto Bendrin schafft es in seinem Buch "Legende eines Helden" ein klassisches Fantasysetting mit ein paar Kniffen (ohne zu viel zu Spoilern: Stichwort Dämonen) in Kombination mit seinen Protagonisten und Antagonisten so zu gestalten, dass es sich sehr frisch anfühlt und auch so liest.
Zwerge, Elfen nehmen eher klassische Rollen ein, aber gerade die Komponente der Dämonen, was sie sind, woher sie kommen und ihre Ziele fand ich neben der Charakterentwicklung des Protagnisten einen der großen Storytreiber, die einen noch eine und noch eine Seite lesen lassen.
Gut platzierte Twists und Enthüllungen, die dahinterliegende Lore und das Wordbuilding runden das Leseerlebnis ab und lassen keinen Raum für Logiklücken, alles ist schlüssig, alles hat seinen Platz.
Von der generellen Ausrichtung her eher düster - es wird auch als Grimdark Fantasy beworben - spürt man, dass der Autor auch im Horror zu finden ist.
Fazit: Eine starkes Fantasybuch (und Debut!), das mich sehr gut unterhalten und gefesselt hat. Bendrin gelingt es, seine Iteration der bekannten Fantasy-Formel an ein paar entscheidenden Punkten so zu verändern, das etwas Eigentständiges entsteht, ohne vertraute Pfade ganz zu verlassen.










