Manuel Vázquez Montalbán Carvalho im griechischen Labyrinth

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Inhaltsangabe zu „Carvalho im griechischen Labyrinth“ von Manuel Vázquez Montalbán

Kurz vor den Olympischen Spielen 1992: »Barcelona, mach Dich hübsch!«, dichtet das vorolympische Marketing, und das bedeutet vor allem die rücksichtslose Umgestaltung des Stadtbildes. Teile der Altstadt wie das Rotlichtviertel Barrio Chino werden zum touristischen Schaufenster herausgeputzt oder verschwinden gleich ganz. Auch der alteingesessene Katalane Pepe Carvalho hat zwei Fälle von Verschwinden aufzuklären. Einerseits soll er die 17- jährige Verlegertochter Beba aufspüren, die ins Drogenmilieu abgeglitten ist. Andererseits ist da ein schillerndes Pärchen aus Paris, das den griechischen Künstler Alekos »tot oder lebendig« finden will und ihn in den gleichen Zirkeln vermutet. Also macht sich Pepe Carvalho, der die schöne Französin am liebsten nicht aus dem Auge ließe, auf in die vom olympischen Umbauwahn bedrohte Halbwelt Barcelonas. In diesem Labyrinth aus Baulöwen, gealterten Bohémiens und den Ruinen seiner eigenen Erinnerung verliert Carvalho schnell den Faden und findet ihn erst wieder, als es fast schon zu spät ist …

Der Weg zur Wahrheit ist ein Labyrinth . . . ein unübertreffliches literarisches Vergnügen.

— JulesBarrois

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  • Der Weg zur Wahrheit ist ein Labyrinth . . .

    Carvalho im griechischen Labyrinth

    JulesBarrois

    08. February 2015 um 08:01

    Barcelona 1990, kurz vor der Olympiade. Die Stadt befindet sich in einem vorolympischen Umbauwahn, traditionelle Altstadtviertel wie das Barrio Chino, das Rotlichtviertel am Hafen, werden abgerissen und wieder aufgebaut, Barcelona macht sich schön, wie es damals hieß. In dieser Zeit erreichen den Privatdetektiven Pepe Carvalho gleich zwei Aufträge: Der bekannte Verlagsdirektor Luis Brando möchte seine Tochter überwachen lassen, die ihm nichts als Ärger macht. Die Französin Mademoiselle Claire Delmas sucht gemeinsam mit Monsieur Georges Lebrun, ein feinsinniger Schwachkopf den Mann ihres Lebens, einen griechischen Künstler namens Alekos. Der hat Claire verlassen und ist im homosexuellen Drogenmilieu Barcelonas untergetaucht. Beide wollen den Griechen: „Finden Sie ihn, tot oder lebendig.“ (Seite 27) Die Suche führt Carvalho in ein Industrieviertel, in verlassene Lagerhallen, in das Atelier eines Modefotografen in einer alten Negligée – Fabrik, in eine Ballettschule von Obdachlosen, in künstlerische Orgien melancholischer Altsiebziger und ihre Ruinen der Erinnerung. Die Beziehung zwischen Claire, Lebrun und Alekos ist Carvalho rätselhaft, bald taucht auch noch Mitja auf, ein Freund von Alekos – oder Lebrun? Oder beiden? Wer will hier eigentlich wen finden? Und warum? Verloren im Labyrinth ist zwar ein Kriminalroman, doch man bekommt den Eindruck, dass die Geschichte um die beiden Nachforschungen nur Mittel zum Zweck sind. Montalban zeichnet ein altertümliches industrielles Bühnenbild, welches dem unerbittlichen Ansturm der Bulldozer entgegensieht. Eine Stadt, die dabei ist, zerstört zu werden. Auf der Bühne fehlte nur noch ein alter Geiger und eine dicke Hure von Fellini, dachte Carvalho. Er erweckt noch einmal die todgeweihten alten Viertel zum Leben, melancholisch, rückwärtsgewandt. Seine Hauptfigur Pepe Carvalho ist nicht nur Detektiv „Zweifellos entsprach Carvalhos Erscheinung nicht der Höhe seiner Preise.“ (Seite 37), sondern auch Gourmet. Nehmen seine nervösen Spannungen zu, so neigt er schon mal zu anfallsartigem, ekstatischem Kochen, zu außergewöhnlichen und totalen kulinarischen Exzessen. Meist mitten in der Nacht, gemeinsam mit seinem Nachbarn Fuster. Als Privatdetektiv interessiert ihn nur die Aufdeckung der Wahrheit, er gibt niemals einen Fall auf, bevor er nicht gelöst ist. Danach ist es ihm egal, was mit den Schuldigen geschieht, «Das ist nicht mehr mein Job». Montalban zu lesen, ist ein unübertreffliches literarisches Vergnügen. Er schreibt mit einem ansehnlichen, phantasievollen Vokabular. Lassen Sie sich von einem der genauesten Chronisten und sensibelsten Zeitzeugen der Veränderungen und Widersprüche in der gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Realität Spaniens in eine Ihnen vielleicht unbekannte Welt entführen.   Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages: http://www.wagenbach.de/buecher/soeben-erschienen/titel/989--carvalho-im-griechischen-labyrinth.html  

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