Manuela Fuelle

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen

Lebenslauf von Manuela Fuelle

Manuela Fuelle wurde 1963 in Ost-Berlin geboren, studierte Evangelische Theologie in Greifswald und Berlin und schloss von 2003 bis 2006 ein Studium Literarischen Schreibens am Studio Literatur und Theater der Universität Tübingen an.Manuela Fuelle lebt in Freiburg. Zahlreiche Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien. Sie erhielt mehrere Stipendien, u.a. 2007 das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste (Berlin) und das Literaturstipendium des Landes Baden-Württemberg. Im Dezember 2017 wurde sie mit dem Thaddäus-Troll-Preis ausgezeichnet. „Fenster auf, Fenster zu“ ist ihr erster Roman, erschienen 2011 im Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer.. 2016 erschien im Freiburger Verlag Derk Janßen ihr zweiter Roman »»Luftbad Oberspree«. Sie ist Mitglied im VS Baden-Württemberg.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Manuela Fuelle

Cover des Buches Fenster auf, Fenster zu. (ISBN:9783863510169)

Fenster auf, Fenster zu.

 (3)
Erschienen am 22.08.2011
Cover des Buches Luftbad Oberspree (ISBN:9783938871140)

Luftbad Oberspree

 (1)
Erschienen am 01.11.2016

Neue Rezensionen zu Manuela Fuelle

Neu
L

Rezension zu "Luftbad Oberspree" von Manuela Fuelle

Leben in Berlin zur Wendezeit
Literatur_im_flussvor 3 Jahren

Humor, klagte einmal ein Literaturkritiker, gäbe es in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, so gut wie nie. Alles sei sehr schwer und damit im Grunde auch schwermütig.

In dem neuen Roman „Luftbad Oberspree“ von Manuela Fuelle finden wir ihn. Humor ist hier weder bemüht noch ist der Roman eine wie man sagt eine leichte Kost – in Gegenteil. Humor entsteht situativ aus dem Erzählen heraus und spinnt das Erzählen der Ich-Figur weiter fort. Über diese Erzählerfigur werden die zwölf Episoden zusammengebunden und umschließen ein volles Jahr. In der Zeit der Schneeschmelze und dem Auftauchen der ersten weißen Glöckchen zwischen den Schneeinseln setzt das erste Kapitel bzw. die erste Episode im März ein. Es entspinnt sich der Wunsch, anders leben zu wollen, nicht dem Druck geplanter Unternehmungen und auferlegter Termine unterworfen zu sein, der Wunsch, die Wohnung zu wechseln. Das alles, weil die Brille der Protagonistin durch einen Stoß an den Tisch zu Boden fällt und entzwei bricht, der Terminkalender nicht mehr entziffert werden kann. Später finden wir die Erzählerin wieder in ihrer Wohnung. Sie steht in der vielleicht jetzt neuen Wohnung und betrachtet die Verlegung der Auslegungsware im Flur, die Arbeit des Vaters ihres Kindes. Sie stolpert. „Vielleicht eine der Dellen, die sich trotz der sorgfältigen Arbeit. Eine Frage der richtigen Auslegung. Eine Auslegungsfrage.“ Eine falsche Verlegung der Auslegeware als Ursache für das Stolpern ist also eine Auslegungsfrage. Wir können es nie mit Bestimmtheit sagen. Ein Mensch stolpert. So läuft die Erzählerin in ihre eigenen Erzählungen und macht sie zu Episoden. Für jeden Monat eine Episode. Die zwölf Episoden zeigen den Gegenwartsblick auf die Wendezeit, den Rückblick auf die Vorwendezeit und natürlich auch den Zukunftsblick auf die Nachwendezeit.

In der strengen Form der Anzahl zwölf, die in unserer Zählung das Jahr vorgibt, lässt sich die Protagonistin und Erzählerin auf Neues ein, sie ist berauscht von den Veränderungen. Sie ist mal überzeugt, mit ihren neuen Schritten, wenn auch mal stolpernd das Richtige zu tun – dann wieder ist sie befragend. Alles befragend, die Personen, die Umstände, die Entscheidungen und entdeckt sie, dass sie nicht eine Entschiedene ist, keine, die mit schneller Umstellung zeitgemäß das Richtige macht. In einer Entscheidungsunmöglichkeit bei einer Bestellung in einem Caféhaus einen Kaffee wie gewohnt oder jetzt doch lieber einen Cappuccino zu bestellen, überlässt sie das schließlich der
Schnelligkeit der Kellnerin.

Verhandelt werden in dem zweiten Roman, den Manuela Fuelle vorlegt, Lebens- und Daseinweisen in der Nachwendezeit. Sie bestehen nebeneinander, sie konterkarieren sich, sie haben Schnittmengen.  Der Erzählduktus ist ein Stolpern über Abgründe, ohne sie zu übergehen. Abgründiges scheint in den einzelnen Episoden sehr genau auf, ohne gänzlich benannt oder entschieden werden zu müssen. Ihr  Geheimnis bleibt bewahrt. Das ist sehr schön. Weiter treibt das Erzählen in ein leichtfüßiges, oftmals sehr erheiterndes Gehen, sehr genau wissend,  in der Gegenwart dieser besonderen Zeit zu sein. Der Roman zieht den Leser in die Stadt Berlin hinein und deren Umland, in den Kulminationspunkt der Wendegeschichte.

Rezension von Sabine Rothemann

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