Manuela Fuelle Luftbad Oberspree

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Inhaltsangabe zu „Luftbad Oberspree“ von Manuela Fuelle

In 12 Episoden erzählt die Ich-Erzählerin, eine junge studierende Mutter, von großen und kleinen Begegnungen mit Menschen im unruhigen Berlin der Nachwendezeit. Natur und natürliches Leben scheinen den Protagonisten in Luftbad Oberspree Losungsworte zu sein, stehen für die Hoffnung auf ein besseres, eigenverantwortliches Leben. Einfühlsam und mit heiterer Ironie zeichnet Fuelle Charaktere, bunte Vögel, auch einfach nur Menschen, teils mit wunderlichen Zügen, auf Reisen in eine neue Zeit.

Sehr schönes und literarisch interessantes Buch

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  • Leben in Berlin zur Wendezeit

    Luftbad Oberspree
    Literatur_im_fluss

    Literatur_im_fluss

    24. May 2017 um 09:02

    Humor, klagte einmal ein Literaturkritiker, gäbe es in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur, so gut wie nie. Alles sei sehr schwer und damit im Grunde auch schwermütig. In dem neuen Roman „Luftbad Oberspree“ von Manuela Fuelle finden wir ihn. Humor ist hier weder bemüht noch ist der Roman eine wie man sagt eine leichte Kost – in Gegenteil. Humor entsteht situativ aus dem Erzählen heraus und spinnt das Erzählen der Ich-Figur weiter fort. Über diese Erzählerfigur werden die zwölf Episoden zusammengebunden und umschließen ein volles Jahr. In der Zeit der Schneeschmelze und dem Auftauchen der ersten weißen Glöckchen zwischen den Schneeinseln setzt das erste Kapitel bzw. die erste Episode im März ein. Es entspinnt sich der Wunsch, anders leben zu wollen, nicht dem Druck geplanter Unternehmungen und auferlegter Termine unterworfen zu sein, der Wunsch, die Wohnung zu wechseln. Das alles, weil die Brille der Protagonistin durch einen Stoß an den Tisch zu Boden fällt und entzwei bricht, der Terminkalender nicht mehr entziffert werden kann. Später finden wir die Erzählerin wieder in ihrer Wohnung. Sie steht in der vielleicht jetzt neuen Wohnung und betrachtet die Verlegung der Auslegungsware im Flur, die Arbeit des Vaters ihres Kindes. Sie stolpert. „Vielleicht eine der Dellen, die sich trotz der sorgfältigen Arbeit. Eine Frage der richtigen Auslegung. Eine Auslegungsfrage.“ Eine falsche Verlegung der Auslegeware als Ursache für das Stolpern ist also eine Auslegungsfrage. Wir können es nie mit Bestimmtheit sagen. Ein Mensch stolpert. So läuft die Erzählerin in ihre eigenen Erzählungen und macht sie zu Episoden. Für jeden Monat eine Episode. Die zwölf Episoden zeigen den Gegenwartsblick auf die Wendezeit, den Rückblick auf die Vorwendezeit und natürlich auch den Zukunftsblick auf die Nachwendezeit. In der strengen Form der Anzahl zwölf, die in unserer Zählung das Jahr vorgibt, lässt sich die Protagonistin und Erzählerin auf Neues ein, sie ist berauscht von den Veränderungen. Sie ist mal überzeugt, mit ihren neuen Schritten, wenn auch mal stolpernd das Richtige zu tun – dann wieder ist sie befragend. Alles befragend, die Personen, die Umstände, die Entscheidungen und entdeckt sie, dass sie nicht eine Entschiedene ist, keine, die mit schneller Umstellung zeitgemäß das Richtige macht. In einer Entscheidungsunmöglichkeit bei einer Bestellung in einem Caféhaus einen Kaffee wie gewohnt oder jetzt doch lieber einen Cappuccino zu bestellen, überlässt sie das schließlich der Schnelligkeit der Kellnerin. Verhandelt werden in dem zweiten Roman, den Manuela Fuelle vorlegt, Lebens- und Daseinweisen in der Nachwendezeit. Sie bestehen nebeneinander, sie konterkarieren sich, sie haben Schnittmengen.  Der Erzählduktus ist ein Stolpern über Abgründe, ohne sie zu übergehen. Abgründiges scheint in den einzelnen Episoden sehr genau auf, ohne gänzlich benannt oder entschieden werden zu müssen. Ihr  Geheimnis bleibt bewahrt. Das ist sehr schön. Weiter treibt das Erzählen in ein leichtfüßiges, oftmals sehr erheiterndes Gehen, sehr genau wissend,  in der Gegenwart dieser besonderen Zeit zu sein. Der Roman zieht den Leser in die Stadt Berlin hinein und deren Umland, in den Kulminationspunkt der Wendegeschichte. Rezension von Sabine Rothemann

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