Manuela Klumpjan Von der Vertreibung des Feldsalats

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Inhaltsangabe zu „Von der Vertreibung des Feldsalats“ von Manuela Klumpjan

Manuela Klumpjan wagt einen humoristischen Umgang mit deutscher (Amts-) Sprache. Sie bringt bekannte Märchen vor Gericht.

Wer liebt sie nicht, diese herrlich alten Märchen der Gebrüder Grimm?
Ob nun Aschenputtel, Rapunzel oder auch Frau Holle - beinahe jeder hat diese Texte in guter Erinnerung. Ein echter Kindheitstraum!

Aber wissen Sie wirklich noch, was dort geschehen ist? Nichts war so romantisch wie man denkt. Gewalt und Verzweiflung sind der Hauptbestandteil dieser Märchen. Also müssen sie vor Gericht! Und wenn der Feldsalat dann noch auf Dornröschen trifft, wird Anklage erhoben:

„In dubio pro reo!“
Im Zweifel für den Angeklagten!
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  • Rezension zu "Von der Vertreibung des Feldsalats" von Manuela Klumpjan

    Von der Vertreibung des Feldsalats

    sabisteb

    23. February 2011 um 18:35

    Märchen auf Juristendeutsch, das war die Intention der Autorin. Inspiriert wurde sie hierzu von ihrer Nichte, die als Hausaufgabe ein Märchen in Amtssprache verfassen sollte (S. 5). Letztendlich machte der Tante diese Hausaufgabe wohl deutlich mehr Spaß, als dem schulpflichtigen Kind. Das Resultat ist dieses 100 seitige (oder besser 92 seitige + Anhang) Büchlein in Großdruck. Insgesamt würde es wohl auch auf 20 A4 Seiten passen. Die Autorin stellte folgende Märchen vor Gericht. - Aschenputtel - Dornröschen - Hänsel und Gretel - Rapunzel - Von einem, der auszog… - Der Wolf und die sieben Geißlein - Rumpelstilzchen - Das tapfere Schneiderlein - Die Bremer Stadtmusikanten - Frau Holle - Die Sterntaler - Die Rübe Prinzipiell eine lustige Idee, aber nicht neu. Das bekannteste Beispiel, das im Netz kursiert dürfte wohl Rotkäppchen nach §838 Abs. 1 BGB sein. Generell kann man niemandem vorwerfen eine alte Idee neu aufzukochen, solange es gut und solide ist, und den bekannten Vorbildern das Wasser reichen kann. Diese Märchen jedoch bleiben auf dem Niveau von dem sie inspiriert wurden: Hausaufgabenniveau. Hinzu kommt in diesem Fall, dass die Autorin zugleich auch Verlegerin des BOD Verlags Paashaas bzw. textekorrigieren.de ist und hier sozusagen ihr eigenes Buch in Personalunion von Autorin und Verlegerin herausbringt. Warum wirkt das Buch Laienhaft und verfehlt seine Wirkung? Das liegt zum einen wohl daran, dass die Autorin Laie ist und weder aus dem juristischen noch aus dem Beamtendunstkreis stammt. Dementsprechend Laienhaft lesen sich ihre bemühten Gerichtsprotokolle. Zum anderen ist es selbst für einen Laien sprachlich inkonsequent. Entweder ein König ist ein König oder das höchste Staatsoberhaupt oder Regierungsoberhaupt, aber ein ständiger Wechsel der Begriffe ist definitiv kein Beamtendeutsch, denn da ist ein raumgreifendes Großgrün immer ein raumgreifendes Großgrün und nie ein Baum. Vom Komma vor dem erweiterten Infinitiv mit zu, hat die Autorin wohl auch noch nichts gehört. Hinzu kommen einfach fachliche und sachliche Fehler: S. 21: Saccharose (Rohrzucker) ist ein Disaccharid und nicht Monosaccharid S: 37: gobio gobio ist der Artname und gobio allein die Gattung und dieser Fehler kommt noch bei anderen Tieren dieses Buches vor. Wer mit Worten wie Gattung und Art um sich wirft, sollte auch den Unterschied kennen. S. 67: „daß“ wird mittlerweile seit Jahre „dass“ geschrieben. S. 69: Wortverschleifungen wie „vorm“ statt „vor dem“ sind wirklich grobe Fehler, wenn man Beamtendeutsch schreiben möchte. Es heißt „sowohl … als auch“ und nicht „sowohl … wie auch“ (leider habe ich vergessen, die Seite zu notieren (hier übrigens ein erweiterter Infinitiv mit „zu“). Auch Worte wie „eigentlich“ haben in diesem Zusammenhang nichts zu suchen. Ein Highlight gibt es in diesem Buch jedoch, und daher bekommt das Buch 2 Sterne: Die Danksagung: Bissig geschrieben lässt sie doch ein gewisses Talent erkennen. Die Danksagung hat mir richgtig gut gefallen. Fazit: Gute, aber alte Idee, laienhaft umgesetzt und im Selbstverlag herausgebracht.

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