Manuela Reichart

 3,5 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor von Zehn Minuten und ein ganzes Leben, Taschenliebe und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Manuela Reichart

Manuela Reichart lebt als Autorin, Herausgeberin und Radiomoderatorin in Berlin, zuletzt erschienen die Prosabände „Schon wieder Verspätung!“ und „Beziehungsweise – Liebesvariationen“. Monogame Taschenträgerin.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Manuela Reichart

Cover des Buches Zehn Minuten und ein ganzes Leben (ISBN: 9783100636041)

Zehn Minuten und ein ganzes Leben

 (8)
Erschienen am 23.05.2012
Cover des Buches Doch uns schlug kein Gewissen (ISBN: 9783596903016)

Doch uns schlug kein Gewissen

 (1)
Erschienen am 10.03.2011
Cover des Buches Taschenliebe (ISBN: 9783442757046)

Taschenliebe

 (1)
Erschienen am 16.10.2017
Cover des Buches Beziehungsweise (ISBN: 9783038200390)

Beziehungsweise

 (0)
Erschienen am 23.01.2017

Neue Rezensionen zu Manuela Reichart

Cover des Buches Doch uns schlug kein Gewissen (ISBN: 9783596903016)Monika_Brigittes avatar

Rezension zu "Doch uns schlug kein Gewissen" von Manuela Reichart

Doch uns schlug kein Gewissen
Monika_Brigittevor 8 Monaten

„Was lernt man daraus für den Ehebruch? Man kann ihn lassen oder auch nicht, je nachdem, ob man kann oder nicht und will oder nicht.“ (S. 355 –Nachwort von Manuela Reichart)

Ob Anna Karenina, Effi Briest oder Madame Bovary –in der Weltliteratur kommen überall Seitensprünge vor. Nicht nur bei Tolstoi; Fontane und Flaubert, sondern auch bei Goethe; Schnitzler; Dostojewski; Maupassant; Keller; Iwan Bunin; Émile Zola; Ingmar Bergman und vielen Weiteren. Ein Thema, das die Menschen Jahrhunderte übergreifend und fortwährend beschäftigt. Also ein thematisch weites Feld, welches stilistisch ganz unterschiedlich verarbeitet werden kann-humorvoll über bedrückend bis qualvoll. Eine umfangreiche und unterhaltsame Zusammenstellung ganz unterschiedlicher Texte liefert der Fischer Verlag.

Namengebend für das Konvolut ist ein Gedicht von Ringelnatz, welches neben 43 weiteren Texten abgedruckt ist. Es gibt eine weitere Unterteilung in Verdacht; Vorspiel; Vollzug; Beweise; Danach; Entscheidung; Vermeidung; Überkreuz; Letzte Worte. Pro Teil gibt es 3- 6 Texte von Gedichten über Ausschnitten von Romanen, Novellen und Kurzgeschichten bis zu Zeitungsartikeln aus dem 18. Jahrhundert (betitelt mit „Vergangene Zeiten“). Ich bin nicht immer überzeugt von den Unterteilungen, die der Fischer Taschenbuch Verlag in seinen Sammelbänden vornimmt. Aber dieses Mal bin ich positiv überrascht, die Texte passen alle in ihre Untergruppierungen.

Die Herausgeberin Manuela Reichart hat sich viel Mühe gegeben und es geschafft neben einer ausgeglichenen Zusammenstellung auch noch ein informatives & unterhaltsames Nachwort über Untreue und Ehebruch in der Literatur zu schreiben.

Fazit

DOCH UNS SCHLUG KEIN GEWISSEN: DIE SCHÖNSTEN SEITENSPRÜNGE VON BACCACCIO BIS RINGELNATZ, herausgegeben von Manuela Reichart ist ein ausgeglichenes Konvolut an Gedichten, Zeitungsartikeln des 18. Jahrhunderts, Kurzgeschichten & Romanauszügen zum Thema Ehebruch, Untreue & Liaison– mal beschwingt-amüsant, mal tiefgründig-sinnierend.

DOCH UNS SCHLUG KEIN GEWISSEN – DIE SCHÖNSTEN SEITENSPRÜNGE VON BOCCACCIO BIS RINGELNATZ| herausgegeben von Manuela Reichart| Fischer Klassik| Fischer Taschenbuch Verlag| 2011 | 365 Seiten| 8,00€

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Cover des Buches Zehn Minuten und ein ganzes Leben (ISBN: 9783100636041)W

Rezension zu "Zehn Minuten und ein ganzes Leben" von Manuela Reichart

Eine sprachlich knappe Annäherung an ein Leben, ein ganz normales Frauenleben
WinfriedStanzickvor 7 Jahren


 

Eine Frau liegt im Krankenhaus. Sie wird sterben. Angehörige (?) sind bei ihr, würden gerne noch einmal mit ihr sprechen, sind aber davon überzeugt, dass die Sterbende sie nicht mehr hören kann. Es ist 21.45 Uhr.

 

Zehn Minuten später ist die Frau tot:

„Das war es. Wie spät ist es? 21 Ihr 55. Fünf vor zehn. Es ist zu Ende.

Was hat sie gesagt? Hast du es verstanden? Sie hat doch etwas gesagt. Ruf die Schwester.

Tanzen – ich hab ‚Tanzen‘ verstanden. Tanzen? Das kann nicht sein.

Ich wollte noch einmal mit ihr sprechen.

Sie so vieles fragen.“

 

Vielleicht war es Manuela Reichart selbst, die da am Sterbebett ihrer Mutter(?) sitzt und über versäumte Gespräche trauert. Vielleicht hat sie sich eine solche Situation auch nur vorgestellt, als sie die fragmentarischen Gedanken der sterbenden Frau in ihren letzten zehn Lebensminuten aufschreibt. Zehn Minuten, in denen „ein ganzes Leben“ vorbeizieht. Erinnerungen an die Kindheit, an die erste Liebe, die Tanzstunde, gewonnene und noch mehr verlorene Lieben, Glücksmomente und noch mehr Enttäuschungen. Begegnungen und verpasste Gelegenheiten, Einsichten und Glaubenssätze, Zweifel und Verzweiflung.

 

Es ist eine sprachlich knappe Annäherung an ein Leben, ein ganz normales Frauenleben, in dem es immer nur um die Liebe ging, meist um die, die sich nicht erfüllte. Doch an der Schwelle des Todes tanzt sie hinüber:

„Ja, ich schwebe. Wie seltsam. Alles ging so schnell: Das wäre es also.“

 

Und ein wunderschönes Gedicht von Rainer Maria Rilke begleitet sie:

„Nun wachen wir mit den Erinnerungen

und halten das Gesicht an das, was war;

flüsternde Süße, die uns einst durchdrungen,

sitzt schweigend neben mit gelöstem Haar.“

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Cover des Buches Zehn Minuten und ein ganzes Leben (ISBN: 9783100636041)dicketillas avatar

Rezension zu "Zehn Minuten und ein ganzes Leben" von Manuela Reichart

Heute radiert gestern aus
dicketillavor 7 Jahren

“Heute radiert Gestern aus, und morgen verliert man die Erinnerung an heute.” ( S. 22 )

Sie liegt im Sterben, es ist viertel vor zehn, und ihr Leben läuft in Momentaufnahmen vor ihr ab. Und sie sieht sich als Vierjährige , blond gelockt, und der erste Liebeskummer, da er sie für eine Dunkelhaarige verließ. Ihr Herz gebrochen wurde, nachdem man ihren Hund getötet hatte, angeblich erlöst. Erste Verliebtheit, Traum vom gemeinsamen alt werden, verlassen werden, um andere zu verlassen.
Die Eifersucht ihres Mannes, jeden Schritt kontrollierend, sie von den Freunden fern hält, ihre Sehnsüchte ignoriert, und ihm dennoch treu bleibt, obwohl Gelegenheiten bestanden.
Die Kinder, die ihren Hilferuf nicht erhören, in Geschäftigkeit versinken.
Doch wie wäre ihr Leben verlaufen, hätte sie von Anfang an den richtigen Satz gesagt, der ihr bis zum Ende versagt blieb.

Ein schmales Buch mit gerade einmal 110 Seiten.
70 kurze Momentaufnahmen schildern. Einige wenige Zeilen lang, dennoch Teil ihres Lebens. Manuele Reichardt schreibt in wunderschönen Worten, in Prosa erzählt sie von flüchtigen
Momenten. Ein Rückblick ,
und die Frage was vom Leben bleibt, ob Träume, Hoffnungen, die eigenen Kinder Glück bedeuten. Ein nachdenklich machendes Buch.


“Das Leben ist kein Roman,
es ist eine Aneinanderreihung von mehr oder weniger pointenlosen Kurzgeschichten.” ( S.12 

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