Manuela Reizel

 3,8 Sterne bei 48 Bewertungen
Autorin von Recovery, Der Kranich und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Manuela Reizel

Manuela Reizel wurde 1966 in Stuttgart geboren, verbrachte in ihrer Kindheit und Jugend viel Zeit in Frankreich und lebt heute in Frankfurt am Main. Nach einem Studium an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Saarbrücken beschäftigte sie sich über einen längeren Zeitraum intensiv mit Psychologie, insbesondere mit der psychosozialen Dynamik von Kulturen und Randgruppen – ein Thema, das sie auch in ihren Werken begleitet. Sie bezeichnet sich selbst als „Nerd im Herzen“ und verfolgt seit Jahren die politischen und gesellschaftlichen Auswirkungen der Digitalen Revolution aus der Perspektive der „Insider“. Parallel zum Erscheinen der „Kranich-Trilogie“ engagierte sich für Transparenz, Privatsphäre und Meinungsfreiheit und war am Entstehen der CryptoParty-Bewegung beteiligt. Ihre literarischen Wurzeln sieht sie jedoch weniger im Cyberpunk, als vielmehr im skandinavischen Sozio-Krimi nach Sjöwall/Wahlöö. 2012 erschien “Der Kranich”, 2013 folgte “Recovery”. Den Abschluss der Trilogie bildete 2015 “Saoirse!”.

Alle Bücher von Manuela Reizel

Cover des Buches Recovery (ISBN: 9783992001026)

Recovery

 (44)
Erschienen am 01.10.2013
Cover des Buches Der Kranich (ISBN: 9783992000777)

Der Kranich

 (3)
Erschienen am 01.10.2012
Cover des Buches Saoirse! (Der Kranich 3) (ISBN: B013XP0CJW)

Saoirse! (Der Kranich 3)

 (1)
Erschienen am 04.09.2015

Neue Rezensionen zu Manuela Reizel

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Cover des Buches Der Kranich (ISBN: 9783992000777)paevalills avatar

Rezension zu "Der Kranich" von Manuela Reizel

Der Kranich
paevalillvor einem Jahr

Es sind bereits sechs Jahre vergangen, seitdem ich den Nachfolger "Recovery" von Manuela Reizel gelesen habe. Gewöhnlicherweise beginnt man mit dem ersten Band einer Reihe. Doch das fehlende Vorwissen aus "Der Kranich" war damals nicht zwingend notwendig, worauf schon die fehlende Bezeichnung auf den Romanen hinweist. Meiner Meinung nach hätte man die Bücher aber sehr wohl durchnummerieren können, der Reihe einen eigenen Titel geben und einen entsprechenden Vermerk machen können, der auf die Unabhängigkeit der Titel hinweist. Ein Drama stellt das aber nicht dar. Für interessierte LeserInnen sei aber vielleicht noch erwähnenswert, dass es offenbar noch einen abschließenden Roman gibt, "Saoirse".

"Der Kranich" repräsentiert symbolisch ein sehr zentrales Motiv, dessen Bedeutung man jedoch erst gegen Ende des Buchs wirklich klar wird. Der Titel verrät somit auf den ersten Blick überhaupt nichts über den Inhalt des Romans und das machte mich umso neugieriger, auch wenn mir im Nachhinein aufgefallen war, dass mir der Begriff mit dem Wissen vom Folgeband eigentlich bereits klar gewesen sein müsste. Nun ja, sechs Jahre sind ja keine allzu kurze Zeit.

Auch das restliche Cover machte mich neugierig. Es erinnerte mich ein wenig an den Film Matrix ohne geklont zu wirken, der weglaufende Mann mitsamt der Bezeichnung Thriller passt wie die Faust auf den Inhalt.

Wer die Inhaltsangabe des Verlags liest, erwartet womöglich das ein oder andere Klischee. Glücklicherweise trifft dies keineswegs zu. Dazu später etwas mehr.

Inhaltlich beschäftigt sich der Roman mit dem begabten, vor sich hin tüftelnden Hobby-Hacker/Informatiker, der mitsamt einer spannenden wissenschaftlichen Theorie an einem womöglich bahnbrechenden Programm arbeitet. Wissend, dass das noch nicht vollendete Programm nicht in die falsche Hände geraten darf, hält er sich auch vor seiner Freundin und seinem Psychotherapeuten mit Details zurück. Eine zufällige, unbemerkte Begegnung mit einem anderen Klienten in der Psychotherapeutenpraxis verursacht eine ganze Kette an sehr unglücklichen Ereignissen, der junge Programmierer Lukas schwebt in Gefahr.

Sehr begrüßenswert, und anders als der Inhaltsangabe zu entnehmen, ist die Tatsache, dass die Charaktere ohne große Klischees auskommen. Selbst der vermeintlich autistische Charakterzug von Lukas wird innerhalb des Romans relativiert. Dabei sprechen entweder sehr gute berufliche Erfahrungen oder wirklich gute Recherche von Seiten der Autorin in Bezug auf psychosoziale und psychotherapeutische Abläufe.

Denn auch das ist eine große Stärke des Romans: Der Hintergrund hat Hand und Fuß und basiert auf Tatsachen, die sich ein Laie nicht so schnell anlesen kann. Das dürfte auch auf die technischen Details zutreffen, die übrigens trotz aller Genauigkeit den Lesefluss nicht unnötig stören oder gar unterbrechen.

Die Geschichte wird chronologisch erzählt, die Perspektiven wechseln je nach Charakter. Einzig die Abschnitte über Lukas sind in der Ich-Perspektive geschrieben und unterstreichen seine Rolle als Hauptcharakter.

Trotz all der vielen positiven Punkte hat es für mich persönlich nicht für die vollen fünf Punkte gereicht. Das möchte ich jetzt erklären.

Die Geschichte baut sich in Anbetracht der Seitenzahl wahnsinnig langsam auf. Das ist völlig klar, allein durch den Raum, den die Autorin der Charakterentwicklung lässt. Daran liegt es auch nicht. Der Roman lässt sich lange wie ein spannender Entwicklungsroman einzelner Charaktere lesen bis es erst sehr spät im Verlauf tatsächlich auf einen Thriller umschaltet. Das kann man nun gerade positiv aufnehmen, auf mich wirkte diese Vorgehensweise jedoch nicht vollständig rund. Nicht falsch verstehen: Der Roman war von Anfang bis Ende sehr kurzweilig, spannend und wahnsinnig interessant. In "Recovery" halte ich das für deutlich ausgewogener.

Trotzdem hoffe ich, keine potentiellen Leser damit abgeschreckt zu haben. Wer authentische Charaktere liebt, durchdachte Details zu schätzen weiß und einen Roman auch genießen kann, bevor der große Thrill losgelassen wird, sollte den Kranich unbedingt lesen. Vielleicht ist "Der Kranich" ja genau deshalb auch so besonders.

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Cover des Buches Der Kranich (ISBN: 9783992000777)K

Rezension zu "Der Kranich" von Manuela Reizel

Spannend und niveauvoll.
kvelvor 5 Jahren

Inhalt (gemäß Umschlaginnenseite):
Manuela Reizels Roman entführt uns in die Welt der Computerhacker und PC-Spiele. Die Autorin verbindet geschickt so unterschiedliche Milieus wie die gnadenlose kriminelle Unterwelt, die ebenso skrupellosen Konzerne und professionell agierenden Therapeuten. Der temporeiche Psychothriller setzt sich mit dem aktuellen Thema Künstliche Intelligenz auseinander und ist dabei ein Pagetuner bis zum Schluss.


Meine Meinung:

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, denn der Roman liest sich sehr flüssig, und zeugt von einem gewissen sprachlichen Niveau:
„Lamprechts Phantasiekontingent neigte sich der Erschöpfung zu.“ (S. 176)


Man sollte als Leser, meiner Meinung nach, eine gewisse Affinität zu Themen wie Computertechnik, Informatik, usw. mitbringen, denn sonst könnte ich mir vorstellen, dass der Lesegenuss durch zu viele Fremdwörter und Fachbegriffe leiden könnte.

„Realität ist dort, wo der Pizzamann herkommt.“ (S. 9)


Hint: Hinten im Anschluss an den Roman ist ein Glossar, in dem einige Begriffe näher erklärt werden; also beim Lesen immer mal wieder hinten nachschlagen, auch wenn im Romantext keine Hinweise auf die Anmerkungen enthalten sind.


Fazit: Sehr spannend zu lesen.


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Cover des Buches Recovery (ISBN: 9783992001026)Krimifee86s avatar

Rezension zu "Recovery" von Manuela Reizel

Die Verschwörungstheoretiker kommen!
Krimifee86vor 6 Jahren

Klappentext: Eine internationale Leaking-Organisation stellt sich dem mächtigsten Geheimdienst der Welt entgegen. Aktivisten attackieren die Verschlüsselungsalgorithmen der NATO. Der geniale Hacker Luke Skywalker gerät unversehens in ein Netz schicksalhafter Verkettungen - und ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Manuela Reizels Thriller um Hacker Lukas führt uns in die Welt der Whistleblower und der Plattformen, mithilfe derer brisante Informationen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden können: Informationen, die von machtvollen Interessengruppen zurückgehalten werden. Welche Wahrheiten über das sagenumwitterte "Bohemian Grove" und die Anschläge von 9/11 sollen niemals an die Öffentlichkeit gelangen? Wer sind die Entscheidungsträger in der neuen Hightech-Gesellschaft? Die Autorin setzt sich mit kontroversen politischen und technischen Fragestellungen auf der Basis realer Fakten auseinander und kommt dabei zu beunruhigenden Ergebnissen. Atemberaubend spannend - ein echter Pageturner bis zum Schluss.

Cover: Ich finde das Cover echt toll, weil es etwas sehr düsteres ausstrahlt und schon alleine deshalb Lust auf mehr macht. Man sieht eine Person, die versucht ihr Gesicht zu verbergen, - nur das linke Auge ist zu sehen. Das Cover ist in sehr dunklen Farben gehalten, nur das eine sichtbare Auge ist in einem ganz hellen Blau. Mir persönlich gefällt es.

Schreibstil: Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen – das einzige, was mich gestört hat war, dass Lukes Sicht aus der Ich-Perspektive dargelegt wurde. Das fand ich irgendwie irritierend und es hat eine Weile gedauert, bis ich mich daran gewöhnt hatte. Ansonsten eine leichte, gut verständliche Sprache – außer wenn es um Computer-Fachbegriffe ging! Das war sehr schade, denn viele Begriffe habe ich einfach so überlesen. Hier hätte die Autorin sicherlich im Text auch noch ein wenig Aufklärungsarbeit leisten können. Auch Fußnoten wären mitunter hilfreich gewesen, denn das Glossar habe ich zu spät entdeckt.
Zu den Charakteren: Luke mochte ich nicht so gerne. Er hat immer betont, dass er nur ein normaler junger Mann ist, aber nichts von dem, was er tat, war normal. Ich persönlich hatte bei ihm immer den Eindruck, dass er sich auch selber als etwas Besonderes sieht und dieses Besondere auch zeigen wollte.
Gemocht habe ich die Geschichte rund um Eva und Kalle, auch wenn sie für die eigentliche Story unwichtig war. Dennoch mochte ich auch die Charaktere der Beiden sehr gerne.
Ebenfalls gemocht habe ich Tommy. Mein Lieblings-Charakter, da er einen sehr natürlichen Charme besaß.
Nicht verstanden habe ich, was die Geschichte rund um den Psychologen sollte. Abgesehen davon, dass dadurch Lukes Vergangenheit aufgearbeitet werden konnte, aber dann direkt eine so dramatische Story einzubauen, fand ich doch sehr übertrieben und auch nicht sinnvoll.

Die Story: Die eigentliche Story rund um Luke, Tommy und die Speicherkarte war sehr spannend und auch wirklich gut gemacht. Leider jedoch wurde diese eigentliche Story noch umgeben von weiteren Geschichten rund um einen Psychologen und seine Patientin sowie um die Liebesgeschichte von Eva und Kalle. Ich habe nicht verstanden, warum die Autorin auf so wenigen Seiten drei Geschichten erzählt, die eigentlich jede für sich ein eigenes Buch wert gewesen wären. Dadurch kam die eigentliche Geschichte auch viel zu kurz und vieles geschah so schnell und unerwartet, dass man als Leser manchmal Schwierigkeiten hatte, mitzukommen.
Ich hätte mir gewünscht, dass sich das Buch auf die Geschichte rund um die Speicherkarte und die damit verbundenen Verschwörungstheorien etc. konzentriert und nicht noch so viele weitere Aspekte integriert werden.
Ich war auch vom Ende sehr enttäuscht, denn es hat für mich doch einige Fragen offen gelassen. Schön, dass die beiden Nebenstories geklärt werden konnten, die eigentliche Geschichte hinterlässt jedoch ein großes Fragezeichen bei mir.

Fazit: Ich fand das Buch zwar sehr spannend, aber auch schrecklich kompliziert. Leider habe ich auch erst am Ende festgestellt, dass es ein Glossar hat, sonst hätte man vielleicht das eine oder andere nachschlagen können. Gestört haben mich auch diese ganzen Verschwörungstheorien über den elften September. Sowas mag ich gar nicht. Auch wenn sicherlich nicht alles auf der Welt so ist, wie die Regierungen es uns glauben machen wollen – sobald es in Richtung Bielefeld-Verschwörung und ähnlich abstruse Dinge geht, bin ich gedanklich einfach raus.
Insgesamt aber auf jeden Fall eine spannungsgeladene Geschichte, die jedoch jede Menge Fragen offen lässt und mich deshalb auch in gewisser Weise enttäuscht zurücklässt. Vielleicht lag es auch daran, dass ich Teil 1 nicht gelesen hatte und deshalb Fragen offen blieben, aber so oder so kann ich nur drei Punkte vergeben.

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Gespräche aus der Community

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"Bist du bereit, für die Wahrheit zu sterben?"

Das ist die Kernfrage, der sich die Protagonisten in "Recovery" – Junkies der Einsen und Nullen, der Bits und Bytes – stellen müssen.
Recovery – das bedeutet sowohl das Genesen von einer Krankheit oder Verletzung als auch das Wiederherstellen verlorener oder unleserlicher Daten. Wer oder was soll wiederhergestellt werden und wer will es verhindern?
Wie viel darf und muss ein Hacker, Aktivist, Whistleblower für die Sache, an die er glaubt, riskieren?
Ist der Kampf gegen übermächtige Institutionen im Zeitalter des Informationskapitalismus überhaupt zu gewinnen?

Ich möchte alle Nerds und Thrillerfans zu einer Leserunde und Diskussion über dieses spannende und brandaktuelle Thema einladen!

Der Braumüller-Verlag stellt 15 freie Exemplare zur Verfügung, um die ihr euch bis zum 22.10. bewerben könnt.

Mehr zu mir und meinen Büchern gibt's hier.

Viel Spaß!

Manuela Reizel.
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