Nachtleuchten

von María Cecilia Barbetta 
2,9 Sterne bei7 Bewertungen
Nachtleuchten
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Positiv (3):
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Sprachlich ungewöhnlich und bestechend, der Schreibstil konnte mich voll und ganz überzeugen. Auch die Charaktere sind rundum gelungen.

Kritisch (3):
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Abgebrochen. Blumige Sprache. Zu viel Kirche. Leider nicht mein Ding.

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Inhaltsangabe zu "Nachtleuchten"

Shortlist Deutscher Buchpreis 2018: 'Nachtleuchten'. In ihrem neuen Roman erzählt María Cecilia Barbetta von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes. Sie sind aus der ganzen Welt gekommen und haben sich in Buenos Aires eine Existenz aufgebaut. In dem Viertel Ballester kämpfen sie jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft – Teresa und ihre Klassenkameradinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der Friseur in der 'Ewigen Schönheit', oder die Mechaniker der Autowerkstatt 'Autopia'. Doch politische Spannungen zerreißen das Land, Aberglaube und Gewalt schleichen sich in die Normalität. Mit einem feinen Gespür für die Poesie des Alltags erzählt die in Argentinien geborene María Cecilia Barbetta von der Liebe zum Leben in Zeiten des Umbruchs.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783103972894
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:528 Seiten
Verlag:S. FISCHER
Erscheinungsdatum:15.08.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Baerbel82s avatar
    Baerbel82vor 5 Tagen
    Kurzmeinung: Abgebrochen. Blumige Sprache. Zu viel Kirche. Leider nicht mein Ding.
    Argentinien in den 70er Jahren

    María Cecilia Barbetta erzählt in ihrem zweiten Roman „Nachtleuchten“ über das Stadtviertel Ballester, nicht weit von der Hauptstadt Buenos Aires entfernt.

    Wir lernen die 12-jährige Teresa und ihre Mitschülerinnen kennen. Sie besuchen das Mädcheninternat Santa Ana, das von Nonnen geführt wird. Teresa hat die Idee, eine Wandermadonna durch das Viertel zu tragen.

    Die vielen spanischen Namen, seitenweise Tabellen über Ameisen, das war mir zu anstrengend. Irgendwie hat mir der rote Faden gefehlt. Und so habe ich nach etwa 80 Seiten aufgegeben und das Buch abgebrochen.

    Fazit: Abgebrochen. Blumige Sprache. Zu viel Kirche. Leider nicht mein Ding.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 11 Tagen
    Kurzmeinung: Sprachlich ungewöhnlich und bestechend, der Schreibstil konnte mich voll und ganz überzeugen. Auch die Charaktere sind rundum gelungen.
    Ein buntes Wirrwarr in Zeiten des Umsturzes

    Argentinien steht kurz vor dem Militärputsch.

    Die großen Veränderungen im Land zeigen sich im Kleinen – im Alltag ganz normaler Menschen, die keinerlei Einfluss auf diese Entwicklungen haben. Über Politik wird in der Autowerkstatt debattiert, im Friseursalon beweint man den Tod Juan Peróns, in der Klosterschule verwechselt man in aller Unschuld Kommunismus und Spiritismus.

    Wunderbare Geschichten, traurige Geschichten, spannende Geschichten:

    ‘Autor-Mechaniker’ Álvaro Fantini übernimmt die Redaktion der Lokalzeitung und gewinnt die verschiedensten Menschen dafür, über das zu schreiben, was sie bewegt. Kritische Stimmen sind erlaubt, was durchaus nicht unbedeutend ist in dieser Zeit. Derweil zieht Klosterschülerin Teresa mit einer billigen Plastikmadonna durch die Stadt und verleiht sie im Glauben ihrer Wundertätigkeit für jeweils sieben Tage an verschiedene Haushalte. Frisör Celio kümmert sich liebevoll um seine schon vor Jahren verstummten Mutter, die sich dennoch als Stimme bombastischer Sprachgewalt erweist.

    Das ist nur ein kleiner Auszug der zahlreichen Geschichten, die sich immer mehr überschneiden und dadurch an Tiefe gewinnen.

    Und so sind es auch die Charaktere, die diesem Roman seine Kraft und seine Lebendigkeit verleihen.

    María Cecilia Barbetta zeichnet sie mal mit leichter Hand, mal laut und überlebensgroß, oft so zart und liebevoll, dass einem das Herz aufgeht. In den vier Akten der Geschichte begegnet man einigen davon immer wieder, entdeckt ungeahnte Aspekte ihrer Persönlichkeit. Im Laufe der Handlung kommen jedoch auch zahlreiche Charaktere neu hinzu.

    Irgendwann verliert man den Überblick.

    Gegen Ende bricht eine wahre Kakophonie von Stimmen los. Die Schauplätze verschwimmen, schwindelerregend – man kann das ‘wer’ und ‘wo’ kaum mehr auseinanderhalten. Und das ist noch deutlich untertrieben.

    Man verliert als Leser vollkommen den Halt, und das ist sicher von der Autorin auch so beabsichtigt.

    Eine Unterscheidung der verschiedenen Stimmen ist nicht mehr möglich und im Grunde auch nicht mehr notwendig. All diese Menschen werden zu einem einzigen großen Choralgesang lebender, atmender Zeitgeschichte. Gerade das Chaos und die heillose Verwirrung bilden einen passenden Hintergrund für diese Geschichte, die in einer Zeit großen Umsturzes spielt.

    Dennoch, ich muss es gestehen, fand ich Teile des dritten Aktes und die Gänze des vierten sehr anstrengend zu lesen. Ich musste ein paar Nächte darüber schlafen, bis ich meinen inneren Frieden mit der Kakaphonie schließen konnte.

    Der Schreibstil war für mich jedoch das Highlight des Romans.
    Er wandelt sich immer und immer wieder, je nachdem, wo die Handlung sich gerade abspielt und welche Charaktere im Mittelpunkt stehen. Metaphern und Bilder werden an Berufe und Persönlichkeiten angepasst oder spiegeln die politische Situation wieder, und das ist unglaublich clever gemacht.

    Die Autorin spielt mit der Sprache – kunstvoll, lustvoll, humorvoll –, nicht nur mit ihrem Klang, sondern oft auch mit der Optik interessant gesetzter Passagen. So spricht ein Charakter in einer Szene zum Beispiel leiser und die Schriftgröße wird immer kleiner, einem anderen gehen verschiedene Buchstaben verloren, oder ein Autounfall wird in einer Schrift beschrieben, die an einen Comic erinnert.

    Durch die Handlung mit ihren durchaus ersten Themen zieht sich ein großartiger Humor. Ich habe mehr als einmal laut gelacht.

    FAZIT

    1974, kurz vor vor Beginn der argentinischen Militärdiktatur: “Nachtleuchten” bietet einen Einblick in das Leben verschiedener Bürger eines kleinen Ortes in der Provinz Buenos Aires.

    Sprachlich ist das ungewöhnlich und bestechend, der Schreibstil konnte mich voll und ganz überzeugen. Auch die Charaktere sind rundum gelungen, und das Buch baut eine dichte Atmosphäre auf, so dass man die Stimmung vor dem Putsch sehr gut nachempfinden kann.

    Allerdings muss man sich im Verlauf des Buches zunehmend durchkämpfen, wenn immer mehr und mehr Stimmen, Handlungsorte und Perspektiven zur Geschichte stoßen, die zum Teil auch noch alle gleichzeitig zur Sprache kommen.

    Diese Rezension erschien zunächst auf meinem Buchblog:
    https://wordpress.mikkaliest.de/2018/10/12/deutscher-buchpreis-2018-maria-cecilia-barbetta-nachtleuchten/

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    Dominikuss avatar
    Dominikusvor 2 Monaten
    Mal was anderes

    Nachtleuchten ist der zweite auf deutsch geschriebene Roman der Autorin Maria Cecelia Barbetta, die in Argentinien geboren und aufgewachsen ist. Seit 1996 lebt sie in Berlin. Nachtleuchten steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.


    Der Roman beginnt 1974 im Heimatstadt Buenos Aires der Autorin. Sie schreibt lateinamerikanischen Stil mit Sprachwitz und Humor.

    Er umfasst die Militärdiktatur in Argentinien und die politischen Konflikte.


    Die Personen bezaubern mit mit ihren tollen Geschichten und Ausspüchen.

    Es beginnt in einer Mädchenschule, das von Nonnen geführt wird. Die Madonna Verehrung ist interessant.

    Die Autorin zeigt die große Frömmigkeit und den Aberglauben.

    Dann geht es in die Autowerkstatt von Ballester.

    Die Bewohner lauschen den Nachrichten über politische Unruhen.


    Der Roman besticht mit poetischer Sprache. Ein sehr gut konstruiertes Werk mit interessanter Erzählperspektive und witzigen Wortspielen.


    Mit Dunkelleuchten hat Maria Cecilia Barbetta eine schöne Hommage an ihren Geburtsort geschaffen.


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    Beusts avatar
    Beustvor 23 Tagen
    Kurzmeinung: Diese quirligen. oft lustigen, häufig merkwürdigen und bisweilen mit Wortkunst gesetzten Episoden lassen mich ratlos zurück.
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    liberiariumvor 24 Tagen
    hundertwassers avatar
    hundertwasservor einem Monat
    serendipity3012s avatar
    serendipity3012vor 2 Monaten

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    JohannaLuisas avatar
    Deutscher Buchpreis

    Wir freuen uns sehr, den Deutschen Buchpreis 2018 bei LovelyBooks begleiten zu dürfen! Nachdem wir die Leseproben der zwanzig Longlist-Titel diskutiert haben, stellen wir euch nun die sechs Titel der Shortlist vor.

    Heute habt ihr die Gelegenheit, María Cecilia Barbetta Fragen zu stellen und mit etwas Glück eins von zwei Exemplaren von "Nachtleuchten" zu gewinnen!

    Stellt eure Fragen an die Autorin
    heute am 25.09.2018 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button und landet damit automatisch im Lostopf für unsere Verlosung.

    Unter allen Usern, die an mindestens 3 Aktionen zu den Shortlist-Autoren teilnehmen, verlosen wir außerdem ein signiertes Exemplar des Deutschen Buchpreis-Gewinners!

    Da die Autoren der Shortlist aus zeitlichen Gründen nicht alle Fragen beantworten können, werden wir María Cecilia Barbetta ausgewählte Fragen zukommen lassen und ihre Antworten nachreichen.

    Mehr zum Buch
    Shortlist Deutscher Buchpreis 2018: 'Nachtleuchten'. In ihrem neuen Roman erzählt María Cecilia Barbetta von der gespenstischen Atmosphäre am Vorabend eines politischen Umsturzes. Sie sind aus der ganzen Welt gekommen und haben sich in Buenos Aires eine Existenz aufgebaut. In dem Viertel Ballester kämpfen sie jeder auf seine Art für den Aufbruch, die Revolution und eine bessere Zukunft – Teresa und ihre Klassenkameradinnen in der katholischen Mädchenschule ebenso wie Celio, der Friseur in der 'Ewigen Schönheit', oder die Mechaniker der Autowerkstatt 'Autopia'. Doch politische Spannungen zerreißen das Land, Aberglaube und Gewalt schleichen sich in die Normalität. Mit einem feinen Gespür für die Poesie des Alltags erzählt die in Argentinien geborene María Cecilia Barbetta von der Liebe zum Leben in Zeiten des Umbruchs.

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    Vorfreude! So freuen sich unsere Leser auf das Buch

    docetens avatar
    docetenvor 2 Monaten
    Steht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis und klingt sehr interessant!
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