Mara Ferr Ponts de Paris

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Inhaltsangabe zu „Ponts de Paris“ von Mara Ferr

Marie ist schnell und schmerzhaft gefallen: Ehemals elegante Gattin eines reichen Schönheitschirurgen, lebt sie heute als Obdachlose in Paris. Ihr tristes Dasein nimmt eine dramatische Wende, als ihr ein Geschäftsmann ein lukratives Angebot macht: Für ein fürstliches Einkommen soll sie in seinem Etablissement als Hausdame fungieren. Das Fatale daran: Lehnt sie das Angebot ab, sterben ihr Sohn und Enkel. Nimmt sie es an, wird sie selbst sterben.

Wieder ein Top Krimi von Mara Ferr! Ganz große Lese-Empfehlung

— Wildpony

Ein Überlebenskampf - in mehrerer Hinsicht!

— mabuerele

Ein Krimi oder eher psychologischer Roman, bei dem mir Gut und Böse zu eindeutig verteilt waren.

— Barbara62

Fast schon ein Psychothriller

— Diana182

Einzigartig und wunderbar spannend geschrieben

— Popi

Ein Krimi ohne Geballer und massiven Blutvergießen und trotzdem spannend und interessant erzählt. Genau da liegt für mich das ganz Besondere

— foxydevil

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  • Pont de Paris

    Ponts de Paris

    Blaustern

    28. August 2017 um 12:15

    Marie Croix ist inzwischen über fünfzig Jahre alt. Sie war einmal reich, als ihr Ehemann, ein Schönheitschirurg, noch lebte. Doch seit vielen Jahren schon lebt sie auf der Straße, hat sich aber trotzdem ihre Würde bewahrt. Dann nimmt sie den gut bezahlten angebotenen Job von Pater Francois bei einem Monsieur Mondieu an, bei dem sie in seinem noblen Bordell die Monitore überwachen soll. Hier ist alles sehr fragwürdig, und sie muss fünf Jahre durchhalten, darf keinen Cent davon ausgeben. Jeden Tag holt sie ein Taxi von der Straße ab, und sie hat sich an die auferlegten Regeln zu halten sonst droht ihr Böses, bei Ablehnung des Jobs sogar der Tod ihres Sohnes samt Familie. Als dann auch noch Kinder angeboten werden, reift in ihr langsam ein gut durchdachter gewiefter Plan. Marie muss aufgrund der Schulden ihres Mannes auf der Straße leben. Sie hat sich mit ihrer Situation abgefunden und macht das Beste daraus. Dabei resigniert sie nicht, sie kämpft sich durch und ist in ihrem Stolz trotzdem nicht abgestiegen. Das bekommt auch ihr neuer Arbeitgeber zu spüren, denn sie lässt sich nicht in die Knie zwingen und gibt ihm immer noch Paroli. Man hofft mit ihr und fiebert mit, dass es ihr gelingt, einen Ausweg zu finden und die miesen Machenschaften des Mondieu zu beenden. Da gibt es zwei Stimmen in ihrem Kopf, die zunächst ungewöhnlich sind. Auch für Marie. Lilille und Claude. Aber durch deren Ratschläge kommt sie ihrem Ziel ein ganzes Stück näher. Von Paris lernt man eine Menge kennen, wenn auch mal auf andere Weise. Wir begleiten Marie von einer Brücke zur nächsten. Die Spannung ist auf einem hohen Level. Man weiß, was Marie nach fünf Jahren blüht, und bis dahin muss sie es aus diesem Dilemma selbst herausgeschafft haben. Der Schreibstil liest sich super gut.

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  • Pariser Hinterzimmer

    Ponts de Paris

    Estrelas

    06. August 2017 um 11:38

    Marie ist eine Obdachlose in Paris. Eines Tages erhält sie ein unmoralisches Angebot. Sie soll in einem zweifelhaften Etablissement die Monitore überwachen und wird dafür reichlich entlohnt. Allerdings muss sie dies fünf Jahre überleben, bevor sie das Geld ausgeben darf. Es ist eine berührende Geschichte, wie Marie ihr Leben gestaltet, indem sie jeden Tag von Brücke zu Brücke zieht, wie sie ein Netzwerk von Kontakten nutzt und trotzdem unsichtbar bleibt. Was sie bei der Arbeit erlebt, steht in krassem Gegensatz zu ihrem liebenswerten Gemüt und lässt den Leser mit ihr mitfühlen und mitfiebern. Das Buch hat mich begeistert, denn es ist mal etwas ganz anderes - ein Krimi, der nicht mit einer Leiche beginnt und Täter oder Ermittlern folgt, sondern Spannung durch ausweglos scheinende Umstände erzeugt, die irgendwie überwunden werden müssen.

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  • Unter den Brücken von Paris

    Ponts de Paris

    Booky-72

    18. July 2017 um 10:58

    Marie Croix lebt in Paris, allerdings nicht in geordneten Verhältnissen, obwohl sie einmal gut betucht war, sondern unter den Brücken der Stadt. Allerdings hat sie auch hier eine gewisse Ordnung in ihrem Leben. Bis zu dem Tag, an dem sie ein merkwürdiges Angebot erhält. Ein Taxi wird sie regelmäßig abholen und sie wird eine lange Zeit sogenannte Überwachungen durchführen müssen. Diese in einem zwielichtigen Etablissement eines ebenso zwielichtigen Bordellbesitzers. Dieser schreckt auch nicht vor dem „Einsatz“  kleiner Kinder zurück. Doch das geht Marie zu weit und sie fasst einen Plan gegen Monsieur Mondieu. Doch dann wird es für sie richtig gefährlich, denn hier geht es nur noch um ihr Leben und das ihrer eigenen Familie. Toller Krimi, gute Gestaltung und der Schreibstil sogar sehr gut. Sehr zu empfehlen.

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  • Leserunde zu "Ponts de Paris" von Mara Ferr

    Ponts de Paris

    Mara_Ferr

    Lust auf ein Leben unter den Brücken von Paris? … Ich freue mich auf euch!   Für euer ungetrübtes Lesevergnügen verlost der emons Verlag 15 Printexemplare; ich kann euch versprechen, sie werden euch gefallen! Und damit ihr wisst, worauf ihr euch da einlässt ;-) - hier der Klappentext: Spiel um dein Leben. Marie Croix ist obdachlos und unbescholten. Monsieur Mondieu ist reich und ein Mörder. Marie ist schnell und schmerzhaft gefallen: Ehemals elegante Gattin eines reichen Schönheitschirurgen, lebt sie heute als Obdachlose in Paris. Ihr tristes Dasein nimmt eine dramatische Wende, als ihr ein Geschäftsmann ein lukratives Angebot macht: Für ein fürstliches Einkommen soll sie in seinem Etablissement als Hausdame fungieren. Das Fatale daran: Lehnt sie das Angebot ab, sterben ihr Sohn und Enkel. Nimmt sie es an, wird sie selbst sterben.   Wer in der Zwischenzeit - bis es mit der Leserunde losgeht - ein wenig schmökern möchte, kann hier schon mal einen kurzen Blick ins Buch werfen: https://www.amazon.de/Ponts-Paris-Krimi-Mara-Ferr/dp/3954514389/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1494842903&sr=8-3&keywords=mara+ferr   Bewerben kann sich jeder mit einem kurzen Statement und ihr solltet Lust am Lesen und etwas Zeit für eine seriöse und faire Rezension mitbringen.  

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  • Wieder ein Top Krimi von Mara Ferr!

    Ponts de Paris

    Wildpony

    10. July 2017 um 11:37

    Ponts de Paris  -   Mara Ferr Kurzbeschreibung Amazon: Marie ist schnell und schmerzhaft gefallen: Ehemals elegante Gattin eines reichen Schönheitschirurgen, lebt sie heute als Obdachlose in Paris. Ihr tristes Dasein nimmt eine dramatische Wende, als ihr ein Geschäftsmann ein lukratives Angebot macht: Für ein fürstliches Einkommen soll sie in seinem Etablissement als Hausdame fungieren. Das Fatale daran: Lehnt sie das Angebot ab, sterben ihr Sohn und Enkel. Nimmt sie es an, wird sie selbst sterben. Mein Leseeindruck: Wow - dieses Buch hat es wieder in sich. Aber das kenne ich bereits von den anderen Krimis der Autorin Mara Ferr, die mich ebenfalls sehr begeistern konnten. Sehr interessant ist die Hauptprotagonistin Marie, die einen sehr tiefen Fall von angesehenen und reichen Gesellschaftsleben zum Leben am Rande der Gesellschaft gemacht hat. Für mich bewundernswert meistert sie ihr Schicksal und ist trotz der Situation nicht daran verzweifelt. Dann jedoch kommt eine Kehrtwende in ihr Leben und sie bekommt ein Angebot, das sie unmöglich ablehnen kann ohne das Menschen, die ihr nahe stehen Schaden davon tragen. Aber auch an dieser Herausforderung verzweifelt Marie nicht und versucht gegen diese fatale Situation anzugehen und zu kämpfen. Schließlich ist sie nicht allein und die Stimmen in ihren Kopf sind allgegenwärtig. Auch die Stimmung von Paris ist wunderbar eingefangen und man merkt auch zwischen den Zeilen welche tiefe Bindung die Autorin zu der wunderbaren Stadt an der Seine hat. Fazit: Wieder ein grandioser Emons-Krimi mit viel Lokalkolorit und einer bemerkenswerten Hauptfigur. Hat mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistert und ich kann auch hier nur überzeugt 5 Sterne verteilen und das Buch wärmsten empfehlen. *****

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  • Rezension zu "Ponts de Paris" von Mara Ferr

    Ponts de Paris

    dorli

    27. June 2017 um 12:55

    Das Zuhause der Mittfünfzigerin Marie Croix sind die Brücken von Paris. Seit acht Jahren ist die Witwe eines Schönheitschirurgen obdachlos. Eines Tages bekommt Marie ein hinterhältiges Jobangebot. Sie soll im Nobelbordell des vermögenden Monsieur Mondieu als Hausdame arbeiten. Die Entlohnung ist exzellent, die Bedingungen sind jedoch erbarmungslos. Lehnt sie das Angebot ab, müssen ihr in Amsterdam lebender Sohn und dessen Familie sterben. Hält sie sich nicht an die strengen Regeln ihres Arbeitgebers, geht es ihr selbst an den Kragen. Marie fügt sich, beginnt aber gleichzeitig damit, einen gefährlichen Plan auszutüfteln…In ihrem spannenden Krimi „Ponts de Paris“ erzählt Mara Ferr die Geschichte einer Frau, die das Leben der Schönen und Reichen gelebt hat und dann aufgrund horrender Schulden in die Obdachlosigkeit abgestürzt ist. Doch Marie ist weder verzweifelt noch verbittert – schon nach wenigen Seiten merkt man, dass Marie zwar mittellos ist, aber sowohl ihre Würde wie auch ihre innere Stärke nicht verloren hat. Sie hat ihr Schicksal angenommen und kommt mit dem Leben auf der Straße einigermaßen zurecht. Dass sie eine Kämpferin ist, beweist sie einmal mehr, als sie dieses verhängnisvolle Angebot bekommt und nicht verzagt, sondern sich dem vermeintlich übermächtigen Gegner entgegenstellt.Ich konnte durchweg bestens mit Marie mitfiebern - man wird mitgerissen von ihrem Willen, dem skrupellosen Mondieu das Handwerk zu legen, verfolgt dabei gespannt, wie sie geduldig alle nötigen Vorbereitungen trifft und hofft mit ihr, dass der Plan letztendlich gelingen wird.Mara Ferr lässt ihre Hauptprotagonistin dieses Abenteuer nicht allein durchstehen, sondern hat ihr zwei Helfer zur Seite gestellt: Lilille und Claude sind Stimmen, die nur in Maries Kopf existieren. Auch wenn man sich als Leser genau wie Marie erst einmal an das ständige Dazwischenquatsche der beiden gewöhnen muss, sind deren Ratschläge, Tipps und Kommentare für Marie äußerst hilfreich und für den Leser sehr unterhaltsam.Die Autorin wartet auch mit einer guten Portion Lokalkolorit auf und man erlebt Paris einmal von einer ganz anderen Seite, während man mit Marie von Brücke zu Brücke wandert.„Ponts de Paris“ hat mich durchweg begeistert – ein etwas anderer Krimi, der besonders mit seiner psychischen Komponente punkten kann.

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  • Fesselnder Paris Krimi

    Ponts de Paris

    esposa1969

    25. June 2017 um 23:40

    Klappentext:Marie ist schnell und schmerzhaft gefallen: Ehemals elegante Gattin eines reichen Schönheitschirurgen, lebt sie heute als Obdachlose in Paris. Ihr tristes Dasein nimmt eine dramatische Wende, als ihr ein Geschäftsmann ein lukratives Angebot macht: Für ein fürstliches Einkommen soll sie in seinem Etablissement als Hausdame fungieren. Das Fatale daran: Lehnt sie das Angebot ab, sterben ihr Sohn und Enkel. Nimmt sie es an, wird sie selbst sterben.Leseeindruck:Mit "Ponts de Paris" von Autorin Mara Ferr liegt dem Leser ein fesselnder und gut inszenierter Paris Krimi vor.Wir lernen die obdachlose Marie kennen, die unter den Brücken von Paris ihr Dasein fristet. Doch dann nimmt ihr Leben eine dramatische Wende: Sie soll als Hausdame eines Bordell für einen windigen Geschäftsmann arbeiten. Entweder sie fügt sich oder ihrer Familie droht ein tödliches Unheil.....Dieser Krimi, der beinahe wie ein Thriller anmutet, hat mich von den ersten Seiten an gefangen genommen. Die Figuren - besonders Marie - hatte ich bildhaft vor Augen und Dank des Paris Lokalkolorits auch die Szenerie, in der die Handlung spielt. Von Anfang an wird der Spannungsbogen straff gespannt und bleibt es bis zum Ende hin, obwohl dieses irgendwann erkennbar war. Dennoch haben mich die knapp 200 Seiten spannend unterhalten.Das Cover ist Emons-typisch und passt zu der Regional-Krimi-Serie. Eine von vielen unzähligen Brücken in Paris ... passender kann ein Cover wohl kaum ausgewählt sein.@ esposa1969

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  • Super Krimi mit ernstem Hintergrund

    Ponts de Paris

    trollchen

    23. June 2017 um 14:57

    Ponts de ParisIch durfte im Rahmen einer Leserunde dieses Buch lesen und danke dem Emonsverlag für das Leseexemplar. Herausgeber ist Emons Verlag (7. Oktober 2014) und es hat 240 Seiten. Kurzinhalt: Marie ist schnell und schmerzhaft gefallen: Ehemals elegante Gattin eines reichen Schönheitschirurgen, lebt sie heute als Obdachlose in Paris. Ihr tristes Dasein nimmt eine dramatische Wende, als ihr ein Geschäftsmann ein lukratives Angebot macht: Für ein fürstliches Einkommen soll sie in seinem Etablissement als Hausdame fungieren. Das Fatale daran: Lehnt sie das Angebot ab, sterben ihr Sohn und Enkel. Nimmt sie es an, wird sie selbst sterben.Meine Meinung: Ich habe selten so einen tollen Krimi gelesen, er hatte alles, was sich der Leser wünscht. Herzschmerz, die raue Realität, tolle Gespräche und eine Portion Humor. Auch wenn das Buch so vielleicht sich nicht abspielen kann, obwohl es ist nicht so abwegig, finde ich es toll geschrieben. Marie war mir von Anfang an sehr sympathisch und trotz ihres Lebens auf der Strasse hat sie sich doch den Respekt bewahrt und sie hat sich ja auch weiter für das Leben interessiert und sie hat ja auch weggeworfene Zeitungen gelesen. Und das Leben auf der Strasse ist hart, aber das Angebot von Monsieur ist noch härter. Am Anfang wusste ich nicht, wie ich die 2 Stimmen bewerten soll, ob Marie verrückt wird, aber sie haben ihr gute Ratschläge gegeben und ihr viel geholfen. As fand ich auch immer witzig, die waren sehr lieb die beiden. Die Arbeit stellt sich am Anfang sehr einfach vor und auch die Idee, die Marie hat, dass sie die schrecklichen Bilder nicht anschauen muss, sich wegzudenken in hr Traumhaus, find ich bezaubernd. Aber ob das immer so klappt? Die Spannung hält sich von Anfang an, ich konnte das Buch gar nicht weglegen, so sehr hat es mich gefesselt. Deswegen habe ich mir gleich den Krimi “ Aux Champs-Élysées „ geholt, den lese ich grad, der ist genauso spannend. Mein Fazit: Ein durchweg lesenswerter Krimi, der mich gefesselt und auch ein wenig ratlos zurücklies, eine grausame Welt. Ich vergebe 5 tolle Sterne, ich empfehle es durchweg.

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  • Ungewöhnliche Protagonistin - spannend!

    Ponts de Paris

    mabuerele

    20. June 2017 um 21:10

    „...Sie sind sehr ehrlich, Marie, und ziemlich naiv. Das schätze ich an ihnen. Sie sind außerdem leicht lenkbar und zu lethargisch, um selbstständig zu denken...“ Marie Croix hat einen enormen gesellschaftlichen Abstieg hinter sich. Die einstige Gattin eines gefragten Schönheitschirurgen erbt nach dessen Tod nicht nur seine immensen Schulden. Es sind von vier Patienten auch Schadenersatzklagen anhängig. Marie flieht nach Paris, kommt dort aber nicht wieder auf die Beine, sondern reiht sich mit ihren 47 Jahren n das Heer der Obdachlosen ein. Allerdings hält sie sich von Drogen und Alkohol fern und nimmt gegebenenfalls gemeinnützige Jobs an, die von Pater Francois vermittelt werden. Über Pater Francois wird ihr nun erneut eine Arbeit angeboten. Doch dieses mal ist es anders als sonst. Ein Unbekannter wird sie mit einem Taxi abholen. Die Autorin hat einen spannenden und ungewöhnlichen Krimi geschrieben. Die Personen werden gut charakterisiert. Zu Marie ist das Wichtigste gesagt. Ihr Arbeitgeber ist von sich eingenommen, arbeitet mit Erpressung und nutzt die primitivsten Gelüste der Gattung Mensch für sein Imperium. Er macht Marie schnell klar, dass jeder Verstoß gegen seine Regeln ihr Leben kostet. Außerdem bedroht er ihre Familie, um sie unter Druck zu setzen. Jeweils zwei Donnerstage im Monat wird Marie in seinem Etablissement gebadet und von Kosmetikerin zu einer eleganten Frau hergerichtet. Ihre Aufgabe ist es, die Bordellzimmer am Computer zu überwachen und nach Ende der Aktion aufzuräumen. Den Rest der Zeit muss sie weiter als Obdachlose auf der Straße leben. Der Schriftstil des Buches lässt sich gut lesen. Gekonnt wird das Machtbewusstsein des Monsieur Mondieu herausgearbeitet. Obiges Zitat wirft ein Schlaglicht auf sein Denken und seine Überheblichkeit gegenüber seinen Untergebenen. Detailgenau wird Maries Weg durch Paris nachgezeichnet. Sie wechselt stetig von einer Brücke zur anderen. So lerne ich als Leser die Brücken von Paris kennen. Die Gefahren des unsteten Lebens, die Kälte des Winters, die Suche nach Nahrung und Wasser bestimmen das tägliche Leben. Dabei hat Marie auch eine ungewöhnliche Idee, zu Geld zu kommen. Welche, möge der zukünftige Leser selbst herausfinden. Eines aber hat Marie trotz aller Widrigkeiten nicht verloren: ihre Selbstachtung. Dass macht sie auch ihren Arbeitgeber deutlich, als sie sich die Anrede mit „du“ verbietet. Hinzu kommt, dass die Beschäftigung mit ihrem Traum, einem kleinen Gartenhäuschen, ihr hilft, vieles von dem, was auf den Bildschirmen geschieht, wie durch einen Schleier zu sehen. Der Spannungsbogen wird hochgehalten, weil nicht klar ist, was nach 5 Jahren passiert. Solange geht Maries Dienstverhältnis. Sie ahnt, das sie vorher reagieren muss. Als plötzlich in einem der Zimmer ein fünfjähriges Kind als mittel zum Zweck auftaucht, reift in ihr ein raffinierter Plan. Zielstrebig und konsequent setzt sie ihn um. Ein besonderes Stilmittel gibt dem Buch zusätzlich Pfiff. Seit dem Zeitpunkt, an dem Marie das erste Mal ihr Arbeitszimmer betritt, hört sie zwei Stimmen. Claude wirkt vernünftig und logisch denkend. Lilille dagegen neigt zu emotionalen Ausbrüchen. Beide aber helfen Marie, ihre Arbeit fehlerfrei zu bewältigen. Doch je mehr Marie ihre Zukunft in die eigene Hand nimmt, desto mehr ziehen sich beide zurück. Das Cover mit der Brücke passt zur Handlung. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Die ungewöhnliche Protagonistin und der ungleiche Kampf zwischen ihr und dem fast unangreifbaren Arbeitgeber sind nur zwei der Gründe dafür.

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    • 7
  • Ponts de Paris

    Ponts de Paris

    Pixibuch

    18. June 2017 um 12:33

    Dies ist ein Thriller der Superlative. Schon als ich den Vorspann gelesen habe, wußte ich, dass dieses Buch erstklassig sein würde. Und mein Instinkt hat mich nicht getäuscht. Marie ist die Exgattin eines Schönheitschirurgen, der inzwischen verstorben ist. Durch die Scheidung ist sie in das Obdachlosenmillieu abgerutscht. Seit 8 Jahren lebt sie nun unter den Brücken von Paris. Mit großer Akribie beschreibt Mara Ferr das tägliche Leben dieser Menschen, den Schmutz, de Hunger, die Kälte. Ekel ist für sie ein Fremdwort, Eines Tages kommt ein Priester auf Marie zu und vermittelt ihr eine Arbeit. Sie soll für einen reichen Geschäftsmann jeden zweiten Donnerstag als eine Art Hausdame fungieren. Mehr sagt er nicht, sie darf auch nicht nachfragen. So wird sie jedesmal in verschiedenen Autos mir verdunkelten Scheiben abgeholt. Dort wird dann aus der Streunerin eine elegante Dame gemacht. Sie ist in einem Bordell gelanden, in welchem den Kundschaften  die perversesten Wünsche erfüllt werden. Es wird dabei auch vor Mord nicht zurückgeschreckt. Der Betreiber dieses Monsieur Mondieu macht Marie schnell klar, dass nach seinen Regeln gespielt wird. Macht sie nicht mit, wird sie und ihre Familie getötet. Sie bekommt für ihre Arbeit zwar sehr gut bezahlt, das Geld darf sie aber erst in 5 Jahren ausgeben, sie muß weiterhin als Pennerin leben. Aber da erwacht in Marie ein Plan, wie sie aus dieser Misere unbeschadet herauskommen könnte...... Maries Gedanken werden uns immer wieder durch die Stimmen von Claude und Lilille suggstiert. Einmal angefangen, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn man will das Geschehen unbedingt weiterverfolgen. Auf dem Cover sehen wir die schmutziggraue Seine, wie sie trägt durch eine Brücke fließt. Ich muß für dieses Buch alle 5 Punkte geben und kann es nur weiterempfehlen. Der Schreibstil geht leicht zu lesen und die Spannung wird durch das ganze Buch hin gehalten.

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  • In den Fängen eines Teufels

    Ponts de Paris

    Barbara62

    18. June 2017 um 10:59

    Ein Kräftemessen zweier völlig ungleicher Protagonisten steht im Mittelpunkt von Mara Ferrs Ponts de Paris. Marie Croix, Mitte 50, Witwe eines Schönheitschirurgen mit exquisiter Klinik in St. Tropez, hat nach dessen Tod nur Schulden und Regressforderungen geerbt und gehört deshalb seit acht Jahren zum Heer der Obdachlosen von Paris. Monsieur Mondieu dagegen, der sie eines Tages auffordert, für ihn in seinem Edelbordell tageweise unter maliziös ausgeklügelten Bedingungen als Hausdame zu arbeiten, nicht ohne dies mit einer kapitalen Drohung zu verbinden, herrscht über ein Imperium von Zwangsprostituierten beiderlei Geschlechts und jeden(!) Alters und bietet die Dienste seines für alle Wünsche offenen Etablissements zahlungskräftiger, oft prominenter Kundschaft an. Einen Ausweg scheint es für Marie nicht zu geben und so unterwirft sie sich zunächst wohl oder übel seinen diabolischen Bedingungen... Gut gefallen an dieser Geschichte hat mir, wie Marie ihren Alltag als Obdachlose strukturiert, indem sie nach einem ausgeklügelten Plan jeden Tag zu einer anderen Brücke wandert. Ebenso interessant fand ich ihre Überlebensstrategie als Zwangsangestellte von Mondieu, mit der sie es schafft, die ihr zur Beobachtung gegebenen Monitor in ihrer Wahrnehmung auf unscharf zu stellen, um die Bilder ertragen zu können, während sie gleichzeitig ihrem Lebenstraum von einem halb verfallenen Häuschen im Languedoc-Roussillon nachhängt. Möglich wird diese Strategie durch zwei Stimmen in ihrem Unterbewusstsein, die ihr kritische Situationen melden und auch sonst hilfreich zur Seite stehen. Auch die Selbstbeherrschung und Geduld, mit der sie an ihrem Befreiungsplan arbeitet und dabei die Stimmen immer weniger braucht, habe ich bei der Lektüre bewundert. Für mich ist Ponts de Paris eher ein psychologischer Roman oder ein Psychothriller als ein Krimi, aber das ist sicher nicht der Grund, warum ich mich insgesamt nur bedingt mit diesem Buch anfreunden konnte. Was mich durchgängig gestört hat, waren einerseits die Unglaubwürdigkeit – weshalb ich sogar lange überzeugt war, dass sich alles als ein Alptraum entpuppen würde – und andererseits die Eindimensionalität der Charaktere. Ein ehemaliges Mitglied der High Society, das unverschuldet so tief sinkt, dass es Kindern die Wasserflasche entreißen muss, um nicht zu verdursten, und ein Bordellbetreiber, der einen geheimen Hochsicherheitstrakt und ein ganzes Imperium völlig alleine regiert, seine „Angestellten“ auf Schritt und Tritt überwachen und gegebenenfalls liquidieren lässt und dessen Aktionsradius bis in die Niederlande reicht, das war mir einfach zu übertrieben. Auch die Polarisierung zwischen Gut (Marie) und Böse (Mondieu) war mir zu extrem und klischeehaft, weswegen ich nie die nötige Empathie für Marie aufbringen konnte. Wen das aber nicht stört, der kann mit dem flüssig zu lesenden Buch bestimmt ein paar unterhaltsame Stunden verbringen.

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  • Unter den Brücken von Paris

    Ponts de Paris

    camilla1303

    16. June 2017 um 19:15

    Der Krimi „Ponts de Paris“ von Mara Ferr ist im Emons Verlag erschienen und spielt, wie der Name schon vermuten lässt, in Paris. Marie lebt, nachdem sie buchstäblich alles verloren hat, seit acht Jahren als obdachlose in Paris. Pater Francois hilft ihr immer wieder zu Gelegenheitsjobs, die sie bereitwillig annimmt. Auch das Angebot eines Geschäftsmannes kann sie, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht ausschlagen. Sie soll als Hausdame in seinem SadoMaso Bordell arbeiten. Doch schon bald hängt nicht nur Maries Leben von diesem Job ab, sondern auch das Leben ihres Sohnes und seiner Familie. Begleitet wird Marie dabei von zwei Stimmen in ihrem Kopf: Claude und Lilille, die dem Leser Maries Gedankenwelt näherbringen. Außerdem helfen sie Marie die grauenvolle Arbeit überhaupt zu überstehen. Ich muss gestehen, dass mich zum Beginn des Buches vor allem die Frage gequält hat, wie eine gut ausgebildete Frau auf Grund eines Schuldenbergs ihres ehemaligen Mannes auf der Straße landen kann und warum ihr Sohn, der zusammen mit seiner Familie lebt, ihr nicht ein Dach über den Kopf geben kann, bis sie selbst wieder Fuß fasst. Doch diese Fragen waren schnell nebensächlich, denn Mara Ferr schafft es auf beeindruckende Weise den Leser zu fesseln und ihn von den Begleiterscheinungen abzulenken. Schnell war ich von Maries Art gefesselt und habe von der ersten bis zur letzten Seite des Buches mit ihr mitgefiebert. Auch habe ich mir dank dem bildhaften Schreibstil der Autorin nicht nur Paris rund um seine 36 Brücken gut vorstellen können, unter denen Marie abwechselnd schläft, sondern auch das Leben von Obdachlosen fast hautnah miterlebt. Es ist für mich noch immer unvorstellbar, dass man unverschuldet in eine derartig prekäre Situation kommt. Aber noch viel unvorstellbarer sind die Dinge, die Obdachlose Menschen jeden Tag ertragen müssen und welchen Einfallsreichtum sie an den Tag legen müssen, um zu überleben. Dank „Ponts de Paris“ ziehe ich nun meinen Hut vor ihnen und kann ein Stück besser verstehen, warum die meisten von ihnen trinken oder sich anderweitig berauschen. Ich kann Mara Ferrs Buch nur wärmstens weiterempfehlen, da ich es voller Spannung in einem durchgelesen habe und es nicht mehr aus der Hand legen konnte. Auch auf das zweite Buch der Autorin bin ich sehr gespannt und habe es vorsichtshalber schon einmal auf meine Bücherwunschliste geschrieben.

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  • Maries Ausweg

    Ponts de Paris

    UlrikeG-K

    15. June 2017 um 23:26

    Marie lebt seit acht Jahren als Obdachlose unter den Brücken von Paris.Ihr Mann, ein Schönheitschirurg, hatte ihr nach seinem Tod einen Berg Schulden hinterlassen und Marie verlor buchstäblich alles, was ihr Leben bis dahin ausgemacht hatte und sah sich zu guter letzt mittellos mit einem Leben auf der Straße konfrontiert, ohne Aussicht, dem je wieder entfliehen zu können.Doch eines Tages erhält sie ein Angebot, dessen Tragweite sie erst langsam begreift. Sie soll dem Bordell eines reichen Geschäftsmannes vorstehen, der ihr sehr bald klarmacht, dass nicht nur ihr eigenes Leben keinen Pfifferling mehr wert ist, wenn sie sich nicht seinen Anordnungen beugt, sondern dass auch ihr Sohn und dessen Familie sterben müssen.So fügt sich Marie vorerst; doch ersinnt sie allmählich Wege, ihrem Gefängnis und den tödlichen Machenschaften ihres Auftraggebers zu entkommen....Man könnte meinen, nicht viel Neues mehr zu erfahren, wenn man einen Kriminalroman aufschlägt. Unzählige sind geschrieben worden, die Themen scheinen erschöpft und wiederholen sich in den unterschiedlichsten Variationen."Ponts de Paris" jedoch wartet mit einem Stoff auf, der überraschend neu und in eine Handlung verwoben ist, die aufmerken lässt ob ihrer Originalität!Dieser Stoff ist ein grausamer, beschäftigt sich mit den, im wahrsten Sinne des Wortes, Niederungen und Abartigkeiten, mit der die Spezies Mensch ihre vermeintliche Vorrangstellung als "Krone der Schöpfung" ad absurdum führt und starke Zweifel an das Gute aufkommen lässt.Wäre da nicht Marie, die alleinige Hauptfigur des gewandt geschriebenen, sehr spannenden und psychologisch ausgefeilten Kriminalromans, der in einem den meisten Touristen unbekannten Paris angesiedelt ist, dem Paris der Armen, der von einer satten, gutbürgerlichen Gesellschaft Ausgestoßenen.Marie, die ohne Verschulden auf der niedrigsten Stufe der sozialen Skala gelandet ist, bemüht sich darum, dennoch ihre Würde zu bewahren und anständig zu bleiben. Weder verfällt sie dem Alkohol oder den Drogen noch verkauft sie ihre Seele dem Teufel.Sie bleibt mitleidend und mitfühlend - und als sie gar nicht mehr weiterweiß, stellen sich ihr zwei imaginäre "Helfer" zur Seite, deren Stimmen nur sie alleine hören kann, mit denen sie lebhafte Diskussionen führt und die sie davor bewahren, den Verstand zu verlieren und dazu ermutigen, ihre logischen Fähigkeiten und ihren Einfallsreichtum zu reaktivieren und schließlich eigenständig zu gebrauchen.Marie überlebt dank dieser Helfer, die in Wirklichkeit Teil ihrer selbst sind, die tief aus ihr heraus kommen, aus dem Menschen, der sie vielleicht einmal war oder eigentlich ist, und zu dem sie wieder zurückzufinden lernen muss.Mara Ferr ist in der Tat ein außergewöhnlicher Kriminalroman gelungen!Sie hat Marie so liebevoll und feinfühlig und doch so realistisch gezeichnet, dass ihr mein Herz sofort zuflog, dass ich ihren beschwerlichen und mutigen Weg, der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen, nicht nur als Zuschauer verfolgte, sondern bis zum Ende des Buches mit ihr ging, - um die Hoffnung auf das kleine Glück bangend, die Marie während der ganzen Zeit, die sie für ihren Arbeitgeber, diesen Teufel in Menschengestalt tätig sein musste, aufrecht hielt, die ihr half, nicht aufzugeben.Möge sich ihr Traum von einem Häuschen auf dem Land, weitab von Paris, das ihr nie zur Heimat wurde, nicht werden konnte, schließlich erfüllen!

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  • Fesselnd und erschütternd zugleich

    Ponts de Paris

    SiWel

    12. June 2017 um 10:20

    Ponts de Paris, ein Psychothriller von Mara Ferr handelt von der obdachlosen Marie, die seit der Scheidung von ihrem Ehemann und nach einem recht luxuriösen Leben auf der Straße lebt, in Paris, der Stadt der Liebe.Um noch ein wenig Struktur in ihr tristes Leben zu bringen wandert sie dort täglich von einer Brücke zur nächsten.So befindet sie sich jeden Tag an einem anderen Ort und das macht ihr den Kampf ums Überleben etwas leichter.Eines Tages erhält sie vom Pater ein Jobangebot.Ein Geschäftsmann bietet ihr ein gutes Einkomme, dafür soll sie in seinem etwas anderen Bordell als Hausdame an jedem 2ten Donnerstag für fünf Jahre arbeiten.Sie darf allerdings ihr Obdachlosendasein nicht beenden und das verdiente Geld solange nicht benutzen.Nimmt sie die Arbeit nicht an sterben ihr Sohn und ihr Enkel.Hält sie sich nicht an die abgesprochenen Regeln stirbt sie selbst.Der Roman hat mich vom Anfang bis zum Ende gefesselt, fasziniert und extremst berührt.Das Leben der Marie ist so gut beschrieben,ich habe mitgelitten, gefiebert gehungert.Der tägliche Kampf ums Überleben,die Wasser - ,Essens - und Schlafplatzsuche.Alles Dinge wo sich unser eines keinen Kopf drüber macht, die für uns selbstverständlich sind.Zum Glück lockern die schönen Beschreibungen von Paris die Szene immer noch ein wenig auf.Mara Ferr hat mir in ihrem Thriller unsere schnellebiege und machtmisbrauch betreibende Welt deutlich vor Augen gebracht.Ich werde in nächster Zeit mal wieder etwas nachdenklicher über eine bestimmte Zielgruppe sein.Fazit: Wer nicht so blutrünstige Krimis liegt und auch mal wieder etwas nachdenken möchte der sollte bei dem Buch zugreifen.

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  • außergewöhnlich, bewegend, fesselnd - ein Paris Krimi, der mich begeistert

    Ponts de Paris

    Antek

    11. June 2017 um 19:03

    Mara Ferr hat mich bereits mit „41 Rue Loubert“ mit einem eher außergewöhnlichen Krimi völlig in den Bann gezogen und das ist ihr auch mit „Ponts de Paris“ wieder gelungen. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Alle Daumen hoch für dieses perfekte Gesamtpaket und völlig begeisterte 5 Sterne! Pater Francois, der es mit dem Zölibat nicht so genau nimmt, vermittelt Marie immer wieder Hilfsarbeiten, die sie bereitwillig annimmt. Sie ist sich dafür nie zu schade, auch nicht zum Müll sammeln, würde man sie nur anstellen, was aber mit 60 Lenzen aussichtslos ist. Mit Zuversicht begibt sie sich deshalb zur Kreuzung Cours Albert, wo sie laut dem Pater von einem Chauffeur abgeholt werden soll. Schnell aber muss Marie erkennen, dass es sich hier nicht um einen gelegenen Aushilfsjob handelt, sondern dass ihr gar keine andere Alternative bleibt, als diese zwar fürstlich bezahlte, aber grauenvolle Arbeit anzunehmen. Der Geschäftsmann Monsieur Mondieu möchte sie als Hausdame für sein Sado Maso Bordell haben. Weder Reichtum noch seine ihr angedrohte Gewalt könnten sie locken, doch wenn sie ablehnt, sterben ihr Sohn und dessen Familie, was er ihr mehr als eindringlich klar macht. Wird es doch einen Ausweg für Marie geben? Wird sie die Arbeit überhaupt überleben? Als Leser begleitet man Marie in ihrem Leben. Zieht mit ihr von Brücke zu Brücke, arbeitet jeden zweiten Donnerstag. Unterstützung bekommt man dabei von Claude und Lilille, den beiden Stimmen in ihrem Kopf. Sie helfen ihr dabei die Arbeit richtig und einigermaßen erträglich zu machen. Als Leser kann man sich ebenfalls gemeinsam mit ihr auf die Suche nach einem Ausweg machen, was mehr als spannend dargestellt wird. Das Finale hat mich bewegt und ist für diesen Krimi wohl mehr als perfekt gewählt. Der Sprachstil hat mich von Anfang an gefangen genommen und ich bin fast durch die kurzen, übersichtlichen Kapitel geflogen. Der Autorin gelingt es ganz wunderbar beim Leser Emotionen zu erzeugen. So war ich z.B. stellenweise mehr als betroffen, wenn ich vom Elend Maries oder einzelner Angestellter gelesen habe, immer wieder richtig schockiert, wenn ich von den Abartigkeiten der Kunden, die Mondieu bereitwillig bedient, erfahren habe, oder habe so richtig mit Marie gefiebert. Die Beschreibungen sind bildreich und äußerst anschaulich, ich hatte fast einen Film im Kopf laufen. Sprachbilder wie „Zornesadern schlängelten sich wie dunkelviolette Regenwürmer den Hals des Jungen entlang“, machen es dem Leser wirklich leicht mit auf die Reise zu gehen. So konnte ich mir z.B. ihr gigantisches Arbeitszimmer, das mit Sicherheit von einem sündhaft teuren Designer eingerichtet wurde, dem aber jegliche Gemütlichkeit fehlte, ebenso gut vorstellen, wie ihre Nachtlager unter den Brücken. Claude und Lilille, die meines Erachtens nach Maries Strategie sind um nicht vor die Hunde zu gehen, „reden“ mit ihr, dadurch erhält man Einblick in ihre Gedankenwelt, eine perfekte Methode, die die Autorin hier gewählt hat. Die Charaktere sind einfach nur großartig gezeichnet. Marie, völlig unverschuldet in dieser Lage, war mir von Anfang an super sympathisch und ich habe richtig mit ihr gefühlt. Sie verdient all meinen Respekt, denn wann immer möglich bewahrt sie sich ihre Würde. So kann durchaus aus ihrem Mund kommen, es heißt „Sie stinken“ und nicht „du stinkst“. Außerdem lässt sie sich weder durch Reichtum noch durch Gewalt beugen, nur die Angst um ihren Sohn und dessen Familie können ihr das Rückgrat brechen. Genau das weiß Monsieur Mondieu, der sein Geschäft „ Sadomaso für superreiche Perverse“ mehr als perfekt organisiert hat. Absolute Verschwiegenheit, Kontaktsperre zwischen allen Beteiligten garantiert absolute Verschwiegenheit und seine Mitarbeiter hat er allesamt ebenso wie Marie in der Hand. So sehr mich sein ausgeklügeltes System beeindruckt hat, so sehr haben mich seine Art Geschäft und seine Art abgestoßen. Er betrachtet seine Mitarbeiter als Abschaum und seine verletzenden Worte haben mich schockiert. Sein „Selbstbild entsprach dem eines Gottes“ und „bestand aus Selbstherrlichkeit gepaart mit unerträglicher Arroganz“, diese Beschreibung trifft es wohl mehr als genau, vielleicht auch deshalb sein Name? Auch die kleinen Nebenrollen sind perfekt besetzt, bei der singenden Reinigungsfrau Maya angefangen, über Aza, die Cafewirtin, die Marie genau analysiert, bis hin zur unbekannten Frau, die sich so über das Lächeln freut, das Marie ihr schenkt, und die ihr alle auf ihre Art behilflich sind. Der Titel lautet „Ponts de Paris“ und das zu Recht. Marie hat sich einen strikten Tagesablauf geschaffen um nicht unterzugehen und so zieht sie nach einem festgelegten Plan täglich zu nächsten der insgesamt 36 Brücken von Paris, stets im Wechsel. Als Leser bekommt man daher Paris rund um seine Brücken beschreiben, eine sicher nicht alltägliche Perspektive und nicht nur deshalb absolut gelungen. Mir hat der Parisausflug so richtig gut gefallen. Richtig interessant fand ich auch den kleinen Einblick in das beschwerliche Leben eines Obdachlosen. Auch wenn Marie vielleicht, dadurch, dass sie weder zu Alkohol noch Drogen greift, sich durch alte Zeitungen Gehirnfutter besorgt, einen durchorganisierten Tagesablauf geschaffen hat und damit „besser“ lebt als manch andere,  haben mich die Schilderungen mehr als betroffen gemacht. Waschen in öffentlichen WC-Anlagen, keine medizinische Versorgung oder Hunger und Durst, was Ekel vor Müll komplett ausschaltet, sind nur einige Beispiele. „Das Leben auf der Straße zwang sie jeden Tag wieder aufs Neue ihre Menschenwürde am Eingang der Suppenküche gemeinsam mit den Essensbons abzugeben.“ Dies wird hier eindringlich dargestellt.

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