Mara Hvistendahl Das Verschwinden der Frauen

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Inhaltsangabe zu „Das Verschwinden der Frauen“ von Mara Hvistendahl

Eine neue Form der Männergesellschaft Auf der ganzen Welt gerät das ausgewogene Zahlenverhältnis zwischen den Geschlechtern aus der Balance. Es gibt zu viele Jungen und zu wenig Mädchen. Das gilt für China, wo die Differenz mit 163 Millionen fehlenden Frauen bereits der Gesamtanzahl der weiblichen Bevölkerung der USA entspricht, es gilt für Indien, aber inzwischen auch für weitere Länder in Osteuropa, Afrika und Lateinamerika.Anders als bisher angenommen verschwindet das Phänomen nicht mit steigendem Wohlstand und wachsender Bildung. Der Frauenmangel führt zu steigender Gewalt gegenüber Frauen, Zwangsverheiratungen und grenzüberschreitendem Frauenhandel.»Hast du keinen Jungen, verlierst du dein Gesicht ... die dramatischen Folgen selektiver Geburtenkontrolle.« Süddeutsche Zeitung

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    Das Verschwinden der Frauen

    Eva-Maria_Obermann

    20. November 2015 um 22:31

    Mara Hvistendahl hat jahrelang in China gelebt und dabei gesehen, wie Mädchen immer seltener in den Klassenzimmern zu sehen sind. Sie hat sich gefragt, warum das so ist und sich auf die Suche nach den verschwundenen Frauen gemacht. Was sie dabei herausgefunden hat, ist erschreckend und bedenklich. In Gesprächen mit Ärzten, Wissenschaftlern, Eltern und Beamten fasst sie zusammen, warum und wie bereits ungeborene aufgrund ihres Geschlechts selektiert werden und was das für Folgen für uns alle hat. Dass diese Betrachtung sich in erster Linie auf Indien und China erstreckt ist dabei ein Aufrollen von der großen Masse her, denn Waisenhäuser voller chinesischer Mädchen haben es bereits vor Jahren in eine Simpsons Folge geschafft und auch das Leid indischer Mädchen wurde schon medial aufbereitet. Hvistendahl geht aber mehrere Schritte weiter. Im Gespräch mit einem indischen Arzt, der von seinen Erfahrungen berichtet, und anhand von historischen wie statistischen Werten offenbart die Autorin dass die westlichen Einflüsse erst den Ausschlag für die Benachteiligung der Mädchen im Mutterleib gegeben haben – unter dem Schlagwort Bevölkerungskontrolle. Ähnliches führt sie für China argumentativ auf, wo die Ein-Kind-Politik die Präferenz für Söhne ausgelöst hat. Wenn schon nur ein Kind, dann auch ein Junge, der hier wie dort bevorzugt behandelt wird, mitunter religiöse Aufgaben erfüllen kann und von der Gesellschaft aus schon als geradezu notwendig erachtet wird. Anlass zur Besorgnis gibt für Hvistendahl der statistische Wert, der anzeigt, wie viele Jungs pro 100 Mädchen geboren werden. Mancherorts, so sagt die Autorin, ist das Verhältnis bei über 150/100. Aber nicht nur in China und Indien sieht das Geschlechterverhältnis bedenklich aus. Auch in Taiwan, Südkorea und Albanien ist das natürliche Verhältnis aus den Fugen geraten. Verkaufte Bräute, Kinderheiraten, Entführungen, Menschenhandel sind die Folge, so Hvistendahl. Und all das verschärft das Problem , weitete es aus und führt es auch in andere Regionen. Ob Vergewaltigungen auch dazu gehören mag im Augen des Betrachters legen. Erschreckend, war ich doch der Meinung, dass Frauen per se keine Minderheit sind. Nun wird hier aufgezeigt, dass sie künstlich dazu gemacht werden, indem Mädchen noch im achten Monat abgetrieben werden, teilweise unter Zwang von der Regierung her, großenteils aber aus freien Stücken der Mutter, nur weil sie das falsche Geschlecht haben. Den großen Westen lässt Hvistendahl dabei aber weitgehend aus. Allein im letzten Kapitel behandelt die Autorin eine Reproduktion Klinik in Amerika, wo die betuchte Klientel vor allem kleine Mädchen haben will, die dann auch klein und mädchenhaft zu sein haben. Was fehlt, um diese Idee der umgekehrten Selektion (die bereits bei der Zeugung beginnt) glaubhaft zu machen, ist das Geschlechterverhältnis bei der Geburt in Amerika und etwaige Gründe. Dieses Kapitel steht ziemlich in der Luft und bleibt so ein unvollständiger Abschluss des Buches. Auch die Frage, warum gerade in westlichen Ländern, in denen durchaus auch geschlechterspezifische Bevorzugungen existieren (Glückwünsche beim „Stammhalter“ kommen nicht von ungefähr), die Form der Abtreibung als Selektion – die mit Sicherheit auch hier stattfindet – weniger oder eben nicht ins Gewicht fällt, bleibt unbeantwortet, wird nicht mal gestellt und ist damit eine große Leerstelle. Ein aufrüttelndes Buch, dass aber als „westliches“ Sachbuch gerade keine Punkte der westlichen Welt betrifft, sondern das fremdartige „andere“ als besorgniserregenden Zustand brandmarkt, an dem wohl der Westen seine Mitschuld hat, der aber so weit weg ist, dass er mitunter als „das geht mich doch nichts an“ abgetan wird. Schade, dabei hätte das Buch tatsächlich aufrütteln und aufmerksam machen können.

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  • Rezension zu "Das Verschwinden der Frauen" von Mara Hvistendahl

    Das Verschwinden der Frauen

    michael_lehmann-pape

    05. February 2013 um 11:59

    Zunehmendes Ungleichgewicht durch selektive Geburtenkontrolle Ein sehr speziell wirkendes Thema ist es, dem sich Mara Hvistendahl zuwendet und das sie durchaus mit interessanten und nachdenkenswerten Informationen versieht. Ein Thema, dass bei näherer Beleuchtung von hohem, öffentlichen Interesse ist. Und das in bestimmten Richtungen durchaus aus „erster Hand“ dargestellt wird, denn Mara Hvistendahl lebt seit langem in China und erlebt hautnah mit, was es heißt, in einer „Ein-Kind-Politik“ eine Bevölkerung zu sehen, die vornehmlich auf männliche Nachkommen dann setzt. Nicht nur, dass das Gleichgewicht der Geschlechter mittlerweile, nicht nur in China, rasant auseinanderdriftet (allein in China leben 163 Millionen Frauen „zuwenig“), sondern auch der gesellschaftliche Stellenwert der Frau und das gesamte gesellschaftliche Gefüge geraten in eine massive, negative Schräglage. Mit Folgen, die Hvistendahl durchaus drastisch zu beschreiben versteht. Die Leitfrage, der Hvistendahl nachgeht, beantwortet sie aus ihrer Sicht ausführlich. „Welche Konsequenzen hat es, in eines der fundamentalsten Gleichgewichte der Evolution einzugreifen“. Ihrer These, dass die Menschheit damit an all jenen Orten, an denen dem männlichen Geschlecht selektiv bevorzugt wird (China, Indien Afrika, aber auch in Osteuropa) sich starken, unabsehbaren Schaden zufügt, belegt sie mit einer Vielzahl von durchaus klugen Beobachtungen und Beispielen. Nicht nur im Blick auf die zunehmend „mathematische“ Schwierigkeit für Männer, Lebenspartnerinnen zu finden, sondern auch im weiteren Verlauf dieser „Schieflage“ im Blick auf Gewalt gegen Frauen (wie jüngst in Indien weltweit beobachtet), auf die Schwierigkeit für stabile gesellschaftliche Verhältnisse, auf den „Wert“ von Frauen in einer „männerbevorzugenden“ Lebensform und vieles mehr. Ein Ungleichgewicht, und darüber ist die Autorin im Zuge ihrer Recherchen selber erstaunt, das sich nicht in vor allem nur „rückständigen“ Gesellschaften wiederfindet, sondern sich „bis in Elite-Instututionen der westlichen Welt“ zurückverfolgen lässt. So liest sich dieses flüssig geschriebene Buch durchaus bedrohlich. Von getöteten weiblichen Säuglingen über Abtreibungen und gezielte in-vitro-Fertilistation reichen die angewandten, teils brutalen Methoden. Und dennoch, bei all den „negativen Vorzeichen“, gelingt es Hvistendahl, nicht im „Skandal“ oder im „Erschrecken“ stecken zu bleiben sondern, im Kern, ein Plädoyer zu halten für eine „Potentialität“ des Lebens. Dies ist die eigentliche Botschaft des Buches. Dass das Leben, die Natur an sich auf Potentiale ausgerichtet ist, dass eine „natürliche Balance“ (eine gute) Grundlage des Lebens ist und dass da, wo Menschen steuernd eingreifen (und je massiver sie es tun), letztlich die eigenen Lebensgrundlagen zerstört und entzogen werden. Nachvollziehbar und verständlich geschrieben, nah am „Leben entlang“ durch viele Beispiele und gut recherchiert öffnet Hvistendahl dem Leser einen intensiven Blick auf ein „Randthema“ der öffentlichen Berichterstattung, dass droht, in baldiger Zukunft noch massivere negative Folgen mit sich zu bringen, als sie jetzt bereits im Raume stehen. Durchaus empfehlenswert.

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