Mara Schindler , Dorothée Böhlke Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz

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Inhaltsangabe zu „Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz“ von Mara Schindler

Krempes Mama und Papa sind gestorben, als sie noch ein Baby war. Seitdem lebt sie mit Opa Kottek im alten Bahnhof. Krempe und Kottek – das ist ein richtig gutes Team, obwohl zwischen den beiden 61 Jahre liegen! Und wenn mal Not am Mann ist, hilft bestimmt jemand aus dem Dorf. Nur gegen Misses Schulz vom Jugendamt scheint kein Kraut gewachsen zu sein. Immer wieder schleicht sie um den alten Bahnhof und lauert darauf, dass irgendwas schiefgeht. Für sie gehört Krempe nämlich in ein Kinderheim! Deshalb darf sie auch auf keinen Fall erfahren, dass Kottek sich in letzter Zeit immer merkwürdiger verhält. Eine poetische Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, das Älterwerden und über die Wichtigkeit, das Glück festzuhalten.

Wertvolles Kinderbuch!

— mabuerele

Ein kostbares Buch für Kinder und Erwachsene und solche, die es (im besten Sinne) werden wollen.

— KalleOlsen

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  • Hilfe für Krempe

    Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz

    mabuerele

    27. July 2017 um 20:26

    „...Nicht weit von dir, am Ende der Dorfstraße, dort, wo der Wald beginnt und das Gleisbett in der Sonne funkelt, befindet sich ein alter Bahnhof...“ Mit obigen Worten beginnt ein beeindruckendes Kinderbuch. Im Bahnhof wohnt der 71 Jahre alte Kottek mit seiner 10jährigen Enkelin Karoline, genannt Krempe. Ihr Markenzeichen ist eine Eisenwärtermütze, die sie so gut wie nie absetzt. Krempes Eltern sind tot. In der Nacht schleicht Paulita, die Katze, durch das Dorf. Deren Wanderung nutzt die Autorin, um mir als Leser den Ort und seine Bewohner vorzustellen. Paulita weiß, wo Futter auf sie wartet, und um welches Haus sie lieber einen großen Bogen macht. Das Buch lässt sich angenehm lesen. Der Schriftstil ist kindgerecht und doch von hoher Qualität, wie obiges Zitat zeigt. Krempe ist ein aufgeschlossenes Mädchen, das ihre Umgebung mit wachen Augen sieht. Dadurch weiß sie auch, dass Ärger ins Haus steht, als Frau Schulz vom Jugendamt erscheint. Doch im Ort hilft man einander. Deshalb greifen die Bewohner auch Opa Kottek unter die Arme, damit Frau Schulz immer ein positives Bild präsentiert wird. Bei Krempe aber bleibt die Angst, wenn sie Opa Kottek allein lassen muss. Er tut Dinge, von denen er später nicht weiß, warum und weshalb und bringt sich damit in Gefahr. Die Themen Freundschaft und Zusammenhalt, gegenseitige Hilfsbereitschaft und Achtung voreinander durchziehen wie ein roter Faden das Buch. Trotzdem ist die Handlung spannend und abwechslungsreich. Zu Beginn jedes Kapitels erfährt der Leser kurz, was er zu erwarten hat. Schöne farbige Bilder illustrieren die Handlung. Das Cover weckt Interesse. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es bekommt von mir eine unbedingte Leseempfehlung.

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  • eine eher leise und nachdenklich machende Geschichte

    Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz

    Normal-ist-langweilig

    17. February 2017 um 20:54

    Unsere Meinung: Meiner Tochter und mir war nach dem Lesen der Inhaltsangabe klar, dass es sich hier um ein eher stilleres Buch handelt. Ein Buch, dass die Themen Tod der Eltern, Leben beim Opa, Probleme mit dem Jugendamt und vielleicht auch Abschiednehmen beinhaltet. Wir hatten das Buch richtig eingeschätzt und haben Krempes Geschichte gerne gelesen. Krempes Leben ist nicht einfach. Nicht nur dass ihr Opa 61 Jahre älter ist als sie und damit ganz andere Meinungen zu vielen Themen hat, er wird auch gebrechlich und kann vieles nicht verstehen. Krempe tat uns an vielen Stellen einfach leid und ich habe mit meiner Tochter diskutiert, ob es nicht doch besser gewesen wäre, wenn Misses Schulz vom Jugendamt Krempe in einer anderen Familie untergebracht hätte. „Aber der Opa ist doch Krempes Familie!“, sagte meiner Tochter dann immer. „Das geht doch nicht! Sie kann ihn nicht alleine lassen und er sie nicht!“ So dachte das zumindest meine Tochter. Leider spielt das Leben nicht immer nach der Pfeife der beteiligten Menschen und so kommt es am Ende doch ganz anders als von uns gedacht.Das Ende jedoch hat uns gut gefallen. Ich bin nicht sicher, ob es in der Realität funktionieren würde, aber für Krempe und für uns war es am besten! Ein wirklich leises, aber wichtiges Buch mit einer Geschichte rund um Familie,  Fürsorge, gegenseitiges Kümmern, ein Zuhause und ganz viel Liebe! Der Schreibstil passt wirklich gut zum Buch, ist aber nicht immer für Kinder verständlich, da sie leicht philosophisch sind. Einige Dinge werden sehr ausführlich beschrieben. Teilweise zu ausführlich. Toll sind die bunten, die Geschichte perfekt unterstützenden, Illustrationen von Dorothée Böhlke! Das Buch macht insgesamt einen edlen Eindruck als HC inklusive bunter Bilder. 4/5

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  • Recensere heißt "sorgfältig prüfen", Frau Buss

    Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz

    KalleOlsen

    30. January 2017 um 16:36

    Man würde sich wünschen, Rezensenten nähmen sich den Bruchteil jener Zeit, die Autoren mit der Arbeit an einer Geschichte verbracht haben, wenn sie ebendiese Geschichte rezensieren. Dies zu tun, setzt Lektüre voraus. Lektüre setzt Zeit voraus. Zeit aber scheint Helga Buss nicht gehabt zu haben, als sie Mara Schindlers neues Kinderbuch "Krempe, Kottek und das Ding mit Misses Schulz" besprach, eine Geschichte, die dem Leser bei kritischer Betrachtung das genaue Gegenteil offenbart. Die hier dargestellte Welt ist keine Idylle, liebe Frau Buss, sie ist harte Arbeit. Karl-Johann Tennek, genannt Kottek, bewohnt den alten Bahnhof, dem er einmal als Bahnhofswärter vorstand, und er tut dies in einer Präsenz, die ihn zum Mittelpunkt der Dorfgemeinschaft macht. Sein unerschütterlicher Pragmatismus, mit dem er den Stürmen des Lebens begegnet, ist umso eindringlicher, wenn man bedenkt, welche Schicksalsschläge der Mann schon hat verkraften müssen. Der Unfalltod von Krempes Eltern, der viel zu frühe Verlust seiner Ehefrau Elisa haben ihn weder bitter noch zynisch gemacht, sondern ihn zu einer Lebensphilosophie gebracht, die er selbst so formuliert: "Und was tut man bei Unwettern, die einen hinterrücks überraschen? Man klappt den Kragen hoch und lässt es über sich ergehen mit Rückgrat und mit Gottvertrauen. Und wenn grad kein Gott in der Nähe ist, sucht man sich das Nächstliegende, und das ist auch nicht wenig, weil, das ist man selbst." Diese Philosophie lebt und verkörpert Kottek, Laubraschler, der er ist. So kennen und schätzen ihn die Freunde: Tom und Nana, die Bauwagen-Hippies, die patente Waschkücheninhaberin Melli, der alleinstehende Jäger Jakob, die resolute Polizistin Lydia, der wortkarge Bauer Lothar. Kottek weiß immer, was zu tun ist, mag die Situation auch noch so verfahren sein. Und auch für die zehnjährige Karoline, von allen nur zärtlich Krempe genannt, erfährt ihren Opa als unerschütterliche Eiche, die so schnell nichts umhauen kann. Höchstens das Alter. Und das schlägt gnadenlos zu. Es macht sich in Anfällen bemerkbar, die auf Demenz schließen lassen, und jeder, der schon mal mit Demenz zu tun hatte, weiß, was das bedeutet. Es hat sich ausgefeiert. Endstation Pflegeheim. Was sonst? Schon schleicht Misses Schulz um den alten Bahnhof, die Dame vom Jugendamt, überzeugte Laubsammlerin und selbsternannte Expertin in Sachen Kindeswohl. "Kinder brauchen Grenzen. Kinder brauchen geregelte Mahlzeiten. Kinder brauchen Sauberkeit." Liebe? Ach, was! "Liebe bringt nur durcheinander." Krempe wird als hochgradig gefährdet eingestuft, ihre Situation als unzumutbar. Zwei Welten stehen nun einander gegenüber, und sie sind zu allem entschlossen. Die Laubraschler geben ihr Bestes, sie bluffen und tricksen und mogeln sich durch so manchen Zusammenbruch, nur um Krempe und Kottek noch ein bisschen Zeit miteinander zu ermöglichen. Dabei geraten die Freunde selbst an ihre Grenzen, ganz wie im richtigen Leben, und der Leser bekommt einen Eindruck, was es bedeutet, füreinander da zu sein, und wie schwer es ist, sich dabei selbst nicht abhanden zu kommen. Interessant ist, was diese Extremsituation mit jedem einzelnen der Charaktere anstellt. Es gibt welche, die ziehen sich zurück. Und es gibt welche, die wachsen über sich hinaus. Und am Ende? Am Ende ist es Kottek, der Misses Schulz die Hand reicht und ihr zeigt, worauf es ankommt: auf Verständnis nämlich und Verstehen-Wollen. Und als der Termin beim Jugendamt nicht länger aufzuschieben ist, entfaltet sich dem Leser ein Bild, das man getrost als idealistisch bezeichnen kann (Warum denn nicht?), als gelebte Humanität (Was ist so schlimm daran?), als Beweis dafür, dass bei den Laubraschlern im Herzen noch alles in Ordnung ist, trotz Staub auf den Möbeln und chaotischem Lebenslauf. Zu anspruchslos, Frau Buss? Vielleicht. Man könnte aber auch sagen, dass gerade die großen Dinge oft im einfachen Gewand daherkommen und nur sichtbar sind für den, der sehen will.

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