Mara Winter Verblüht: Episodenkrimi

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Inhaltsangabe zu „Verblüht: Episodenkrimi“ von Mara Winter

Spannend und "süffig" zu lesen, detailreich gebaut, am Ende aber eher ein zufälliges Bild als eine abgerundete Geschichte

— Ulrike_Jonack
Ulrike_Jonack

erschreckend kurz, erschreckend fesselnd, erschreckend realistisch --> erschreckend gut

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

Klasse geschrieben !

— Nicolerubi
Nicolerubi
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  • Spannende Familienaufstellung

    Verblüht: Episodenkrimi
    Ulrike_Jonack

    Ulrike_Jonack

    06. September 2016 um 15:32

    Spannend. Verwirrend. Anstrengend. Unbefriedigend. Interessant. – Das sind in etwa die Schlagworte, die mir nach dem Lesen von „Verblüht“ von Mara Winter in den Sinn gekommen sind. Aber der Reihe nach:Ich hatte von der Autorin eine PDF-Version ihres 72-Seiters „Verblüht“ bekommen und wahrscheinlich eine Vorab-Version des Episoden-Krimis erwischt. Es gab massenhaft Satzfehler: Sinnfreie Leerzeilen bzw. Abschnittsbildung zerrupften den Lesefluss, es gab halbe und sogar ganze Leerseiten und am Ende auch noch ein Einzugswirrwarr. Wahrscheinlich – hoffentlich – sind diese Dinge vor dem Druck bzw. der Veröffentlichung als E-Book noch behoben worden, also schieben wir das mal beiseite.Schon am Anfang gefiel mir der Klang des Textes: konzentriert, mit Drive und unverschnörkelt. Da entstand ein Sog, der mich in die Erlebenswelt von Ich-Erzähler Mira reinzog, auch wenn sie diese eher respektlos-ironisch und damit von ihrem Inneren ablenkend darbot. Dass man mit Schlafstörungen mitnichten zu einem Psychiater geht und auch sonst nicht alles gänzlich glaubhaft bei mir ankam, spielte da kaum eine Rolle. Der plötzliche Tempuswechsel von Vergangenheit zu Gegenwart tat es allerdings schon – ich sehe bis jetzt nicht, was der bedeuten soll. Auch an den anderen Stellen, wo er auftrat, wirkt er deplatziert. Ich habe eine ungefähre Vorstellung, was der Wechsel soll, tatsächlich aber geht das in dem immer selben Tonfall und den Satz-Problemen sang- und klanglos unter. Über die Sinnhaftigkeit dieser Konstruktion könnte man auch streiten.Die nächste Episode ist wieder von einer Ich-Erzählerin. Ich war verwirrt, denn Mira scheint am Ende des vorigen Kapitels gestorben zu sein. Tatsächlich ist es auch jemand anderes, jemand offenbar Uraltes, denn meines Wissens ist es schon um die 100 Jahre her, dass Rosa die Jungenfarbe war. Irritierend fand ich deshalb, dass plötzlich das Kind Sven hier auftaucht, jener Sven, wegen dem Mira so viele Probleme hatte. Erzählt wird – wie eigentlich in allen Episoden – eine Liebes- bzw. Beziehungsgeschichte, die zunehmend seltsam wirkt und schließlich tödlich endet. Vermutlich jedenfalls.Neue Episode, neuer Ich-Erzähler. Männlich diesmal. Sven. Eine verstörende Story. Viele Morde. Wie viele? Die Andeutungen lassen einen Interpretationsspielraum.Nächste Episode: Weibliche Ich-Erzählerin; Stiefmutter von Sven. Auch keine „normale Geschichte“. Dann erzählt Svens Schwester. Dann ihre Mutter … Kurz: Nahezu alle Episoden erzählen die gleiche Familiengeschichte, die durch die verschiedenen Blickwinkel immer völlig anders wirkt. Oft dauert es ein wenig zu lange, ehe der Text offenbart, wer gerade „dran“ ist – auch, weil alle Figuren im haargenau selben Stil erzählen, als seien sie eigentlich nur Varianten einer einzigen Person. Und: Das Einpuzzeln ins detailreich durchkonstruierte Gesamtbild erfordert durchaus erhöhte Aufmerksamkeit, unter anderem wegen der Personenfülle, weil die Episoden sich zeitlich in unterschiedlichem Rhythmus überlappen und weil der konzentrierte, essenzartige Tonfall dem Leser keinen Raum zum Durchatmen und Sortieren lässt.Dieser Tonfall – ich erwähnte es schon – erzeugt andererseits einen Sog, der mich durch das Buch zog. Außerdem wollte ich wissen, worauf das alles hinaus läuft. Nun: Das habe ich nicht erfahren. Es bleibt ein Kaleidoskop. Zwar verändert sich das Bild immer wieder, aber es gibt – außer dass es immer die gleiche Geschichte ist – keine tiefer gehenden Verknüpfungen. Keine Episode verändert eine der vorhergehenden in ihrer Bedeutung, nur die Fakten nehmen Bezug aufeinander. Es ist zum Beispiel schnurz, warum Christine Gerd heiratet, für ihre Stiefkinder scheint das keine Auswirkungen gehabt zu haben. Alles im allem ist das ein interessantes Buch. Die Idee, die selbe Story aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen, wird hier konsequent auf die Spitze getrieben und spiegelt damit eindrucksvoll, wie wirkmächtig diese Diskrepanz zwischen Realität und Wahrnehmung sein kann. Das passende Zitat dazu aus dem Buch: „Der eine denkt sich etwas aus und projiziert etwas in sein Gegenüber. Der andere greift ein Wort auf und spinnt daraus seinen eigenen Film. Weil wir alle die gleichen Wörter benutzen, glauben wir, uns zu verstehen, aber du hast nicht den Funken einer Ahnung, was im Kopf deines Liebsten wirklich vorgeht.“ Beim Aufdröseln dieser Diskrepanz werden die Grenzen der Plausibilität mitunter aus- oder vielleicht sogar überreizt, was allerdings durch die Verwendung des Ich-Erzähler-Modus inhaltlich durchaus abgedeckt ist. Leider rundet sich die Geschichte zwar zeitlich und faktisch, aber sowas wie eine durchgehende Kausalität über die personelle Verknüpfung hinaus stellt sich nicht ein. Das ist im Leben zwar auch eher die Regel, aber von Literatur erhoffe ich mir ein bisschen mehr. So ausgeklügelt das sich am Ende präsentierende Bild auch ist: Es scheint rein zufällig entstanden zu sein. Fast alle Ereignisse könnte man ohne Weiteres mit anderen Ich-Storys unterfüttern, eine Art „innere Gesetzmäßigkeit“ wird – für mich zumindest – nicht sichtbar. Wie Leben „funktioniert“, warum Menschen tun, was sie tun, wird höchstens angedeutet.Übrigens: Natürlich ist das Ganze trotz eindeutig vollzogener und zu vermutender Morde kein Krimi – niemand „registriert“ diese Morde und keiner ermittelt. Und: Mir ist die Rolle von Frau Dr. Körbchen nicht klar und auch für die Episoden-Titel, die alle mit Blüten zu tun haben, habe ich keine Erklärung. Ist aber nicht schlimm – ich habe das Büchlein trotzdem gern gelesen.

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  • ein gut gelungener kurzer Kriminalroman

    Verblüht: Episodenkrimi
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    01. September 2016 um 12:42

    „Verblüht“ von Mara Winter ist ein sogenannter Episoden Krimi, d.h. ein Krimi der mit knapp 72 Seiten einen recht geringen Umfang hat und aus mehreren kleinen Kapiteln besteht. Gleichzeitig ist dieser Titel auch das erste Buch, dass ich von dieser Autorin lese. So war ich nicht nur gespannt was mir die Geschichte bieten würde, sondern auch auf den Stil der Autorin insgesamt. Der Roman beginnt direkt, in dem ich als Leserin einen sofortigen Einblick in die Geschichte bekomme. Die jeweiligen Kapitel sind alle mit entsprechenden Blumen betitelt, die in etwa mit den Beschreibungen der einzelnen Protagonistinnen korrespondieren. So ergänzt sich der Romantitel perfekt mit diesen – im wahrsten Sinne des Wortes – blumigen Beschreibungen und Metaphern. Wer jetzt denkt, dass knapp 72 Seiten kaum einen guten Krimi ausmachen können, der irrt sich an dieser Stelle gewaltig. Mara Winter nötigte mir wirklich meine ganze Aufmerksamkeit ab, um die Zusammenhänge die sie so sorgsam auf diesen Seiten kreiert hat zu erkennen. Gerade die Vielzahl alltäglicher Namen stellte zu Beginn doch eine Herausforderung dar- aber die sind bekanntlich ja zum Lösen da. Was anfangs aussah wie einzelne Haarsträhnen, fügt sich bildlich gesehen zusammen wie ein geflochtener Zopf mit einem schönen Knoten am Ende. So las ich mich Stück für Stück durch den Roman und war sowohl fasziniert, als auch teilweise erschrocken von den Figuren die Mara Winter da erschaffen hatte. Trotz der Kürze des Werkes sind ein Großteil der Figuren- ja man könnte sagen die Wichtigsten- sehr tief und detailliert gezeichnet worden. Ich erhalte einen sehr umfassenden Einblick in die Gedanken und Seelenwelt der Figuren, die mich ein ums andere Mal doch sehr erschreckt. Gleichzeitig sind alle Figuren absolut unberechenbar für mich – ich erlebe die ein oder andere Überraschung hier. Es ist der Autorin gelungen, durch diesen extremen Feinschliff der Figuren ein sehr realistisches Bild abzugeben. Ja ich kann mir wirklich durchaus vorstellen, dass sich die ein oder andere Szene so abgespielt hat und es gruselte mich zuweilen. Durch die stilistische Arbeit in Form von Perspektivenwechseln, aber auch durch die Vermischung von kurzen und langen Sätzen, Dialogen und erklärenden Rückblenden erzeugt die Autorin einen kontinuierlichen Fluss und Spannungsbogen, der sich nahezu auf einem konstanten Level hält. Ich habe keinen Moment erlebt, an dem ich hätte sagen können das mich das Buch gelangweilt hat. Die 72 Seiten lassen sich somit nicht nur durch die geringe Anzahl der Seiten, sondern auch durch Spannung und Interesse sehr gut lesen. Was mir nebenbei noch aufgefallen ist und das ich zum Schluss positiv bemerken möchte ist, das die Autorin anscheinend sehr fundiert und genau recherchiert hat. Ohne Zuviel vom Inhalt zu verraten, kann ich sagen das die Figuren exakt so agieren und handeln wie man es in diesem Zustand und unter Berücksichtigung eben jener „Hilfsmittel“ erwarten würde. Diese gute Rechercheleistung und natürlich die Umsetzung dessen, hat den insgesamt erschreckend realistischen Eindruck in meinen Augen noch verstärkt.   FAZIT Mara Winter ist ein ausgesprochen guter Kurz Roman gelungen, der sich von der breiten Masse der erhältlichen eBooks abhebt und dem interessierten Krimi Leser einiges abverlangt. Dafür wird er wiederum mit einer erschreckend realistischen Geschichte belohnt. Mir hat diese kurze Lektüre gut gefallen und ich vergebe 4 von 5 Sternen und die Empfehlung einfach mal rein zu lesen.

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  • Verblüht - sehr interessant

    Verblüht: Episodenkrimi
    Nicolerubi

    Nicolerubi

    18. June 2016 um 23:03

    Mein erster Episodenkrimi, und ich fand ihn super! 
    Der Schreibstil ist wunderbar locker. 
    Die einzelnen Episoden finde ich sehr gut gelungen. 
    Habe es nicht aus der Hand legen können.  
    Gerne mehr davon! 
    Sehr empfehlenswert!