Marc-Oliver Bischoff

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Interview mit Marc-Oliver Bischoff

7 Fragen an Marc Bischoff

1) Welche Bücher/Autoren liest Du selbst gern und wo findest bzw. suchst Du Empfehlungen für den privaten Buchstapel?

Ich lese querbeet: Cormac McCarthy, Jan Zweyer, Frank McCourt, Eoin Colfer, Richard Laymon, Martin Kluger, Hans Fallada, Friedrich Dürrenmatt, Dan Simmons, Eric-Emmanuel Schmitt, Daniel Glattauer. Relativ wenig neu erscheinende Bücher, eher Altbewährtes und Klassiker, alle Genres. Ich finde Bücher über Empfehlungen auf einschlägigen Portalen, in Rezensionen, aber relativ wenige über Blogs, die eben vor allem Neuerscheinungen rezensieren. Und dann gibt es ja auch noch Freunde ...

2) Von welchem Autor würdest Du Dir mal ein Vorwort für eines Deiner Bücher wünschen und warum?

Ehrlich gesagt hätte ich lieber mal ein Vorwort von einem begeisterten Leser (oder mehreren), als von einem Autor.

3) Wo holst Du Dir die Ideen und Inspiration fürs Schreiben?

Inspiration fürs Schreiben? Die kommen jeden Montag in einem hellblauen Luftpostumschlag ... nein, im Ernst: Ideen zu finden fällt mir nicht so schwer, die Zeitungen, das Internet, und mein Bekanntenkreis sind ausgezeichnete Ideenlieferanten. Viel schwieriger finde ich es, aus all den sexy Ideen, diejenigen herauszufiltern, über die es sich ein Buch zu schreiben lohnt. Manche Ideen sind kurzfristig interessant, tragen aber nicht für einen vierhundert Seiten langen Roman. Das ist für mich die eigentlich anspruchsvolle Arbeit: die tragfähigen Ideen rauszupicken.

4) Wie und wann schreibst Du normalerweise, kannst Du dabei diszipliniert vorgehen oder wartest, bis Dich in einer schlaflosen Nacht die Muse küsst?

Mein sieben Jahre alter Sohn geht um halb acht aus dem Haus zur Schule. Dann habe ich noch eineinhalb Stunden Zeit, zu schreiben, bis mein Chef mich an meinem Arbeitsplatz erwartet - der Schreibtisch steht ebenfalls zu Hause. Abends geht manchmal auch noch etwas, wenn dringende Termine anliegen, muss das auch sein. So diszipliniert wie ich gern wäre, bin ich leider nicht, daran kann ich noch arbeiten. Zu warten, bis einen die Muse küsst, ist zwar eine schöne Vorstellung, für die Fertigstellung eines Buches zur Deadline aber wenig förderlich. Und in einer schlaflosen Nacht möchte man ja auch lieber von seiner Gattin geküsst werden, als von einer fremden Frau, deren Lorbeerkranz einen ins Gesicht piekt.

5) Welche Wünsche hast Du im Bezug auf Deine Bücher und Deine Arbeit für die kommenden Jahre?

Dass möglichst viele Leser meinen Debütroman toll finden, und mehr von mir wollen. Dass ich noch viele Bücher bei Grafit veröffentlichen darf. Dass ich für ein Buch mal weniger als zwei Jahre brauche ...

6) Wie fühlt man sich, wenn man erfährt, dass das erste eigene Buch veröffentlicht wird?

Wenn der Verlag anruft, und einem mitteilt, man würde veröffentlicht (und muss nicht mal was dafür bezahlen!), dann ist da erst mal nur Unglaube. Obwohl man ja Monate oder gar Jahre auf den Moment hingearbeitet und -gefiebert hat. Dann freut man sich wie irre und geht seiner Familie und den Freunden auf den Wecker, indem man sofort jedem, der's nicht wissen will, diese Neuigkeit ans Bein bindet. Und dann kriegt man Angst! Herrjeh, was da alles auf einen zukommt an Arbeit, neuen Aufgaben, Lesungen, Und ob man das schafft, und gut macht? Bis man dann wirklich ins Lektorat geht, bis der Druck passiert und die Öffentlichkeitsarbeit beginnt, da gehen dann schon mal ein paar Monate ins Land, und so viel Zeit hat der Autor, sich geistig darauf vorzubereiten. Das ist sehr hilfreich. Aber dann steckt man ja schon wieder mitten in einem neuen Buch ... - herrlich!

7) Wie bist Du zum Schreiben gekommen und was begeistert dich daran besonders?

Ich würde jetzt gerne schwindeln und behaupten: ich schreibe, seit ich sechs Jahre alt bin und meine erste Geschichte handelte von Rittern und feuerspeienden Drachen (süß!). In Wirklichkeit habe ich erst mit vierzig angefangen zu schreiben. Einen Laufblog, aus dessen Glossen mein erstes Buch wurde, "Lauf, du Sau!". Dabei habe ich gemerkt, wie schön es ist, wenn man positives Feedback zu seinen Geschichten bekommt, wenn die Leute sich gut unterhalten fühlen. Und dass einmal im Jahr ein Tantiemenscheck in der Post liegt, ist natürlich ein willkommener Nebeneffekt. Auch wenn ich niemandem dazu raten will, wegen des Geldes zu schreiben. Der Stundenlohn ist völlig unterirdisch ...