Marc-Uwe Kling QualityLand

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Inhaltsangabe zu „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling

Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet, die lange nachwirkt. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie.

Eine witzige Satire unserer Zukunft!!!

— ELSHA

Humorvoll, satirisch und gesellschaftskritisch. Kling hat mich wieder einmal beeindruckt!

— LenaLesefuchs

Ein Buch, was zum Nachdenken anregt!

— Glitterbooklisa

ich habe gelacht und noch viel mehr nachgedacht... eine Dystopie die gar nicht so weit weg ist...

— Gwenliest

Eine feine amüsante Zukunftssatire und geistreiche Dystopie

— Laura126

Erschreckende Vorstellung der Zukunft. In so einer Welt möchte ich nie leben müssen.

— Eori

Ich bin von diesem Buch fasziniert, it welcher Realkritik der Autor mit unserer heutigen Zeit/Denkweise hinterfragt. Einfach nur top!

— tian

Witzige Geschichte über ein mögliche Zukunft der Menschen, die insgesamt für mich leider zu erzwungen und durcheinander wirkte.

— HensLens

Witzig, erfrischend und ein kleines bisschen absurd...

— MyriamErich

Der Autor macht sich viele tolle Gedanken. Witzige und erschreckende, aber denkbare Zukunftsaspekte. Für mich aber irgendwann zu abgedreht.

— killerprincess

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  • Die Qualität unserer Zukunft?!

    QualityLand

    ELSHA

    18. November 2017 um 14:04

    Peter Arbeitsloser ein Maschinenverschrotter lebt in QualityLand, in QualityLand ist so einiges ein bisschen anders als im Rest der Welt, QuantityLand. In QualityLand gibt es auf alle Fragen nur eine Antwort OK. Algorithmen bestimmen das Leben, Beziehungen, Sex alles wird von Apps bestimmt und gesteuert. Bis zu einem Tag, dem Tag an dem Peter Arbeitsloser einen rosanen Delfinvibrator geschickt bekommt, und erkennt, Er will das nicht. Was folgt ist eine Revolution, die QualityLand erschüttert und den Leser sehr amüsiert und belustigt. Ein sehr witziges Buch mit Nachhall. So weit ist QualityLand gar nicht von uns enfernt!? Dieses Buch sollte jeder lesen. Stefanie Salmen Buchhändlerin C. Rauch'sche Buchhandlung

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  • Wenn Algorithmen das komplette Leben bestimmen.

    QualityLand

    LenaLesefuchs

    16. November 2017 um 20:31

    Peter Arbeitsloser, ein Maschinenverschrotter, ist gerade in seinem gesellschaftlichen Rang auf "Nutzloser" herabgestuft worden, nachdem seine Freundin mit ihm Schluss gemacht hat. Nun gilt er als ein Niemand. Das ist Qualityland. Das Land der Superlative, das Land der Algorithmen, in dem jeder nach Ruhm, Erfolg und dem perfektem Partner strebt. "Everybody", das Social Network für jeden, errechnet per Algorithmus, wer die passenden Freunde für dich sind. Die Dating-App "QualityPartner" wählt den Partner aus, der laut Algorithmen am besten zu dir passt und TheShop schickt dir alle Artikel, die du angeblich unbewusst willst, automatisch zu. Peter Arbeitloser ist genervt von alldem. Bezahlen per Kuss, dem sogenannten "TouchKiss"-Zahlungssystem, vor jedem Geschlechtsverkehr einen Vertrag unterzeichnen müssen und jeder hat sofort Einblick in die Daten eines anderen. Er zieht sich in seinem Laden gern in den Keller zurück, wo er heimlich Roboter leben lässt, die er längst hätte verschrotten müssen. Denn in Qualityland darf nichts repariert werden, sondern wird höchstens durch etwas neues ersetzt. Lange lässt Peter das System von Qualityland stumm über sich ergehen, bis er eines Tages einen pinken Delfinvibrator von TheShop erhält, den er einfach nicht zurückgeben kann. Peter versucht alles mögliche, aber überall bekommt er nur zu hören, dass der Algorithmus sagt, er wolle den Vibrator, auch wenn Peter selbst es anders sehe. Der Algorithmus hat in Qualityland einfach immer recht. Peter reicht es, er beugt sich nicht mehr länger den Ungerechtigkeiten des Systems. Zusammen mit seinen Roboterfreunden beginnt er, sich gegen das System aufzulehnen und geht an die Öffentlichkeit. Wird er Erfolg haben und den Menschen die Augen öffnen können? Meine Meinung zu dem Buch:Als ich hörte, dass Marc-Uwe Kling ein neues Buch herausgebracht hatte, musste ich es mir sofort holen. Der Autor, der die Känguru-Triologie verfasst hat, konnte mich ja nur schwer enttäuschen. Und wieder einmal war ich von seinem Werk begeistert! Qualityland ist ein äußerst gesellschaftskritisches und witziges Buch darüber, wie unsere Welt in Zukunft eventuell aussehen könnte. Auf leicht schockierende Art macht Kling dem Leser bewusst, wie sehr wir schon von den Medien und allgemein elektronischen Geräten abhängig geworden sind.  Könnte seine Vision von Qualityland sich also eines Tages bewahrheiten? Ich halte es nicht für ausgeschlossen. Der Autor greift in seinem Roman schon einige Dinge auf, die wir heutzutage in gewisser Weise schon haben. Dass man die Entwicklung eines Kindes bereits bei der Zeugung im Reagenzglas genetisch beeinlussen kann (was aber zum Glück noch nicht Norm ist) oder das uns Partner anhand von Algorithmen errechnet und vorgeschlagen werden. Aber wie sieht es mit Robotern aus? Wie weit wird sich die Technik noch entwickeln? Werden Roboter vielleicht eines Tages als Kanzler, Präsidenten etc. kandidieren? Werden wir Menschen uns emotional immer weiter voneinander entfernen und alles nur noch auf rein technischer Ebene erleben?  Der Roman "Qualityland" ist meiner Meinung nach ein wunderbar abschreckendes Beispiel dafür, dass man seine Daten nicht immer und überall preisgeben sollte. Dass Anonymität heutzutage ein Luxus ist, worauf wir mehr Acht geben sollten. In Qualityland sind Menschen keine Individuen mehr. Sie sind ihr Status, ihr Level. Es wird nicht mehr auf den Charakter geachtet, sondern darauf, welchen Rang man hat und wie viel Einfluss man hat. Der Mensch wird zum Produkt. Mal ganz abgesehen von diesen doch eher negativen Fakten scheint mir der Protagonist, Peter Arbeitsloser, wie ein Farbklecks in der grauen Welt zu sein. Er hinterfragt, er denkt noch nach. Und als er irgendwann beschließt nicht mehr blind alles abzunicken und zu allem OK zu sagen, gefällt mir die Geschichte immer besser. Ich finde es super spannend, wie Peter beginnt, sich gegen das System aufzulehnen. Das macht er natürlich auf seine Weise. Er platzt in eine Talkshow um sich Gehör zu verschaffen und stellt noch das eine oder andere an, was ich euch aber nicht vorwegnehmen möchte. Auf jeden Fall kommt damit etwas mehr Action in die Geschichte und lockert sie noch etwas auf! Ich habe mich während des Lesens immer wieder wunderbar darüber aufregen können, wie abgestumpft alle Bewohner von Qualityland geworden sind und alles akzeptierten wie es eben kam."Qualityland" regt einen wirklich zum Nachdenken an und ich möchte euch nahelegen, es wirklich mal zu lesen. Es lohnt sich.

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  • Qualityland

    QualityLand

    flausche_fuchs

    15. November 2017 um 07:43

    Klappentext:Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Meine Meinung:Vorweg: Es gibt wohl 2 Versonen dieses Buches - schwarz & weiß ...den genauen Unterschied kenne ich nicht zu 100%, aber ich meine gelesen zu haben, dass sich die verschiedenen Kommentare, welche im Buch vorkommen, unterscheiden. Ich hatte die schwarze Ausgabe.Ich bin riesiger Fan von Marc-Uwe Kling! Die Känguru Bücher waren das witzigste, was ich je gelesen habe.Entsprechend war ich natrürlich sehr gespannt auf dieses Buch hier. Es ist komplett was anderes - also echt nicht zu vergleichen. Jedoch kommen einige Anspielungen vom Känguru in QualityLand vor - witzig!!Wir erfahren hier wie unsere Zukunft ablaufen wird, wenn wir mehr und mehr auf die Maschinen/Roboter setzen. Hier ist es z.B. so, dass sogar ein Roboter zur Präsidentschaftswahl aufgestellt wird.Alles dreht sich nur noch um das Internet und wie es "unser Leben doch bereichert"Peter Arbeitsloser (ja, das ist sein Vor - und Nachname ! :D ) ist mir richtig ans Herz gewachsen ♥Auch die Kommentare zwischendurch fand ich ...witzig! Auf jeden Fall lesenswert! :) 

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  • Geschichten aus dem Land der Superlative

    QualityLand

    MyriamErich

    14. November 2017 um 11:08

    Am 24. Oktober begeisterte der deutsche Comedian und Kleinkünstler Marc-Uwe Kling mehr als 1000 Bremerinnen und Bremer. Doch war es diesmal nicht das Känguru, das für so manchen herzhaften Lacher sorgte. Während seiner Lesung stellte Kling seinen neuen Satire-Roman „Qualityland“ vor. Urkomisch, witzig und ein klein bisschen absurd.Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser hat oft das Gefühl, niemand sei für ihn da, niemand höre ihm zu, niemand interessiere sich für ihn. Das ist in „Qualityland“, dem Land der Superlative, in dem alle nach Erfolg, Ruhm und dem besten Partner streben, kein Wunder – wer möchte schließlich mit einem Menschen befreundet sein, dessen Vater arbeitslos war und der nach Beendigung seiner letzten Beziehung ins neunte Level abgerutscht ist? Es versteht sich von selbst, dass keiner der Elite etwas mit einem der Nutzlosen aus einem Level unter zehn zu tun haben möchte. Das scheint Peter Arbeitsloser jedoch nicht weiter zu stören, hat der doch einen beträchtlichen Freundeskreis um sich versammelt, allesamt Maschinen mit einem Defekt. Diese passen natürlich genau so wenig in das System, wie Peter Arbeitsloser selbst, denn in Qualityland zählt nur, wer sich dem System bedingungslos anpasst und funktionsfähig ist. Doch als Peter Arbeitsloser einen rosa-farbenen Delfinvibrator zugesendet bekommt, den er nicht mehr zurückgeben kann, weil das System mithilfe eines Algorhythmus errechnet hat, dass es sich bei der Bestellung um einen latenten Wunsch des Nutzers handelt, kommt Peter nicht mehr umhin, sich gegen die Ungerechtigkeiten des Systems aufzulehnen. Mithilfe seiner maschinellen Freunde findet er heraus, dass der makellos scheinenden System ein markanter Fehler unterlaufen ist und beschließt, diesen Missstand an die Öffentlichkeit zu bringen.Das Problem der Öffentlichkeit in der FilterblaseDass dieses Unterfangen alles andere als einfach ist, bemerkt der Protagonist schnell. Denn in einer Welt, die von der Digitalisierung lebt und so die Anonymität nährt, ist es schwierig, den persönlichen Kontakt zu wichtigen Vertretern der wirtschaftlichen Branche herzustellen. Kling stellt hier einen wichtigen Widerspruch in den Mittelpunkt: Wie kann es sein, dass durch das ständige Preisgeben der eigenen Daten und der damit einhergehenden „Vergläserung“ der Menschen, es zugleich immer schwieriger wird, diese Personen zu erreichen? Statt Nahbarkeit werden die Menschen unnahbar und weniger greifbar, gleichzeitig steigt ihre Verletzbarkeit. Denn trotz globaler Vernetzung durch die Digitalisierung, ist die Erreichbarkeit nicht jedem zugesichert. Wer mit wem in Kontakt tritt, bestimmt der Algorhythmus und die Kaste, in die die Menschen nach dem errechneten Ergebnis gesteckt werden.Personalisierung in der FilterblasePersonalisierung und Optimierung sind schön und gut. Was passiert aber, wenn jeder Mensch in seiner eigenen Filterblase lebt und alle nicht nur unterschiedliche Werbeanzeigen erhalten, sondern ebenso die Nachrichtenselektion personalisiert ist?Auch Maschinen sind nur MenschenEbenso abstrus erscheint die Idee, dass die Menschen immer maschineller werden, während sich die Maschinen durch künstliche Intelligenz zu menschlichen Wesen mausern. Kling gelingt es hier, auf satirische Art und Weise einen Missstand aufzudecken, an den bisher noch keiner gedacht zu haben scheint. So wirft er die Frage auf, ob es moralisch und ethisch vertretbar ist, Maschinen für sich schuften zu lassen und auszubeuten, wenn diese schon selbst mehr Mensch als Maschine sind. Braucht es eine Maschinen-Ethik? In diese Zusammenhang stellt der Autor auch die Unfehlbarkeit der Maschinen und Algorhythmen in Frage.Nicht nur SatireKlings neuestes Werk ist nicht allein eine satirische Darstellung unserer Gesellschaft. Sie ist ein Portrait unserer eigenen Zukunft, die in Anbetracht der jetzigen Situation nicht einmal unwahrscheinlich erscheint und in Ansätzen sogar jetzt schon vorhanden ist. Wer Erfolg haben möchte, muss in den richtigen Haushalt hineingeboren werden. Bewertungen von Online-, Streaming- und anderen Diensten spielen auch jetzt schon eine große Rolle und wer sich auf dem globalen wirtschaftlichen Markt umsieht, der kann jetzt schon eine zunehmende Monopolisierung durch Internetriesen wie Amazon, Microsoft und Apple feststellen. Klingt zeichnet ein ernstes Bild unserer Zukunft und verpackt Gefahren und Probleme in seiner satirischen und ironischen Art.Ein durchweg gelungener Roman, der nicht nur unterhält, sondern ebenso zum Nachdenken anregt. Wieder einmal schafft es Kling, sich nicht nur über unser Saystem lustig zu machen, sondern sich zugleich ernsthaft damit auseinanderzusetzen. Ein wichtiges Buch, das wichtige Fragen stellt und ein Stück weit unangenehme Wahrheiten diskutiert.

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  • Realkritik

    QualityLand

    tian

    13. November 2017 um 12:21

    Vorab muss ich erwähnen, dass ich zwar den Autor kenne, aber noch keines seiner Bücher gelesen habe. Aber dies nun bereue. So nun zum sachlichen Teil des Buches! Ich war von anfang an Fasziniert von diesem Buch. Dabei handelt es in der Zukunft und zeigt viele Viele Parallenen mit der heutigen Welt. In dieser Zukunft wird die Menschheit mehr und mehr von der digitalen Welt beeinflusst, damit diese einfacher leben können. So ist auch die einzige Antwort auf alles "okay". Dieses Buch, zeigt dem Leser erschreckender Weise auf, wie sehr die Digitalisierung den Menschen im Positiven und zum Negativen verändern kann und somit Denkanstöße gibt. Die Kritik des Autors, als auch der Roman ist selbst auf einer humorvollen Art und Weise geschrieben, dass man nie den roten Faden in der komplexen Welt verliert! Mein Fazit: Erschreckender und lesenswertes Buch, welches unsere heutige Zeit reflektiert.

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  • Geistreiche und kreative Dystopie

    QualityLand

    Laura126

    12. November 2017 um 23:19

    Marc-Uwe Klings "QualityLand" gibt es in zwei Varianten: eine helle und eine dunkle Edition. Der Autor selbst sagt, dass es eine lustige Dystopie sei, bei der sich viel um das Thema "Personalisierung in der digitalen Kommunikation" handelt. Er hatte die Idee, diese zunehmende Personalisierung auf diese Art und Weise zum Ausdruck zu bringen. In beiden Ausgaben ist die Handlung gleich, nur die Nachrichtenblöcke, Werbung und Empfehlungen zwischen den einzelnen Kapiteln weichen sich voneinander ab und sollen die unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Marc-Uwe Kling sagt in einem Interview: "Helle oder dunkle Version? Diese Entscheidung ist im Prinzip eine Jedi-Frage. Siehst du dich eher auf der hellen oder der dunklen Seite des Lebens?" Mir persönlich gefällt das dunkle Cover rein optisch besser, obwohl ich von mir nicht behaupten würde, dass ich auf einer dunklen Seite des Lebens stehe. Besonders gefiel mir die gewohnt lockere und flüssige Schreibweise des Autors. Auch die Reiseführerseiten und die schwarzen Werbe- und Nachrichtenseiten zwischen den Kapiteln sind kreativ und lustig. Die Story mit ihren vielen Anspielungen auf unsere Gesellschaft, Politik und Wirtschaft ist amüsant und originell geschrieben, wenn auch mit einem Wermuttropfen im Abgang. Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu entfernten Zukunft: das selbstfahrende Auto weiß genau wohin man fahren will, der QualityPartner sucht einen vollkommenen Partner aus und TheShop schickt per Drohne Dinge zu, von den man noch nicht einmal selbst weiß, dass man sie haben möchte. Menschen müssen keine Entscheidungen mehr treffen, weil das System für sie denkt und die einzige Antwortmöglichkeit ist „ o.k.“. Arbeit, Freizeit und Beziehungen werden von Algorithmen optimiert. Doch der Protagonist Peter Arbeitsloser bekommt immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben und dem System etwas nicht stimmt. Marc-Uwe Klings "QualityLand" ist eine feine amüsante Zukunftssatire, die mich wirklich gut unterhalten hat. Die Geschichte ist sehr scharfsinnig geschrieben. Es war mir eine Freude, dieses Buch zu lesen. Und je tiefer man in QualityLand eintaucht, desto nachdenklicher wird man. Digitalisierung ist das Wort in den politischen Debatten hierzulande. Ist das, was wir wirklich wollen und was uns auch erwartet?

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  • *+* Marc-Uwe Kling: "Qualityland" *+*

    QualityLand

    Irve

    12. November 2017 um 16:04

    Schön, dass ihr zu dieser Buchbesprechung gefunden habt. Das heißt, eigentlich müsste ich ja eurem technischen Medium danken, das diese Seite geöffnet hat. Nach der Verarbeitung aller über euch vorliegenden Daten, deren Interpolation mit dem Algorithmus, der nie irrt, ist errechnet worden, dass du dich entweder für das Buch „Qualityland“ oder für Rezensionen auf diesem Blog interessierst – oder vielleicht sogar beides. Ich vermute ganz stark, dass auf jeden Fall das Buch, seine Thematik und vor allem sein Schauplatz dahinterstecken. Denn Qualityland ist nicht nur ein interessantes Land mit vielen Möglichkeiten, um ein tolles, einzigartiges Leben zu führen. Qualityland ist das interessanteste Land mit den meisten Möglichkeiten, um das tollste, einzigartigste Leben zu führen. Klingt das gut? *+*+*+*+*+* Kommentare Leser A: Das klingt ja viel bessser als mein ödes Leben. Gibt es das Land wirklich? Leser B: Ne danke, wo Möglichkeiten sind, gibt es bestimmt auch Gefahren. Oder ist es in Qualityland wirklich nur toll ? Leser C: Das klingt nach einem Land, in dem Milch und Honig fließen. Ja, ich denke, der Algorithmus meines Lebens hat da richtig gerechnet. *+*+*+*+*+* Ich sehe schon, ich habe euer Interesse geweckt und ihr wollt mehr über das Land wissen. Ich muss euch allerdings vorwarnen, selbst wenn ihr noch so begeistert seid, ihr könnt momentan leider – wirklich leider? – nur lesend dort hinreisen. Unsere realen technischen Möglichkeiten sind noch nicht ganz so weit wie im Buch, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Kommt mit in das Land, in dem dir jeder Wunsch erfüllt wird – selbst die, die du eigentlich gar nicht hast-, in dem du nicht mehr selbst denken musst – Segen oder Fluch? – und du auch ganz sicher nicht nur einen guten Partner hast, sondern den besten – für kürzer oder länger, je nachdem wie dein Algorithmus so drauf ist Komm also mit nach Qualityland! Es ist nicht nur ein außergewöhnliches Land, es ist das einzig und allein außergewöhnlichste Land und einfach perfekt – wenn du das Glück hast, vom System in eine entsprechende Qualitätsschublade hineingerechnet worden zu sein. Aber dann pass nur auf, dass du da nicht herausgeschubst wirst… *+*+*+*+*+* Kommentare Leser A: Ey, alles ist bessser als mein verkorkstes Leben hier in der Realität. Wenn ich nicht dahin kann, will ich wenigstens das Buch! Leser B: Hm, ich sage es ja, klingt doch nicht nur perfekt….aber vielleicht gibt es einen Trick, sich gut einstufen zu lassen….Dann wäre doch wieder alles Gold, was glänzt…. Leser C: Gibt es eine Simulation für den Algorithmus? Ich wüsste gerne, wie ich eingestuft würde, und ob sich der Umzug für mich lohnt. *+*+*+*+*+* In Qualityland gibt es eine Art Kastensystem, aber es ist viel schlimmer als in Indien. Dort wirst du irgendwo hineingeboren und bleibst dein ganzes Leben darin. In Qualityland kann sich deine Einstufung innerhalb der Level-Spannbreite radikal, nein radikalst schnell – denn der Superlativ betrifft ja hier alle Dinge! – ändern. Hüte deine Geheimnisse gut, denn wenn sie in fremde und vor allem falsche Hände gelangen, dann hilft nur noch beten. Mobben über Facebook war dort gestern, hier und heute geschehen ganz andere Dinge, aber die erzähle ich jetzt lieber nicht. Du kannst unter Umständen aber natürlich auch an eine höhere Einstufung gelangen und somit plötzlich wieder mehr Rechte und Lebensqualität in greifbarer Nähe bekommen. Wenn nur diese verflixten Systeme und Androiden – vor allem die Androiden! – besser durchschaut werden könnten. Denn Wohl und Wehe der Zukunft Qualitylands scheinen von ihnen abzuhängen. *+*+*+*+*+* Kommentare Leser A: Er sagt nichts mehr, das Lesen des Buches hat ihn sprachlos gemacht. Leser B: Bevor ich nicht zum Androiden mutiert bin, ziehe ich dort nicht hin, aber das Buch muss ich haben! Leser C: Wow! Das klingt nach Science-Fiction in Echtzeit. Erzähl mehr! *+*+*+*+*+* Der Algorithmus ist gut, tatsächlich nur gut, und nicht der beste, auch wenn das so mancher Protagonist nicht glauben mag, aber er ist wirklich nur gut. Zum Glück, und das macht Hoffnung. So toll und ausgefeilt die Quality-Programmierungen auch sein mögen, sie haben auch eine Sicherheitslücke, eine graue Zone, oder wie auch immer man sie nennen mag. Denn es gibt tatsächlich noch Menschen in Qualityland, denen das eigenständige Denken nicht abhanden gekommen ist. Sie erkennen nicht nur, dass in dem perfektestesten Land so einiges gravierend falsch läuft, sie tun auch etwas dagegen….. *+*+*+*+*+* Kommentare Leser A und B: Sie lesen gemeinsam und sind froh, diese Welt doch nur im Buch zu erleben. Leser C: Ne, lass mal, falsch läuft hier schon genug, da brauche ich nicht noch ein Land, wo es am falschesten abgeht. Aber das Buch, das hole ich mir, das klingt so richtig guuuuuut! *+*+*+*+*+* Ja, Leser C, da hast du recht. Und auch wieder nicht, denn das Buch ist nicht nur gut. „Qualityland“ ist eins der besten des Jahres und gehört definitiv zu meinen Jahreslights! Die Welt, die Marc-Uwe Kling kreiert, ist in dieser Form sicher niemals realisierbar, aber sie treibt wunderbar unsere technischen Errungenschaften auf die Spitze, hält unserer Gesellschaft einen grandiosen Spiegel vor. Das alles in satirischer Höchstform mit viel Liebe zum Detail, kleinen Wort- und Zahlenspielereien, toll erschaffenen Charakteren und Handlungssträngen. Die komplexe Welt lockt verführerisch und stößt gleichermaßen heftig ab, lässt Schwarmintelligenz auf Schwarmdummheit prallen, und hat mir nicht nur gute sondern wirklich beste Unterhaltung beschert! „Qualityland“ ist eine geniale Satire zum Weglachen, gespickt mit vielen tiefgründigen Denkanstößen über unsere teilweise abnorme Technik-Vergötterung. Ich hoffe, ich konnte nicht nur die „kommentierenden Leser A, B und C“ auf das Buch neugierig machen, sondern auch viele von euch. Wer amüsante, niveauvolle Lektüre am Puls der Zeit mag, sollte hier auf jeden Fall zugreifen! *+*+*+*+*+* Anmerkung: Quality-System, das beste System seiner Art, hat 1.024 Spam-Kommentare zurückgehalten...

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  • Leserunde zu "QualityLand" von Marc-Uwe Kling

    QualityLand

    Insider2199

    Wir haben beschlossen in der INSIDER-Voting-Challenge zusammen "QualityLand" von Marc-Uwe Kling zu lesen. Wir beginnen am  01.11.2017 und lassen uns bis zum Ende des Monats Zeit, um es zu beenden. Rezensieren ist keine Pflicht, aber bei der Challenge erhält man ein Los dafür.  Jeder liest mit seinem eigenen Leseexemplar, es gibt kein Buch zu gewinnen!  Es kann natürlich jeder mitmachen, der Lust dazu hat, auch wenn er nicht bei der Challenge angemeldet ist.    Vielleicht könnt ihr ne kurze Info geben, wann ihr mit Lesen anfangen wollt. Danke. Viel Spaß uns allen :)

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    • 18
  • Satirischer Ausblick in die Zukunft

    QualityLand

    ConnySch

    11. November 2017 um 21:21

    Der Autor Marc-Uwe Kling gewährt uns in seinem Roman „Qualityland“ einen satirischen Ausblick in die Zukunft. Im Zukunftsland Qualityland ist alles etwas anders. Die Nachnamen bezeichnen den Beruf des Vaters/der Mutter (je nachdem, ob man ein Mädchen oder ein Junge ist) bei der Zeugung ausgeübt hat. Es gibt „the shop“, einen Laden, der weiß, was jeder Mensch möchte, noch bevor dieser es selbst weiß. Dazu gibt es Lieferdrohnen, die sehr viel wert auf eine positive Bewertung legen. Ebenso gibt’s selbstfahrende Autos, die jedoch nicht jedes Viertel anfahren, da es evtl. zu gefährlich sein könnte oder man einem falschen Level angehört. Es gibt einen Androiden, der Präsident der Menschen werden will. Ob seine Chancen gut stehen? Immerhin machen Maschinen ja keine Fehler, richtig? Bezahlt wird per KissTouch und ein Algorithmus findet den passenden Partner für jeden Menschen, auch wenn dieser gar nicht sucht... Ist es nicht toll im tollsten Land überhaupt – Qualityland? Peter Arbeitsloser lebt hier. Ihm gehört eine kleine Schrottpresse, in der er Maschinen/Androiden verschrotten muss, die lt. Ihren Besitzern einen Defekt haben. Repariert werden darf nichts mehr. Er gibt den Maschinen jedoch eine zweite Chance in seinem Keller. Das Leben meint es nicht besonders gut mit Peter. Nachdem seine Freundin mit ihm Schluss macht, rutscht er ein paar Level nach unten. Er ist frustriert, es kommt jedoch noch schlimmer: the shop schickt ihm eine Lieferung, die er lt. deren Auffassung unbedingt braucht, Peter sieht das anders. Eine Rückgabe ist jedoch nicht möglich. Man muss die Geschichte mit einem Augenzwinkern lesen, dann macht es Spaß sich auf diese mögliche Zukunft einzulassen.

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  • So lustig wie relevant

    QualityLand

    Thoronris

    10. November 2017 um 16:03

    Mit „QualityLand“ legt Marc-Uwe Kling einen satirischen Science-Fiction-Roman vor, der mehr tut, als bloß eine Geschichte zu erzählen. Immer wieder finden sich zwischen den Kapiteln Zeitungsartikel, Werbeanzeigen oder aufklärende Texte für Touristen, die das fiktiven Land beinahe real erscheinen lassen. Das sind schöne Stilmittelt, die ich tatsächlich zunehmend zu schätzen gelernt habe. Während ich anfangs noch dachte, dass es schmückendes Beiwerk ist, wurde mir im Laufe der Geschichte bewusst, dass sie tatsächlich einen Sinn haben und zur Geschichte beisteuern.   Zwei parallel laufende Handlungsstränge Doch was ist diese Geschichte eigentlich? Vor kurzem erst habe ich den Science-Fiction-Roman „Die Optimierer“ gelesen, der in vielerlei Hinsicht eine ähnliche Prämisse hat: In der Zukunft ist alles digitalisiert und wir verlassen uns zunehmend auf K.I. und Algorithmen. Die Parallelen beider Bücher waren zum Teil unübersehbar. Ähnlich verhält es sich mit dem Roman „Heartware“, bei dem am Ende alles auf die Frage einer übermenschlichen K.I. hinausläuft. Der zentrale Plotpunkt von QualityLand ist aufgebaut um die Kampagne zur Präsidentschaftswahl, auch wenn die eigentliche Hauptperson, Peter Arbeitsloser, nicht Teil der Kampagne ist. In Gestalt der K.I. John of us tritt erstmals ein Androide auf die politische Bühne, dessen Gegner ausgerechnet ein rechtsradikaler, roboterhassender Populist ist. Jener Conrad Koch ist gerade in seiner klischeehaften Radikalisierung leider sehr nahe an unserer echten Realität dran, ebenso wie die immer wieder misslingenden Versuche Johns, Wähler durch Logik und Weitsicht zu überzeugen, die tragische Realität eines jeden Wahlkampfes widerspiegeln. Nebenher verfolgen wir das zunächst immer trostloser werdende Leben von Peter Arbeitsloser, der als Maschinenverschrotter in einer Blase der Nutzlosigkeit gefangen ist. Da die Algorithmen ihm verwehren, höherwertige Jobs zu bekommen oder auch nur höherwertige Menschen kennenzulernen, ist ihm jede Aufstiegschance verwehrt. Die Algorithmen von Everybody, dem allumfassenden Social Network, QualityPartner, der Datenkrake, die Tinder ersetzt hat, und TheShop, dem an sich einzig relevanten Online-Versandhandel, sorgen dafür, dass Peter in seiner Blase gefangen bleibt. Bis zu jenem schicksalhaften Tag, an dem er von TheShop ein Produkt erhält, welches er definitiv nicht wollte, auch wenn TheShop damit wirbt, dank der Algorithmen besser zu wissen, was die Kunden wollen, als die Kunden selbst. Seine Versuche, das Produkt zurückzugeben, ziehen immer weitere Kreise und werden immer absurder.   Stereotypen, die mit Klischees brechen dürfen Aufgrund des satirischen Charakters des Buches haben wir es kaum mit komplexen Figuren zu tun. Die meisten Figuren existieren, um den Plot voranzutreiben, und bleiben daher eindimensional. Da dem Leser jedoch stets bewusst ist, dass er die Geschichte nicht vollständig ernst nehmen soll, ist das überhaupt kein Mangel, im Gegenteil, es trägt zur Erheiterung bei. Gleichzeitig werden bestimmte Klischees etabliert, nur um sie dann ins Gegenteil zu verkehren. So ist zum Beispiel die schöne Fernsehmoderatorin, die für höchste Einschaltquoten sorgt, da sie stets nackt auftritt, tatsächlich klug und hat eine sehr spitze Zunge. Während sie absichtlich alle Klischees bedient, um für Quote zu sorgen, bricht sie doch zugleich damit, weil sie als Moderatorin politischer Gespräche tatsächlich funktioniert. Einige Charaktere sprechen sogar explizit aus, dass sie sich auf eine bestimmte Weise verhalten, um gerade nicht das Vorhersehbare zu tun, nur um dann zu überlegen, ob sie nicht genau dadurch vorhersehbar werden. Sogar die K.I.s, denen man über den Weg läuft, zeigen bisweilen sehr eigenwillige Charaktere, auch wenn sie auf wenige Eigenschaften begrenzt bleiben und deswegen vor allem als humoristische Sidekicks funktionieren.   Relevante, aktuelle Fragen Die Frage, wie weit wir Algorithmen vertrauen dürfen, ob sie unser Leben bereichern oder einschränken, und ab wann eine selbstständig lernende K.I. für uns gefährlich werden kann, ist nicht umsonst in den letzten Jahren zu einem großen Thema der Science-Fiction-Literatur geworden. Wir befinden uns an einem Punkt des technischen, digitalen Fortschritts, wo wir uns als Gemeinschaft diese Fragen stellen müssen. Obwohl Marc-Uwe Kling auch in „QualityLand“ die zu erwartende Satire liefert, so beweist er doch erneut, dass er sehr wohl politische, kluge Gedanken zu formulieren weiß. Auch seine Känguru-Chroniken sind mehr als bloß lustige Hörspiele. Obwohl mir die Frage nach der K.I. in „Heartware“ besser diskutiert erscheint, muss sich „QualityLand“ nicht hinter seinen Vorgänger verstecken. Das Ende ist ebenfalls gelungen, da es auf angemessene Weise einen Abschluss darstellt und dennoch offen bleibt. Es passt zu diesem Roman, der viele Fragen stellt, aber deutlich macht, dass es keine oder zumindest keine eindeutigen Antworten gibt. Was wir vor allem aus diesem Buch mitnehmen können, ist, dass wir noch immer viel weniger wissen, als wir glauben. Die einzige Schwäche des Buches ist, dass es zu keinem Zeitpunkt wirklich spannend war. Der Schwerpunkt auf Humor sorgte zumindest bei mir dafür, dass ich mich keinem Charakter wirklich verbunden fühlte. Insofern war es eine lustige bis interessante, aber nicht ernsthaft fesselnde Lektüre. Übrigens: Das Buch kommt in zwei unterschiedlichen Ausgaben daher. Während die Hauptgeschichte gleich bleibt, unterscheiden sich die eingestreuten Nachrichten zwischen den Kapiteln. Dunkel für apokalyptisch, hell für optimistisch. Im Internet gibt es die Möglichkeit, beide Nachrichten-Streams nachzulesen. Ich persönlich habe die dunkle Ausgabe gelesen.   Fazit Der Science-Fiction-Roman „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling ist eine gelungene Satire, die für sehr viel Lesespaß sorgt. Gleichzeitig artikuliert der Autor jedoch wie gewohnt tatsächlich spannende Fragen über Politik und Gesellschaft, die in der heutigen Zeit relevant sind. Mit Hilfe diverser stereotyper Charaktere, die aber oft genug die Chance bekommen, mit Klischees zu brechen, erzählt er die Geschichte um den Wahlkampf einer K.I. gegen einen Rechtspopulisten und die Reise eines Maschinenverschrotters, der ein unerwünschtes Produkt zurückgeben will. Facettenreich, mit vielfältigen Stilmitteln durchsetzt und immer lustig, liefert Kling genau das ab, was man erwartet. Ein etwas besser ausgearbeiteter Spannungsbogen, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt, fehlt leider, so dass der Roman die Höchstnote knapp verpasst.

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  • Qualityland

    QualityLand

    ForeverAngel

    09. November 2017 um 07:27

    Ich habe lange überlegt, wie ich diese Rezension schreiben soll, weil meine eigene Meinung so zwiegespalten ist. Ich bin - wie vermutlich viele - ein großer Fan der Känguru-Chroniken und habe Marc-Uwe Kling bereits diverse Male live erlebt. Als die Tickets für seine Qualityland-Lesung in Köln in den Verkauf gingen, habe ich sofort zugeschlagen. Ich bin mit hohen Erwartungen zu dieser Lesung gegangen und wurde nicht enttäuscht. Marc-Uwe Kling und Boris the Beast haben eine unfassbar gute Performance abgelegt. So gut, dass das Publikum wie bei einem Rockkonzert getobt hat, als das Qualitypad Pink das erste Mal gesprochen hat - nämlich mit einer Stimme, auf die alle den ganzen Abend gewartet haben. Nach diesem Abend war ich mir sicher, dass ich Qualityland lieben werde. Und die Idee ist ja auch großartig. In der Zukunft leben die Menschen in Qualityland. Ihre Bestellungen kommen automatisch per Drohne (sie müssen nicht einmal bestellt werden, das System weiß, was du willst), bezahlt wird mit dem Qualitypad per TouchKiss, Menschen tragen den Beruf ihrer Eltern als Nachnamen, Autos sind selbstfahrend, das System sucht dir deine Freunde aus, das Leben wird in Sozialpunkten gemessen... Eine schaurige Dystopie. Dazu das Prinzip der personalisierten Literatur mit den zwei verschiedenen Ausgaben (optimistisch und apokalyptisch). Marc-Uwe Kling hatte wieder einmal eine grandiose Idee. Aber der Roman selbst (ein richtiger Roman, kein Episodenroman wie bei den Känguru-Chroniken) ist nicht ganz so bissig, nicht ganz so scharfzüngig, nicht ganz so witzig wie die Känguru-Chroniken, denn lange gibt es im Plot keine Figur, die so schonungslos direkt ist wie das Känguru. Die Aufmachung ist wirklich toll, aber den Roman nur zu lesen ist kein Vergleich zu einer Live-Lesung von Kling. Also habe ich mir, weil ich natürlich wissen wollte, wie es weitergeht, das Hörbuch besorgt. Aber auch hier war ich irgendwie ein bisschen enttäuscht. Vielleicht hätte ich nicht zuerst zur Lesung gehen sollen, aber andererseits wollte ich die Lesung völlig ohne Vorwissen erleben. Jedenfalls liest Kling das Hörbuch etwas anders als die Känguru-Chroniken, irgendwie fehlt das gewisse Etwas, die besondere Intonation. Und mir fehlen tatsächlich die Jingles, die Boris the Beast beim Liveauftritt eingespielt hat. Zum Reiseführer, der Werbung, den Nachrichten. Ich hab fest damit gerechnet, sie auch im Hörbuch zu hören. Qualityland ist ein toller Roman und es finden sich dort allerhand Anspielungen (etwa wenn Karl das Auto behauptet, sein Ironiedetektor funktioniere nicht richtig). Live gehört macht es auch extrem viel Spaß. Das Buch besticht zwar durch seine Aufmachung, aber ich bleibe dabei, dass man Klings Bücher hören muss statt sie zu lesen,  und das Hörbuch ist nicht so gut wie ich es erwartet habe. Vielleicht bin ich aber auch nur so streng, weil insgeheim viel lieber einen vierten Känguru Band gelesen hätte... (c) Books and Biscuit

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  • Etwas flache Ebene und zu weite Grenzen

    QualityLand

    Ro_Ke

    08. November 2017 um 18:35

    Klappentext (Lovelybooks): Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Meine Meinung: Mit Humor ist es immer so eine Sache - entweder er zündet oder eben nicht. Es war für mich das erste Buch dieses Autors und ich kann ihm keinesfalls absprechen, dass er über ein hohes Maß an kreativen Ideen verfügt, wenn es um den satirischen Blick auf unsere Gesellschaft geht.  Für meinen Geschmack ist die Ebene des QualityLands aber über weite Strecken ein wenig flach geraten.  Zu Beginn hat mich dessen Worldbuilding ganz gut unterhalten und mir gefielen die zum Teil völlig überspitzten Ideen und sie weckten sogar Begehrlichkeiten. Im weiteren Verlauf hätte der Autor aber oftmals eine Grenze um sein Land ziehen können.  Marc-Uwe Kling schafft es in Ansätzen, dem Leser vor Augen zu führen, wohin uns der technische Fortschritt mal führen könnte, oder wo er sogar schon Einkehr gehalten hat. Allerdings wurden die für mich interessanten Themen, die sich kritisch mit der technologischen Entwicklung befassen, von einem immer chaotischer wirkendem Wortwitz überfrachtet.  Positiv zu erwähnen ist Klings Schreibstil. Hier fliegt man förmlich durch die Seiten und das Buch liest sich wirklich sehr schnell. Die enthaltenen Werbe- und Nachrichtenunterbrechungen lockern die eigentliche Handlung sehr gut auf und verstärken das Gefühl eines Besuches in QualityLand. Fazit: Recht unterhaltsame Reise in ein Land, mit etwas flacher Ebene und zu weiten Grenzen. Sehr kurzweilig aber es wurde Potenzial verschenkt. 

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    • 2
  • Kling Humor, aber etwas wirre Handlung

    QualityLand

    Selma_liest

    08. November 2017 um 17:56

    1. Inhalt: Klappentext: Willkommen in QualityLand, in einer nicht allzu fernen Zukunft: Alles läuft rund - Arbeit, Freizeit und Beziehungen sind von Algorithmen optimiert. Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter Arbeitsloser immer mehr das Gefühl, dass mit seinem Leben etwas nicht stimmt. Wenn das System wirklich so perfekt ist, warum gibt es dann Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller? Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet, die lange nachwirkt. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie. In Klings neuem Buch geht es um Gesellschaftskritik, insbesondere um Kritik an der laufenden Digitalisierung der Welt. Sehr viele Szenarien, die sich der Autor ausgedacht hat, sind gar nicht so absurd, wenn man sie auf die heutige Gesellschaft bezieht. Es handelt sich um eine Zukunft-Satire, doch ein paar Mal war ich erstaunt, weil es gar nicht so abwegig erscheint.  Der Humor ist einmalig. Ich habe schon Klings Känguru-Chroniken geliebt und ein paar Mal hätte ich mir Anmerkungen des Kängurus gewünscht. 2. Charaktere: Es gibt sozusagen mehrere Hauptcharaktere, zwischen denen der Erzähler wechselt. Peter Arbeitsloser war mir als Leser sympathisch, weil er vom Leben, bzw. von der Gesellschaft nicht sehr fair behandelt wird. Auch die Liebesgeschichte ist sehr amüsant, wenngleich die meisten Charaktere leider nicht immer authentisch sind. Manche Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen, weil sie mir nicht menschlich vorkamen.  Der Android John of Us, der als Präsident kandidiert, ist wirklich toll ausgearbeitet. Mir gefiel das Zusammenspiel mit seiner Wahlkampf-Beraterin. Er hat natürlich absichtlich nichts Menschliches an sich und ist bis ins Detail gut durchdacht.  Die teilweise obszönen Szenen waren mal ganz lustig, doch oftmals habe ich sie für unnötig gehalten. Sie haben keineswegs zur Handlung oder zum Humor beigetragen. Es wirkte eher, als wollte der Autor noch etwas davon unterbringen, was ich sehr schade finde. 3. Cover: Es gibt eine weiße und eine schwarze Edition, die man sich selbst aussuchen kann. Die Idee finde ich okay, auch wenn ich den Schriftzug relativ langweilig finde. Trotzdem finde ich es pfiffig gemacht, dass der Name des Autors am Anfang so geschrieben ist, dass es auch "E"-Qualityland heißen könnte. Eine versteckte Botschaft gibt es also doch im schlichten Cover. Ebenso erkennt man einen Kussmund, der für die Bezahlmöglichkeit in Qualityland stehen soll. 4. Spannung:  Weil der Autor zwischen den zahlreichen Personen wechselt, entsteht nur gelegentlich Spannung. Im letzten Drittel des Buchs erkennt der Leser langsam den Sinn, weshalb er zuvor so viele Handlungsstränge erzählt hat. Manchmal hat mich das Buch nicht so gefesselt, bis am Ende durch Peter und seine "Freunde" doch noch ein Spannungsbogen aufgebaut wurde. 5. Gesamteindruck: Mein Fazit ist trotz einiger kleiner Kritikpunkte gut. Wer Marc-Uwe Klings Humor liebt, der wird auch Qualityland lieben. Außerdem hat es mich häufig zum Nachdenken angeregt. Deshalb vergebe ich ♥♥♥♥♡ 4/5 Herzen.

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  • Wenn Menschen aus Bequemlichkeit aufhören selbst zu denken

    QualityLand

    kreszenz

    07. November 2017 um 10:36

    Algorithmen bestimmen unser Leben: Facebook schlägt dir neue Freunde vor, Amazon macht dir Produktvorschläge und Partnervermittlungen haben Hochkonjunktur. Doch keinen Service gibt es gratis: bezahlt wird mit unseren Daten. Zugleich boomt der Markt für Selbstoptimierung. Coaches sind gefragter denn je, auch bei Privatpersonen. In Labors wird erforscht, wie man menschliche DNA verbessern kann um den perfekten Menschen zu erschaffen. Klingt gut? Was wäre, wenn wir diese schöne neue Welt auf die Spitze treiben? Marc-Uwe Kling hat dies getan – willkommen in QualityLand. QualityLand wird beherrscht von ein paar Großkonzernen, die den Menschen alles bieten: den perfekten Partner, die perfekten Freunde und die perfekten Produkte, von denen die Menschen gar nicht wussten, dass sie sie unbedingt brauchen. Bildung, Beruf, Beziehung, Gesundheit, Herkunft: diese Faktoren ergeben ein undurchsichtiges System mit 99 Leveln, in dem persönliche Entscheidungen dazu beitragen, gesellschaftlich auf- oder abzusteigen. Einfache Arbeit wird längst von Maschinen und Robotern erledigt und die, die es sich leisten können, zeugen ihr Baby nicht mehr auf natürlichem Weg, sondern stellen sich ihr perfektes Wunschkind im Labor zusammen, gerne mit integriertem Emotionschip. Marc-Uwe Kling zeigt episodenhaft, wie sich verschiedene Menschen und auch Roboter in diesem System verheddern. Er zeigt meisterhaft, was passiert, wenn sich Menschen auf Maschinen und Technik verlassen und aus Bequemlichkeit das Denken aufhören. Auch wenn das Buch als Satire angelegt ist – die geschilderten Möglichkeiten sind zum Teil ja schon heute machbar bzw. geplant. Im Zuge der nur spärlich vorhandenen Medienkompetenz (s. Filterblasen) ist das geschilderte Szenario mehr als beängstigend. Für mich persönlich das Buch des Jahres!

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  • Endet an der falschen Stelle.

    QualityLand

    wandablue

    Endet an der falschen Stelle. Warum Qualityland genau diesen Namen hat und nicht Equalityland, wie es ursprünglich vorgesehen war, wird erklärt und alles andere ist selbsterklärend. Der Leser denkt kurz (very short) darüber nach, ob er es mag, dass „TheShop“ ihm Produkte zusendet, die er explizit nicht bestellt hat, aber nach denen es ihn dennoch bewusst oder unbewusst verlangt. „TheShop“ erstellt nämlich aus Tausenden und Abertausenden von digitalen Fussabdrücken (eigentlich Fingerabdrücke), die man im Netz hinterlassen hat, ein Käuferprofil, das unfehlbar ist. Doch während der Leser noch vage darüber reflektieren möchte, wird er weggeschwemmt und eingesogen in das unglaubliche Geschehen in Qualityland, wo „John of us“ eine menschlich aussehende Kunstintelligenz sich anschickt, den Wahlkampf aller Wahlkämpfe zu bestreiten. Dabei gibt es durchaus einige Szenen, über die gekichert wird.  Der Autor macht sich in erster Linie über das jetzt schon Mögliche lustig, überspitzt es und führt es ins Absurde. Hoffentlich! „Qualityland“ ist dennoch kein Roman, der „zum Nachdenken“ anregt, wie viele Rezensenten über quasi jeden zweiten Roman zu schreiben pflegen. Qualityland ist einigermassen witzig, durchaus, aber das war es dann auch. Der Roman versinkt schnell im See der gelesenen Bücher. Da gibt es keinen Nachhall! Dessen ungeachtet, wie wahrscheinlich sein beängstigendes Zukunftsszenario sein möge, kommt bei der geneigten Leserin Überdruß auf. Und sie meint, diese besondere Art von Langeweile käme durch das stupide Personal des Romans und deren flachen Dialoge. Nicht zu vergessen die sehr simple Handlung. Den Schluss hat der Autor mit einem Überraschungseffekt versehen, dumm nur, dass der Schluss an einer Romanstelle liegt, ab der es Entwicklung gegeben hätte und der Roman spannend zu werden versprochen hätte. Fazit: Kreativ entwickelte Perspektive der nahen oder fernen Zukunft. Doch der Roman endet da, wo eigentlich interessant geworden wäre. Kategorie: HumorVerlag: Ullstein, 2017

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