QualityLand

von Marc-Uwe Kling 
4,3 Sterne bei16 Bewertungen
QualityLand
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Siglos avatar

Eine unterhaltsame Zukunftsvision mit viel Witz

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Super (Hör)Buch, fand nur die eingespielten Lacher recht merkwürdig, sonst sehr zu empfehlen!

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Inhaltsangabe zu "QualityLand"

Willkommen in QualityLand! In der Zukunft ist alles durch Algorithmen optimiert: QualityPartner weiß, wer am besten zu dir passt. Das selbstfahrende Auto weiß, wo du hinwillst. Und wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch zugeschickt. Kein Mensch ist mehr gezwungen, schwierige Entscheidungen zu treffen – denn in QualityLand lautet die Antwort auf alle Fragen: o.k.Trotzdem beschleicht den Maschinenverschrotter Peter immer mehr das Gefühl, dass mit dem System etwas nicht stimmt. Warum gibt es Drohnen, die an Flugangst leiden, oder Kampfroboter mit posttraumatischer Belastungsstörung? Warum werden die Maschinen immer menschlicher, aber die Menschen immer maschineller?
Marc-Uwe Kling hat die Verheißungen und das Unbehagen der digitalen Gegenwart zu einer verblüffenden Zukunftssatire verdichtet. Visionär, hintergründig – und so komisch wie die Känguru-Trilogie.

Ungekürzter Live-Mitschnitt aus dem Mehringhof-Theater in Berlin.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783844917376
Sprache:Deutsch
Ausgabe:herunterladbare Audio-Datei
Verlag:Hörbuch Hamburg
Erscheinungsdatum:22.09.2017
Das aktuelle Buch ist am 22.09.2017 bei Ullstein Buchverlage erschienen.

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    Siglos avatar
    Siglovor 2 Monaten
    Kurzmeinung: Eine unterhaltsame Zukunftsvision mit viel Witz
    Qualityland - Marc-Uwe Kling - Das ist der Algorhythmus, wo man mit muss!

    Qualityland von Marc-Uwe Kling ist eine gesellschaftskritische Komödie, die in der Zukunft spielt.

    Auf dem Cover des Hörbuches kann man einen Kussmund sehen: Den touchkiss, der im Buch auch noch eine wichtige Rolle spielen wird.
    Mir persönlich gefällt das Cover sehr gut, es ist sehr schlicht gehalten und macht neugierig auf den Inhalt des Buches.

    Handlung: Peter Arbeitsloser lebt als Maschinenverschrotter in Qualityland. Er muss keine Entscheidungen mehr treffen, dazu hat er sein QualityPad ,,Niemand", das mit ihm kommuniziert. Er lebt in einer Welt in der alles von  Algorithmen gesteuert wird. ,,QualityPartner", weiß welcher Mensch am besten zu dir passt und ,,the shop" schickt dir deine Produkte bevor du sie bestellt hast, weil ,,the shop" besser weiß was du brauchst, als du selbst. Peter muss auch keine Entscheidungen mehr treffen, denn die einzige mögliche Antwort auf eine Frage lautet: OK. Doch auch wenn dieses System perfekt zu sein scheint, kann es perfekt sein,wenn es Drohnen mit Flugangst oder Anwaltbots mit einem Gewissen gibt? Als Peter dann eines Tages ein Produkt gesendet bekommt, das er gar nicht haben möchte, nimmt die Geschichte richtig  fahrt auf.

    Zitat:
    Werbung: Anzeige von Kochfoods AG
    ,,Hast du schon mal Fesazus probiert? Du weißt nicht was Fesazus sind? Fesazus sind industriell verpresste Klumpen, die nur aus dem besten bestehen, was die Nahrungsmittelindustrie zu bieten hat: Fett, Salz und Zucker. Klingt pervers, ist aber geil. Das Fesazus Reinheitsgebot: Ein drittel Fett, ein drittel Salz, ein drittel Zucker. 
    Jetzt neu handgemache Bio-Fesazus für alle, die sich bewusst und nachhaltig ernähren möchten.
    Achtung: Fesazus können zu einem langsamen und schmerzhaften Tod führen, aber sie sind sooo lecker!

    Der Stimme von Marc-Uwe Kling kann man sehr gut zuhören. Er liest sein eigenes Buch sehr angenehm und witzig. Man hat während des gesamten Hörbuches immer etwas zu Lachen. Das Buch ist sinnvoll aufgebaut und man kann einen roten Faden finden der sich durch das ganze Buch zieht. Man bekommt durch das Buch nicht nur etwas zum Lachen, man fängt auch an über die heutige und zukünftige Gesellschaft nachzudenken.

    Es ist noch zu erwähnen, dass es zwei unterschiedliche Versionen des Buches gibt: Eine mit einem hellen Cover, welche ich gerade bewerte, und eine mit einem etwas dunkleren. Die beiden Bücher unterscheiden sich in ihren Werbeanzeigen, der Rest ist identisch.

    Ich persönlich finde Qualityland als Hörbuch besser als das Buch, weil Marc-Uwe Kling sehr angenehm betont und die Witze dadurch besser herüberkommen.

    Fazit: Nachdem ich nach dem Anhören der Känguru Chroniken sehr hohe Erwartungen an dieses Buch hatte, hat dieses Buch meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern sogar übertroffen. Eine weitere urkomische Komödie von Marc-Uwe Kling.

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    Tippfeders avatar
    Tippfedervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Erfrischende Lesung vom Autor persönlich.
    Witzig, kritisch und ein Hauch Känguru

    Ich habe die helle Edition, wobei sich die beiden Editionen angeblich nur durch die Werbung unterscheiden.
    Moment- "nur" durch die Werbung? Grund genug eigentlich, mir direkt noch die dunkle Edition hinterher zu kaufen, denn die Werbung ist elementarer Bestandteil von Qualityland.

    Ist es denn nun eine Gesellschaftskritik, eine Komödie, eine Dystopie oder gar eine Utopie? Who cares! Wunderbar gelesen vom Autor, mit Publikum im Hintergrund, sind viele Lacher sicher. Einige bleiben jedoch auch im Halse stecken, denn es ist nicht alles erfunden, nicht alles undenkbar und so führt der Hörgenuss schon mal zu leichtem Grusel, wenn ich beim Surfen durch personalisierte Werbung penetriert werde. Zum Glück (noch) nicht von The Shop.

    Klare Weiterempfehlung von mir!

    :-)

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    gstvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ernstes Thema sehr humorvoll aufbereitet. So weit entfernt ist diese Zukunft gar nicht.
    Maschinengesteuerte Zukunft

    Schon heute bestimmen Computer über unser Leben. Wir brauchen nur einmal eine Seite näher zu betrachten, schon werden wir mit Reklame bombardiert. In Qualityland ist alles noch besser optimiert. Wer bei TheShop angemeldet ist, bekommt alle Produkte, die er bewusst oder unbewusst haben will, automatisch per Drone zugeschickt. Die unbestellte Ware wieder zurückzugeben erweist sich als ausgesprochen schwierig – wie am Beispiel des Maschinenverschrotters Peter Arbeitsloser dargestellt wird.

    Mark-Uwe Kling entführt seine Hörer auf sehr humorvolle Art in eine Welt, die wir uns nicht wirklich wünschen. Was mir anfangs wie Klamauk vorkam, entwickelte schnell seine eigene Dynamik. Der Autor liest sein Buch selbst ein, mit einer emotionslosen Stimme, die diese künftige Welt gut zur Geltung bringt. Und immer wieder entstehen im Kopf Vergleiche mit heute. Anfangs fand ich die verhaltenen Lacher des Publikums störend, sie erinnerten mich zu sehr an amerikanische Fernsehsendungen, doch dann wurde mir klar, dass die Aufnahme ein Lifemitschnitt einer Lesung ist.

    Obwohl ich mich gewöhnlich nur „nebenbei“ mit Hörbüchern beschäftige, setzte ich mich letztendlich doch entspannt hin und genoss die Lesung. Ab und zu schüttelte ich mit dem Kopf, aber häufiger lachte ich laut auf. Es gefiel mir, wie sich die geretteten Maschinen, die eigentlich verschrottet werden sollten, unterhielten und doch noch nützlich wurden. Während bisher die Menschen noch den Maschinen sagen, was sie zu tun haben, sind es in Qualityland schon die Maschinen, die weiter „denken“. Mark-Uwe Kling beschwört so eine Welt herauf, die vielleicht gar nicht mehr so weit entfernt ist. Allerdings werden wir Menschen dann seltener darüber lachen ...

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    Lissy77s avatar
    Lissy77vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Nett für zwischendurch.
    Qualityland

    Ich habe das Hörbuch auf dem Weg zur Arbeit gehört und für nebenher ist es ganz nett. Ich kann auch nicht sagen, dass es meinen Humor nicht trifft, denn ich fand es schon witzig, aber insgesamt einfach viel zu viel des Guten.

    Der Sprecher macht seine Sache allerdings sehr gut. Marc-Uwe Kling hat ein Händchen dafür, den einzelnen Figuren eine Stimme zu verpassen. Das hat mir richtig gut gefallen.

    Also für zwischendurch ist es mal eine nette Abwechslung und ich würde hier auch auf jeden Fall zum Hörbuch und nicht zum Buch greifen.

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 10 Monaten
    Das Lachen steckt im Halse fest

    Der Anfang:

    »Peter Arbeitsloser hat genug.
    »Niemand«, sagt er.
    »Ja, Peter?«, fragt Niemand.
    »Ich habe keinen Appetit mehr.«
    »Okay«, sagt Niemand.
    Niemand ist Peters persönlicher digitaler Assistent. Peter selbst hat diesen Namen gewählt, denn er hat oft das Gefühl, dass Niemand für ihn da ist. Niemand hilft ihm. Niemand hört ihm zu. «



    Peter Arbeitsloser lebt in Qualityland, in einer Zeit, ein paar Jahre uns voraus. Eine Dystopie? Ein wenig schon, letztendlich fühlt man sich im Jetzt, bzw. in einer Zeit die schon begonnen hat und nur noch einen ganz kleinen Schubs nach vorn braucht. Und genau das ist so erschreckend.

    »Die Leute, die den Code schreiben lassen, wollen dass wir glücklich sind, denn Frustration ist unproduktiv. « – »Willkommen in der Zukunft, hier läuft alles rund.«

    In Qualityland ist alles digitalisiert und offen. Das fahrerlose Taxi, das vorbeifährt, begrüßt mit »Hallo Peter«, es spielt seine Playlist und kennt die Themen, über die er sich unterhalten mag. Peter wird in seiner Persönlichkeit nicht so besonders gut bewertet, besitzt keinen hohen Score. Der Score ist wichtig, denn danach wirst du überall eingeschätzt, beim Job, Einkauf, danach werden dir Partner vorgeschlagen. Steigt ein Partner im Score, schlägt man ihm vor, sich zu trennen um einen besseren Typen zu bekommen. Peter hat ein Geschäft, er verschrottet Geräte, Roboter und Drohnen. Und er hat ein persönliches Problem mit Bestellungen bei Firmen, die er gern umtauschen möchte. Ein Umtausch ist nicht vorgesehen, auch wenn er laut den Geschäftsbedingungen ein Recht darauf hat. Der Toaster wird immer falsch geliefert, er sendet ihn zurück, doch es flattern Mahnungen ins Haus. Das Maß ist voll, als er einen pinkfarbenen Delfinvibrator zugesendet bekommt, den er nicht bestellt hat. Und nun nimmt er es mit Robotern und einer technisierten Welt auf, um sein Recht auf Rückgabe durchzusetzen.

    »Es tut mir sehr leid«, sagt das Auto, »aber neue Versicherungsrichtlinien haben Ihr Stadtviertel als zu gefährlich für selbstfahrende Autos meiner Qualität eingestuft. Sie werden sicherlich verstehen, dass ich Sie darum bitten muss, hier auszusteigen.«

    Peter hat ein Herz für Maschinen. Einige, die er eigentlich verschrotten sollte, weil sie defekt sind, gab er in seinem Keller Asyl: eine Drohne mit Flugangst, ein Sexdroide mit Erektionsstörungen, ein Staubsauger mit Messie-Syndrom. Und dann kommt E-Poetin Kalliope 7.3 in seinen Laden, um sich verschrotten zu lassen. Er rettet den weiblichen poetischen Androiden, der sich nicht den Marktanalysen anpassen will und richtige Literatur schreiben möchte. Sie wird der zweite Protagonist. Peter lernt einen Rechtsanwalt kennen (Mensch), der seinen Job verloren hat, weil er plötzlich ein Gewissen entwickelte. In einem Nebenstrang geht es um die Wahl des Präsidenten: Mensch gegen Android. Als Politiker werden immer die ausgebildet, die es in einem ordentlichen Beruf zu nichts bringen würden.

    »Wenn einer der Unregistrierten zum Beispiel einen Kaffee Latte bei Starbucks per TouchKiss bezahlt, postet das System autonom und augenblicklich ein passendes Status-Update auf dessen Profil: »Trinke gerade bei Starbucks einen Kaffee. Superlecker. Starbucks ist wirklich meine Lieblingskaffeehauskette. Ihr solltet alle auch mal zu Starbucks gehen.«

    Das klingt zunächst banal und letztendlich ist sie das auch. Die Geschichte ist aber ein zynischer Abgesang auf unsere digitale Welt, und leider steckt so viel Wahrheit dahinter. Wozu war das Internet noch mal gedacht? »Der eigentliche Witz ist, dass wir damals, in meiner Jugend, ernsthaft geglaubt haben, das Internet könne das Mittel zur Befreiung der Menschheit sein«, erzählt der alte Mann Peter. Und weil der Mensch ein Mensch ist, ein Hordentier, haben sich erst im Netz Giganten gebildet, die den Markt revolutionierten, unter sich aufteilen, die ganzen individuellen kleinen Firmen im Einzelhandel zerschlugen.
    Berieselung und Wohlfühlcharakter, eine Diktatur, ohne, dass das der Mensch sie wahrnimmt, sich völlig frei fühlt … Peter Arbeitsloser und seine Freundin Sandra Programmiererin (der Nachname eines Kindes richtet sich danach, welchen Beruf Vater bzw. Mutter zum Zeit der Geburt ausübten) sind anfänglich ein Paar, besuchen das Musical »Hitler: Das Musical«. Als Hitler verkleidetes Personal im Vorfeld, ein lustiger Typ dieser Hitler … Nebenbei, ganz kuschelweich haben sich die Rechten ins Regierungsfeld geschoben.
    Dein Score ist wichtig! Sandras Level steigt, sie verlässt wie von »Rate me« vorgeschlagen Peter, dessen Score nun noch mehr sinkt. »Rate me«, die Dating-Plattform meldet sich sogleich.
    Eine Drohne, die liefert, fordert auf: »Bewerte mich mit 10 Sternen!« und schiebt im Nachsatz hinterher, Peter solle dran denken, sie wisse ja, wo er wohne. Eine Überwachungsdrohne nennt sich Super-Secure, kurz SS. Digitalkapitalismus lässt grüßen.

    »Mein, Dein, das sind doch bürgerliche Kategorien!« (Deutsche Bank)
    »Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.« (Deutsche Bahn)

    Ein Lacher folgt den nächsten (mit dem Hörbuch fällt man auf der Straße unangenehm auf), aber, frage ich mich manchmal, warum lache ich eigentlich hier an dieser Stelle nicht, ist doch witzig. Wenn diese zukünftige Welt nicht längst begonnen hätte und das alles gar nicht so lustig ist, wäre das einen Lacher wert. Manchmal bleibt er allerdings im Halse stecken. Natürlich kommen bei der Menge von Stoff auch blöde Kalauer daher, wie oben. Hier lacht man dann ganz heftig, denn das ist eben nur witzig. »Personalisierung in der digitalen Kommunikation«, ziemlich zynisch auf die Schippe genommen und daher verdammt gut. Verdammt gute Unterhaltung mit einem bitterbösen Nachgeschmack. Wie lange dauert es noch, bis wir in Qualityland angekommen sind? Oder stecken wir schon mittendrin?

    Nun sei noch angemerkt, es gibt das Buch in hell und dunkel zu erhalten. Ich hatte mich für die dunkle Seite der Macht entschieden. Der Unterschied soll fein, aber entscheidend sein, in den Zwischentexten (zwischen den Kapiteln werden Werbung, Empfehlungen, Nachrichten eingespielt, die sich in den beiden verschiedenen Versionen unterscheiden). Krieg oder Frieden, gut oder böse, schwarz oder weiß. Allerdings sagt man, der Unterschied sei so unerheblich, dass genau diese Tatsache die Katastrophe ist. Es gibt kaum einen. Ich kann das Buch als Hörbuch nur empfehlen, denn gelesen, kommen die Faustschläge besonders gut. Wohl dem, der es beherrscht, an der richtigen Stelle die Pausen zu setzen. Wer sich mit amüsieren möchte und das mit intelligenter Satire, der liegt goldrichtig

    Kommentare: 1
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    EmmaZeckas avatar
    EmmaZeckavor 10 Monaten
    Ich bin hin- und her gerissen

    Gestaltung
    QualityLand wird von Marc-Uwe Kling gelesen. Hierbei handelt es sich wieder um eine Livelesung. Das heißt, man bekommt auch die Reaktionen des Publikums mit. Während das Gelächter in vielen amerikanischen Serien oft nervig ist, fand ich es bei der Livelesung hin und wieder wirklich - haha - witzig. Ein paar Mal musste ich auch aufgrund des Gelächters eines Zuhörers lachen.
    Wer schon die Känguru-Trilogie als Hörbuch gehört hat, wird Marc-Uwe Kling als Sprecher bereits kennen. Interessant war, dass Marc-Uwe Kling QualityLand anders gelesen hat, als die Känguru-Reihe. Natürlich lassen sich die Bücher nur schwer miteinander vergleichen. Bei der Känguru-Trilogie musste der Sprecher zwischen der lauten, schneidenden Känguru Stimme und der normalen Erzählerstimme hin und her springen. Da es sich zudem um kleine Szenen handelte, lagen auch die Betonungen anders, als bei QualityLand.

    Ich musste mich also erst etwas an die neue Interpretation gewöhnen. Allerdings setzt Marc-Uwe Kling auch hier gekonnte Elemente, wie Pausen an den richtigen Stellen oder eben die besagten Betonungen, die ich leider schwer beschreiben kann. Meine Co-Autorin, die sowohl in das Buch rein gelesen als auch in das Hörbuch rein gehört hat, fand auch, dass Klings Humor im Hörbuch deutlich besser zur Geltung komme.
    Wir beide haben Marc-Uwe Kling gerne zugehört und fühlten uns auch gut unterhalten.

    Inhalt
    Kommen wir nun zum Inhalt, der mir etwas Kopfzerbrechen bereitet hat. Marc-Uwe Kling hat hier das dystopische Land QualityLand erschaffen. Hier zählt nur die Superlative. Das System glaubt zu wissen, was sich die Bewohner wünschen. Wünsche müssen also nicht mehr direkt geäußert werden, sondern werden von TheShop, dem einzigen Onlineshop, auch unterbewusst erkannt. So findet Protagonist Peter beispielsweise nach einem schlechten Tag einen Kasten Bier zu Hause vor. Und das ist noch ein harmloser unbewusster Wunsch. Eines Tages bekommt Peter einen Gegenstand geliefert, das sein Weltbild über den Haufen wirft: Das hat er sich nicht einmal unbewusst gewünscht.

    Neben Peter führt Marc-Uwe Kling noch andere Charaktere in die Geschichte ein. So finden in QualityLand zum Zeitpunkt der Geschichte gerade Wahlen statt. Die Spitzenkandidaten haben es in sich. Auf der einen Seite steht ein Androide, der sich John of Us nennt. Auf der anderen Seite gibt es den rechtsradikalen Politiker Konrad Koch. Also im Grunde haben die Bürger nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.

    Jetzt fragt ihr euch vielleicht, warum ich den Inhalt so schwierig finde. Ich bin hin und her gerissen. Einerseits finde ich die Welt um QualityLand sehr gut durchdacht. Marc-Uwe Kling spricht hier Dinge an, von denen wir nicht mehr weit entfernt sind, oder die bereits in unserer Welt zu finden sind. Immer, wenn ich Leuten, die das Buch nicht kannten, von ein paar Stellen erzähle, mussten sie schmunzeln, was auch zeigt, dass Marc-Uwe Kling die ernsten Themen auch irgendwo humorvoll verpacken kann, obwohl es eigentlich nicht zum Lachen ist.

    Dann störte mich aber auf der anderen Seite, wie mit manchen Themen innerhalb des Buches umgegangen wurde. Am Anfang hatte ich den Eindruck, die Geschichte mit drei Wörtern beschreiben zu können. (Nein, diese werde ich hier nicht erwähnen).

    Hier bin ich mir aber nicht sicher, ob es einfach mein Problem mit dem Genre, also der Satire an sich, war. Natürlich wurden hier politische Themen ausgepackt. Allerdings schwang hin und wieder der berühmt-berüchtigte Zeigefinger mit. Und das hat mich extrem gestört. Das geht für mich immer in diese Richtung: "Pass mal auf, ich erklär dir jetzt, wie die Welt läuft." Und da denke ich mir dann immer, dass sich doch jeder seine eigene Meinung bilden sollte. Kritisieren ist für mich kein Problem, aber nicht mit diesem erhobenen Zeigefinger Image.

    Dennoch legte das Buch nach etwa der Hälfte eine interessante Wendung hin, weil der Grundkonflikt der Geschichte klar war und bearbeitet werden muss.

    Spannung
    Der Spannungsbogen ist gut aufgebaut und nicht überspannt. Für mich hat es aber etwas lange gedauert, bis die Geschichte in Fahrt kam. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass Marc-Uwe Kling erst einmal in die Welt von QualityLand einführen musste, damit die Leser das Denken in dieser Welt verstehen und so auch begreifen, warum einige Dinge in QualityLand einfach nicht funktionieren.
    Das Ende kam dann fast etwas zu abrupt. Da hätte ich mir dann noch ein paar Erklärungen gewünscht.

    Schreibstil
    Marc-Uwe Klings Schreibstil gefällt mir sehr gut. Zum einen muss man als Leser aufmerksam zuhören, um alle Anspielungen verstehen zu können. Und ich vermute, dass ich nicht alle verstanden habe.
    Dennoch musste ich mich auch erst etwas an das Stilmittel Roman gewöhnen. Natürlich bauten auch bei der Känguru-Trilogie die Kapitel aufeinander auf. Dennoch waren es für mich hauptsächlich Kurzgeschichten, die dort thematisiert wurden. Es ist so schwer, den Unterschied zu erklären. Ich hoffe, es wird etwas deutlich, was ich meine.
    Marc-Uwe Kling hat tolle Dialoge, die mich wirklich gut unterhalten haben. Das Einzige, das ich etwas vermisst habe, waren die falsch zugeordneten Zitate.

    Gesamteindruck
    Nachdem mir die Känguru-Trilogie so gut gefallen hat, waren meine Erwartungen an QualityLand sehr hoch. Diese konnten zum Teil gehalten werden. An manchen Stellen war ich aber auch etwas enttäuscht, weil ich mir einfach mehr als den erhobenen Zeigefinger erhofft habe.

    Wer Marc-Uwe Klings ironischen Schreibstil mag und sich kritisch mit der Gesellschaft auseinandersetzen möchte, findet mit QualityLand hoffentlich unterhaltsame Lektüre.

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    AvaLovelaces avatar
    AvaLovelacevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Super (Hör)Buch, fand nur die eingespielten Lacher recht merkwürdig, sonst sehr zu empfehlen!
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    Arachn0phobiAs avatar
    Arachn0phobiAvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Auch beim zweiten Durchgang in hell einfach herrlich und vor allem großartig gelesen - kann der nicht auch andere Bücher vertonen?
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    KidsandCatss avatar
    KidsandCatsvor 8 Monaten
    Kurzmeinung: In Qualityland gibt es alles im Superlativ. Also ist dieses Hörbuch nicht nur gut, sondern das Beste! Ein bisschen Känguruh gibts auch.
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    sddsinas avatar
    sddsinavor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Erschreckend, aber gewohnt witzig gemacht. Ich musste sehr viel lachen. Nur das Ende war etwas schnell, ansonsten wirklich super.
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