Da ich in diesem Jahr über Umwege zur Landesausstellung in Trier über Marc Aurel mitgegangen bin, wollte ich mehr über den früheren, römischen Kaiser erfahren und habe mir die "Selbstbetrachtungen" zu Gemüte geführt.
Die "Selbstbetrachtungen" sind persönliche Aufzeichnungen aus den letzten zehn Jahren des Philosophen. Er lebte im zweiten Jahrhundert nach Christus und wurde zum Kaiser in Rom ernannt. Er musste allerdings an die Front und hatte daher nicht mehr viel Zeit für philosophische Texte. In Feldlagern am Rand der Zivilisation schreibt er jedoch bruchstückhaft seine Selbstbetrachtungen auf - was wie eine Art Tagebuch für ihn war und eigentlich nicht veröffentlicht werden sollte. Seine Gedanken zeugen von einem edlen Menschenbild, von dem Streben nach dem Selbstbesinnen. Die Aufzeichnungen sind eine Sammlung von Leitsätzen, bestimmt von menschlichen Werten und der Suche nach der Übereinstimmung mit der Natur. Danach heißt es, dass die Lebensaufgabe des Menschen darin besteht, mit Vernunft das Wesen der Natur und sich selbst als deren Teil zu erkennen.
Ich muss sagen, ich hatte beim Lesen immer wieder das Bedürfnis einzelne Zeilen zu markieren, was allerdings nicht ging, da es sich nicht um meine eigene Ausgabe handelte. Allerdings fand ich die Texte schwer zu verstehen. Ich bin irgendwann dazu übergegangen alles laut vorzulesen, um mich besser konzentrieren zu können.
Auch in der heutigen Zeit kann man aus diesem Buch auf jeden Fall noch Lehren herauslesen. Viele Zitate sind brandaktuell. Ich wurde dennoch nicht so richtig warm mit dem Buch, weil es recht trocken und nüchtern und "gefühllos" für mich erschien. Vielleicht liege ich falsch, aber mein Fall war das jetzt leider nicht so sehr.



















